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        <title>Lage und Entwicklung der landwirtschaftlichen Grossbetriebe in den östlichen Landesteilen</title>
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            <idno>1837944032</idno>
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        <pb n="1" />
        LAGE UND ENTWICKLUNG DER
LANDWIRTSCHAFTLICHEN GROSS-BETRIEBE
 IN DEN ÖSTLICHEN
LANDESTEILEN

PREUSSISCHE]E ZENTRALGENOSSENSCHAFTSKASSE
LANDWIRTSCHAFTLICH-BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ABTEILUNG
        <pb n="2" />
        DRUCKSACHE Nr.3

VERLAG PAUL PAREY / BERLIN
        <pb n="3" />
        LAGE UND ENTWICKLUNG DER
LANDWIRTSCHAFTLICHEN GROSS-BETRIEBE
 IN DEN ÖSTLICHEN
LANDESTEILEN

PREUSSISCHE ZENTRALGENOSSENSCHAFTSKASSE
LANDWIRTSCHAFTLICH-BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ABTEILUNG
10920
        <pb n="4" />
        INHALT

A. Ziel und Methodik der vorliegenden Arbeit .
B. Die Ergebnisse der 2. Verschuldungserhebung zum 30. 6. 1928
I. Für das Gesamtgebiet . , .
U. In den Landesteilen

C. Die Ergebnisse der 3. Verschuldungserhebung zum 30. 6. 1929
I. Für das Gesamtgebiet
U. In den Landesteilen

D. Die Entwicklungstendenz der“ landwirtschaftlichen Großbetriebe
I. Das Ergebnis des Vergleichs zwischen: den Erhebungen zum
30. 6. 1928 und 30. 6. 1929
1. Aufgabe und Umfang des Vergleichs . .
2. Für das Gesamtgebiet , . .
3. In den Landesteilen . . .
IL Die Ergebnisse des Ortstaxwesens
1. Allgemeines . 0.0.0.0...
2. Vergleich der Erhebungs- und Ortstaxwerte . . . ..
3. Entwicklungstendenz der ortsbesichtigten Betriebe. . . .

E. Zur Agrarlage in den östlichen Landesteilen
I. Die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse
1. Nach den Ortstaxen. . .
2. Nach anderen Quellen .
II. Die Lage des Gütermarktes
IHN. Die Produktionsrichtung der
IV. Die agrarpolitische Lage
F. Schlußfolgerungen und Ausblick .

ostdeutschen Großbetriebe

Erläuterungen

Seite
7

10
12

24
31

47
48
52

107
108
il

120
122
125
133
137
[41

145
        <pb n="5" />
        A. Ziel und Methodik der vorliegenden Arbeit.

Im Dezember 1928 wurden als Drucksache Nr. 2 *) der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen
 Abteilung die Ergebnisse der
ersten Verschuldungserhebung der Preußenkasse veröffentlicht. Mit
dieser wurde der Versuch gemacht, Klarheit über die Lage
genossenschaftlich organisierter landwirtschaftlicher Großbetriebe **)
ım deutschen Osten zu schaffen. Die Erhebung zeigte durch Untersuchungen
 an 5130 Großbetrieben die Gefahr, die der gesamten
Wirtschaft des agrarisch orientierten Ostens aus der hohen Verschuldung
 eines Teiles dieser Betriebe droht.
Eine umfassende Vertiefung dieser Erkenntnisgrundlagen ist
seitdem von anderer Seite nicht erfolgt. Soweit dahingehende Versuche
 vorliegen, behandeln sie bei kleinem Ausschnitt und Einbeziehung
 sämtlicher Betriebsgrößenklassen ein so weites Gebiet, daß
sie in diesem Zusammenhange außer Betracht bleiben können.
Das in Drucksache Nr. 2 wiedergegebene Verschuldungsbild
besaß infolge der Wahl des zugrunde gelegten Stichtages
(31. Dezember 1927) nur den Charakter einer — allerdings wertvollen
 — Zwischenbilanz. Die späteren Verschuldungserhebungen
der Preußenkasse wurden jeweils auf das Ende der Wirtschaftsjahre,
 also die landwirtschaftlich üblichen Bilanzdaten, den
30. Juni 1928 und den 30. Juni 1929, abgestellt.
Die bei der ersten Erhebung bewährte Methode hat auch bei
den neueren Verschuldungserhebungen Anwendung gefunden. In
den Details sind weitgehende Verfeinerungen zur Durchführung
gelangt.
Da nunmehr zwei derartige, in sich gleichwertige Verschuldungserhebungen
 vorliegen, bietet sich erstmalig die Möglichkeit,
neben der statischen Feststellung des Verschuldungsstandes die
Dynamik des Verhältnisses zwischen Eigen- und Fremdkapital zu
beleuchten.

*) Verlag Paul Parey-Berlin. 1928.
**) S. Erläuterungen Seite 145.
        <pb n="6" />
        Der kaufmännische Charakter der Träger der Erhebung macht
es erklärlich, daß bei den Erhebungen nicht die Gesamtheit der
jeweils erfaßten Betriebe kongruent ist; die in der freien Wirtschaft
häufig vorkommende Lösung und Anbahnung von KGeschäftsbeziehungen
 bedingen bei der zwischen den Stichtagen liegenden
Zeitspanne von einem Jahr eine Veränderung des erfaßten Ausschnittes,
 die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch das Ausscheiden
 lebensunfähiger Betriebe vergrößert wird. Die Untersuchung
der Entwicklungstendenz muß sich bei dem durch die Verschuldungserhebungen
 geförderten Material auf die identischen Betriebe
beschränken. Seit der Inangriffnahme der ersten Erhebung (Februar
1928) hat aber die individuelle Betriebskontrolle durch landwirtschaftliche
 Sachverständige in dem sogenannten Örtstaxwesen die
Erkenntnismöglichkeiten derart erweitert, daß für die identischen
Betriebe eine sichere Diagnose gegeben werden kann.
In Drucksache Nr. 2 waren sämtliche Provinzen und Landesteile
östlich der Elbe behandelt. Die aus dem Rahmen der übrigen Bezirke
herausfallenden Verhältnisse der nach Absatzlage und Agrarstruktur
zum Westen zu zählenden Provinz Schleswig-Holstein ließen dort die
Wiederholung der Verschuldungserhebung unnötig erscheinen. Darüber
 hinaus wird von einer Veröffentlichung der Zahlen aus der
Provinz Oberschlesien abgesehen, da die geringe Anzahl der hier
vorhandenen Großbetriebe und deren geringe Verbundenheit mit den
genossenschaftlichen Organisationen nicht die Möglichkeit geben, ein
vergleichbares und typisches Bild herzustellen. Die vorliegenden
Zahlen beziehen sich also auf die Provinzen Ostpreußen, Pommern,
Grenzmark, Brandenburg, Niederschlesien und die beiden Freistaaten
 Mecklenburg.

Bei der zweiten und dritten Erhebung sind je etwa 7500 Einzelmeldungen
 eingegangen, von denen bei der zweiten Erhebung 5083*),
bei der dritten Erhebung 4923*) Betriebe ausgewertet wurden**),
Zur Prüfung der Entwicklungstendenz konnten 3428 identische Betriebe
 (Vergleichsbetriebe) herangezogen werden.

*) Die Differenz zwischen Meldungen und ausgewertetem Material erklärt
sich im wesentlichem durch Doppelangaben, die durch die genossenschaftlichen
Verflechtungen bedingt sind, im übrigen durch unvollständige oder zu spät eingegangene
 Meldungen.

**) Auf das gleiche Erhebungsgebiet bezogen, wurden bei der ersten Erhebung
 zum 31. 12. 1927 insgesamt 4924 Betriebe ausgewertet,

in 4
        <pb n="7" />
        Der erfaßte Ausschnitt spiegelt sich in folgender Aufstellung:

z

Gebiete

Ostpreußen ...
Grenzmark ...
Pommern .....
Mecklenburg ..
Brandenburg ..
Niederschlesien

Betriebe
über
100 ha
überhaupt
 *)

3 440
480
2644
1 495
2.025
2 208

ı

Erfaßte Betriebe

30. 6. 28 | 30. 6. 29
"Anzahl | v.H. | Anzahl | v. H.

1779
242
1516 |
480
599
467

52
50
57
32
30
21

1651 48
219 48
| 500 57 ,
575 38
586 29
392 18

Zum Vergleich
herangezogene
Betriebe

Anzahl | v.H.

1.195
131
1087
329
447
239

| 35
27
43
22
22

zusammen: | 12292 | 5083 | 41 | 4923 | 40 | 3428 | 28

*) Nach der Betriebszählung von 1925; in der Zwischenzeit haben diese Zahlen mit dem
Fortschreiten der Siedlung eine Verminderung erfahren.

a
        <pb n="8" />
        B. Die Ergebnisse der zweiten Verschuldungserhebung
zum 30. Juni 1928.

l.

Für das Gesamtgebiet.

Die Gesamtverschuldung aller erfaßten Betriebe gliedert sich
wie folgt:

Eigenbetriebe

Bon.-Gr.


Hypoth.-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtıchulden


V.
1000 |

1000 |

1000 |

1000 | ner
RM EB.

131 05176
158 385/75
63 218%

23 70114117 661110°
30 052114 3 50711 1212 034/100
14 953lı7 11 189112]
42 352ho b1 753/15 19 797l100

172 413100

I

u

IVY

145 60266.

1-1V
ZUS.

498 341 | hu o58lıe Isa znolız 693 aa] 100

Gesamtvermögen: 1) 1467 746 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 47%
Verschuldung je ha” ..... 477 RM
Zinsendienst je ha” ..... 47 RM
Zahl der Betriebe .. 4 041

Pachtbetriebe

’ächterxapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 E
RM HJ

YV.
1000 |

V.
1000 |;

l
1000 |
RM | H.

2 242
5 98185)

2 wm
380425} 6 1170

3 634146

7 932100
15 202/100
19 841 ”
42 158/100
85 vi

a 00635} 4 93325

8 002140

11 2347 112 26320 118 661144

25 6630 b3056kr be ade

Gesamtvermögen:

152 156 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 56% |
Verschuldung je ha” .... 211 RM
Zinsendienst je ha*) ..... 24 RM
Zahl der Betriebe .. 1 042

*) Auf Gesamtfläche bezogen. .
+) Das Gesamtvermögen der Eigenbetriebe erscheint in dieser und den folgenden Übersichten
insofern zu hoch, als bei der Bewertung des landwirtschaftlichen Vermögens der berichtigte Wehrbeitragswert
 als Maßstab zugrunde gelegt ist, der den bei der gegenwärtigen Lage des Gütermarktes vertretbaren
 Wert erheblich übersteigt. — Vgl. Erläuterungen Seite 145 u. D II z. Seite 108.

in
        <pb n="9" />
        Von den 5083 erfaßten Betrieben sind 4041 Eigenbetriebe
und 1042 Pachtbetriebe.

Die Eigenbetriebe weisen im Durchschnitt eine Verschuldung
 von 47 % des Gesamtvermögens bzw. 49 % des
berichtigten Wehrbeitragswerte auf; das entspricht einer Belastung von
477 RM und einem durchschnittlichen Zinsendienst von 47 RM/ha
Gesamtfläche.

Die Pachtbetriebe sind zu 56 % des Gesamtvermögens
oder mit 211 RM/ha Gesamtpachtfläche verschuldet. Der durchschnittliche
 Zinsendienst der Pachtbetriebe je Hektar Gesamtfläche
beläuft sich auf 24 RM.

Bei einem Vergleich der Verschuldungslage der Eigen- und
Pachtbetriebe ist zu berücksichtigen, daß die Ertragsfähigkeit
 der Pachtbetriebe durch den höheren Verschuldungsgrad
nicht in gleicher Progression gelitten hat. Abgesehen von den
nicht gleichwertigen Maßstäben *) für die Errechnung des Vermögens
 der Eigen- und Pachtbetriebe, wird die an sich sehr viel
kürzere Eigenkapitaldecke der Pachtbetriebe durch das in dem
gepachteten Landgut investierte Vermögen des Verpächters bis zu
gewissem Grade verlängert.

Nach Bonitätsgruppen *) gliedern sich die Betriebe wie folgt:

Bonitätsgruppe


II

III

IV

4

Insgesamt

Betriebe insgesamt
Anzahl ! v.H.

1 839

36

1351
625

7

12

1 268

DE

5 083

1 100

Eigenbetriebe  } _Pachtbetriebe
Anzahl !v.H.‘' Anzahl | v.H.

1 613

40

2926

22

1 113

98

238
917

23

408 |

10

2]

907

O0

361

Df

„47

100

1 042

100

*) S. Erläuterungen Seite 145.

ar
        <pb n="10" />
        Diese Zahlen sind ungünstiger als die über die erste Verschuldungserhebung
 veröffentlichten. Die in Drucksache Nr. 2 an
den Ergebnissen der ersten Erhebung selbst geübte Kritik, die eine
Korrektur nach unten als notwendig bezeichnete, hat sich als zutreffend
 erwiesen.

Von 5083 Betrieben waren 1613 Eigen- und 226 Pachtbetriebe,
 zusammen 1839 Betriebe mit weniger als 40 bzw. 30 %
des Gesamtvermögens verschuldet. Ihre finanzielle Lage gab zur
Zeit der Erhebung zu Besorgnissen keinen Anlaß.
{113 Eigen- und 238 Pachtbetriebe, zusammen 1351 Betriebe,
 waren über 40 bzw. 30 %, aber unter 60 bzw. 50 % des
Gesamtvermögens verschuldet. Ihre finanzielle Lage war naturgemäß
 ungünstiger als diejenige der Gruppe I, aber noch derart, daß
das Vorhandensein einer ausreichenden Kreditbasis in der Regel
angenommen werden konnte,
408 Eigen- und 217 Pachtbetriebe, zusammen 625 Betriebe,
waren mit mehr als 60 bzw. 50 %, aber weniger als 70 % des
Gesamtvermögens verschuldet. Ein erheblicher Teil derselben war
schon im Jahre 1928 als stark absinkend anzusehen. Von dieser
Gruppe aus wurde ein Zustrom zur Bonitätsgruppe IV erwartet, der
auch eingetreten ist.

Die in der Gruppe IV eingegliederten, über 70 % des Gesamtvermögens
 verschuldeten 907 Eigen- und 361 Pachtbetriebe,
zusammen 1268 Betriebe, waren so hoch belastet, daß Zusammenhrüche
 in absehbarer Zeit unvermeidlich erschienen.

Il. In den Landesteilen.
Gliederung nach Bonitätsgruppen.
Nachstehend wird eine Übersicht über die Verteilung der
erfaßten Betriebe auf die Bonitätsgruppen in den Landesteilen
gegeben, getrennt nach Eigen- und Pachtbetrieben. Besondere
Massierungen gefährdeter Betriebe (Bonitätsgruppe IV) sind im
Druck hervorgehoben.

19
        <pb n="11" />
        Gebiet

Ostpreußen...

Grenzmark ...
Pommern. ....
Mecklenburg .
Brandenburg .
Niederschles. .
; Insgesamt. . |

Zigenbetriebe

Pachtbetriebe

IN
Zahl | X: zahl |: [zum |
510|321 524 fs wı rpm 44122] ö7l28] 49/251 51251
105/47| 52123] 20! of 46 21 a) olar| alzı] 2lı1] dl2ı)
433/86‘ 285 2a]. 15l10[862l so 1095/1008 a aslıs) A
130[sol 64'251} 16| ol aslıo) 258200 4022) 59l20l 30l2e] 753!
252{661 114 |2e] 27| e] a 4a8lı00 4ol2e] a8|2s] A 48] 22]
183/64] 74 [22] 20! sl 53l1el 40laı) 32[2s| 28|221 28/22)
1613/00 [L113 2s]e08| 10/007 zeh4041]200 ja26|22 [236 o [217/21 |362/ah1042]200

201/100,

191100}

3211100|
g22l200)
151/100|
128) 200

Die nachstehende graphische Darstellung zeigt den erfaßten
Ausschnitt der Betriebe im Rahmen der überhaupt vorhandenen
Betriebe über 100 ha mit einer Unterteilung nach Bonitätsgruppen.

Ostpreußen
Grenzmark
Pommern
MECHIENDUFG

7

Brandenburg es
Mieder-Schles 223 2

Zeichenen Mürum.
zw“

Zn

; EC
..r A Br You

nn BER AT
PAD
A ae, NY tat
RN NT

AZ

u ] 2025
az DO

gt

en BO DEP
"efrebe &amp;gt; 100
UBENaUDE

ZEIGE

Vermögen und Schulden in den Bonitätsgruppen.
Bei der Gegenüberstellung des Gesamtvermögens mit den
Schulden, werden diese in MHypothekarkredite einerseits und
Genossenschafts- und sonstige Personalkredite andererseits gegliedert.

18
        <pb n="12" />
        Das Verhältnis aller Personalschulden zu den Realkrediten bestimmt
nicht nur den Grad der Krisenfestigkeit der Betriebe, sondern auch
in hohem Maße den Rhythmus ihres Warenumschlages.
Die Ergebnisse in Zahlen zeigen beachtliche Unterschiede der
Verschuldungsstruktur bei den Eigen- und Pachtbetrieben in den
Gebieten und Bonitätsgruppen.

1
        <pb n="13" />
        Ergebnisse in Zahlen:

Die Verschuldung am 30. 6. 1928
in den Landesteilen

a) Ostpreußen
b) Grenzmark
c) Pommern
d) Mecklenburg
e) Brandenburg
A Niederschlesien

|;
        <pb n="14" />
        a) Ostpreußen
30. 6. 1928

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Bon.-Gr.


