ßen die Firmen, die schon längst brüchig waren, in Konkurs gehen. Dies
wieder hatte zur Folge, daß viele Kunden anderer Bankfirmen bei diesen
ihre Depositen- und Spargelder abhoben.
Einige Privatbankfirmen sind auch durch andere als Börsenkredite zugrunde
 gegangen. Sie waren infolge freundschaftlicher und verwandtschaftlicher
 Beziehungen zu ihren Kunden in den Kreditgewährungen
weiter gegangen, als sie es bei den Verhältnissen ihres Kunden und auf
Grund ihrer eigenen knappen Mittel verantworten konnten. Zur Pflege
des Kontokorrentgeschäftes drängte auch das erheblich verminderte Kreditgeschäft;
 die einzige Möglichkeit, in dieses Geschäft hineinzukommen,
war eben eine großzügige Kreditgewährung.
Zum Zusammenbruch vieler Privatbankfirmen mag auch der große Privatbedarf
 mancher Bankiers beigetragen haben; sie schränkten ihre Ausgaben
 nicht entsprechend den verringerten Einnahmen ein und waren
vielfach hierzu auch gar nicht in der Lage. Die Wohnungsmiete, Beiträge
 für wohltätige und gemeinnützige Zwecke, Ausgaben für Repräsentation
 u. dgl. ließen sich nicht von heute auf morgen auf die Hälfte und
mehr zurückschrauben, und im übrigen hoffte man auf bessere Zeiten. —
So erfolgte die große Reinigungskrise. Verhütet muß werden,
daß hieraus ein allgemeines Mißtrauen gegen den Privatbankier erwächst.
Wenn unter besonders ungünstigen Verhältnissen in 4 Monaten etwa 50
von 3000 deutschen Bankfirmen genötigt sind, ihre Schalter zu schließen,
30 ist dies für. die davon Betroffenen außerordentlich bedauerlich, aber
man darf nicht zu weitgehende Folgerungen daraus ziehen.
Der Privatbankierstanddarfund wirdauch diesmal
nicht zugrunde gehen. Wie aber soll die Rettung erfolgen!
 Wird sie von außen, oder wird sie von innen
kommen?

Zur Erhaltung des Privatbankierstandes wurden schon
vor dem Kriege verschiedene Vorschläge gemacht, hauptsächlich auch in
Jer Richtung des Zusammenschlusses der deutschen Privatbankiers nach
französischem Muster.
1905 hatten französische Provinz-Bankiers, mit dem Sitz in Paris, die Societ&amp; Centrale
 du Syndicat des Banques de Province mit einem Kapital von 1 Million fr., das
später auf 1,6 Millionen fr. erhöht worden war, gegründet. Jedes Mitglied des Syndikats
 durfte nur 1 Aktie zu 5000 fr., auf die nur 25 %9 eingezahlt waren, besitzen.
Ausschließlicher Zweck der Gesellschaft war, „für eigene Rechnung oder für die der
Mitglieder des Syndikats Finanzoperationen jeder Art im In- und Auslande vorzuachmen‘,
 Die Mitglieder des Syndikats sollten auf lukrative Finanzgeschäfte hin-309

