preis seiner Waren auch im Auslande in Mark entgegennehmen, während
der Importeur den ausländischen Verkäufer für den Gegenwert in Mark
bei der Bank akkreditieren konnte.
Indem in Europa, wie über See, das Exportgeschäft vom Importgeschäft
sich immer mehr loslöst — d. h. der europäische Exporteur befaßt sich im
Einzelfalle nicht mit dem Warenimport, der überseeische Importeur nicht
mit dem Warenexport —, bedarf der Schuldner eines anderen Mittels als
der Ware zur Schulddeckung. An Stelle der Ware ist die Geldrimesse getreten.
 Der Schuldner kauft Wechsel, Scheck, briefliche oder telegraphische
 Auszahlung, und wer durch Verkäufe Geld im fremden Lande
einbekommen hat, verkauft es, d. h. er kauft Auszahlung Deutschland
dafür.
Die Fakturen werden im Übersee-Verkehr vorzugsweise durch Wechsel
ausgeglichen. Man unterscheidet hierbei die von den Verschiffungsdokumenten
 begleiteten „documentary bills“ und die von diesen Dokumenten
nicht begleiteten „clean bills“ oder „drafts“. Diese „clean bills“ sind entweder
 „bankbills“, d. h. von bankers auf bankers gezogene Wechsel, oder
„credits“, d. h. Wechsel, die auf Grund von Kundenkrediten gezogen sind.
An den Bezogenen sind die Dokumente, die aus dem Konnossement,
der Versicherungspolice bzw. dem Versicherungszertifikat und der Fakturenkopie
 bestehen, entweder „against payment“1) oder „against acceptance
 of this draft“ auszuliefern. Die Wechsel sind fast ausschließlich
 Nach-Sicht- oder Zeitwechsel und laufen in der Regel 60—180 Tage.
Die Haupttätigkeit der Banken im Überseeverkehr besteht in der Aufnahme
 der von den Dokumenten begleiteten Tratten, die entweder nur
zum Inkasso oder zur Kreditbeschaffung gegeben werden. An den Kassen
and in den Büchern der Überseebanken vollziehen sich die Ausgleichunyen
 fast sämtlicher überseeischer Geschäfte, Dies alles wird mit dem
überseeischen Wechsel bewerkstelligt. Seine Bevorschussung, Diskontierung,
 Akzeptierung und Einkassierung bilden denn auch die wichtigsten
Überseebankgeschäfte ?).

1) Abgekürzt d/p == documents to be surrendered on payment, die Dokumente
werden nur gegen Zahlung ausgehändigt; im Gegensatz hierzu: d/a = documents
accepted, die Dokumente werden gegen Akzept ausgeliefert.
2) S. Rosendorffa. a. 0.; Walter Brandt, Kredit- und Zahlungsvermitte-‚ung
 der Überseebanken. Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis.
VII, 3. Band I dieses Werkes, S. 406 f. Hermann Hecht, Kredite und Risiken im
Exporthandel, in „Die Kreditwirtschaft“, Leipzig 1927. H. Willink, Die Exportkreditversicherung
 mit Unterstützung des Reiches, in Bank-Archiv, XXVII, 10.

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