Vermeidung einer übermäßigen Ausdehnung der Kreditgewährung bei
allen denjenigen Unternehmungen, die disponible Kapitalien bei sich konzentrieren
 und nutzbar machen.“ Weiter wurde dann gesagt: „Insbesondere
 hält der Bankiertag zum Zwecke der Verbesserung der Kassenliquidität
 und damit der Liquidität der gesamten deutschen Volkswirtschaft
 eine Erhöhung der durchschnittlichen Giroguthaben bei der
Reichsbank für erwünscht.“

Der gesamte Geld- und Kreditverkehr eines Landes ruht schließlich auf
dem Golde. Mit dem Wachsen des Kreditgebäudes wird die metallene
Basis schmäler. Adolph Wagner vergleicht (Bankenquete von 1908)
diesen Vorgang mit einer abgestumpften Pyramide, die auf ihrer kleineren
Seite steht, und wo die Entwicklung so vorgeht: die kleine Seite wird
immer schmäler und der Umfang der Pyramide immer größer. Die Folge
ist, „daß dieses riesige Ding ins Schwanken gerät. Das sind die wirtschaftlichen
 Schwankungen, die wir erlebt haben, riesige Geldknappheiten,
die eintreten.“ Hierzu bemerkt von Lumm!): „Die Aufrichtung dieses
Kreditgebäudes erfordere einen gewissenhaften Baumeister. Für die Volkswirtschaft
 müsse dies die Zentralnotenbank sein, die über allen
wirtschaftlichen Unternehmungen stehe und das Gesamtinteresse
 des Landes zu vertreten habe.“
Bereits im Januar 1914 hatte Havenstein im Reichstage erklärt,
daß die Reichsbank nicht dazu da wäre, ihre letzten Mittel auszuschütten,
 weil unsere Gesamtwirtschaft sich im Übermaß auf Kredit aufbaut,
oder weil unsere Bankwelt, statt selbst in ausreichendem Maße für ihre
Liquidität durch angemessene Barreserven zu sorgen, sich blindlings auf
lie Hilfe der Reichsbank verläßt, bei der sie jederzeit Ersatz für ihre ausgegebenen
 Mittel sucht und findet. Wir brauchen eine größere Liquidität
unserer Volkswirtschaft und unserer Kreditorganisation, eine konsequente
Zurückdrängung ungesunder Kredite.
Wenige Wochen vor Ausbruch des Weltkrieges sagte Reichsbankpräsijent
 Havenstein den Vertretern der großen Banken, die er zu einer
Besprechung eingeladen hatte, daß die von den Banken mehrfach versprochene
 Erhöhung der Barreserven nun endlich erfolgen
müsse. Er regte an, die Banken, deren Liquidität damals durchschnittlich
7,2 %/, betragen hatte, sollten 10°, ihrer fremden Gelder (Depositen-
 und Kontokorrent-Guthaben) bei der Reichsbank in Re-1)

 Diskontpolitik. Bank-Arehiv XT, 12.

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