Agenturen besitzen z. B. die Rostocker Bank, die Mecklenburgische Hypothekenbank,
 die Darmstädter und Nationalbank.
Neuerdings hat die Dedibank, unter Berücksichtigung des flachen
Landes, im Reich Agenturen aufgemacht, die von vertrauenswürdigen
 Personen nebenamtlich geleitet werden. Diese sollen, im wesentlichen
auf dem Formularwege, bankmäßige Geschäfte, soweit sie sich auf den
Verkehr mit dem Publikum beziehen, erledigen, und zwar derart, wie
Schalterbeamte bei Depositenkassen. Man will dadurch mehr als bisher
die Spargelder der Bewohner des flachen Landes in die Kassen der Dedidank
 leiten. Im Zusammenhange hiermit ist der S parbrief geschaffen
worden: Namenspapiere über 50 oder 100 RM werden ausgegeben, die zu
einem festgesetzten Termin bei der Einzahlungsstelle eingelöst werden.
Die Zinsen, die die Bank vergütet, werden beim Kauf vom Nennbetrage
abgezogen.
Von den Zwecken, denen die Depositenkassen dienen, war bereits
die Rede. Sie sind unselbständiger ausgestaltet als die Filialen und befinden
 sich am Sitz der Zentrale oder dem einer größeren Niederlassung,
von der sie abhängig sind, oder an einem anderen Ort, an dem die Bank
bisher noch nicht vertreten war, und ersetzen dann eine Filiale. Sie treiben
alle Sparten, mit Ausnahme des Emissionsgeschäftes, lassen aber der Kontrolle
 und der Einfachheit halber die Ausführung und Durchführung der
meisten Geschäfte durch die Zentrale oder die ihnen übergeordnete
Hauptdepositenkasse oder Filiale bewirken (s. Bd. I S. 684 ff.). Die Depositenkassen
 sind, wie in England die Bankfilialen, ein Reklamemittel geworden,
 und ihre Zahl wurde oft nur aus Prestigegründen vermehrt, In
Berlin und seinen Vororten gab es Ende 1923 rund 600, 1929 rund 400
Depositenkassen.

3. Konzentration, Selbsthilfe der Privatbankiers.
a) Vorzüge der Konzentration.
Beim Konzentrationsprozeß der privaten Banken übernimmt eine
Bank andere Banken oder schafft Bündnisse in Form von Interessengemeinschaften
 oder Kapitalbeteiligungen. Das Schwergewicht liegt in
der Spitze der Pyramide. Im öffentlichen Bankwesen hingegen
 schaffen die örtlichen Kassen sich selbst eine Zentrale; das Schwergewicht
 liegt hier in der breiten Basis, im Fundament. Bei der Großbank
zibt es eine Zentrale und viele unselbständige, von ihr abhängige Filiann
