nicht aufgesogenen Firmen und ihre finanzielle Kraft doch immer noch
sehr erheblich, und zum Verzweifeln liegt für die Privatfirmen kein Grund
vor. Unter Umwandlung der Ziele, Methoden und Aufgaben sich den Anforderungen
 der neuen Zeit anzupassen, muß, so klang es aus allen Reden
auf dem Bankiertage, die gegenwärtige Aufgabe der Privatbankiers sein.
Hat der Privatbankier aber wirklich immer die nötige Urteilsreife? Wird
er nicht oft von den großen Banken ins Schlepptau genommen und besorgt
 deren Dienste, anstatt den Dienst am Kunden?
Dem Beispiele der Banken folgend, haben auch einige Privatfirmen
fusioniert. So erfolgte im Jahre 1910 der Zusammenschluß der beiden
alten hochangesehenen Berliner Bankhäuser Delbrück, Leo &amp; Co. und
Gebr. Schickler zur Firma Delbrück Schickler &amp; Co., die nunmehr sich
weiter ausgedehnt hat und eine große Kapitalmacht repräsentiert. Das
Bankhaus Mendelssohn &amp; Co. ist im März 1922 unter Erwerb eines Aktienpakets
 in eine Interessengemeinschaft mit der Bayerischen Vereinsbank
 in München getreten. Fast zur gleichen Zeit schlossen die Firmen
A. Levy &amp; Co. in Köln, die bei Hagen &amp; Co. in Berlin beteiligt ist, und
Sal. Oppenheim jr. &amp; Co. in Köln eine Interessengemeinschaft mit teilweiser
 Personalunion, S. Bleichröder hat sich im Juni 1922 bei S. Schönberger
 &amp; Co. in Berlin kommanditarisch beteiligt; diese Verbindung
zweier Bankfirmen am gleichen Ort ist Ergänzung der Geschäftstätigkeit
ınd gibt Komvensationsmöglichkeiten.

Im Herbst 1929 war das große Sterben der Privatbankfirmen. Innerhalb
 von wenig Wochen erfolgten in allen Teilen des Reichs Zusammenorüche
 größerer und kleinerer Bankfirmen. Ihre Zahl — etwa 50 — war,
yemessen. an den Insolvenzen von Privatbankiers im ersten Jahr der
Stabilisierung der Mark, gering. Aber damals handelte es sich *um eben
arst entstandene „Bankgeschäfte“, „die in der Sumpfluft des Währungsverfalles
 gleich Mikroben aus dem Nichts entstanden waren; jedes zweite
zon ihnen verschwand wieder“ ?), Jetzt dagegen verschwanden Bankhäuser,
 die teilweise eine lange und gute Vergangenheit hatten.
Woran sind diese Firmen zugrunde gegangen? Alle Privatbankfirmen
ieiden schwer unter der Konkurrenz der „Großen“. Bankier, sagten wir,
nennt man jemanden, der mit eigenem und mit fremdem Kapital arbeitet

1) S. AlfredLansburg h, Das große Sterben, in der „Bank“, XXI, 2, Prie,
Die Häufung der Privatbank-Insolvenzen, Berliner Tageblatt 1929 Nr. 558,

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