national und fließt den Geldmärkten zu, an denen es, unter gleicher Sicherheit,
 die rentabelste Anlage findet. Der Kapitalabwanderung kann ein
Land in der Regel nur begegnen, indem es den Zinsfuß für Leihkapitalien
heraufsetzt.
Die Bankinstitute, die vorwiegend öffentliche Funktionen zu erfüllen
haben, und für die nicht das Erwerbsinteresse, sondern das allgemeine
wirtschaftliche Wohl maßgebend ist, die Zentralnotenbanken,
müssen, wie wir gesehen haben, dementsprechende Diskontpolitik treiben,
die aber oft von den Großbanken, die sich während des größten Teils des
Jahres vom Kredit der Zentralbank unabhängig machen, durchkreuzt
wird. Die Aufgaben der Zentralbanken sind in der Hauptsache folgender
Art: Sie sollen der Volkswirtschaft die nötigen Zahlungs- und Zahlungsersatzmittel
 zur Verfügung stellen, für Aufrechterhaltung der Währung
Sorge tragen, den Zahlungsausgleich erleichtern, verfügbares Kapital
nutzbar machen, und für Erhaltung einer soliden Grundlage des Kreditwesens
 des Landes Sorge tragen.
Von den drei Aufgaben, die das deutsche Bankgesetz der Deutschen
Reichsbank zugewiesen hat: 1. Regelung des Geldumlaufs im Reichsgebiete,
 2. Erleichterung des Zahlungsausgleichs und 3. Nutzbarmachung
des verfügbaren Kapitals, hat Schwierigkeit nur die zuletzt genannte Aufzabe
 bereitet.
Koch’s Verdienste um die Verbesserung der Elastizität der deutschen
Geld- und Kreditorganisation sind unbestritten. Die der Erleichterung
les Zahlungsverkehrs und der Ersparung von Bargeld dienenden Einrichtungen
 haben ihn sein ganzes Leben beschäftigt, und der von ihm geschaffene
 Giroverkehr auf Grundlage der unentgeltlichen Übertragung
zwischen den verschiedenen Bankplätzen ist für andere Länder vorbildlich
geworden 1). Die naturgemäße Ergänzung des Giroverkehrs bildet der
Scheckverkehr, für den Reichsbankpräsident Koch in Wort und
Schrift lebhaft eingetreten ist; durch Schaffung der Abrechnungsstellen
 wurde dieser Verkehr in neue Bahnen gelenkt.
Braucht der Kaufmann oder der Industrielle Geld, so wendet er sich an
seine Bankverbindung, die sich die Mittel meist wieder von ihrer Zentrale
 oder von der mit ihr in Verbindung stehenden Großbank beschafft.
Diese nimmt zeitweise, insbesondere vor den großen Zahlungsterminen

!) S. a. meinen Aufsatz, Richard Koch +, in der Zeitschrift für Handelswissenschaft
und Handelspraxis III, 8.

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