Hypoth.-Schulden


Genoss,-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 IE
RM [IH

1000 |v.
RM IE

1000 Is
RM |H

1000 IX
RM IH.

L000 | V.
RM IH

1000 | Y.
RM IH

1000 |v.
RM |H.

1000 | Yo
RM |H.

2822581] 3 97311
HN 52 a 8 Sl
ıı) 2420572) 4991115
4103060) 950816

2 590| 8'
7 244 11)
4 441113’
8 78415

34 7881100
68 5081100
33 637/100
59 322/100

58543, 299221 47285
Haar 746l20[ 750[e7
1 595|42 fl 192/82)
1 731/05" 1 072l21'2 22444

1 3561100
2 8181100
3 784/100
5027 100)
12 980 1001

3-IV
Zus.

146 3304 126 857h4 123 05012

196 255 100

5 23314013 11424 [4 63836

Gesamtvermögen:

392 121 000 RM

Gesamtvermögen:

26 377 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 50%
Verschuldung jeha®” ..... 540 RM
Zinsendienst jeha®” ...... 53 RM
Zahl der Betriebe.. 1 578

Prozentsatz der Verschuldung 49%
Verschuldung je ha® ..... 169 RM
Zinsendienst je ha* ...... 19 RM
Zahl der Betriebe ... 201

Bon.- |
Gruppe

Zahl der
Betriebe
abs, | X

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe
1
abs, A

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

510 | 32
II) 524 las
LI | 201 Ce
IVY 343

[

283 ‚ 1109
565 } 1112
890 | 1.063

I

22
28

72 393
140 353
198 | 325
260 277

IT
111

7
49 2
51 | 5

831

972

IV

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

16
        <pb n="15" />
        b) Grenzmark
30. 6. 1998

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Son,
Dr

Hypoth.-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Oersonalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personal
schulden

Gesamtschulden


1000 MM
RM 4.

1000 [=]
RM IH:

1000 | v.
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1000 |
RM HE.

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1000 | V.
RM IH.

1

2979 h )
4630 72
1493 ls
5821

764 © |
1230 ho)
448 hol
1372 7)

463 11

4 206 | 100

163 152 87i28 6220
272! 95 la) 106 l46
75 261 99 (5) 110 [so
231 66! 117 le! 64 16

312 1100

IT

605

9

6465 00:

298 |100

oT

426 las
973 2

2 367 1100

284 I100

IV

8 166 !100

412 lyo6

tv} 14 923 ko!

2814 la)

2467 I2

91204 | 406

496 lol 398 Is! 342 les

19236 |100

Gesamtvermögen:

41 057 000 RM

Gesamtvermögen:

3 298 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 52%
Verschuldung je ha” ..... 423 RM
Zinsendienst je ha” ...... 41 RM
Zahl der Betriebe... .2923

Prozentsatz der Verschuldung 37%
Verschuldung je ha” ..... 124 RM
Zinsendienst je ha*%” ...... 14 RM
Zahl der Betriebe .....19

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betrieb-Ver-



je ha*)
Dar

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

ıbs.

'y.
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Aha

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47

215
458
BEA

805
903
843

7

65
146
193
189

388
411
292

32

m.

ı
IL
IV

723

734

”

929)

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

17
        <pb n="16" />
        c) Pommern
30. 6. 1928

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Bon-Gr...


Hypoth.-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 | Y.
RM !H.

1000 Mn
RM }H.

1000 |v.
RM IH.

1000 [x
RM |u.

1000 | v.
RM IH

1000 |v.
RM IH.

1000 [x
RM IH

1000 [x
RM IH

46 23374" 10 a
59 2783 13 69017!
25 496 ı6 95220} 3319 | 9
63:804kı 2408625 18.020 ka

62 929} 100

22822]
1 31305)

sa3he] s67h5 1 038) 100

11 |

81 033/100
35 767/100
108 360{100

847l5* 1 36340N 3423100
1758|201 1 8686112 4000 6 035/100
6 80918 17 854/100
7 75öleho027ks 1 0askoH28 - 100

u}
ad

I-IV!
Zus.

200 a05k0 | 56 Pan | 30 aa |

9288 089 100

Gesamtvermögen:

571131 000 RMV

Gesamtvermögen:

4.1 539 000 RV

Prozentsatz der Verschuldung 50%
Verschuldung jeha”..... 443 RM
Zinsendienst je ha*) ..... 44 RM

Prozentsatz der Verschuldung 68 %
Verschuldung je ha” ..... 262 RM
Zinsendienst je ha” ..... 80 RM

Zahl der Betriebe. ..1195

Zahl der Betriebe ....321

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe

Ver
schuldung
je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM.

abe.

x

abs.

v
HT

I

433
285
115

36

247
441
536
"43

946

893

I
II
III
IVY

44

14
| ıs

93

457
419

HI
III

48
74 | 28
155

174
228 |
g5m

£}

820
773

382

IVY

262

30

84R

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

1
        <pb n="17" />
        d) Freistaaten Mecklenburg
Eigenbetriebe 30. 6. 1928

Pachtbetriebe

Bon.-Gr.


Hypoth.-Schulden


Genoss,-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 Im
RM IE.

1000 |v.
RM Z

1000 ‘ {v,
RM I

1000 I
RM |HE.

L000 | v.
RM |H.

1000 |v.
RM IE

1000 | v.
RM IH.

1000 | vw.
RM !H.

18661 |z81 2732 " | 2651 {1
IL} 12824 7 1901 11} 2726 N
ME 3121601 592 herı 137 22!
IV 11109 les 2851 he’

24.044 |100|
17451 | 1001

239116} 545136| 7131481 1497 |100
10046] S41l22|ı 972162! 3817 |100
3.470 [100
8 292 [200
17.076 ac

4 850 |100

17 202 |100

2 4452012 0652513 78246
4 846l28 14 3732617 8576

1-IV
zus, '

45715 [2] 8 076 hs | 9 756 15

63.547 | 100

Gesamtvermögen: 156 461 000 RM

Gesamtvermögen:

30 546 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 41%
Verschuldung je ha”) .... 500 RM
Zinsendienst je ha* ..... 48 RM
Zahl der Betriebe ...258

Prozentsatz der Verschuldung 56%
Verschuldung je ha” ... 194 RM
Zinsendienst je-ha* ..... 22 RM
Zahl der Betriebe. ... 222

Bon.-Stunpe


Zahl der
Betriebe
abs. ! x

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe
abs. | en

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

130
Be

50}

II
Un
IV

323 | 1249
625 1248
704

IT
Il

22
26
18
34

714

EB

162
2122 I
283

362
385
349

CH

we

35
5 |

9233

1055

292

‘) Auf Gesamtfläche bezogen.

19
        <pb n="18" />
        e) Brandenburg
30. 6. 1928

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Bon.-Gr.
 ;

Hypoth,-Schulden


Genoss,-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


L000 Je)
RM IE:

1000 (z)
RM IH.

1000 | Y.
RM IH.

1000 |
RM IE.

1000 {v.
RM IH.

1000 | ve
RM IH.

1000 ii
RM IH.

1000 | v.
RM |E.

4339 |14' 3.934 12
17663 [3 } 3 633 15} 2 933 12
4128 ! 150623} 853 [13
9.282 es! 2326 7 2595 18

31 524 1100

5742} 456261 74542!
922/s2] 8382011 152120!
1 a a“ 929[46
2 379281 602|10*4 506|ss

1775 100

In
8
LY

24.229 jr
6 487 100|

2912 |100
4 187 |100
8 487 1100

14 203 100

I-IV
zus.

54 324 Ir 11804 ls 10315 le

76 443 100

540313 62621 18 a32lıs|

17 361 |100;

Gesamtvermögen:

[198 583 000 RM

Gesamtvermögen:

33 058 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 38 %
Verschuldung je ha” ..... 410 RM
Zinsendienst je ha* ...... 40 RM
Zahl der Betriebe ...-448

Prozentsatz der Verschuldung 53%
Verschuldung je ha®”® ..... 231 RM
Zinsendienst je ha*) ...... 26 RM
Zahl der Betriebe .... 151

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe

Verschuldung

ie ha *)
RM

Gesamtvermögen

ie ha *)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe
abs, '

Verschuldung

je ha *)
RM

Gesamtvermögen

je ha *)
RM

'
Y,
abs. zr

V,
u

I
u
un
My

252 ‘66!
114 26
27
55

279
532
633

1 103
1 084
969

x
u
UI

40

26|
' 25|
| 17!

87
157
213

526

38
25
48 1382

396

504

318

0928

TV

9245

4a

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

0
        <pb n="19" />
        f) Niederschlesien
30. 6. 1928

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Bon.-Gr.


Hypoth,-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss,-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 [E
RM |H.

1000 MM
RM IH.

1000 1.
RM !H.

1000 [x
RM HB.

1000 | v.
RM | H.

1000 |v.
RM |H.

1000 | v.
RM |H.

1000 | Y.
RM |H.

[

11702 78}
11.117 l8]
4770 | 464 | 8
8 646 lo 1359 fa

2.195 115
2 018 114

14 922 | 100

453 [28

326 |ır | 1 175]00
437 (22 774189
317 ; m.
438 [21/1 276/61

1 954 |100

II
HI

14 348 100

793 |s9
792 |ss
372 [18

2.004 [100

1013 he

6247 |100

2081 j
2 086 [100

IY

9 539 |20

12544 I09

L-IV
Zus.

36235 v5] 4061| 017 765 het 48061 hen

2410 kolı 518 hol 4 197162

8125 Ivo

Gesamtvermögen;

108 393 000 RM

Gesamtvermögen:

17 338 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 44 %
Verschuldung je ha” ..... 641 RM
Zinsendienst je ha”) ...... 64 RM
Zahl der Betriebe... .339

Prozentsatz der Verschuldung 47%
Verschuldung je ha” ..... 204 RM
Zinsendienst je ha” ...... 19 RM
Zahl der Betriebe... .128

Bon.-Sruppe


Zahl der
Betriebe

Verschuldung

ie ha *)
RM

Gesamtvermögen

je ha *)
RM

Bon.-SIuDDE


Zahl der
Betriebe

Verschuldung

je ha *)
RM

Gesamtvermögen

je ha *)
Ra

abs.

V.
N

abs.

v
_r

LI;
II 74
HI 29
IV 53

183 54
22

412
749
958

1528 |
1 490
1501
1 308

I 40 81
II 32 25
UT | 28 | 22
LV 28 22

91 607
155 373
184 | 305

9

| 151

407

435

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

21
        <pb n="20" />
        Durchschmifliiche_Hektarverschuldung und Heklarwerte
der_erfäßien Betriebe in den Landestellen
am ZOXT. 7928.

AM jene
7500
wol
1300
1200
7100
1000
900
800 f
700\-500

500
WO
300 |
200 |
700.
PE

&amp;amp;

AAjeha ;
300 L
200 '
ar |L

Eigen „Betriebe

a SS &amp;amp;

AM jeha
7500
Jr
47300
17200
A7700
1000”
+900
A800
700
600
A500 Durchschniff d.
2400 * Verschuldung
300
200
700
0

Durchschnitt d.
ber Wehrb-Werte

je fin Durchschnitt d
_ SIINVENTÄKTISEHW.
2m Meirnschl Paldinvent)
Durchschnitt d.
Verschuldung
DO
0

Pacht-Beftriebe

ErWlärung:

ber Wehrbeitragswert ber Eigenbertrieben
Inventarkrisenwerteinschl Peldimvenlar) &amp;amp; Facht-BeirG
Schulden

L1.BAGOWLE28

7°
        <pb n="21" />
        Die nebenstehende graphische Darstellung, in der die durchschnittliche
 Hektarverschuldung und die Hektarwerte der erfaßten
Betriebe je Hektar Gesamtfläche in den Landesteilen wiedergegeben
werden, verlangt einen besonderen Hinweis auf die Verschiedenartigkeit
 der Maßstäbe für die Hektarwerte bei Eigen- und Pachtbetrieben.
 Das Bild von der Verschuldungslage der Pachtbetriebe
erscheint durch Anwendung des schärferen Wertmessers gegenüber
den Eigenbetrieben etwas ungünstiger, als es bei völlig gleichem
Maßstabe ausfallen würde.

29
        <pb n="22" />
        C. Die Ergebnisse der dritten Verschuldungserhebung
zum 30. Juni 1929.

[. Für das Gesamtgebiet.

Die Gesamtverschuldung
gendes Bild:

der erfaßten Betriebe ergibt fol-Eigenbetriebe



Pachtbetriebe

Bon.-Gr.


Hypoth.-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 I
RM IH!

1000 MM
RM IH.

L000 | v.
RM IE

1000 | Y.
RM H.

1000 [x
RM IH.

1000 X
RM EB.

1000 !v.
RM |H

1000 | v.
RM | HH.

r

22 52814 N 053 | 8
161 637 | 26 zZ 1528 |10N210 111 [100
79 62574 | 16 216h5 |12 038 |11 107 879 |100
156 75860 9296 346 |100

1 59825

2 002321

2 7373

6 337/100
9 469/100
16 800/100
50 8291100
83 435 100

N

3 10188!

255527} 3 81310

LI

547631 4 23526 | 7 0802

IVY

40 5131029075 J1s

13 883127 13 7837 123 16346

I-IV
Zus.

99 003b4 1106 201l5 |76 694 11

711 898 100

24 05820 b2 5757 6 8024

Gesamtvermögen:

1479 063 000 RM

Gesamtvermögen:

133 748 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 48%
Verschuldung je ha” ..... 478 RM
Zinsendienst je ha” ..... 47 RM
Zahl der Betriebe. ...3 935

Prozentsatz der Verschuldung 62%
Verschuldung je ha” ...:. 224 RM
Zinsendienst je ha” ..... 26 RM

Zahl der Betriebe .....988

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

34
        <pb n="23" />
        Von den 4923 ausgewerteten Betrieben sind 3935 Eigenbetriebe
 und 988 Pachtbetriebe. Die durchschnittliche Verschuldung
 der Eigenbetriebe beträgt 48 % des Gesamtvermögens.,
Je Hektar besteht eine Verschuldung von 478 RM mit einem Zinsendienst
 von 47 RM/ha Gesamtfläche.

Die durchschnittliche Verschuldung der Pachtbetriebe beträgt
62 % mit einer Belastung von 224 RM/ha und einem Zinsendienst
von 26 RM/ha.

Nach Bonitätsgruppen geordnet ergibt sich folgende Aufgliederung
 der Betriebe:

Bonitätsgruppe


[I

804

EV

Insgesamt

3etriebe insgesamt
Anzahl ! v.H.

1 726
1 200
673

35

1 23941

3

4 9923

100

Eigenbetriebe
Anzahl | v.H.

1519

| 047

38

97

464

12

DAS

O2

2 025

100

Pachtbetriebe
Anzahl | v.H.

207

21

153
209

16

91

419

{9

BRQ8

100

Von insgesamt 4923 Betrieben sind 1519 KEigen- und
207 Pachtbetriebe, zusammen 1726 Betriebe mit weniger als 40
bzw. 30 % des Gesamtvermögens verschuldet. Ihre finanzielle Lage
sibt nach wıe vor zu besonderen Befürchtungen keinen Anlaß.

1047 Eigenbetriebe und 153 Pachtbetriebe, zusammen 1200
Betriebe, sind mit über 40 % bzw. 30 %, jedoch mit weniger als
60 % bzw. 50 % des Gesamtvermögens verschuldet. Zur Zeit der
dritten Verschuldungserhebung befindet sich auch schon in dieser
Gruppe eine Reihe von Betrieben, deren Kreditfähigkeit in Mitleidenschaft
 gezogen ist; die Sicherheit der Kredite ist nicht mehr in allen
Fällen gewährleistet. Immerhin kann von einer akuten Gefahr noch
nicht gesprochen werden.

Ir
        <pb n="24" />
        464 Eigenbetriebe und 209 Pachtbetriebe, zusammen 673 Betriebe,
 sind mit mehr als 60 % bzw. 50 %Z, aber weniger als 70 %
des Gesamtvermögens verschuldet.

Bei der in der Zwischenzeit eingetretenen Entwicklung des
Gütermarktes, die zu einer erheblichen Distanzierung der Verkaufswerte
 von den berichtigten Wehrbeitragswerten — der Grundlage
der Vermögensberechnung — geführt hat, bestehen bei den Eigenbetrieben.
 dieser Gruppe im allgemeinen nur noch graduelle Unterschiede
 zu den Betrieben der Bonitätsgruppe IV. Bei den Pachtbetrieben
 bedeutet diese Verschuldungslage zwar noch nicht die
zleiche übermäßige Zinsbelastung wie bei den Eigenbetrieben, doch
wirkt sich bei ihnen die geringere Kreditfähigkeit bereits ungünstig
aus. Vielfach befinden sich auch die Betriebe dieser Bonitätsgruppe
__. insbesondere die Eigenbetriebe — in der Gefahrenzone.

Daraus ergibt sich die Lage der 905 Eigen- und 419 Pachtbetriebe,
 zusammen 1324 Betriebe, die mit über 70 % des Gesamtvermögens
 . verschuldet sind. Die "Tendenz dieser Betriebe ist
abgleitend. Sofern nicht durch Kapitalzuschüsse oder Teilrealisierungen
 der Substanz eine Bereinigung der bestehenden Schwierigkeiten
 erfolgt, wird bei der überwiegenden Mehrzahl ein Zusammenbruch
 nicht aufzuhalten sein; in die Auswirkungen werden vielfach
auch die Gläubiger hineingezogen werden. Eine Ausnahme bildet
oine Minderheit durchrationalisierter Eigen- und Pachtbetriebe.

