Bank ihre Machtstellung nicht nur aufrechterhalten, sondern ganz wesentlich
 erweitert.
4. Darmstädter Bank: Charakteristisch für sie war das Streben
nach Kommanditen. Getreu ihrem Programme, daß „ihre Organe
im In- und Auslande den Export und die tausend anderen Beziehungen
der deutschen Industrie zum Geldmarkte vermitteln“ sollten, beabsichtigte
sie sogar, Kommanditen in London, Petersburg, Prag, Konstantinopel und
Imyrna zu errichten, Vom System der Kommanditen ist die Bank später
zur Errichtung von Filialen und Depositenkassen, sowie zur Angliederung
von Provinzbanken übergegangen und hat sich dadurch einen großen
Konzern geschaffen, Die 1922 erfolgte Fusion mit der Nationalbank
 für Deutschland war ein Musterbeispiel gegenseitiger geschäftlicher
 Ergänzung. Die Darmstädter Bank brachte ein gut
organisiertes Filialsystem mit einer hohen Depositenziffer ein, die dann
durch die guten industriellen Konsortialverbindungen und die starken
Führerqualitäten auf seiten der Nationalbank (Jakob Goldschmidt,
Hijalmar Schacht) volle Ausnutzung fand ?).
5. Commerz-und Privatbank. Aus einer Mittelbank ist das
[nstitut zur Großbank geworden, insbesondere durch Angliederung der
zon Moritz Schultze gut, aber autokratisch geleiteten Mitteldeut-3ehen
 Privatbank, die ein sehr großes Filialnetz besaß und glänzende
 Beziehungen zur Zucker- und Kaliindustrie unterhielt. Da die
Jommerzbank ihre Konzernbanken durch Vollfusion sich angegliedert
hat, kann man von einem Konzern dieser Bank nicht mehr sprechen. Sie
esitzt aber gegen 200 Filialen.
Neben diesen Bankengruppen (Bank-Konzernen), die infolge der
Konzentrationsentwicklung ?) entstanden sind, haben sich, durch Zusammengehen
 bei Emissionen, verschiedene Bankgruppen gebildet, und zwar
wesentlich aus der Notwendigkeit heraus, die für den Staatsbedarf erfor-Zerlichen
 Summen mit vereinten Kapitalkräften aufzubringen. So. entstanden
 u. a. das Preußen-Konsortium (s. Bd. I S. 457£.), weiter die Rothschild-Gruppe,
 das Syndikat für asiatische Geschäfte. Die Banken und
Bankiers größerer Plätze haben sich vielfach zu einem Konsortium der

i) S. W. Strauß, a. a. 0. 8.92,
2) Der Wunsch, der Konzentration, „die die Interessen des Mittelstandes gefährjet“,
 entgegenzuwirken, hat zur Gründung der sog. Hansa-Ban ken geführt.
Ihr Ziel ist, „einen leistungsfähigen und tragfähigen Konzern zur wirtschaftlichen
Förderung des christlichen Mittelstandes zu bilden“,

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