gilt dies, mit einigen Einschränkungen, auch für einige deutsche Großdanken,
 bzw. für deren Filialen. Ein Direktor einer Bank, insbesondere
einer Bankfiliale, darf dem Zuge seines Herzens nicht immer 80 folgen,
wie er gern möchte. Er ist an die Vorschriften der Hauptdirektion und
des Aufsichtsrates gebunden.
Unstreitig hat die Börse durch die Konzentration ein gut Teil ihrer
einstigen Bedeutung insofern eingebüßt, als sie nicht mehr das getreue
Spiegelbild des Effektenverkehrs ist. Jede Bank ist heute gewissermaßen
selbst eine Börse, an der zahlreiche Aufträge durch Kompensation im
sigenen Büro ihre Erledigung finden. So bedauern die Makler die mit
der Bankenkonzentration sich mehrenden Kompensierungen; vor allem
aber erfolgt Schmälerung der Basis für eine richtige Kursbildung. Da
nur die Spitzenbeträge Gegenstand des Handels an der Börse sind, kommt
die wirkliche Lage des Kapitalmarkts nicht zum Ausdruck.
Durch die bei den Großbanken sich ansammelnden und Verwendung
suchenden Kapitalien wird es auch für die Zentralnotenbanken schwie-:iger,
 mit ihrer Politik durchzudringen, und sie sehen sich, wie die Bank
ron England und die Bank von Frankreich, öfter zu Anlagen genötigt,
die für eine Notenbank nicht unbedingt geeignet sind.
Zu bedauern ist die Verdrängung der Privatbankiers, die
auf die Verhältnisse der Familie, des Haushalts, des Geschäfts eingegangen
and für ihre Kunden ständige, zuverlässige, unabhängige Berater in Geldsachen
 und bei der Vermögensverwaltung gewesen sind. An ihre Stelle sind
die Depositenkassen- und Filialvorsteher und die sog. Schalterbeamten ge-;reten,
 die selbstverständlich auch nach bestem Wissen und Gewissen Rat
arteilen, wenn sie darum ersucht werden. Daß sie aber bei Nachfrage nach
Anlagewerten in erster Linie auf die Emissionen der eigenen Bank oder
befreundeter Institute hinweisen werden, liegt allerdings sehr nahe. Der
Privatbankier hingegen steht als Berater seiner Kundschaft den Emissionen
der Aktienbank meist objektiv kritisch gegenüber. Das Geschäft des
Privatbankiers beruht — was bei einer großen Bank nicht möglich ist —
auf dauernder persönlicher Fühlungnahme mit der Kundschaft. Der
Privatbankier wird bemüht sein, mit möglichst vielen seiner Kunden in
persönliche Beziehungen zu treten, um sie in allen Bankfragen zu berajen
 und sie auf mancherlei hinzuweisen, was ihnen Nutzen bringen kann.
Die Bankiers konnten sich einer individuellen Pflege des Geschäftsverkehrs
 mit der Kundschaft widmen, und sie waren, besonders in der Provinz,
 auch infolge persönlicher Erfahrungen in der Lage und willens, den

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