In den meisten Fällen ist aber der Zustand der Zahlungsunfähigkeit,
 zumindest der Zahlungsstockung, seit längerer Zeit
erreicht. Es ist auf außerhalb der Geschäftsbeziehungen zwischen
Gläubigern und Schuldnern liegende Gründe zurückzuführen, wenn
diese Betriebe nach außen hin noch eine normale Funktionsfähigkeit
zeigen. Die Gefahren für das Genossenschaftswesen und die übrigen
haftverbundenen landwirtschaftlichen Betriebe liegen vornehmlich
in dieser Gruppe.

Die im einzelnen festgestellte Verschuldung geht in extremen
Fällen über 250 % der Vermögenswerte hinaus. Verschuldungsgrade
 von 150 bis 200 % sind keine Seltenheit, wie folgende Reihen
für die Gruppe IV der gefährdetsten Provinzen Ostpreußen,
Grenzmark, Pommern und der Freistaaten Mecklenburg zeigen:

26
        <pb n="25" />
        Ostpreußen.
346 Eigenbetriebe

7a 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 72 72 72 72 72 72 7% 78 72 78 9% 72
72 72 72 73 78 73 78 738 73 73 73 78 73 78 73 73 73 73 73 78 73 73 73 78 73
74 74 74 74 74 74 74 74 74 74 74 74 74 74 74 74 75 75 75 75 75 75 75 75 75
75 75 75 75 75 75 75 76 76 76 76 76 76 76 76 78 76 76 76 76 76 76 76 76 77
77 7 97 77 TR TFT TP IT 78 78 78 78 78 78 78 78 78 79 79 79 79 79 79 79
79 79
30 80 80 80 80 80 80 80 80 SO 80 81 81 81 81 81 81 S1 81 81 81 81 81 81 81
32 82 82 82 82 82 82 82 82 82 82 82 82 82 83 83 83 83 83 83 83 83 83 83 83
33 83 83 83 84 84 84 84 84 84 84 84 84 54 84 84 84 85 85 85 85 85 85 85 85
35 85 85 85 86 86 86 86 86 S6 86 86 86 87 87 87 87 87 88 88 88 88 88 88 88
38 88 89 89 89 89 89 89 89
30 90 90 90 91 91 91 91 91 91 92 92 92 93 93 93 93 03 93 93 93 93 94 94 04
94 95 05 95 05 96 96 96 97 97 97 98 98 99 99 99 99
100 100 100 100 100 100 101 101 102 102 103 103 104 104 104 105 105 105 105
L05 106 106 106 107 107 108 108 108 108 108
110 221 111 212 112 112 1212 112 113 113 118 114 114 115 115 116
117 217 117 118 118 118
120 121 122 124 125
138 134 136 139
L40 144 147
164 166
180
226
67 Pachtbetriebe
71 71 7% 72 78 73 73 74 74 74 75 75 79 79
30 80 80 81 83 85 86 86 87 88 89 89
30 91 91 91 93 03 04 95 95 96 96 96 98
100 100 100 101 10% 103 104 108
113 114 115 115
120 123 124 127
182 136 136 136 139
L44 149
158 168
179 184
208

Grenzmark.
52 Eigenbetriebe
72 72 73 74 74 75 75 76 78 78 79 79
32 82 83 83 84 84 87 87 88 88
20 90 90 91 92 92 93 94
36 96 96 96 99
103 104 105 105
LO 114 114 118 119
122 125 128
131 188
L47 163
217
s Pachtbetriebe
80 84
105
117
144

»7
        <pb n="26" />
        Pommern,

358 Eigenbetriebe

71.71 71 71 72 72 72 72 72 72 72 72 72 72 73 78 73 73 73 73 73 73 74 74 74
74 74 74 74 74 74 74 75 75 75 76 76 76 76 76 76 76 76 76 76 76 76 77 77 77
77770297 277 77 78 78 78 78 78 78 79 79 79 79 79 79 79 79 79 79
30 80 80 80 80 81 81 81 81 81 81 81 81 82 82 82 82 82 82 82 82 82 82 82 83
33 83 83 83 83 83 83 83 84 S4 84 84 84 84 84 85 85 85 85 85 85 85 85 85 85
ee 86 86 86 86 86 86 86 86 86 87 87 87 88 88 88 88 88 88 88 89 89 89 89 89
3

90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 91 91 91 91 91 91 91 91 92 92 92 92 92 93 93
63 93 93 93 93 94 94 94 95 95 95 95 95 95 95 95 05 95 95 96 97 97 97 97 97
8 98 98 08 99 99
100 100 100 100 100 101 101 101 102 102 102 102 102 102 103 1083 103 108 103
104 104 104 104 104 105 105 105 105 105 105 106 106 107 107 107 107 107 107
108 108 108 108 109 109 109 109 109 109 109 109 109
110 er 110 110 210 110 111 211 211 112 1213 113 113 115 115 115 116 117 118
119 11
120 120 120 120 121 121 121 121 122 122 123 124 125 125 126
126 126 127 127 127 128 129
130 130 130 131 131 182 133 134 134 135 186 136
137 187 138 1838 139 139
142 143 145 145 146 146 149
151 152 152 152 162 152 153 158
161 165 166 167 168 169
170 170 172 172 173 176 177
180 182 183
190 191 195 196
203 205 227
232 233 235
240 959

[55

Pachtbetriebe

ES B I 71 72 73 73 73 73 74 74 7656 75 75 75 75 75 76 76 76 77 77 78 78 78
30 80 80 81 81 82 82 82 82 82 82 82 83 83 83 84 85 85 85 86 86 87 88 88 89
0 90 91 91 92 93 93 93 94 94 94 94 04 95 95 96 97 99
(00 100 100 100 100 101 103 103 104 105 105 106 106
107 107 107 107 107 108 108 108 109 109 109
111 111 111 111 221 211 114 114 115 115 115
116 116 116 118 119 119 119
120 121 121 122 123 124 125 128
130 132 133 134 134 185 136 137 139
141 145 149
150 152 153 155 155
L64 168
178 174 175 179 186
196 197
201 208 210
227 2833
240 260
240

A
        <pb n="27" />
        Mecklenburg.
so Eigenbetriebe

71 71 72 72 72 73 73 74 75 75 76 76 76 76 77 77 78 79 79 79
30 80 81 81 81 83 83 85 85 87
31 91 91 94 94 96 98
L01 105 112 117 126
130 1837
148 148 149
163 185
281

87 Pachtbetriebe
71 73 73 73 73 73 74 75 75 76 77 77 78 78 78 78 79
30 80 80 81 81 81 82 82 83 83 83 84 84 85 85 85 85
36 87 88 89 89
d1 91 93 93 94 05 96 96 97 98 98 98 98 99
100 100 102 103 104 107 108 109 109 109
110 111 215 115 118
125 126
132 136 136 137 138
143 146 148 159
160 167 168
170 176 177
180
341

Die dritte Erhebung zum 30. Juni 1929 weist in verschiedenen
Gebieten eine — wie aus einer Gegenüberstellung des Gesamtmaterials
 mit dem Vergleichsausschnitt hervorgeht — verbesserte
durchschnittliche Bonität der erfaßten Betriebe aus. Das Jahr
1928/29 leitete den Ausscheidungsprozeß unter den landwirtschaftlichen
 Großbetrieben ein und zwang die Genossenschaften, die durch
Zusammenbruch oder bevorstehende Liquidation lebensunfähiger
Betriebe beendeten Geschäftsbeziehungen zur Erhaltung ihres
Geschäftsvolumens durch Werbung neuer Kunden zu ersetzen. Diese
Entwicklung wurde dadurch begünstigt, daß sich der Privathandel
mn den Krisengebieten vielfach als leistungsschwach erwiesen hat.

Ein weiterer Abbau genossenschaftlicher Forderungen gegen
hochverschuldete Betriebe ist durch die im wesentlichen im Wirtschaftsjahr
 1928/29 unter Garantie der öffentlichen Hand durchgeführte
 Umschuldungsaktion erfolgt.

Diese Faktoren brachten insgesamt keine Besserung der Lage in
den bedrohten Gebieten, wohl aber bahnten sie durch die Entlastung

59
        <pb n="28" />
        von dubiosen Forderungen einen Gesundungsprozeß des Genossenschaftswesens
 an, der auch in den Erhebungsergebnissen zutage tritt,
In Würdigung dieser Zusammenhänge ist festzustellen, daß bei
den identischen Betrieben der Status zum 30. Juni 1929 gegenüber
dem zum 30. Juni 1928 eine — wenn auch geringe — weitere
Zuspitzung der Situation erkennen läßt, wobei die eingetretene
Wertminderung des Grund und Bodens noch unberücksichtigt geblieben
 ist. Die früher für’die voraussichtliche Entwicklung der den
verschiedenen Bonitätsgruppen eingegliederten Eigen- und Pachtbetriebe
 gefällte Prognose bleibt sinngemäß bestehen. Im einzelnen
wird auf ‘diese Verhältnisse bei Darlegung des Vergleichs eingegangen.


30
        <pb n="29" />
        II. In den Landesteilen.
Gliederung nach Bonitätsgruppen.

Die Betriebe gliedern sich nach Bonitätsgruppen wie folgt:

Eigenbe’riebe

?7 &amp;lt;«chtb-"*"riebe

Gebiet

Zahl |: , Zahl | 2} Zahl ME A Zahl] X
an sl © es all aha 100]
aalas] 40 fl 16| al 52l27l 197100)

III

IyY

| sammen
zahl MEN En. ah {Zahl | Zahl I
n M «el 67 878 1821100
ola) aısl alısl 5loeh 221100
36h) aalısl öl ht55l5 300|100
230100
139/100
115/200
9881100

Östpreußen a

Grenzmark ee.

ommern.....
Mecklenburg .
Brandenburg .

426/25 | 285/24J131! 1118582011200] 100!
182/531 sal2ıl 29l 8}
x 9alzı] 36) sl 50h 447)100
Niederschles. . 140/51 6sl2al 20| 71 4dlıe 2723] 18lıl 31/2] 39/34
Insgesamt. . 1519 se[047]2 J264[12|005[20 H35] 00 kz07[=1 [168/20 |200 21 far9l

Die nachstehende graphische Darstellung zeigt den erfaßten
Ausschnitt der Betriebe im Rahmen der überhaupt vorhandenen
Betriebe über 100 ha mit einer Unterteilung nach Bonitätsgruppen.

OsTpreuße‘
Grenzmar,
Pommer:
Mechklenbi

Brandenb:7
Nieder-Schlas”“

LA TEE ao

3 a025
a EEE z20

5a übarauyDt
Sin SL dr
Fe EN
Sy HE
erfaßte Betrb. nicht erfoßte Betrb.

mm ZU dr
Betriebe &amp;gt; 100 ha
Kberhaucf

3440

#1
        <pb n="30" />
        Einen Überblick über die Struktur und Gliederung der Verschuldung
 am 30. Juni 1929 vermitteln die folgenden Ergebnisse
in Zahlen.

/
        <pb n="31" />
        Ergebnisse in Zahlen:

Die Verschuldung am 30. 6. 1929
in den Landesteilen

a) Ostpreußen
b) Grenzmark
c) Pommern
d) Mecklenburg
e) Brandenburg
P) Niederschlesien

no
a7
        <pb n="32" />
        Eigenbetriebe

Bon.-Hypoth.-




(Genoss,-Schulden


Sonstige
Personalschulden


a) Ostpreußen
30. 6. 1929

Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Pachtbetriebe

Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Gr.

1000 [=RM
 IH

1000 x:
RM IH

1000 [x
RM HE

[

2 95110}
50272811 6261101 527610
30.5801" 403210) 3325| 9
46 300%!

II

TIEFE

IV

6 zorlı

1-IV |
Zu 8.

150 ml 29 ans] 1] 17 1] 9

1000 [x
RM lu.

29 039] 100

61 8091100

Kr 9371100

80 5711100

189 3561 100

1000 |v.
RM OH

1000 ] v.
RM IH

1000 v.
RM IH

49636!
650140)

28321 | 596[43

30905] 569135

1 489laz

69321

1 135131

2 489285

|
152302213 BE

5 122lel2 s98lkel5 35940

1000 | vw.
RM IH.

1 a} 100

1 8183,00

3 317! 100

= 0711100

13 Brülıng

WE

Gesamtvermögen:

360 854 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 52 %
Verschuldung je ha” ... 559 RM
Zinsendienst ie ha .... 54 RM

Zahl der Betriebe ... 1469

|
Bon.-Cirunpe


Zahl der
Betriebe

Verschuldung

je ha*)
RA

Gesamtvermögen

ie ha*)
Ras

abs.

V.
wur

I
u
ur
1y

414 | 28
476 832
233 16

282
583

1082
1142
1 0271

662

2486

4

QQ6

62

Gesamtvermövgen:

23.270 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 57%
Verschuldung je ha*) ... 188 RM
Zinsendienst ie ha* .... 21 RM
Zahl der Betriebe ... 182

Bon.-(Sruppe


Zahl der
Betriebe
abs. } be

VerTschuldung

je ha*)
Ra

Gesamtvermögen

je ha*)
RAM

x 35 |ı19
II 31 17
I ! 49
IV 67 1

85
144
180 !

416
351
267

DR

ram

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

234
        <pb n="33" />
        Eigenbetriebe

b) Grenzmark
20. 6. 1929

Pachtbetriebe

Pa

Bon.-.
Gr.

Hypoth.-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 IE
RM HH.

1000 [x
RM IH.

LO00 | Y.
RM |!H.

1000 [X
RM IH.

‚000 [x
RM IH.

1000 | v.
RM | HH.

1000 I
RM IH.

1000 | V.
RM H.

X

3 969 "| 800 Kl
»e 1012h0| 40318
1936 x so] 433 1156|
6247 er) ı 831 kol ı 176 has

5.204 |100|

57 [2] 8385) 96 la!
27 W 82 “ 37 [25
200 “ 202 . 70 .
112 „ol 93 ho 375 165

236 1100

HE

5 238 | 1001

146 1100

ur
IV!

2 829 2001|

472 [100
579 [200

Q 254 | 406

31V
Zug.

15975] 4 103 hal 2447 lu

22 525 1100

395 les] 460 la21 578 sol

1 433 Iz00

Gesamtvermögen:

13 711 000 RM

Gesamtvermögen:

A 292 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 52%
Verschuldung je ha” ..... 423 RM
Zinsendienst je ha” ...... 42 RM
Zahl der Betriebe ... 197

Prozentsatz der Verschuldung 44%
Verschuldung je ha*) ..... 150 RM
Zinsendienst je ha” ...... 237 RM
Zahl der Betriebe ... 22

Bon.-Stuppe


Zahl der
Betriebe

Verschuldung
 |
je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe -
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Verachuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

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Ivy

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219
99
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888

820

980
112
714

MH
II |
IV

41
1
18
18

67
124
174

433

338

276

5

| 23

274

QR8

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

X
4.
        <pb n="34" />
        c) Pommern
230. 6. 1929

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Bon.-Gr.


Hypoth,-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


1 Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 [x
RM Ip

1000 [x
RM IH

1000 | V.
RM 'H

1000 Ir
RM HE.

1000 | v.
RM IH

1000 | Y.
RM OH

1000 |.
RM IH

1000 | v.
RM | H.

48 276 ; 110 sat 3 . 5
62 558 6/12 720156) 7 788110
32.628 he 9 546h9l 411510,

62 144) 100
83 075) 100

24022:
026321

546b0] 31228

1 098/100
2 915]100
4 970 100
19 417 |100

HI

wa ı

1 1931

UT

45 291/100

1 61333

1 5661,

1 791126

IV

75 305 ler

‚95 0789

12 gay)

113 025l100

5 903127

7 0176! 7 197kr

L-IV 1918 767 2:56 7270 [28 041

303 5351100

= 9822819 92515 110 49387

28 400) 100

Gesamtvermögen:

594 821 000 RM

Gesamtvermögen:

40 015800 RMV

Prozentsatz der Verschuldung 51%
Verschuldung je ha” ..... 447 RM
Zinsendienst jeha”® ...... 44 RM

Prozentsatz der Verschuldung 71%
Verschuldung je ha” ..... 273 RM
Zinsendienst je ha” ...... 31 RM
Zahl der Betriebe ... 300

Zahl der Betriebe... 1200

Bon.-(Gruppe


Zahl der
Betriebe
'
abs. T

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha®)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe
abs.

Verschuldung

je ba *)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Y.
u

I
III

426 36
285 24
131
958

231
466
555

906
935

36
44
65 22
158 | 81

99
173
234

537
424
391

844

Li}

IV

750

768

[V

353

330

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

ap
        <pb n="35" />
        Eigenbetriebe

Bon.-Hypoth.-




Genoss.-Schulden


d) Freistaaten Mecklenburg
20. 6. 1929

Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Pachtbetriebe

Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Gr

1000 (ze
RM Il

1000 |.
RM IH

1000 [x
RM HH

1000 [x
RM IH

1000 Y.
RM IH

1000 [x
RM IE

1000 v.
RM IH

1000 [x
RM !H.

