Verfügung zu stellen. Dieser Betrag ist größer als die Summe, die die
Bank des Käufers diesem für das spekulative Kaufgeschäft zur Verfügung
 stellt, denn der Käufer muß ja Einschuß leisten.
2. Der Verkäufer kauft mit dem Erlös ein anderes Wertpapier. Der
Verkaufserlös arbeitet dann weiter in der Wirtschaft, nur die Form ist
anders. Der Produktivwirtschaft wird dadurch kein Kapital entzogen;
der Käufer muß zwar die benötigten Mittel aus einer werbenden Anlage
herausziehen; der gleiche Betrag fließt aber der Wirtschaft als Erlös des
Verkäufers wieder zu.
8. Der Verkaufserlös wird zum Konsum verwendet. Vom Kapital zu
leben, ist mancher genötigt; ob er das Geld hierfür aus der Sparkasse
oder von seinem Depositenkonto abhebt oder ein Wertpapier verkauft,
dessen Erlös er auf seinem Konto gutschreiben läßt, um den Betrag nach
und nach abzuheben, ist in der Wirkung dasselbe. Anders, wenn es sich
um Spekulationsgewinne handelt, die öfters mit viel leichterer Hand
ausgegeben werden als sauer erarbeitete Einnahmen; in diesem, heute
wohl als Ausnahme zu betrachtenden Falle handelt es sich um einen
wirtschaftlich schädlichen Kapitalverzehr.,
4. Der Verkäufer ist ein Ausländer, Der vom inländischen Käufer
gezahlte Preis fließt also ins Ausland. Der Ausländer wird aber oft auch
den Betrag auf dem deutschen Bankkonto stehen lassen, oder er wird
andere Effekten dafür kaufen. Ebenso kann auch der Inländer sich den
Betrag verschaffen, indem er im Auslande Effekten verkauft. Der Möglichkeiten
 gibt es viele.
Im großen ganzen ist Cassel?) zuzustimmen, wenn er zu dem Schluß
kommt, daß bei der Eigentumsübertragung eines Wertpapiers an der
Börse der Käufer zwar sein Kapital der Anlage in der Produktionswirtschaft
 entzieht, der Verkäufer dagegen das seinige dafür hineinbringt und
Jaß infolgedessen hinterher alles ist, wie es vorher war.
Die Börse als solche nimmt also für sich keine Mittel in Anspruch,
lie die Kapitalversorgung der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft
 beeinträchtigen. Die dem Effektenmarkt zugeführte Kaufxraft
 wird eben an anderer Stelle wieder frei. Infolge der gut ausgestalteten
 Technik des Abrechnungsverfahrens bei Kassenvereinen und Liqui-Jationskassen
 erfolgen die Umsätze zum weitaus größten Teil durch buchmäßige
 Gutschriften und Belastungen.

!) Im Aprilheft 1929 der von der Svenska Kreditaktiebolaget in Stockholm herauszegebenen
 Vierteljahrsberichte.

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