der Weltwirtschaft verdient das Problem der Investment Trusts!)
größere Beachtung. Ihre beste und noch heute vorbildliche Entwicklung
haben die I. T. in England und in Schottland gefunden. Sie
hatten ursprünglich den Zweck, als Vermittler in der Unterbringung des
anglischen Kapitalüberschusses im Auslande zu dienen und dem Kapitalisten,
 der die Wirtschaftsverhältnisse der einzelnen Länder nicht kannte,
die Sorge hinsichtlich der Auswahl der Effekten abzunehmen.
Hauptprinzip der I. T, ist Verteilung des Risikos nach Effektenkategorien,
 nach Branchen und nach Ländern. Der I. T. — mit
Kapitalanlagegesellschaft kann man das Wort vielleicht am
besten. übersetzen — hat also in der Hauptsache die Funktionen eines
guten Vermögensverwalters auszuüben. Wer sein Kapital, statt an einer,
an 20, 30 oder mehr Stellen anlegt, verteilt sein Risiko. Diese Anlage
des Kapitals in einer größeren Zahl verschiedener Effekten setzt aber eine
gewisse Größe des anzulegenden Kapitals voraus. Ein Kleinkapitalist
kann also schon aus rein technischen Gründen eine solche Risikoverteilung
 nicht vornehmen; es fehlen ihm weiter die Kenntnisse, die für eine
richtige Auswahl der Effekten notwendig sind.
In den Vereinigten Staaten von Amerika bestehen I. T. erst seit etwa
1920. Charakteristisch für die amerikanischen I. T. ist ihre große Verschiedenheit
 hinsichtlich Finanzierung und Organisation, Zwei Hauptgruppen
 sind hier zunächst zu unterscheiden: der „management investment
 trust“ und der „fixed investment trust“.
Der „management trust“ entspricht in der Art der Betätigung
etwa dem Typ der englischen Kapitalanlagegesellschaften („British type“).
Die Satzungen schließen in der Regel jede Finanzierungstätigkeit aus.
Zweck ist das reine Anlagegeschäft; weitgehende Verteilung der Anlagen
auf die verschiedensten Effektenkategorien wird vorgeschrieben;
aber nichts wird im Statut über Art und Umfang der Anlage gesagt.
Beim „fixed trust“, dessen Typus in England unbekannt ist, wird
eine bestimmte Anzahl von Shares — meist in Einheiten von 132 Stück —
bei einem Treuhänder hinterlegt, und gegen dieses Depot werden Teilzertifikate
 ausgegeben. Gegen jede Einheit von 132 Shares, die sich aus
Anteilen an 30 meist führenden Gesellschaften zusammensetzt, zuzüglich
eines gewissen Barbetrages, gelangen 1000 Teilzertifikate zur Ausgabe,

» S. E. "Xi Igus, Kapitalanlage-Gesellschaften. Berlin 1929. F, Zutrauen,
Englische und amerikanische Investment Trust-Gesellschaften, in der „Bank“ 1929,
Heft 10, Plutus-Briefe. Januarhaft 1980.