[

20 3507|
18 14574
= 4824631

2 ch
2475101

3 158112

926 468) 100

36023! 513ls2| 728145
„0801 013142

1 601100

X
II
IV

2 686}

24 __ 100

9 408) 100

1 347l71

1 52760

= 6981100

935291 6938l2ılı 60750

3 235/100
10 8501100

11 760651

° meh} 3 6990

18 2871100

3 0062912 4302414 914147

za 55 o79k2 1 9 56012

12 as2lıeh 76 9911100

\4 O7öls |4 s5gls Is 2627

17 884/100

Gesamtvermöven:

184 124. 000 RM

Gesamtvermögen:

29 752 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 42%
Verschuldung je ha” ..... 489 RM
Zinsendienst jeha®” ...... 48 RM
Zahl der Betriebe ... 345

Prozentsatz der Verschuldung 59%
Verschuldung je ha“) ..... 202 RM
Zinsendienst jeha*) ...... 23 RM
Zahl der Betriebe .... 230

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe
Y.
u

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
Betriebe

- Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

abs.

abs. ne

32

53

306
602
720

T 169
1235
* 105

65 ‘28
40 ‘7
38 17
87 | 38

76
154
228 |
287

390
373
376
I8QR

I
I
Tu

u
In |
—_-946



1 066

k}) Auf Gesamtfläche bezogen.
        <pb n="36" />
        e) Brandenburg
30. 6. 19929

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Bon.-Gr.


Hypoth.-Schulden


Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Sonstige
Genoss.-Schulden


Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


1000 | v.
RM IH

1000 | v,
RM IH

1000 I
RM |H.

1000 |
RM EB.

1000 | v.
RM \H!

1000 I
RM HH

1000 I
RM IH:

1000 | v.
RM IH.

ı]21 932 tl 4 152 14) 2 893 Io) 28 977 1100
u} 16 824 751 3.120 14) 2466 Ihr!
Wan 1.456 hs:
7 107 ko

3262 | 402k6| 80013
27922) 209124] 68451

1537) 100.

LIT |

1 262! 100:

9.903 | 100

583211 68629} 1 127 a
2 32623! 5671157

2396| 100

IV

11816 100

2 050120

10 046 100

L-IV!
7

52262 hlır 100 hs! 9.736 13

2 1

3 93821 1371224189911:

15 gas! 100

Gesamtvermögen:

[92 099 00 RM

Gesamtvermögen:

24.662 009 RM

Prozentsatz der Verschuldung 38%,
Verschuldung je ha” ...... 396 RM
Zinsendienst je ha*) ...... 39 RM

| Prozentsatz der Verschuldung 62%
; Verschuldung je ha®” ..... 288 RM
Zinsendienst je ha*) .... 28 RM
Zahl der Betriehe .. 129

Zahl der Betriebe _

447

Bon.-Gruope


Zahl der
Betriebe

Verschuldung
 |
je hat) !
&amp;gt;

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

Bon.-Gruppe


Zahl der
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Verschuldung
 |
je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
OA

ahe

abs.

I
II
90
IV

253 * 1081
512 4
789 | 1207

I
II
1884

35

25
12
. L
16

109
188
207

598
458
369

16

22
686 | 47

RAR

915

IV

217

RN

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

3Q
        <pb n="37" />
        Eigenbetriebe

Bon -

Hypoth.-Schulden


Genoss.-Schulden


f) Niederschlesien
30. 6. 1929

Sonstige
Personalschulden


Gesamtschulden


Pächterkapital-



Pachtbetriebe

Sonstige Sonstige
Genoss.- Personal-Schulden-
 schulden

Gesamtschulden


&amp;amp;

1000 Ivy,
RM HJ

1000 |v.
RM le

1000 [v.
RM H

1000 in
RM HE.

F

12834 |82
|
10.012 7

1286| 8

1610 lo

15730 |100

I

1 352 Io

1627 las

12991 |100

I

3258 771 37510
1
10039751 88116

588 14

4291 100

IV
Lv |
zus,

2.523 19

13 443 100

7
36 143 78] 389418

6348 Is

46 385 100

Gesamtvermögen:

103 454 080 RM

Prozentsatz der Verschuldung %%
Verschuldung je ha” ..... 618 RM
Zinsendienst ie ha” ...... 60 RM
Zahl der Betriebe ... 277

Bon.- |
Gruppe

Zahl der
Betriebe

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
5
1373
1 383
1 662
1 2300

abs.

v.
H.

I
X
5}
IV

140
68

51

388 |
692
087
141

3.

1000 x
RM IH

1000 v.
RM IE.

1000 T
RM IH

1000 | Y.
RM |H.

119 [24» 175 |s6
542 as 1 256 [231 324 |29
656 (71 GE Ä
1031 lsı 1 395 Jı2 It 940 ls7

490

1100

1122 1100

2410 1100

3366 }ıoo

5048 has 221 hal aı0

7388 | 200

Gesamtvermögen:

12 757 000 RM

Prozentsatz der Verschuldung 58 %
Verschuldung je ha®®...... 207 RM
Zinsendienst je ha*”....... 24 RM
Zahl der Betriebe ... 115

Bon.-iruppe


Zahl der
Betriebe

Verschuldung

je ha*)
RM

Gesamtvermögen

je ha*)
RM

abs,

V.
H.

27 23
18 16
31 27
39 | 84

96
132
222 |
201

517

nn
HI
IV

332
365

GE

"r Auf Gesamtfläche bezogen.

„CC
        <pb n="38" />
        Von der Verschuldungslage *) in den einzelnen Landesteilen
ergibt sich für die Stichtage der durchgeführten Erhebungen folgendes
 Bild:

a) OSTPREUSSEN.

Von den erfaßten Eigenbetrieben entfallen bei den drei Ver.
schuldungserhebungen auf

Bon.-Gruppe

II
LII
IV

31,12. 1927
40%
37%
1%
10%

30. 6. 1928
32%
33%
13%
22%

30. 6. 1929
28%
32%
16%
24%

Diese Zahlen zeigen eine erhebliche Zunahme der Verschuldung
in den sechs Monaten zwischen der ersten und zweiten Erhebung; diese
Linie ist wegen der in ihr liegenden natürlichen Saisonschwankungen
nicht symptomatisch für die Entwicklung; die stärkere Besetzung
der Bonitätsgruppen III und IV am 30. Juni 1929 zeigt aber deutlich
 die in der Provinz Ostpreußen bestehenden Schwierigkeiten.

Bei den erfaßten Pachtbetrieben ergibt sich folgendes Bild:

Bon.-Gruppe |

4
IT
[II
IV

31.12.1927 } 30.6.1928
200% 26

&amp;gt;
ef
„Oo

„
„u:

1

30. 6. 1929
19%
17%
27%
37%

Wenn die Lage bei den Pachtbetrieben noch bedrohlicher
erscheint, so ist bei einem Vergleich mit den Eigenbetrieben zu
berücksichtigen, daß infolge einsetzender Kreditunfähigkeit notwendige
 Substanzeingriffe im berichtigten Wehrbeitragswert nicht,
wohl aber in dem der Pächtervermögensbewertung zugrunde gelegten
Inventarkrisenwert zum Ausdruck kommen.

*) Auf die nur bedingte Vergleichbarkeit der Erhebungszahlen zum
31. Dezember und 30. Juni wird ausdrücklich hingewiesen. Diese Einschränkung
ändert nichts an der Möglichkeit, die Verschuldungsentwicklung in dem behandelten
 Zeitraum festzustellen.

6
        <pb n="39" />
        b) GRENZMARK.

Von den erfaßten Eigenbetrieben entfallen bei den drei Verschuldungsernebungen
 auf

Bon.-Gruppe
{

II
[II
IV

? 31.12, 1927
51%
22%
I%
18%

A

50, 6. 1928
ı- %
n)

nr
£
_

21%,

30. 6. 1929
15%
20%
8%
27%

Bei den erfaßten Pachtbetrieben ergibt, sich folgendes Bild:
Bon.-Gruppe } 31.12. 1927 30.6.1928 | 30.6.1929
38% 47% 41%
19% 21% 18%
5% 11%, 18%
38% 21% 23%

Bei: den Eigen- wie bei den Pachtbetrieben ist eine Verschlechterung
 festzustellen; der Anteil finanziell bedrohter Wirtschaften
 ıst hoch.

c) POMMERN.
Von den erfaßten Eigenbetrieben entfallen bei den drei Verschuldungserhebungen
 auf

Bon.-Gruppe {

1
II
III
IV

31.12.1927
35%
26%
11%
28%

7

|

30. 6. 1928
36%
24%
106%
30%

30. 6. 1929
35%
24%
1%
30%

In Pommern stellte sich die Lage der Eigenbetriebe schon bei
der ersten Erhebung als besonders ungünstig heraus, die Zahlen zeigen
von Erhebung zu Erhebung eine weitgehende Beständigkeit und
lassen keine wesentliche Veränderung erkennen.

Bei den erfaßten Pachtbetrieben ergibt sich folgendes Bild:
$ 30.6.1928 30. 6. 1929
14% 12%
15% 15%
23% 22%
48% 51%

81.12.1927
18%
21%
24%
37%
        <pb n="40" />
        Ber den besonders gefährdeten vorpommerschen Pachtbetrieben
hat sich die Lage weiter zugespitzt.

d) FREISTAATEN MECKLENBURG.
Von den erfaßten Eigenbetrieben entfallen bei den drei Verschuldungserhebungen
 auf
Bon.-Gruppe )} 31.12.1927
) 65 %
£ %
5
%

30. 6.1929
53%
24%
8%
15%
Bei den erfaßten Pachtbetrieben ergibt sich folgendes Bild:
Bon.-Gruppe | 81.12. 1927 f 30.6.1928 | 30.6.1929
‘230% 22% 28%
27% 26% 17%
23% 18% 17%
20%, 34% 38%

30. 6. 1928
5004
25%
6%
19%

Die Verhältnisse in Mecklenburg ähneln denen in Pommern.
Das Durchschnittsbild der Eigenbetriebe ist 1929 etwas günstiger
als im Vorjahr.
Bei den hoch verschuldeten Pachtbetrieben bringt auch die gute
Ernte 1928 keine Entlastung und verstärkt den Zustrom zur
Gruppe IV.

e) BRANDENBURG.
Von den erfaßten Eigenbetrieben. entfallen bei den drei Verschuldungserhebungen
 auf
Bon.-Gruppe |

30. 6. 1929
60%
21%
8%
11%
Bei den erfaßten Pachtbetrieben ergibt sich folgendes Bild:
Bon.-Gruppe 31.12.1927 } 50. 6. 1928 | 30.6.1929
34% 2 26% 25%
30% 25% 12%
22% 17% ' 16%
14% 32% 479

31.12. 1927
61%
27%
“%
8%

2
        <pb n="41" />
        Die durch die Nähe des Konsumzentrums Berlin bedingte
relativ günstigere Situation der Eigenbetriebe hat sich erhalten. Bei
den kapitalschwächeren Pachtbetrieben zeigt sich trotz der angedeuteten
 besonderen günstigen brandenburgischen Wirtschaftsverhältnisse
 eine Verschlechterung der Vermögenslage.

ft) NIEDERSCHLESIEN.

Von den erfaßten Eigenbetrieben entfallen bei den drei Verschuldungserhebungen
 auf

Bon.-Gruppe

4
H
{II
IV

) 31.12.1927
57%
24%
1°
1

30, 6. 1928
54%
22%
8%
16%,

30. 6. 1929
51%
24%
7%
18%

Bei den erfaßten Pachtbetrieben ergibt sich folgendes Bild:
Bon.-Gruppe |} 31.12.1927 30. 6. 1928 30. 6. 1929
31% 31% 23%
31% 25% 16%
26% 220% 27%
12%, 22% 34%

Die Lage der Eigenbetriebe
verhältnismäßig stabil gehalten.

in Niederschlesien hat

sich

danach

Bei den Pachtbetrieben hat sich die Besetzung der Bonitätsgruppen
 III und IV von Erhebung zu Erhebung erhöht.

|
        <pb n="42" />
        Durchschnittliche_Hektarverschuldung, und _Hektarwerte,
der_erfaßten Betriebe_in den Landesteilen
am SOXT. 7928.

AM JENE
7500
00 L
1300 —
1200

Eigen-Beftriebe.

RM je ha
7500
2800
'7300
7200
"7100
7000 Durchschnitt d.
900 Ger Wehrb- Werte
800
700
4600
ll ersehen
1400
A300
A200
700
0

1700

1000
900
800
700
600
or
400).
300
200
108.

N

5
S x £&amp;amp; SS S ı
S s Ss S S X
&amp;amp; Ss SS S S $%
| SS N SS S ss $
RMjeha&amp;amp; SS S S SS S
400 r- Ss Ss S S ©
30C
G0«
700
D In

Altge ha TEC, d
VENTKrISENW.
30Q Afeinschl Peldinvent}
007 Durchschnitt d
0 Verschuldung

Pacht-Betriebe
„ber Wehrbeitragswert bei Figenbetrieben
Yaventarkrisenwertleinschl. Feldinventar)bei Pacht- Betrb.
Schulden

Erklärung.

[ZEA 3005.29)
        <pb n="43" />
        Die nebenstehende graphische Darstellung zeigt das Verhältnis
 der landwirtschaftlichen Vermögenswerte zur Verschuldung
je Hektar Gesamtfläche. Es wird auf die Erläuterungen zum gleichen
Bilde im Rahmen der vorbehandelten zweiten Verschuldungserhebung
 *) hingewiesen.

*) Siehe Seite 23.

1F
        <pb n="44" />
        D, Die Entwicklungstendenz der landwirtschaftlichen
Großbetriebe.

i

Das Ergebnis des Vergleichs zwischen den Erhebungen
 zum 30. Juni 1928 und 30. Juni 1929

I. Aufgabe und Umfang des Vergleichs,

Mit der Durchführung der dritten Verschuldungserhebung zum
30. Juni 1929 wurde die Möglichkeit zur exakten Beobachtung der
Entwicklungstendenz der untersuchten Betriebe geschaffen.

Aus der zweiten und dritten Verschuldungserhebung mit den
korrespondierenden Stichtagen zum 30. Juni 1928 und 30. Juni 1929
wurden die Betriebe herausgestellt, von denen zu beiden Terminen
voll auswertbare Angaben vorlagen. Aus den so gewonnenen Zahlen
über 3428 Betriebe lassen sich die in dem Erntejahr 1928/29 wirksamen
 Entwicklungsfaktoren mit großer Sicherheit erkennen. Die
Gegenüberstellung der Vermögens- und Verschuldungsziffern dieser
Betriebe, die auch jeweils den Kern der beiden Einzelerhebungen
bilden, läßt Schlußfolgerungen auf die Gesamtentwicklung der ostdeutschen
 Großbetriebe zu.

Bei der ersten und zweiten Erhebung beschränkte sich die Frage
nach der Betriebsgröße aus den in den „Richtlinien für die Durchführung
 von Ortstaxen im Rahmen der landwirtschaftlichen Kreditkontrolle‘‘*)
 angeführten Gründen auf die Gesamtfläche. Die bei der
dritten Erhebung durchgeführte Ermittlung der landwirtschaftlichen
Nutzfläche bedeutet eine wertvolle Verfeinerung der Methode,
da die Tragbarkeit der Verschuldung bzw. der Zinslast wesentlich

a *) Drucksache Nr. 1 der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen Abteilung.
 Verlag Paul Parey — Berlin 1928.

za
        <pb n="45" />
        von der Relation zwischen der landwirtschaftlichen Nutz- und der
Gesamtfläche beeinflußt wird.
Das von der Preußenkasse eingerichtete Ortstaxwesen liefert für
die hochverschuldeten Betriebe, die besondere Aufmerksamkeit erfordern,
 ein Individualmaterial, das den denkbar besten Prüfstein für
die Ergebnisse und Folgerungen aus den Erhebungszahlen darstellt.
Dies um so mehr, als in der wiederholten Nachbesichtigung notleidender
 Betriebe eine zuverlässige Kontrolle für die Entwicklung dieser
Wirtschaften liegt.

2. Für das Gesamtgebiet.

Die zum Vergleich herangezogenen 3428 Betriebe verteilen sich
auf die einzelnen Bonitätsgruppen wie folgt:

Bonitätsgruppe



„I
[II

IV

ZUSamm.

Eigenbetriebe Pachtbetriebe
30. 6. 30. 6.
1928 | 1929 1928 | 1929

Anzahl der Betriebe

1026
757
309

995
701

125 | 123
164 711
191 160
3244

316

98

678

2 690 |

92 690

738

a8

insgesamt
30. 6.
1928 | 17929

1151 |
921 |!
500

1 118
812
476
1022

856

| 3428

3428

Zwischen den Bonitätsgruppen hat demnach eine erhebliche
Verschiebung stattgefunden, die durch die Wirtschaftsergebnisse der
einzelnen Betriebe im Jahre 1928/29 bedingt ist. Die Überschüsse
oder Verluste der Betriebe haben vielfach eine Umgliederung
notwendig gemacht, da je nach dem Wirtschaftserfolg die für die
Bonitätsgruppen festgesetzten Verschuldungsgrenzen überschritten
wurden.

Die Gesamtverschuldung der Vergleichsbetriebe zum 30. Juni
1928 und 30. Juni 1929 gliedert sich nach ihrer Struktur in den
Bonitätsgruppen wie folgt:

12
        <pb n="46" />
        Verschuldungslage der Vergleichsbetriebe im Gesamtgebiet
am 30. 6. 28 und 30. 6. 29
Eigenbetriebe aa Pachtbetriebe

Bon.-Gruppe
 1

E enoss.-poth,-
 M
Schul- Schul
den | den
Sn v. (ex
A E

Sonst.
Personal-


Mn
ha*) H.

30. 6.

