tionen, wie beim Export, nur in umgekehrter Richtung. Der Importeur
(Europäer) trifft die entsprechenden Abmachungen mit seiner Bank, die
den Kredit fast ausschließlich in Form ihres Akzepts bzw. des Akzeptes
ihrer befreundeten Bank gewährt. Der überseeische Verkäufer oder dessen
Bank wird ermächtigt, auf die Bank des Importeurs in Höhe des Kauf-Dreises
 zu trassieren.
Man unterscheidet Warenvorschüsse und Remboursgeschäfte. Bei Wavrenvorschüssen
 erfolgt Beleihung der Ware oder der Lagerscheine. Bei
Remboursgeschäften handelt es sich um Kreditgewährung gegen Frachtpapiere,
 d. h, um Waren, die nicht lagern, sondern „sich im Umsatz befinden“,
 Über Rembourskredit s. Bd. I 8. 393 £.
Den Waren-Export und -Import fördern die Überseebanken auch in
der Weise, daß sie durch ihre Niederlassungen bzw. Verbindungen in den
verschiedenen Ländern sich über die Kreditwürdigkeit der in Betracht
kommenden Kundschaft nähere Auskunft verschaffen, und zwar in der
Regel schneller und zuverlässiger, als der Exporteur es selbst vermag. Die
Reisenden der Exportfrmen erhalten durch die Überseebank Einführungen
an deren Kunden und geben ihnen oft wertvolle Hinweise für die Anvahnung
 neuer Geschäftsverbindungen. Gerade diese Winke und vertraulichen
 Auskünfte, die die englischen Überseebanken ihren Kunden erteilten,
 haben früher dem Engländer einen so erheblichen Vorsprung vor
seinen ausländischen Konkurrenten gegeben. Deutsche Banken waren vor
lem Weltkriege mit großem Erfolg bemüht, deutschen Kaufleuten und
der heimischen Volkswirtschaft die gleichen Vorteile zu verschaffen.

Noch 1918 mußten die deutschen Großbanken überall — ausgenommen
in Südamerika — den Aufbau ihrer Auslandsorganisationen von neuem beginnen;
 naturgemäß waren für sie die Verhältnisse jetzt weit ungünstiger
 als vor 30 und 40 Jahren. Die Möglichkeit des Kapitalexportes bestand
 für deutsche Banken nicht mehr. Die ausländischen Stützpunkte
erhalten jetzt den Charakter von Kredit vermittelnden Stellen für die
leutsche Wirtschaft !)
Bis zu Beginn des Jahres 1926 waren die deutschen Banken äußerst
zurückhaltend mit Bevorschussung der Exporte des deutschen Exporthandels.
 Die deutschen Exporteure waren daher genötigt, Exportkredite im
Auslande zu suchen. Mit dem Flüssigwerden des Geldes in Deutschland
haben auch deutsche Banken sich diesem Geschäft wieder mehr gewid:

! S. R. W, Goldschmidt, Das deutsche Großbankkapital, a. a. 0. SS. 247.

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