und Provinzbankiers ihrerseits wieder bemüht sein, günstigere Konditionen
von. ihrem Berliner Bankhause zu erzielen, und bei der Jagd vieler Berliner
Banken und Bankiers nach Börsenorders gelang ihnen dies auch.
Das Publikum hatte sich inzwischen an die günstigen Konditionen und
die hohen Zinssätze gewöhnt und drohte, bei einer Abänderung zu ihren
Ungunsten, das Konto zu einer anderen Bank oder Bankfirma zu legen.
So war eine Erhöhung der Sätze nur durch ein gemeinschaftliches Vorgehen
 der Banken und Bankiers möglich, Man war sich klar, daß der
scharfe Konkurrenzkampf der Banken einer Verständigung unter den
Beteiligten Platz machen müsse, da sonst die Rentabilität und Solidität
des Bankgeschäftes zu sehr zu leiden hätte. Die Reichsbank befürwortete
eifrigst die Bestrebungen der Banken nach Herbeiführung einheitlicher
 Bedingungen für alle bankgeschäftlichen Verrichtungen, in
der Annahme, daß dann die Banken mehr bemüht sein werden, den Forderungen
 der Reichsbank, nach Haltung großer Barbestände und Barreserven
und Eindämmung der Kredite und der Spekulation, gerecht zu werden.
In den 1912/13 stattgefundenen Verhandlungen der „Vereinigung von
Berliner Banken und Bankiers“ wurde betont, daß die Mitglieder der
Berliner Stempelvereinigung seit längerer Zeit, und in Übereinstimmung
 mit dem Reichsbankpräsidenten, über Maßnahmen beraten
hätten, die zur Abstellung von Mißständen im deutschen Bankgewerbe
geeignet seien, Wenn bei diesen Reformbestrebungen zwei Punkte: die
Kreditgewährung und der bankgeschäftliche Wettbewerb, in den Vordergrund
 gestellt worden seien, so beabsichtige man nicht etwa eine Umwälzung
 des deutschen Bankkreditsystems, das die lebende Quelle des
blühenden deutschen Wirtschafts- und Erwerbslebens sei, und ebensowenig
 eine Unterdrückung jedes freien Wettbewerbs, der für ein tatkräftiges
 Vorwärtsschreiten unentbehrlich bleibe. Man wende sich nur gegen
zewisse Übertreibungen, die, wie die Bankwelt zugeben müsse, auf beiden
ebieten vorhanden sind und eine Gefahr für die Gesundheit und die
Widerstandsfähigkeit des deutschen Bankgewerbes gegenüber kritischen
Zeiten in sich schließen.
Eine Beseitigung dieser Kreditüberspannung und Konkurrenzübertreibung
 sei nur durch gemeinschaftliches Zusammenwirken
 aller deutschen Bankplätze möglich. Sie
erfordere ein gewisses Opfer der Bewegungsfreiheit, das man nicht von
einzelnen Bankplätzen oder von einzelnen Kreisen des Bankgewerbes
allein verlangen könne, sondern das ein jeder auf sich nehmen müsse. Der

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