sind die von der Deutschen Bank und von der Commerz- und Privat-Bank
in Amerika aufgenommenen Dollaranleihen zu nennen:
Die Deutsche Bank hat im September 1927 bei dem amerikanischen
Bankhaus Dillon, Read &amp; Co. ein fünfjähriges Darlehen in Höhe von
25 Millionen $ aufgenommen, wogegen in New York, London, Amsterdam
 und an sonstigen europäischen Börsenplätzen am 1. September 1932
fällige, 6 °/,ige Treuhändernoten zum Kurse von 99,50 °/, emittiert wurden.
 Als Sicherheit hinterlegte die Deutsche Bank nur einen einfachen
Schuldschein bei der Equitable Trust Company of New York; auf dieser
Grundlage wurden Treuhänderzertifikate ausgefertigt.
Die Commerz- und Privat-Bank folgte wenige Wochen später dem Beispiele
 der Deutschen Bank und nahm bei einem unter Führung der Chase
National Bank stehenden amerikanischen Bankenkonsortium ein Darlehen.
 von 20 Millionen $ für 10 Jahre auf, Gegen eine Generalschuldverschreibung
 der Commerz- und Privat-Bank wurden Treuhändernoten
beim Publikum zur Zeichnung aufgelegt. Durch diese Anleihen wollten
die beiden Banken, die als Garanten auftraten, sich die Möglichkeit
schaffen, ihren Kunden längeren Kredit zu geben, als es im Bankgeschäft
normalerweise möglich ist, und weiter: kurzfristig gegebene Kredite zu
langfristigen umzugestalten.
Über die Verwendung der Anleihe macht die Commerzbank keine
näheren Angaben, wohl aber die Deutsche Bank: Etwas mehr als
die Hälfte des Betrages diente dazu, Kredite, die kurzfristig gegeben, aber
eingefroren !) waren, in langfristige Kredite umzuwandeln. In Höhe des
Restes wurden neue Kredite bewilligt. Insgesamt wurden 36 Darlehen
bis 25 000 $, 39 über 25 000 $, 35 über 50 000 $, 28 über 100 000 $, 2 über
150 000 $, 14 über 200 000 $, 4 über 300 000 $, 8 über 400 000 $, 4 über
500 000 $ und 2 über 1 Million $ erteilt. Eine wesentliche Förderung hat
hiernach die mittlere und die kleinere Industrie durch diese Anleihe
 nicht erfahren. Die Beträge sind auf eine zu kleine Anzahl von
Kreditgesuchen verteilt worden!

1) Solche eingefroreneindustrielle Kredite gibt es auch in anderen
Ländern. W.Mautner (Wirtschaftsdienst vom 15, November 1929) berichtet hierüber
 aus Holland: „Die ‚eingefrorenen‘ Kredite wurden bei einigen Banken, und
nicht ganz unberechtigterweise, unter dem elegant klingenden Namen ‚Kapitalbeteiligungen‘
 gebucht; erst nach einer längeren Periode von Geduld und Sorge wurden sie
teilweise wieder echte Vorschüsse, teilweise in Aktien umgesetzt und teilweise als
Verlust abgebucht.“

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