gewiesen und deren Abwickelung ihnen auf jede Weise erleichtert werden. 1911 wurde
die Organisation in eine Bank übergeleitet, deren Kapital bereits 1912 von 50 auf
100 Millionen fr. (mit 25 %g Einzahlung) erhöht wurde. Damit hat sich die Bank,
lie später „Societ&amp; Centrale des Banques de Province‘“ hieß, von den Interessen der
Bankiers losgelöst und ist den typischen Weg der Effekten-Großbank gegangen.
Schon vor dem Kriege erwogen deutsche Privatbankiers ernsthaft den
Plan, eine „Bank der Privatbankfirmen“ zu errichten, zum Zweckder
Wahrung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen.
Nur in der Zersplitterung, wurde gesagt, sind die einzelnen Firmen
schwach. Vereinigen sie ihre Mittel, so können sie eine hervorragende
Rolle auf dem deutschen Finanz- und Kreditmarkte spielen. Langsam
nur wollte man vorgehen, damit die Beteiligten eine Beeinträchtigung
ihrer bisherigen Geschäftsverbindungen nicht zu befürchten brauchten.
Den wirtschaftlichen Zweck suchte man durch Lokal- oder Provinzorgaaisationen
 zu erreichen, Sie sollten ihren Mitgliedern die Möglichkeit geben,
yemeinsam Geschäfte zu unternehmen, für die der einzelne nicht potent genug ist:
Ybernahme von Stadt- und Industrie-Anleihen und Beteiligung bei Submissionen auf
solche Übernahmen, gemeinsamer Bezug von Hypothekenbankpfandbriefen, Übernahme
von Gründungen, Gewährung größerer Kredite usw. Bisher mußte der Bankier solche
Geschäfte, wenn sie ihm angetragen wurden, ablehnen; künftig sollte er in seiner
Lokalorganisation seine engeren Berufskollegen fragen, ob sie mit ihm gemeinsam
las Geschäft abschließen wollen, ohne daß jedoch irgendein Zwang bestehe und der
ainzelne über seine Kräfte zu gehen brauche.
Einen ähnlichen Plan hat nun (Ende 1929) Dr. Stübben, der
Präsident der Braunschweigischen Staatsbank, zur Diskussion gestellt.
Durch Gründung eines Zentralinstitutes der Privatbankiers
 soll der Privatbankierstand aus seiner gegenwärtigen wirtschaftlichen
 Notlage befreit und ihm eine Stütze gegeben werden, die ihn befähigt,
 kritische Zeiten zu überwinden. Die zu errichtende Bank soll mit
3inem Kapital von 20 Millionen RM ausgestattet werden, in der Weise,
daß jede der 2000 in Betracht kommenden Firmen sich mit je 10 000 RM
beteiligt. Die Svezialbank hätte vor allem den beteiligten Firmen als
Rückendeckung zur Verfügung zu stehen und ihnen Überbrückungskredite
zu geben,
Von seiten der Privatbankiers wird gegen diesen Plan eingewendet *),
daß bei ihnen eine Aversion gegen Kapitalfestlegung bestehe, daß daher
 die 20 Millionen Stammkapital auch nicht annähernd aufgebracht
werden würden. Niemand würde einen direkten Schaden erleiden,

l) 8, die Außerungen eines Privatbankiers im Berliner Tageblatt 1930 Nr. 8.

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