Gesamtschulden


Pächter-- Sonst. | Sonst.
ital- “Senoss,. Per-Kapital
 Schul- sonalxedite
 | den schuld.
R.
En | SM Es H
ha*) | **" ha*)|**" hak)["*

Gesamtschulden


RM | V. |
je H
ha*) | 4%

RM | |
Je H.:
ha*) | Be

1928

ze sell A
204771 37lz4\ 221 9}

271/100|
263! 200

2%] af aölız
24281 26's0| 35122

eb
85 100|
|
157 20
1852| 100|
207
206! 100
zum
3251200
209/100
231 100,

1929

f
II &amp;lt;
1

1928

el
398176

ae
Elze

AM
52110)

509 100
523/100 |

5213| 391251 sol
53136 | gl 57187)

1929

ur | 1928
fie

pl ee 603|100|
45073) 96l16\ 66|11} 612| 100
10714)
0213)

bel | se
7436] 51i251 81139
sie]
87l271

IV {

1928
1929

m
47er

7801100
305! 100

87281 A
93|29! 145|44

ins. || 1928
gesamt ]| 7929

33H
3523)

7
78126

ößlı2
“71

464 100
481 100

em 55/26| 90|43
68|291 65]28| 98143

30,6,
1928 1929
In 1000 RM.
mn TO14 925

30.6,
1928 1929
In 1000 RM.
Gesamtvermögen 104106. 1700 575
Gesamtschulden 260520 666547

Gesamtvermögen 101
Gesamtschulden 474 *

a7 920

— Entwicklung:
Vermögen . .-. —0,2%
Verschuldung .. . —&amp;amp; 3.74%

Entwicklung:
Vermögen .....-—3,4%
Verschuldung . . . + 10,0%

ua? 8.
1929
Prozentsatz der
Verschuldung . 47% 48%
Jeha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 464 A481
Zinsendienst . . 46 47
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 624 648
Zinsendienst - 62 63

30,6,
1928 . 1929
Prozentsatz der
Verschuldung . 58% 66%
jeha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 209 231
Zinsendienst . . 24 26
je ha Nutzfläche: .
Verschuldung . 228 251
Zinsendienst . . 26 28

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

19
        <pb n="47" />
        Die Zahlen der einzelnen Bonitätsgruppen sind mit Rücksicht
auf ihre an den Stichtagen unterschiedliche Besetzung nicht vergleichbar.
 Im Gesamtergebnis zeigt sich bei den Eigentümern eine geringere,
bei den Pächtern eine stärkere Abnahme des Vermögens, die durch
Substanzeingriffe, also Abverkäufe oder Verminderung des nichtlandwirtschaftlichen
 Vermögens, bei den Pachtbetrieben außerdem durch
die schon besprochene Abnahme der Inventarwerte bedingt ist.
Die Verschuldungszunahme ist zwar nicht erheblich — aber
vorhanden. Die Entwicklung des Gesamtkomplexes zeigt also trotz
der günstigen Ernte in dem zwischen den Erhebungen liegenden Zeitraum
 abgleitende Tendenz.
Die Struktur der Verschuldung weist gewisse Veränderungen
auf. Einer Realverschuldung von 71 % der Gesamtschulden am
30. Juni 1928 steht eine solche von 73 % am 30. Juni 1929 gegenüber.
 Der Schuldfundierungsprozeß hat sich also, unterstützt durch
die staatlichen Hilfsmaßnahmen, fortgesetzt.

Bei den Eigen betrieben ist die durchschnittliche Verschuldung
 um 17 RM/ha Gesamtfläche bzw. um 24 RM/ha landwirtschaftlicher
 Nutzfläche gestiegen. Infolge der vielfach ’durchgeführten
Umschuldung ist der Zinsendienst nur unbeträchtlich gefolgt.
Die Durchschnittszahlen der Verschuldung und des Zinsendienstes
 zum 30. Juni 1929 können im Gesamtgebiet nicht als
untragbar bezeichnet werden, sind aber dadurch bedenklich, daß
einer großen Anzahl von finanziell guten Betrieben eine starke
Gruppe hoch verschuldeter mit entsprechend höheren Zinsverpflichtungen..
 gegenübersteht. Bei Beurteilung der Tragbarkeit ist
das Hauptgewicht auf die Zinslast je ha Nutzfläche zu legen, da
ım allgemeinen nur diese für die Aufbringung des Kapitaldienstes
in betracht kommt. In Teilen des untersuchten Gebietes wird die
Durchschnittslast kaum noch aufgebracht.
Bei den Pachtbetrieben ist eine Schuldenzunahme von
22 RM/ha Pachtfläche bzw. 23 RM/ha landwirtschaftlicher Nutzfläche
 zu beobachten, die Vermögenssubstanz hat um über 3 % abgenommen,
 Die Differenzierung des Zinsendienstes je Hektar Gesamtfäche
 von dem je Hektar Nutzfläche ist bei den Pachtbetrieben sehr
viel geringer als bei den Eigenbetrieben. Waldungen und sonstige landwirtschaftlich
 nicht nutzbare Flächen werden nur selten und in
geringem Ausmaß mit verpachtet.

SC
        <pb n="48" />
        Bei der niedrigeren durchschnittlichen Zinsbelastung der Pachtbetriebe
 darf nicht unbeachtet bleiben, daß von diesen außerdem die
Pacht aufzubringen ist, die in den zur Rede stehenden Gebieten mit
durchschnittlich 30 RM/ha*) angesetzt werden kann.
Die Gesamtlast der Pachtbetriebe je ha Nutzfläche liegt danach
unter der Zinsverpflichtung der Eigenbetriebe, wird allerdings erschwert
 durch die geringere finanzielle Beweglichkeit und Kreditfähigkeit
 der Pachtbetriebe.

*) Lt. Pachtpreissammlung der Domänenbetriebsges. m. b. H., Berlin.

31
        <pb n="49" />
        3. In den Landesteilen.
Die Entwicklung des Vermögens und der Schulden nach Bonitäts-Zruppen.


In den nachfolgenden Tabellen wird ein Gesamtüberblick über
die Entwicklung in den verschiedenen Landesteilen gegeben. Die Tendenz
 ist verhältnismäßig einheitlich; die Spanne der Verschuldung
zwischen den Stichtagen ist gering und ähnelt damit den Ergebnissen
Jer Einzelerhebungen.
        <pb n="50" />
        Ergebnisse in Zahlen:

Gegenüberstellung der Verschuldung
am 30. 6. 1928 und 30. 6. 1929
in den Landesteilen

a) Ostpreußen
b) Grenzmark
c) Pommern
d) Mecklenburg
e) Brandenburg
f) Niederschlesien

A
        <pb n="51" />
        a)_ Ostpreußen

Eigenbetriebe

Hy Senoss.- Sonstige
poth.- er-Schul-
  Schül- sonalden
 | den schuld.
RM RM | RM |
* Y, - Va ı V.
e Je
KAMEN

Bon.-|
 30. 6.
Gruppe

[

1928

al] x. 2 8‘
231lss) 28101 211 7!
7) el ni
464801 63111 51! 9)

1929

f
N.

1928

1920

A
u 1929
1 19929

er uf el
aylaıl 8] S8ls

ıv }

1928
1929

559le0 1 16h] 11614
6517 1081413! 87) 10

ina- [11028

8001 751! 6alı2
a44sol 6a 509

30,6,
1929
"PM.
7977
209

Gesamtvermögen
Gesamtschulden

ya

129

Entwicklung:
Vermögen .....-+0,07%
Verschuldung ‚4 0 377

30.8,
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung 50% 59%
Te ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung. 538 8558
Zinsendienst . 53 54
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 612 634
Zinsendienst . 60 61

Pachtbetriebe

Gesamtschulden


Dächter- Sonstige Zonstigı
. Genoss.-ı Perkapital-
 Schul- sonal-Kredite
 | den ı schuld,
SM] RM [RM
hakı! Hy Hulk HE

Gesamtschulden


Bl
hax) ! 8.

en
ham) H.

- 100
2280| 100

37146
3243

1722] «i
18241 2gl33

79100
74| 100
143] 100
1431 100
198/100
1738| 100
254/100
277) 100
173] 100
187| 200

_ 100:
578] 100}

64la5 ı
malen,

schs| m
3861| 3424

675) 100°

867) 100

87145
8448

fl am
39231 5029

810/100
8246| 100

g2]36
99l36

60)24
6329

1020
1715142

538 100
558! 100

a u 50%
77la1' 43123! G67l36

30,6,
1928 1929
In 1000 RM.
18 548
77267

Gesamtvermögen
Gesamtschulden

10 R0C

Entwicklung:
Vermögen. .....—87%
Verschuldung + 83%

30, 6,
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung 51% 61%
Te ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 173 187
Zinsendienst . 19 21
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung. 187 202
Zinsendienst . 21 23

*. Auf Geswatlläche‘ bezogen.

34
        <pb n="52" />
        b)_Grenzmark

Eigenbetriebe

Br KGenoss.- 0a
poth.- # er-Schul-
 Sch sonalden
 CR schuld.
ST m
je |[Y:T je +} je
ha*) H.)| ha*) Hype HK.

Bon.-Gruppe
 |

Gesamtschulden


30. 6.

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Je. |.
ha*)

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L928

ur a7)
1511| 3617}
aolıs) 62hs) sah} 4311100
248177) Sılısı 23l 5

2612} 220/100
25112) 2717100 ı

1929

af

1928

1929

I 1

1928

ale) 91115! 169
3146er\ 82lız 7316|

584/100
469| 100

71929

ıv {

1928
1929

482le6) 142/20
494l66! 154'20'

von
7105114

725/100
52) 100

Se

1928
1929

21 60h) 538
294l691 79119) 50\12

405 | 100
423 100

30, 6.
1928 1929
In 1000 RM.
26 740
74 405

Gesamtvermögen
Gesamtschulden 1381

D6 97

Entwicklung:
Vermögen .....—0,6%
Verschuldung .. . 443%

Pachtbetriebe

Vom

Vergleich

ausgenommen,

30. 6,
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung . 51% 54%
Je ha Gesamtfläche:
Verschuldung . 405
Zinsendienst . 40
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 555 579
Zinsendienst . 55 57

“X Auf Gesamtfläche bezogen.

aE
        <pb n="53" />
        c) Pommern

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Bon.-Hy-

 Senoss.- Sonst.
Ppoth.- Schul- Per-Schul-
 | sonalden
 den | schuld.
RM |. RM | RM |
SA a, A, A
je je je
ha) MH BE

Gruppe |

30. 6.

Gesamtschulden


Pächter-4 Sonst, Sonst.
ital-Köenoss.- Perkapital-
 Saul. | sonalkredite
 | den | schuld,
EI Bf
ha*) [**Tha*) |**Phak*) [44

Gesamtschulden


EM | v.
|.
ha*)

Se 3
hak) H.

1928
1929

178/781 azlır, 23/10
178ir6| 4118| 14| 6

23 100
228 100°

39/88] a 4141
38]341 3839| 27l27

101/100
98} 100

1928
1929

321 KW
347173

16h] 4510|
80l:8] 44| 9)

“r 100
4711 100‘

a)
5130

41]25| el
50ls01 6940|

166/100
170| 100
20010
2232| 100

ar}
Kl

1928
1929

sobo 1 W ok 524.10
378|r1 | 20420 | 47! 91 529| 200

74/32]
78l244

4 Safer
73131 | 81185

ıy }

1928
1929

473 u] 177/24) Sa
487165 | 179]24 85111

735) 100
751 | 100

Sales
[02127

1 140140
141187! 132186

351 | 100
378100

ins- |
gesamt

1928
1929

299 m] 87 4510:
315701 galzı! 421 0

431 | 100
449) 100

Tall aelehi0h 39
83129 102|s6' 101185

260 100
286 100

30,6.
1928 41929
In 100°0 RM.
"90 42

30, 6,
1928 1929
In 1000 RM.
3018 29832
20510 22622

Gesamtvermögen
Gesamtschulden

Gesamtvermögen
Gesamtschulden

NR.

f Q55A

Entwicklung:
Vermögen . ....—0,3%
Verschuldung ‚+4 4; 7

Entwicklung:
Vermögen . .. . .— 1,2%
Verschuldung . „+10,2%

30,8,
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung . 49% 52%
Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 431 1449
Zinsendienst . 43 44
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . .625 651
Zinsendienst . 62 64

30, 6,
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung . 68% 76%

Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 260 286
Zinsendienst . 30 33

Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 282 38311
Zinsendienst . 32 35

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

56
        <pb n="54" />
        d) Freistaaten Mecklenburg

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe

Hy- 1Genoss,- Sonst.
poth.- Aul-. Per-Schul-
 Schul sonalden
 den | schuld.
I KAMEN
je In Lie ale I
1a*) | H.[ha*) HS H

Gruppe | 30. 6.

Bon.-Gesamt-




Pächter- Sonst. Sonst.
ital enoss,- Per-Kapital
 (Schul. sonalkredite”
 gen ‚ schuld.
RM |. ie I [5 ®
je (Lie Lie IX
ha*) A H!| a*) HH:

Gesamtschulden


E
je x
ha*) H.

er |
hak) A,

1928
1929)

air] 40/121] M
2578| 3612| 36127

320 2100|
320! 2100|

un 25/22
1721] 24180

Sf 7m
38149 79) 100

II {

1928

sel 6510] 160
444\rı | 71121 107117

618/100

39 En Sf!
4428| 4025| 7547

1929

6229| 200

167/100
1591100
211/200
196100
280,100
2951200

|
II
f

1928

46000 | 10015 | 129119
440l64 | 114117 | 131129

1929

695! 100
6851 100

700] 46!
8141] 34lı7| Szlazt

1 1928
IV
{ 1929

ii 16618] 08h
588161 ‚163|m) 20822

008 100
959} 100

se Wa
öde 91l31! 140|47'

ins- ]
gesamt

1928
1929

353 nl AM 78l16
36171 | 67lıs! 8dl1e

= 100
ö12 100

AM 47 %| un
52125) 581281 97147

192 100
207 100

30.6.
1928 1929
In 1000 RM.
Gesamtvermögen 102355 102173
Gesamtschulden 43099 44 381

30.6,
1928 1929
In 1000 RM.
235658 23133
13126 14152

Gesamtvermögen
Gesamtschulden

Entwicklung ;
Vermögen 1... —0,2%
Verschuldung . . +3,0%

| Entwicklung:
Vermögen ...—2,2%
Verschuldung . . +7AC

30, 6.
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung . 42% 43%
Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 498 512
Zinsendienst .. 149 51
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 663 683
Zinsendienst .. 65 68

30, 6.
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung . 55% 61%
Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 192 207
Zinsendienst .. 22 24
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 202 218
Zinsendienst .. 23 25

zn

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

57
        <pb n="55" />
        e) Brandenburg

Eigenbetriebe

Hy- GeNOSS.- Sons
poth,- - er.
Schul CP Sonalden}
 den schuld,
RM |. RM |. RM
z v, z v. . vV.
je je je
bl BR af ji

Gruppe + 39. 6.

Bon.-1928


1929

2080) 4014| 3211
203761 41|15| 28110)
An a ı
78115 | 81110)

N

1928

402761
378l751

1

1929

III }

1928
1929‘

349leı
50266

141124] we
17615 | 245129

f
IVY

1928
1929

ne
500|59

rl 161120
172i20' —_—-ins-

 |
zesamt

1928
1929

286l71' 64lıe" 5213
29471) 6716! 56118

30,8.
1928 1929
In 1000 RM.
147 461 147 066
53927 55841

Gesamtvermögen
Gesamtschulden

Entwicklung:
Vermögen . . .-—0,3%
Verschuldung . . +3,5%

30, 6.
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung... 87% 38%
Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 402 A416
Zinsendienst .. 40 41
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 582 603
Zinsendienst .. 57 59

Pachtbetriebe

Gesamtschulden


Pächter) Sonst. Son
irtal-Köenoss,-ı Per.
Kapital Schul-! sonalkredite
 | den ' schuld.
ha*) H.| 2%) HA. a*) H.

Gesamtschulden


RM | v
je |
ha*) H.

RM
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ha*) *

280 100
2272| 100

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2020| 25|25| 55165
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26l191 52lx0| 5dlaz

881100
100| 100

530|100
504) 100

156/100
1321| 100

576 100
763 100

m. Al m
60|281 6329| 9dlaz

100|
2171100:

815/100
852| 100

oe 59 w 184/54
7/1le2"* 7121| 288|67'

sam
330) 100

402 100
416 100

MM 45/21 | 112/52
öd4|22] 58/24} 12954

215/100
241 100

30. 8.
1928 1929
In 1000 RM.
18820 18 361
10913 2 234

Gesamtvermögen
Gesamtschulden

[ Entwicklung:
Vermögen ...—2,4%
Verschuldung . .+12.17

30. 8.
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung... 58% 67%
Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 215 241
Zinsendienst ... 25 28
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 239 268
Zinsendienst .. 28 31

*) Auf Gesamtfläche bezogen

58
        <pb n="56" />
        Eigenbetriebe

f) Niederschlesien

Pachtbetriebe

Ay. Senoss,- Sonst,
poth.- iR Per-Schul-
 Schn! ‚ sonalden
 SM schuld.
GE WM
je I | de IA oe I
18%) Ha Hana) |.

Gesamtschulden


Pächter Sonst. Sonst.
ital-röenoss.. Per-Kapieat
 Schul- sonalkredite
 | gen schuld.
Ge en BR
je |] je |, je |
ha*) H. ha*) YSE

Bon.-Gruppe

 i

30, 6.

Gesamt- '
schulden |

RM |,
bat) H.

RM
V.

