Maße als bisher gewährte und infolgedessen auch wieder von der Bank
beanspruchte. So mehrten sich die Umsätze der Banken.
Ein Kampf mit bisher nicht üblichen Mitteln entstand vor allem auch,
am möglichst hohe Beträge fremder Gelder hereinzubekommen. Summen
zon 5000 M an wurden als Ultimogeld zu Ultimosätzen verzinst, und diesbezügliche
 Offerten gingen in großer Zahl an Firmen und Private heraus.
Es war dies ein Unfug, der das Ansehen der betr. Bank unbedingt schädigen
 mußte. Die Folgen blieben denn auch nicht aus: Das Publikum
achlug, selbst bei Begebung kleiner Summen, ein Submissionsverfahren
2in, und erteilte dem Meistbietenden den Zuschlag. Beamte wurden wegangagiert,
 in der Erwartung, daß sie einen Stamm Kunden mitbringen
würden. Das Gefühl, daß dieses Pürschen im fremden Revier, das Abspenstigmachen
 von Kunden, unfair sei, hatte man leider vielfach
verloren 1),
Unter dem Druck der gegenseitigen Konkurrenz wurden oft eine Menge
Arbeiten und Dienstleistungen ohne Entgelt für die Kundschaft ausgeführt,
 so z. B. die Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren,
die Besorgung neuer Kuponsbogen, die Einlösung von Domizilen usw.
Kupons wurden oft 4—6 Wochen vor Fälligkeit eingelöst. Einige Banken
stellten sogar Safes zur Aufbewahrung von Wertpapieren ko stenfrei
zur Verfügung. Depositengelder wollte man um jeden Preis haben, und
die Filialen und Depositenkassen sollten die Emissionspapiere der Bank
placieren,
Nachdem die Provisions- und Zinsgewinne, und durch das „Warenhausprinzip“
 der Großbanken auch die Effektenvermittlungsgebühren auf ein
Minimum herabgedrückt worden waren, mußten auch die Provinzbanken

!) Jaffe (a. a. O0. S. 285) schreibt, daß englische Banken früher Konten nicht
annahmen, ohne vorher Rückfrage bei der bisherigen Bank gehalten zu haben, und
wenn eine Bank in einem Ort, einer Stadtgegend oder Hauptstraße etabliert war,
zo war eine andere nicht sogleich bei der Hand, sich in deren Bereich einzunisten.
Heute hat sich dies aber auch geändert, und 1902 bereits sagte der President
of the Institute of Bankers: „Die Konkurrenz der (englischen) Banken um neue
Geschäfte zeigt kein Nachlassen, sondern wird noch immer intensiver, Wir geben
ılle zu, daß eine vernünftige Konkurrenz gesund und wünschenswert ist, aber eine
Konkurrenz, die basiert auf größeren Vergütungen, Herunterschneiden
 der Darlehnsraten und Erleichterung der sonst
feststehenden Bedingungen, ist zu verurteilen, Ich weiß aus eigener
Erfahrung, daß Banken sich um Geschäfte beworben haben zu Bedingungen, die direkt
zinen Verlust ergeben müssen.‘

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