wieder das werden, was sie sein soll, ein Spiegelbildder tatsächlichen
 Umsätze,
„Industriepolitische Aktienkäufe“ gehen häufig nicht
über die Börse. Zu erwähnen ist hier zunächst der Handelmit Paketen
 (s. Bd. I S. 443). Spekulanten kaufen „schwimmendes Material“,
nachdem sie sich vorher über Zusammenschlußmöglichkeiten in der betreffenden
 Branche informiert haben, um dann die qualifizierte Minorität
der gar die Majorität einer in- oder ausländischen Firma anzubieten. Ein
anderer Weg, der oft beschritten wurde, ist: Erwerb von Aktien
durch eine ausländische Industriegruppe mit dem Ziel,
eine qualifizierte Minorität zu erlangen, um in den Aufsichtsrat der deutschen
 Konkurrenz zu kommen. Schließlich kann auch die deutsche Industriegruppe,
 die Kapitalbedarf hat, direkt mit der ausländischen in Verinduneg
 treten. So z. B. im Falle Onel-General Motors.

Mit der Emission ist das Interesse der Banken an den von ihnen herzusgebrachten
 Effekten keineswegs erschöpft. Ihr eigenster Vorteil, vor
allem die Rücksicht auf ihren Emissionskredit, erfordert es, daß sie den
Markt dieser Papiere noch längere Zeit überwachen und gegebenenfalls
als Käufer oder Verkäufer auftreten. Dadurch wird verhütet, daß aus
börsentechnischen Momenten, d. h. weil dem Angebot eine Nachfrage
überhaupt nicht, oder nicht zu annähernd gleichen Kursen gegenübersteht,
von einem Tag zum anderen erhebliche Kursschwankungen entstehen.
Einige wenige Stücke, die auf den Markt geworfen werden, oder einige
1000 RM „Bestenskäufe“ können erhebliche Kursrückgänge oder ein
starkes Anziehen der Kurse zur Folge haben. Politik der Banken ist es
nun, sich hier zwischen Käufer und Verkäufer, zwischen Nachfrage und
Angebot zu schieben, und durch Abgabe oder Aufnahme von Effekten eine
zleichmäßigere Preisbildung zu ermöglichen.
So haben die jungen Werte monatelang, jahrelang, ja oft dauernd einen
Patron, der ihre Entwickelung verfolgt und beeinflußt, indem er beim
Kursmachen zugegen ist, bzw. vom Makler, wenn etwas größere Schwankungen
 stattfinden, herangeholt wird, so insbesondere natürlich, wenn das
betr. Effekt an der Tafel in der Maklerschranke mit dem Vermerk +++
bzw. — — — angeschrieben ist (s. Bd. I, S. 536). Eine solche Kursregulierung
 liegt im allgemeinen im Sinne aller am Effektenhandel
Beteiligten; ein gewisses Selbstinteresse der Banken ist damit natürlich oft.
verknüpft, sei es, daß sie direkt Gewinne daraus ziehen wollen, sei es, daß

550