1928
1929

29980} 26| 7 50h
29380 | 29| 81 46|12
4sr 6310| 90114
514|er| 64l10| 58| 9:
Tat hl
801175: 110110 166|15
804/71 ' 108 wol 2120
824|73! 89| &amp;amp; .__-376/

 100
368| 100

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2023| 381431
7! ale 651431 al
65149 | 30l22\ 39l29} 134/200
72189 Sal 801431 som
5526| 35117" 209| 2100|
6221| 5518 zo10
104|34 slır 308| 200°
m
204 100

IT

1928

640/100)
636| 100 |

1929|

111 f

1928

1026| 100|
1077|100\

ı'

71929

|;

I
|

1928
1929

12 100
1122| 100

ins- j |
‚gesamt

1928
1929

439/76 501° oh
462\77| 52] 9' 82114

579/100
596 100

30, 6.
1929
In 1000 RM.
RA RIM 60 521
25 956

30. 6.
1928 1929
In 1000 RM.
Gesamtvermögen 11126 10701
Gesamtschulden 5 563 6272

Gesamtvermögen _
Gesamtschulden 25 4#'

| Entwicklung.
Vermögen . . .—0,2%
Verschuldung . . + 2.07%

Entwicklung:
Vermögen ...-—3,8%
Verschuldung . .+ 12,7%

: „30. 8.
8 1929
Prozentsatz der
Verschuldung ... 42% 48%
Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 579 596
Zinsendienst .. 56 58
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 793 817
Zinsendienst .. 77 79

30, 6,
1928 1929
Prozentsatz der
Verschuldung ... 50% 59%
Je ha Gesamtfläche: RM.
Verschuldung . 181 204
Zinsendienst .. 20 23
Je ha Nutzfläche:
Verschuldung . 210 237
Zinsendienst .. 24 27

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

Pa
        <pb n="57" />
        Die Verschiebung innerhalb der Bonitätsgruppen.
Die mehr oder minder starke Schuldenzu- oder -abnahme machte
eine Umgliederung der Betriebe nach Bonitätsgruppen zum 30. Juni
1929 notwendig. Die im ganzen abgleitende Tendenz der Betriebe
wird auch hier deutlich: die folgenden Tabellen und graphischen
Darstellungen zeigen in den einzelnen Landesteilen meist eine zahlenmäßige
 Verringerung der Betriebe in den Gruppen I und II und eine
Zunahme in den Bonitätsgruppen IH und IV. Aus der Kennzeichnung
 der Stammbetriebe, d. h. derjenigen, die bei beiden Verschuldungserhebungen
 in die gleiche Bonitätsgruppe eingereiht
werden konnten, wird die im einzelnen vorhandene Gegenentwicklung,
d. h. das Aufsteigen einzelner Betriebe zu einer höheren Bonitätsgruppe,
 ersichtlich. Diese erfolgte vornehmlich bei den Betrieben,
die am 30, Juni 1928 zu den geringst verschuldeten einer schlechteren
Bonitätsgruppe zählten und im Wirtschaftsjahr 1928/29 mit gutem
Erfolge, der sich in einer Schuldensenkung ausdrückte, arbeiten
konnten.

50
        <pb n="58" />
        Besetzung der Bonitätsgruppen am 30. 6. 1928 und 30. 6. 1929 in den Landesteilen

Bon.-Gruppe


Ostpreußen Grenzmark Pommern | Mecklenburg | Brandenburg
30. 6. joa 30, 6. sun 30. 6. [Scamm- 30, 6. ja 30, 6. [Siamm-1928:
 7929 | betr.*) 11928: 7929 | betr.*) ' 1928 : 7929 | betr.*)' 1928 : 7929 | betr.) 1928 : 7929 | betr.)

Niederschlesien
30, 6. [Stamm
1928 : 1929 | betr.*)

Eigenbetriebe

310

308)

291 |

60
12° 9

56

278 }
205° 1C) 146
91 92 | 63
959: 287

300;

76

IX
III

294 ı
160. 95 |
370: 958)

29

23

4

2

14

[V

98! 35

8

29: 380

zus. | 1045‘ 7045! 887 | 131: 781 | 111 [ 855 : 855 | 733 | 163° 168

206 '

9N7

69
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2
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73:
23
39:

7)
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1

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17

19 :

75
29

7

42

36

en

| 148 | 341 : 341 | 309 | 155} 165 | 135

Pachtbetriebe

x
vw.
nl

881
Tu

zus, | 150. 150

*) Stammbetriebe

7

3}

36 :

57

4.)

u“

22
837

14
15
27: 24
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15

Du

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20

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25:
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38: #52

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108 : 157

"7

2938

30 -

3

4

ı 100

1

232 : 232 | 181 | 166: 166 | 122 | 106: 106 | 70 | 84 : 84| 59

= Betriebe, die bei den Erhebungen zum 30. 6. 1928 und 30. 6. 1929 in der gleichen Bonitätsgruppe eingegliedert sind.

13
12
16
18
        <pb n="59" />
        Besetzung der _Bonitätsgruppen am 30.07. 28. und SOXT23. in den landesreilen
„Ostpreußen
7095 Ergen -Betriebe

Grenmzmark
137 FEigen-Betriebe

FPOTUTEeCN
855 Eigen-Betriebe

aH
Sn

WC

K
&amp;amp;

x

LA
vr

50 Facht-Betrebe

SF

Facht-Betriebe

U

YA

232 Pacht-Berriebe

vom Vergleich
DUSGENOMMEN

.
wo
5 |

Erklärung:

3 £rhebung z.S0OIT. 28

DO Erhebung 7.30.3123

Bammbetriebe

VE
        <pb n="60" />
        x
c

ei]

r

Pe

Besetzung. der Domtaitsgruggen am SOHT. 28. und SIMT.24. in den Landestelen
Nieder-Schlesien
755 Eigen-Betriebe

Brandenburg
ZA 347 Eigen-Betriebe

Va

Va

AT

F/A

165. Pacht-Betriebe

656 Pacht-Berriebe

S%* Pacht-Betriebe

ul

nal

a

ETKIÖrung:

BB £rhebung z.50.X7. ZB. D£hebung z.50.37.8.

Sammbeltriebe

Z.ZAÄSOITZT
        <pb n="61" />
        Die Entwicklung des Zinsendienstes nach Bonitätsgruppen.
Die Zinsbedingungen haben in der zur Rede stehenden Periode
kaum eine Erleichterung erfahren. Wenn auch die Diskontsätze
Schwankungen ‘unterworfen waren, so sind doch die Mittelwerte der
für den letzten Kreditnehmer gültigen Zinssätze mit den bei der
ersten Verschuldungserhebung errechneten etwa gleich geblieben. Die
Schwankungen des Zinsendienstes in den Bonitätsgruppen sind im
wesentlichen durch die Abwanderung von Betrieben in andere
Bonitätsgruppen bedingt.
Die Zinsintervalle zwischen den Bonitätsgruppen bedürfen keiner
Erläuterung. Die absolut niedrigsten Belastungen finden sich in der
Grenzmark, die höchsten in Niederschlesien. Unter Berücksichtigung
der Tragfähigkeit dieses Kapitaldienstes erscheint trotzdem die Lage
in der Grenzmark am bedrohlichsten, in Niederschlesien am wenigsten
gefährdet.
Die aus den folgenden Graphiken ersichtlichen Schwankungen
zwischen den Zinssätzen je ha Gesamt- und Nutzfläche in Mecklenburg,
 Niederschlesien, Pommern und Brandenburg kennzeichnen die
Gebiete mit großem Waldareal. Der Zinsendienst der Pachtbetriebe
ist auf dem Fundament der provinzdurchschnittlichen Pachtquote
aufgebaut.
Die Gesamtzinslasten der Pachtbetriebe sind — besonders in
den schlechteren Bonitätsgruppen — geringer als die der Eigenbetriebe.


rn

FH
        <pb n="62" />
        Die Zinsbelastung je ha nach Bonitätsgruppen in den Landestellen am 3028 und 30.1729,
Ostpreußen Grenzmark Pommern
RM/ha Eigen -Belriebe RU

?Mha
50

N

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I A gi
A 85 A 8
m Cem A 8 ) a
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6. 8 U PB A| am
0 2 a A u

3

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Facht -Betriebe

100

Vom
Vergleich
DUSGENOMMEN

m
ZA
„aA EB S
A aa AS
Vi Ca Ha SP
a 5 A H Hd N

eo

A
ErKlärung:

Aka
2 * zZ I dx
Zinsbelastung 1928 Zinsbelastumg 2929
MulzflE he! NutzfiEH
RMiry* Gesamtfl RMyper
&amp;gt; RMlha

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az a „DD ie

yrechschniflicher
Pachtuns
        <pb n="63" />
        Die Zinsbelastung je ha nach Bomitätsgrungen in den Landesteilen am 30H 28 und 30T29.
Mecklenburg Brondenburqg ‘Nieder-Schlesien
BEI Eigen -Belriebe RMlha

RM/ha
AM

DO

al

“ &amp;gt;

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Pacht-Betriebe

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ErfdÄrung:

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Zinsbelastung 2928  Zinsbelastung TIE3
Vulzfidche Nutzf{äche
Hülhn * "Gesamffl Al Bcesamtr
RM/ha RMiha

RM/hna

YA

jo

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m MY En - 3 .

Durchschnitflicher
Pachtrins
        <pb n="64" />
        Die Schuldenzunahme bzw. -abnahme bei den Einzelbetrieben.
Eine Auflösung der verhältnismäßig wenig bedrohlichen Durchschnittszahlen
 der Schuldenzunahme in die Ziffern der. Einzelbetriebe
 zeigt außerordentliche Schwankungen. Betrachtet man die
Schuldenentwicklung der Einzelbetriebe vom 30. 6. 1928 zum
30. 6. 1929, so zeigt sich, daß diese im letzten Jahre nicht ausschließlich
 von dem Verschuldungsgrad abhängig gewesen ist, also
nicht allein vom Zinsendienst beeinflußt wurde, Zwar überwiegen
in den Bonitätsgruppen I und II diejenigen Betriebe, denen es
möglich war, ihren Kapitaldienst zu leisten; doch finden sich in den
genannten Bonitätsgruppen Betriebe, die mit starken Verlusten
gearbeitet haben, ebenso wie auch in den Bonitätsgruppen 111 und IV
solche, die ihren Zins- oder Pacht- und Zinsverpflichtungen gerecht
werden konnten.

Am auffallendsten ist die relativ hohe Anzahl der rentierenden
Betriebe der Bonitätsgruppe IV und die der verlustbringenden in
Bonitätsgruppe I. Nach den Beobachtungen der Preußenkasse ist,
wie es auch bei der Besprechung der Ortstaxen näher ausgeführt wird,
bei einem Teil der Intensivwirtschaften in den Deflationsjahren eine
Verschuldung eingetreten, die zu ernsten Besorgnissen Anlaß gab,
Durch Rationalisierung des Produktionsapparates ist es manchen
tüchtigen Betriebsleitern aber gelungen, die Verschuldungsentwicklung
 abzufangen und ausreichend hohe Reinerträge herauszuwirtschaften.


Entgegengesetzt ist die Entwicklung bei einem Teil der I-Betriebe
verlaufen. In dem Bestreben, jegliche Verschuldung bei den Zinssätzen
 der Deflationsjahre tunlichst zu vermeiden, ist seit Jahren aus
der Substanz gewirtschaftet worden. Dieser anhaltende Sparbau
drückt sich naturgemäß in einer Schwächung der Produktionskraft und
der Funktionsfähigkeit des Wirtschaftsapparates aus, so daß letzten
Endes das Eingehen neuer Schuldverpflichtungen unvermeidlich wird.
Der Anteil der so charakterisierten Betriebe ist gering, doch kann
diesen trotz unwesentlicher Verschuldung andevastierten Betrieben
keine günstige Prognose gestellt werden. Die zur Wiederschaffung
einer normalen Ertragsfähigkeit notwendigen Aufwendungen werden
vielfach so hoch sein, daß eine Überschuldung die Folge ist.
Das Bild, das sich in den dargestellten Bezirken auf Grund der
erfaßten Betriebe ergibt, wird von der Preußenkasse bis auf Nieder-71
        <pb n="65" />
        schlesien als symptomatisch für die Lage in den östlichen Landesteilen
 angesehen. ;
Die Schwankungsgrenzen von Überschuß- und Verlustbetrieben
sind bei den Pachtbetrieben engere als bei den Eigenbetrieben. In
den nachfolgenden Graphiken gruppieren sich die Pachtbetriebe
näher um die Nullinie, während die Abweichungen nach oben und
unten bei den Eigenbetrieben sehr viel größere sind. Extreme Ausschläge
 in der Entschuldungskurve sind auf die Realisierung
sonstiger Vermögenswerte und die dadurch möglich gewordene
überetatsmäßige Abbürdung von Schulden zurückzuführen. Ebenso
wirken sich auf den Bildern in Einzelfällen Neuinvestitionen bzw.
Zukäufe als Mehrverschuldung aus, Das Cesamtergebnis wird
dadurch nicht berührt.
Die graphischen Darstellungen für die einzelnen Landesteile zeigen
getrennt die Eigen- und Pachtbetriebe -— nach den Bonitätsgruppen
zum 30. Juni 1928 gegliedert —, innerhalb der Bonitätsgruppen
wiederum geordnet und nebeneinander gereiht nach dem Ausmaß
der Schuldenab- bzw. -zunahme je Hektar Gesamtfläche im Wirtschaftsjahr
 1928/29,
Auf der Grundlinie ist jeweils die Anzahl der zum Vergleich
herangezogenen Betriebe abgetragen, die Anzahl dieser Betriebe
ist für jede Provinz gleich 100 gesetzt. Oberhalb der Mittellinie
ist die Schuldenabnahme je. Hektar abgestuft, unter der Mittellinie
liegen die Werte der Schuldenzunahme.
Die Tendenz der gleichen Bonitätsgruppen ist in den verschiedenen
 Landesteilen verhältnismäßig einheitlich,
Ein Bild über die Gesamtentwicklung in den östlichen Landesteilen
 vermittelt eine das ganze Gebiet in Bonitätsgruppen zusammenfassende
 Graphik*).
Eine Ergänzung, die vor allem die Bedeutung und das Gewicht
der Krise in den einzelnen Bezirken erläutert, bringt die Darstellung
nach Landesteilen **) ohne Berücksichtigung der Bonitätsgruppengliederung.


*) 3. Seite 85.
*%) S. Seite 87.

a
        <pb n="66" />
        Ostpreußen
Schuldenab- und “zunahme je ha vom 30.37.28. zum 30.XL 29. nach Bonitätsgruppen
_Eigen-Betrriebe
T

AM Ihn
20%

vr

100

2

Pacht-Betriebe
RM/ha I MW MW MV
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Zahl der Betriebe

Erklärung:
JM -R-  ryppe

‚Schulden:
07 abnahr
+ Schul
ZUNARMK

1038

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79
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„.. «Bahl der Betriebe

Sn

200}
2

8 2 009 0
Dahl der Betriebe
        <pb n="67" />
        Grenzmark
Schuldenab- und -zunahme je ha vom 30.37.28. zum 30.VE29.. nach Bonitätsgrußppen
Eigen-Betriebe

herr
WM

7

7

U

00

Pacht-Berriebe
„om Vergleich ausgenommen.

50
Zahl der Betriebe
Erklärung:
TI nn

 Schuldem
= abnahm‘
+ „Shulden:
2unahrnt

„... 2 Pohl der Betriebe

3
        <pb n="68" />
        FORMEN
Schuldenab- und -zunahme je ha vom 30.37.28. zum 30.X1.29. nach Bonmitatsgruppen
Eigen-Betriebe
XI MT

?M/ha
200=OL



vr

Por
A

RM
200

Darht-Betriebe
N

Zahl der Betriebe

Erklärung:
TITAN - Par Gruppe

Schulden:
.. 2önahm“
Schulden:
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e Zahl der Berriebe

an

1.8.A30XT23.

*
Zahl der Betriebe
        <pb n="69" />
        Mecklenburg /
‚Schuldenab- und -zunahme je ha, vom 30.77.28. zum 30.77.29. nach Bonitätsgrugpen
‚Eigen-Beiriebe

RM {ha
200-Hi



WA

OO

PP

CA
Zahl der Betriebe
Pacht-Betriebe

KM/H
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Zahl der Betriebe
Erklärung stehe Verseits

LA SOHTES
        <pb n="70" />
        LVONTENÖUNG
‚Schuldenab- und -zunahme } ha vom 30.37.28. zum 30.71.29. nach Bonitärsgruppen
_Eigen-Berriebe

AM Iha
200

7

FE

OO

er

RM/ha
200

7

Pacht-Beiriebe
Mr

Zahl der Betriebe

Erklärung:
TI 2 Gruppe

Schulden
‚_ e6pahır
ı Schulden
2unahm.

_.. = Zahl der Beiriebe

Sn
ja

Zahl der Batriebe

EA SORTE
        <pb n="71" />
        Meder -Shlesien
‚Schuldenab- und -zunahme je ha vom 30.27.28. zum 30.21.29. nach Bonitätsgrunpen
Eigen-Betriebe

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nn

UF

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"2Q

Ri
390

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Pacht-Berriebe

ID

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Zahl der Betriebe

Erklärung:
TEE P7- Ra rag
Schulden:
7 bnahm
+ Schulter»
ZUPaEHNe

u... = DC dar Batrisbe

SL
55 |

wo
Dahl der Berriebe

KAZEHR
        <pb n="72" />
        Schuldenab-und -zunahme je ha vom SANL28. zum SOHL29 nach Bonifälsgrunpen im Gesamlqgebret
Eigen - Betriebe
MN X I

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200

DR

IT

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Mr:

schf-Beiriebe
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Zahl der Betriebe

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Erklärung:
N

- KUREN
pie
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 zunahme

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Gesamtgebret=Ostpreußen

Grenzmark
Ponmern

Mecklenburg
Brandenburg
Meder-Schlesien

«Zahl der Betriebs

ON
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N

x

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Zahl der Defriebe
        <pb n="73" />
        Schuldenab- und -zunahme Je ha vom 30.XT. 28. zum 30.129. ın den Landesteilen
Eigen - Betriebe
BB &amp;gt; “dd

RM [ha
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N

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Mh
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Facht-Betriebe
7 dielf

1036 1167
Zahl der Betriebe

Erklärung:

Schulden”
gi
+ Schulden-ZUNAÄME


2070

‚a= Ostpreußen
b=Grenzmark
C=Fommern

x

dog BD

d=Mecklenburg
£ "Brandenburg
£=WNieder-Schlesien

1. m Zahl der Betriebe

06)
_

VE

)
        <pb n="74" />
        Entwicklung und Streuung der Verschuldung nach Bonitätsgruppen
und Einzelbhbetrieben.

Das durch die vorgezeigte Entwicklung der Schulden entworfene
Bild bedarf einer Ergänzung durch Einbeziehung der Vermögenswerte,
 da letzten Endes für die Situation der Betriebe das Verhältnis
 von Eigen- zum Fremdkapital entscheidend ist. Die Ergebnisse
 in Zahlen*) erweisen, daß die Anzahl der Betriebsgruppen,
bei denen auch das Vermögen eine wesentliche Verschiebung erfahren
 hat, gering ist.
Am deutlichsten demonstrieren diese Entwicklung die folgenden
Bilder **), in denen die Verschuldungslage der Einzelbetriebe am
30. Juni 1928 und 30. Juni 1929 dargestellt ist. Die schwarzen
Punkte zeigen den Verschuldungsgrad am 30. Juni 1928, dig Kreise
den vom 30. Juni 1929, Die schwarzen Punkte sind progressiv
geordnet und zeigen sich in den dicht besetzten Landesteilen als
schwarze Linie. Der senkrecht zur Grundlinie über bzw. unter dem
als schwarzen Punkt dargestellten Betrieb liegende Kreis zeigt den
Verschuldungsgrad des gleichen Betriebes am 30. Juni 1929,
Sämtliche Kreise, die sich oberhalb der Punktreihe befinden,
gehören also zu Betrieben, die im Jahre 1928/29 einen höheren Verschuldungsgrad
 erreicht, also ihre Situation verschlechtert haben. Die
unter der Punktreihe liegenden Kreise zeigen dagegen solche Wirtschaften,
 denen eine teilweise Entschuldung im Jahre 1928/29
gelungen ist.
Die Lage der Kreise zur Punktreihe zeigt, daß die mit positivem
Wirtschaftsergebnis arbeitenden Betriebe auch in den schlechteren
Bonitätsegruppen zu finden sind.

*) S. Seite 91—94,
*%*) S. Seite 95—105.

29
        <pb n="75" />
        Ergebnisse in Zahlen:

Entwicklung der durchschnittlichen Verschuldung
 gleicher Betriebe vom 30.6.1928
zum 30. 6. 1929 nach Bonitätsgruppen in
den Landesteilen

a) Ostpreußen
b) Grenzmark
c) Pommern
d) Mecklenburg
e) Brandenburg
f) Niederschlesien

5X
        <pb n="76" />
        a) Ostpreußen

Bon.-Gr.

30, 6,
1928

Zahl der
Betriebe

es Gesamt-Gesantvermögen
 schulden
RM)ha RM/ha ©)
30. 6. 30. 6.
1928 | 7929 1928 | 1929

Schulden-

 oder
abnahme‘
(+od.—)
RM hat)

Durchschn.
Prozentsatz
d. Verschuld.
30, 6.
1928 | 1929

Eivoenhe---*ahe

A
II
II

II
1ır

310 1.098
364 1133
152 1040
219 970

792 + 5! 26 | 26
1 10° | +13 | 51 | 62
104: +37 | 65 | 68
974 A 44 R4 88
1070 | 1077 ‘* 538 | 558 | +20 | 50 | 82

1 045

Das

)

"

ebe

26

418 369 79 | 84
359 333 143 155
320 | 288 193 272
90 | 254 254 992
 } 387 | 307 \ı73 | z77

19 | 23
40 | 47
60 74
108_
51 | 617

b) Grenzmark

Bon.-Gr.

30, 6.
19928

Zahl der
Betriebe

Gesamtvermögen
RM/ha ®)
30. 6.
1928 | 1929

Gesamtschulden

RMi)ha *)
30, 6.
1928 | 1929

I Schul- Durchschn.
' den- Prozentsatz
Zzu- oder gq Verschuld.
Sean 30. 6.
Chad) 1928 | 1929

Ficocen hatrriebhe

11
IIT
IV

60
31

151

7738 778
850 845
887 | 888
2739 yo

WQRQ 0 786

+ 2 [| 29 | 29
+38 | 51 | 55
+39 | 66 | 71
‘29 "100 | 205
"405 | 423 ) +18 | 51 | 54

Pachtbetriebe
(Vom Vergleich ausgenommen)

*) Auf Gesamtfläche bezogen.

3
        <pb n="77" />
        c)_ Pommern

Bon.-Gr.

30, 6.
1928

Zahl der
Betriebe

II
II
37

300
205
91
9x0

Qa55

21

24
36

39

Bon.-Gr.
 ı Zahl der
30. 6. ! Betriebe
1928

m Gesamt-Gesamtwermögen
 schulden
RM/ha ) RM/ha *)
30. 6. ) 30.6.
1928 ! 1929 ! 1928 | 7929

Schulm
 Durchschn.
zU- O d rozentsatz
A Sr d. Verschuld
k x od.—) * 6.
RM/hatl 1928 | 7929

Eisen" e"riabe
243 | 244
442 464
524 ] 555
735 7792
870 | 431 | 449
3aha

929
392
804
ma

+ 1ı| 26 | 26
+22 | 50 | 52
+31 | 65 | 69
AL 37 95 ! 101
| +18 1) 49 | 52

Q792

23 | 24
41 | 45
ae 67
771
260 | 286 | +26 | 68 | 76
d) Freistaaten Mecklenburg

106
8
ar.o

Gesamtvermögen
RM /ha *)
30, 6.
19% | 19920

Gesamtschulden

RM/ha 9)
30. 6.
1928 | 1929

Schulden-

 oder
Eönahmel
(+0od.—JI
RM hat)

Durchschn.
Prozentsatz
d. Verschuld.
30. 6.
1928 | 1929

Eirenherriehe

I 76 1.205 1201 325 | + 5) 27 | 27
II 46 * 1245 1253 633 " +15 | 50 | 51
UI 12 1.078 1076 730 35 | 64 ' 68
7. 90 90a | 997 950 AR 9 95
163 *" ıı82 | zı82 ) 498 | 5121| +14 | 42 | 48

4
II
LT
Tu

Dacht

”

as

367 368 | 78 7 2 | 21 | 27
392 382 ‘ 167 167 ) 43 | 44
345 329 21 289 61 | 73
u 229 280 | 308 +28 95 | 107
ı 166 | 346 | 338 | 192 | 207 | +15 | 55 | 61
*) Auf Gesamtfläche bezogen.

37
        <pb n="78" />
        e) Brandenburg

Bon.-Gr.

30, 6,
1928

Zahl der
Betriebe

s Gesamt-Gesamtvermögen
 schulden
RM/ha ) . RM /ha *)
| 30. 6. | 30, 6,
1928 | 1929 [11928 | 7929

Schulden-

 oder
bnahme
(+0d.—)}
RM /ha*)

Durchschn,
Prozentsatz
d, Verschuld,
30, 6.
1928 | 7929

-be
I 206 1141 1187 280 | 290
II 73 1097 1094 530 | 539
II 23 886 ı 892 576 | 592
IV 39 970 * 973 815 ' 871
341 I 1099 | 7096 | 402 | 416 | +1
DBDachthe--iehe

Eimonk-«-I

 +10
"+ 9
36
"58

25 | 25
48 | 49
| 65 | 66
84 | 90
‚3 37 | 38

La
u
I
a

485 485
383 881
319 8 ; 294
324 312
1066 | 371 | 362

+14 | 18 | 27
+21 | 41 | 46
+30 I 60 | 75
+ 34 104 | 779
| 215 | 247 | + 26 | 58 | 67

88 | 102
156 277
192 222
a0 272

f) Niederschlesien

Bon.-Gr.

30, 6.
19928

Zahl der
Betriebe

Gesamt-Gesamtvermögen
 schulden
RM/ha ) RM /ha *)
30. 6, | A 30.6,
199% | 1929 * 19%8 | 1999

Sl Durchschn.
zu- oder Prozentsatz
(ger d. Yen ul,
(+od.—) 30.6
RM/ha*) 1928 | 1929

BEBirzen“--riebe

I
x
HI
IV

| 71381 372 — 3] 27 27
1272 621 —1ı19 | 50 | 49
1594 1087 +61 | 64 | 68
1.368 7294 +100 |! 82 ! 90
| m US DO
155 3 1878 | 1877 ) 5679| 5596| +17 | a2 lm

1377
1282
3 608
7 366

Pachthae*-="ahe

I 15
N 21
IN Fr
IV

477 82 Al — 1] 16 x
355 151 154 — 3] 4 |
320 185 | 234 49 | 60 | 73
299 301 | 326 +25 | 86 | 109
84 | 362 | 348 | 181 | 204 | } 23 | 50 1 09
*) Auf Gesamtfläche bezogen.

517 |
366
308
3ro

9.1
        <pb n="79" />
        Ostoreußen
Verschuldungsspanne der Einzelbetriebe vom 3OXT 28. zum 30.XT. 23

waffen TE

Eigen-Betriebe

BA a

PFacht-Betrieb”

vBetrie
3 3 BEInebe el en VErRSCHHÖUNGSCFOAES

der Def

Zehl der Betriehe

=S | LEHIGr ung. Verschuldungsgrade der Einzelbetriebe am d0ONI.E8 =» am 30.11.29 =
        <pb n="80" />
        Grenzmark_
Verschuldungsspanne der Einzelbetriebe vom 301.28. zum 30.W. 23.

Eigen-Betriebe

vi

Ro

Pacht-Betriebe
vom Vergleich QUSgeENoMMeN

Ger

Zahl der Betriebe

1

ErAIlärungt?

Verschuldungsarade dern Einzelbetriebe am 30.11.28 == om 30.21.28 =

ZZ
WELT
        <pb n="81" />
        Pommerb
Verschuldungsspanne der Einzelbetriebe vom 30XT. 28. zum 30.XT. 29.

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WO

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Eigen Betriebe

Zen

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BA

Pacht- Betni- 4

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‚5

ErAlärung:_

Zahl der Betriehe

Verschuldungsgrade den Einzelbetriebe am 30.128 =

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0 As
Zahl dern Betriebe

TE TEE
        <pb n="82" />
        Mecklenburg_
Verschuldungsspanne der Einzelbetriebe vom 30.XT.28. zum 30. W.23.

_Eigen-Betriebe

Pachrt-Beftriebe

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700°

Gefahren von

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Zahl der Betriebe

Verschuldungsgrade der Einzelbetriebe am 3.W.28= 6

am 30.17.23 =

Zahl den Betriebe

7a

ZERO)
        <pb n="83" />
        Brandenburg
Verschuldungsspanne der Einzelbetriebe vom 30.1. 28. zum 30,X1.23.

_Eigen-Betriebe

Pacht-Betriebe

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Erklärung:

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Zahl der Betriebe

Verschuldungsgrade der Einzelbetriebe am 30.W.28.=*

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Zahl der Betriebe
        <pb n="84" />
        Nieder- ‚Schlesien
Verschuldungsspanne der Einzelbetriebe vom 30.X1.28. zum 30.29.

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EEKIärung:

Eigen--Betrieb:

Zahl den Betriebe

Verschuldungsgrade der Einzelberriebe am dOM.28=0

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am 30.M.23°

Pacht-Betriebe

Zahl den Betriebe

784 29)
        <pb n="85" />
        IL Die Ergebnisse des _Ortstaxwesens.

1. Allgemeines.

Die Preußenkasse begann am 1. Februar 1928 mit dem Aufbau
einer individuellen Betriebskontrolle, welche die. allmähliche Abkehr
der genossenschaftlichen Kreditgewährung von der traditionellen,
unter den Nachkriegsverhältnissen unhaltbar gewordenen Pauschalierung
 einleitete und die‘ Kreditpolitik nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten zu ordnen half. Diese für den Östlich der Elbe
gelegenen Teil des Reichs geschaffene, durch landwirtschaftliche
Sachverständige ausgeübte Betriebskontrolle ist in der Zwischenzeit
zu einem organischen Glied des genossenschaftlichen Kreditsystems
geworden. Sie erscheint heute auch den Kreisen als eine notwendige
und sinnvolle Einrichtung, die sie bei ihrer Begründung aufs schärfste
bekämpft haben.

Die von den landwirtschaftlichen Sachverständigen getroffenen
Feststellungen und die von diesen gewonnenen Urteile werden in
einheitlich aufgebauten Gutachten über den KEinzelbetrieb ‘den
Genossenschaften durch die Verbandskassen zugänglich gemacht.
Diese Berichte bilden gleichzeitig mit den Erfahrungen und
Informationen der Sachverständigen eine wertvolle Ergänzung der
Verschuldungserhebungen.

Von der Preußenkasse wurden bis Ende März 1930 insgesamt
ca. 3500 Betriebe durch Ortstaxen auf Rentabilität, Umfang und
Relation von Eigen- zum Fremdkapital, ihren Bewirtschaftungszustand
 sowie das Kreditrisiko — z. T. mehrfach — untersucht.
Das Material von 2213 Betrieben war nach Stichtag und
Inhalt für eine Auswertung in der vorliegenden Arbeit verwendbar.
Zur Gegenüberstellung mit den Erhebungszahlen wurden die Ortstaxunterlagen
 derjenigen Betriebe ‚herangezogen, bei deren Besichtigung
 jeweils der Bilanzstatus zum 30. Juni erfaßt war.

107
        <pb n="86" />
        Soweit die bei den Ortsbesichtigungen aufgestellten Voranschläge
 zugrunde gelegt sind, mußte der Ausschnitt auf die
Betriebsgutachten mit einem vollen Überblick für das Wirtschaftsjahr
1928/29 beschränkt werden.

2. Vergleich der Erhebungs- und Ortstaxwerte.

Eine Gegenüberstellung des Gesamtvermögens und der Gesamtverbindlichkeiten
 nach Erhebung und Ortstaxe zeigt die weitgehende
 Übereinstimmung der ermittelten Werte bei 1044 Ortsbesichtigungen,
 die sich um den 30. Juni 1928 gruppieren, ebenso
wie an 912 Betrieben, bei deren Besichtigung der Schuldenstand
zum Stichtag der dritten Erhebung festgestellt wurde.

Für den letzterwähnten Ausschnitt ergeben sich zwischen den
korrespondierenden Werten folgende Relationen:

Gebiet

Ostpreußen ...
Grenzmark....
Pommern .....
Mecklenburg ..
Brandenburg ..
Niederschlesien

Zahl der
Betriebe

231
44
215
48
47
26

Eigenbetriebe

Pachtbetriebe .

Schul- Verden
 mögen

Schul- | Verden
 | mögen

sind It. Ortstaxe +%% v. Angaben der
Verschuldungserhebung z. 20.6.1926

Zahl der
Betriebe

+ 0,5
— 0,9
+ 1,6
— 2,2
—3,5
— 9.0

— 28,7
— 13,5
—10,5
— 27,8
— 25,2
— 91.1

+3,0
—8,2
—1,8
+0,2
—0,9 |
+16

—21
+15
—1,4
+3,0
—6,7
— 0.7

51
3
115
54
46
32

|

Durchschnitt wi. | 611 | + 0,05 — 18,7 | — 0,7 1,5 | a0E

Die Verschuldung ist durch die Erhebung also mit großer
Genauigkeit ermittelt worden.

Ebenso ist die Diskrepanz beim Vermögen der Pachtbetriebe
 nach Erhebung und Ortstaxe außerordentlich gering.
Die größeren Vermögens differenzen bei den Eigenbetrieben
 erklären sich zwangsläufig aus der gedrückten Lage des

108
        <pb n="87" />
        Gütermarktes. Die berichtigten Wehrbeitragswerte können in den
krisenanfälligen Gebieten nicht mehr den heutigen Verkaufswerten
gleichgesetzt werden; an diesen gemessen, stellen sie eine Überbewertung
 dar. Die sich aus den Ortstaxen der Eigenbetriebe ergebenden
 Abweichungen beruhen zumeist auf der durch die
Differenz zwischen berichtigtem Wehrbeitragswert und Taxwert bedingten
 Verengung des Verhältnisses vom Eigen- zum Fremdkapital;
tatsächlich ist die Vermögenslage dieser Betriebe ungünstiger als es
aus den Verschuldungserhebungen hervorgeht.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt die durchschnittliche Verschuldung
 der untersuchten Betriebe nach Erhebung und Ortstaxe.

Gebiet

Ostpreußen .......
Grenzmark .......
Pommern......... ,
Mecklenburg ..... |
Brandenburg. .....
Niederschlesien ..-Gesamt-

 .... |

Eigenbetriebe | Pachtbetriebe
durchschnittlicher Verschuldungsgrad
nach nach
Erhebung | Ortstaxe Erhebung | Ortstaxe
% % % %

66
75
80
61
64
78

92
386
90
83
32
7

86
115
113
88
95
w/

91
104
112
85
101
Me

Oo

IC

07

OR

Im Gegensatz zu einer Reihe von anderen Stellen, die bei der
Veröffentlichung von Verschuldungszahlen (bei der Unmöglichkeit,
die Werte der Betriebe, wie es die Preußische Zentralgenossenschaftskasse
 in großem Umfange getan hat, durch Individualtaxen
festzustellen) den Einheitswert als Vermögen zugrunde gelegt haben,
sind die Fernerhebungen der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse
auf den berichtigten Wehrbeitragswert als Vermögensmaßstab abgestellt.


Bei Gegenüberstellung der Tax- und Steuerwerte der bis zum
Juli 1929 Oortsbesichtigten Eigenbetriebe ergeben sich in den
einzelnen Landesteilen folgende Hektarbeträge für die berichtigten

iO
        <pb n="88" />
        Wehrbeitragswerte, die Einheitswerte für 1925 und die Normalund
 Krisenwerte als Taxwerte der Preußenkasse.

Gebiet

Ber.
Wehrb.
Wert
RM /ha*)

„nh.
Wert
1925
RM ha*)

Ostpreußen ...
Grenzmark ...
Pommern.....
Mecklenburg .
Brandenburg. .
Niederschlesien

997
766
842
17
996
1 408

502
515
573
749
626
1 1923

Gesamt- |
durchschnitt . 955 | 600

Norm.-Wert


Krisen-Wert

RMi/ha*)

RM /hatı

888
731
787
945
903
| 258

736
621
693
779
752
| 096

864 | 736

Ber.W.W.. Einheits-=
 % vom'wert 1925
Normal- = % vom
wert Normalw.

212,3
104,8
107,0
118,2
110,3
19

56,5
70,5
72,8
79,8
69,8
89,3

] 110,5 | 69,4

*) Auf die Gesamtfläche bezogen.

Diese Zahlen bestätigen die Auffassung der‘ Preußenkasse, daß
die berichtigten Wehrbeitragswerte auch zur Zeit noch einen besseren
Anhalt für das landwirtschaftliche Vermögen geben als die Einheitswerte
 von 1925, wenngleich sie gegenüber den Taxwerten nur rohe
Annäherungszahlen darstellen, Wenn in Pommern, insbesondere den
östlichen Teilen der Provinz, und der Grenzmark die Abweichungen
der heutigen Verkehrswerte von den berichtigten Wehrbeitragswerten
geringer sind als in den übrigen Gebieten, so hat dies seinen Grund
nicht so sehr in einer abweichenden Bewegung des Gütermarktes als
in dem Entgegenkommen, das die Finanzbehörden 1924 den Grenzbezirken
 bei der Festsetzung der berichtigten Wehrbeitragswerte
bewiesen.

Die Einheitswerte von 1925 differieren in ihrem Durchschnittsniveau
 stark von den Marktwerten. Die Einheitswerte sind aber nicht
nur wegen ihrer Wertebene ein unzulänglicher Maßstab, sondern
machen eine vergleichsweise Heranziehung insonderheit deswegen
unmöglich, weil die Abweichungen im Einzelfall außerordentlich verschieden
 sind und gleichmäßige Zuschläge zu den Einheitswerten
keine Gewähr für eine Annäherung an die tatsächlichen Verhältnisse
bieten.

10
        <pb n="89" />
        Dagegen wiederholt sich die durchschnittliche Relation zwischen
Normalwert und berichtigtem Wehrbeitragswert im großen und
ganzen auch bei den einzelnen Betrieben.

3. Entwicklungstendenz der ortsbesichtigten Betriebe.

Die Ortstaxen bieten eine volle Bestätigung der Schlußfolgerungen
 aus den Vergleichsergebnissen der Verschuldungserhebungen.
 Die Kenntnis der Verschuldungshöhe allein gibt nicht
immer die Möglichkeit, die Entwicklungstendenz eines Betriebes mit
Sicherheit zu beurteilen; im großen Durchschnitt ist bei Eigen- und
Pachtbetrieben eine über 70prozentige Verschuldung (gemessen äm
Krisenwert zuzüglich sonstigem Vermögen) bedenklich; die daraus
resultierende Zinslast kann meist nicht getragen werden.
Daß Betriebe im einzelnen von dieser Regel abweichen, zeigen
die Ergebnisse der Ortstaxen, insbesondere der Voranschläge, deren
Treffsicherheit für die zurückliegende Zeit im laufenden Jahre vielfach
 nachgewiesen werden konnte. Diese Voranschläge für die
baren Einnahmen und Ausgaben sind unter Verwendung vorhandener
Buchführungsunterlagen vergangener Jahre und unter Hinzuziehung
der Betriebsleiter aufgestellt und im Laufe des Jahres durch Nachbesichtigungen
 und Besprechungen der landwirtschaftlichen Sachverständigen
 revidiert worden. Sie geben ein brauchbares Bild über
die Relationen zwischen Kapitaldienst und Wirtschaftsreinerträgen
gering- und hochverschuldeter Betriebe.
Wenngleich Abschlußergebnisse eine größere Beweiskraft
haben, so fehlt es doch an Zusammenstellungen von Buchabschlüssen
für das Gebiet dieser Untersuchungen, die in dieser Breite nach bestimmter
 Norm unter einheitlichen Gesichtspunkten bearbeitet
wären. Die bisherige Tätigkeit der Kreditkontrolle hat die Brauchbarkeit
 der Voranschläge für allgemeine Betrachtungen erwiesen.
Hinsichtlich der Rentabilitätslage des Einzelbetriebes hat die
Preußenkasse in Übereinstimmung mit dem Vorbericht des landwirtschaftlichen
 Unterausschusses der Enquete eine sehr weitgehende
Differenzierung festgestellt. Diese ist keineswegs rein regionaler Natur;
vielmehr befinden sich mit Erfolg wirtschaftende und abgleitende Betriebe
 gleicher Größengruppen häufig in erstaunlich enger Gemengelage.
 Ganz allgemein ist die Zahl der Reinertragsbetriebe*) seit 1924
trotz teilweise entgegenwirkender Konjunkturschwankungen gestiegen.

*) S. Erläuterungen Seite 145.

11
        <pb n="90" />
        Die Ursachen liegen im wesentlichen in der mehr oder minder
zweckmäßigen Organisation und Führung der einzelnen Wirtschaften.
Die folgenden Tabellen zeigen die Beziehungen zwischen Verschuldungsgrad
 und Reinerträgen der untersuchten Betriebe im Wirtschaftsjahr
 1928/29. Innerhalb der „Rentengruppen‘“, d. h.
Gruppen von Betrieben mit Reinerträgen in bestimmtem Rahmen,
werden die Überschuß- und Verlustbetriebe *) ausgegliedert.

*)

S. Erläuterungen Seite 145.

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A
        <pb n="91" />
        Ergebnisse in Zahlen:

Gliederung der untersuchten Betriebe nach
Bonitäts- und Rentengruppen im Wirtschaftsjahr
 1928/29 in den Landesteilen

a) Ostpreußen
5) Grenzmark
c) Pommern
d) Mecklenburg
e) Brandenburg
f) Niederschlesien

118
        <pb n="92" />
        a) Ostpreußen

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ohne Rente
1— 206
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2
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3

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Pachtbetriebe

nicht ausgewertet

*) Auf landwirtschaftliche Nutzfläche bezogen.

111
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        c) Pommern

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*) Auf tandwirtschaftliche Nutzüsche bezoren.

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        e) Brandenburg

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Erfaßte Betriebe

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*) Auf landwirtschaftliche Nutzfläche bezogen.

116
        <pb n="95" />
        Um das Verständnis dieser Aufstellungen. und der hinter den
Zahlen. stehenden Entwicklungstendenzen zu erleichtern, wird die
Tabelle „Pommern-Eigenbetriebe‘“ näher erläutert.
Von 354 untersuchten Betrieben entfallen
5 auf Bonitätsgruppe I
19 , H
35 4
146 „ IV
149 .. V *)

a

Von den 69 Betrieben, die ohne Rente *) arbeiten, liegen
37 in Bonitätsgruppe V
22 IV
I
Mi

In der Betriebsführung dieser Wirtschaften zeigen sich trotz des
gleichen negativen finanziellen Ergebnisses grundlegende Unterschiede.
Den in Gruppe IV und V eingereihten Gütern ist es trotz der hohen
Aufwendungen, die sich in der heutigen Verschuldung spiegeln, nicht
gelungen, aus den Investitionen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

Bei den 5 Betrieben der Bonitätsgruppen I und II handelt es
sich um Wirtschaften, die es zu einer übermäßigen Verschuldung
bisher nicht haben kommen lassen, bei denen aber die Wirtschaftsgrundlagen
 durch übertriebene Sparsamkeit offensichtlich so geschädigt
sind, daß eine Rente nicht mehr erzielt wird und mit steigender Verschuldung
 zu rechnen ist.

In der Gruppe derjenigen Betriebe, die eine Rente zwischen
61 und 80 RM/ha erbringen, verteilen sich die untersuchten Betriebe
auf Bonitätsgruppen wie folgt:

| auf Bonitätsgruppe

9
20
28

Hy

1
H
HI
IV
V

*) S. Erläuterungen Seite 145.

117
        <pb n="96" />
        Es sind Betriebe mit einer für pommersche Verhältnisse ansehnlichen
 Rente, die freilich nicht in allen Fällen die Höhe der für
Pacht und Zinsen erforderlichen Leistungen erreicht. Der Betrieb
in der Bonitätsgruppe I hat entsprechend seiner geringen Verschuldung
 einen niedrigen Zinsendienst und ist bei der ansehnlichen
Rente ein ausgesprochener Überschußbetrieb.

Das gleiche gilt für den Betrieb der Gruppe II. In Gruppe 111
wird die Tendenz schon ungünstiger. Unter den 9 Betrieben sind
6 Wirtschaften, bei denen die Rente geringer ist als die Erfordernisse
für Kapitaldienst und Privataufwendungen. Aber trotz der sehr
ansehnlichen Verschuldung der Bonitätsgruppe III sind 3 Betriebe
in der Lage, Überschüsse über Pacht- und Zinsendienst hinaus abzuwerfen
 — die aufgenommenen Kredite sind also offenbar zweckmäßig
 verwendet worden.
Eindrucksvoller noch gestaltet sich das Bild bei den Betrieben
der Gruppe V. Trotz der hohen Verschuldung und den daraus
resultierenden Zinsquoten sind auch unter diesen noch 4 Wirtschaften,
die in der Lage sind, die Lasten zu tragen — es handelt sich meist
um solche Betriebe, die in Verkennung der Deflationserfordernisse zunächst
 erhebliche Schulden gemacht, diese Entwicklung aber beizeiten
abgestoppt und die Kredite zum großen Teil wirtschaftlichen und
konjunkturgerechten Zwecken nutzbar gemacht haben.
Besonders erwähnenswert ist die verhältnismäßig hohe Anzahl
von Überschußbetrieben in den Bonitätsgruppen IV und V bei der
höchsten Rentenstufe mit über 100 RM/ha. Von 30 Betrieben der
Bonitätsgruppe IV sind nur 9 Zuschußbetriebe, und auch von den
25 Betrieben der Gruppe V können 14 die Lasten aufbringen. Das
zuvor über die hochverschuldeten Betriebe der Rentengruppe „61 bis
80 RM/ha‘‘ Dargelegte findet in verstärktem Maße auf diese
Kategorie Anwendung.
Aus diesen Zahlen kann nicht etwa geschlossen werden, daß
die hohen Renten in den besseren Bonitätsgruppen I, II und II
seltener vorkommen: Das Ortstaxwesen konzentriert sich auf die höher
verschuldeten Betriebe, während in den oberen Bonitätsgruppen
Besichtigungen sehr viel seltener sind. Es ergibt sich vielmehr folgendes:
 Die Begründung von Überschuldungen mit „Fehlinvestitionen‘‘
 besteht in zahlreichen Fällen zu Recht. Wirtschaftliche
 Investitionen können zwar in vielen Fällen eine
Mehrung der Zinslast zur Folge haben, der die Mehrrente nicht ent-11
        <pb n="97" />
        spricht, sie werden sich aber stets ertragsteigernd auswirken. In Betrieben,
 die bei hoher Verschuldung keinerlei Rente bringen, sind die
Aufwendungen, wenn sie überhaupt dem Betriebe zugute gekommen
sınd. Fehlinvestitionen gewesen.
Vor allem aber ergibt sich, daß die Notlage vieler Betriebe
keineswegs ein reines Zinsproblem ist. In allen Bonitätsgruppen, also
bei Betrieben mit hoher und geringer Zinslast, finden sich Wirtschaften,
 deren Etat in Ordnung ist, und solche, deren Entwicklung
rapide abwärts weist. Gerade in der Bonitätsgruppe I befinden sich
extensivst bewirtschaftete Betriebe, die bisher zur Vermeidung jeglicher
 Verschuldung zu Lasten der Substanz gearbeitet und diese
so weit abgebaut haben, daß mit einem außerordentlich schnellen
Steigen der Verschuldung unter allen Umständen zu rechnen ist.
Neben dem Ausmaß der Kapitallasten ist für die weitere Entwicklung
 der Großbetriebe ihre derzeitige Organisationsform entscheidend.


Das Zahlenverhältnis zwischen den untersuchten Überschußund
 Verlustwirtschaften ist bei den Pachtbetrieben günstiger als bei
den Eigenbetrieben.,

‚49
        <pb n="98" />
        E. Zur Agrarlage in den östlichen Landesteilen.
[. Die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse.
1. Nach den Ortstaxen.

Die bei den Ortstaxen angefertigten Voranschläge geben ein
klares Bild über die betriebswirtschaftliche Struktur der untersuchten
Landgüter. Bei der Darstellung der Entwicklungstendenzen der
Großbetriebe ist auf das Verhältnis von Kapitaldienst und Renten
eingegangen und zum Ausdruck gebracht, daß die Leistungsfähigkeit
der Wirtschaften von Fall zu Fall außerordentlichen Schwankungen
unterliegt, auch dort, wo Betriebsrichtung und natürliche Voraussetzungen
 durchaus gleiche sind.
Das Kennzeichen der ostdeutschen Großbetriebe ist eine verhältnismäßig
 extensive Betriebsform mit betonter Feldwirtschaft, bei
welcher der bei weitem größte Anteil des investierten Kapitals auf
den Grund und Boden entfällt. Der Inventarbesatz tritt kapitalmäßig
dahinter zurück, der Aufwand an menschlicher Arbeit ist relativ
zering. Je intensiver eine Wirtschaft eingestellt ist, um so größer
ist ihr Umsatz je Flächeneinheit. Aus dieser Erkenntnis hat sich die
Gepflogenheit herausgebildet, aus dem Umsatz nicht nur auf die
Produktivität, sondern auch die Rentabilität des Betriebes Rückschlüsse
 zu ziehen. Zur Klärung dieser Verhältnisse hat die Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftliche
 Abteilung der Preußenkasse für
die einzelnen Provinzen Relationsprüfungen für Umsatz und Wirtschaftsertrag
 vorgenommen.
Es ergibt sich daraus eindeutig, daß allgemein die mögliche
Rentemitdem Umsatz steigt. Es entspricht das der schon
früher getroffenen Feststellung, daß eine wirtschaftliche Investition
produktions- und in der Regel auch rentensteigernd wirken muß.
Unberührt bleibt hierdurch die Frage, ob durch derartige Maßnahmen
ein größerer Überschuß erzielt wird, da bei dieser Relation die
Steigerung der Zinslast noch nicht angesetzt ist.

190
        <pb n="99" />
        Das Gros der Verlustbetriebe liegt bei mäßigen absoluten
Renten knapp unter dem Umsatzdurchschnitt für die betreffenden
Gebiete; die Häufung der Überschußbetriebe ist bei hohen Renten
und überdurchschnittlichem Umsatz zu finden. Diese Streuung der
Verlust- und Überschußbetriebe deutet darauf hin, daß die vielfach
empfohlene grundsätzlich extensive Wirtschaft nicht allein zur Lösung
wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu führen vermag; die Sparsamkeit
um jeden Preis hat zwar hinsichtlich des Schuldenniveaus relativ
günstig gewirkt, in vielen Fällen haben diese Wirtschaftsmethoden
aber eine Schädigung des Fundaments der Betriebe zur Folge gehabt,
 die ihre Gesundung unmöglich macht.
Soweit Investierungen in vernünftigem Umfange den Wirtschaften
 wirklich zugute gekommen sind, haben sie zur Steigerung
des Umsatzes und in den meisten Fällen tatsächlich auch zur Erhöhung
 der Rentabilität geführt. Hoch verschuldete Betriebe, die
sich nicht durch erhöhten Umsatz oder gar hohe Renten auszeichnen,
sind in der Regel nicht durch Investitionen an sich in ihre Notlage
gekommen, sondern durch Kapitalaufwendungen, die der Wirtschaft
garnicht oder an falscher Stelle zugeleitet wurden. So mußten in
der kritischen Deflationszeit bestimmte Kategorien von Aufwendungen
zum Verderb werden, und zwar vor allem solche, die eine Verzinsung
nur auf lange Sicht in Aussicht stellten, nicht aber mit sofortiger
Wirkung. Die größten Schäden sind in dieser Hinsicht durch Neubauten,
 Wegebauten, großzügige Maschinenanschaffungen, ungenügend
 durchkalkulierte Meliorationen und unzweckmäßige Finanzdispositionen
 entstanden.
Diejenigen Wirtschaften, deren Substanz durch die Wirtschaftsweise
 der letzten Jahre stark mitgenommen ist, werden unbeeinflußt
von der Konjunkturentwicklung abgleiten. Die fortschreitende Devastierung
 muß zum Zusammenbruch führen. Im Gegensatz dazu
werden Betriebe mit intaktem Wirtschaftskörper trotz drückender
Zinslast, soweit sie sich bei Sparsamkeit und zweckmäßiger
Betriebsorganisation ihre Produktionsfähigkeit und ausreichende
Umsatzwerte erhalten haben, eher zur Gesundung gelangen.
Im großen Überschlag kann gesagt werden, daß in Gebieten mit ausgesprochen
 günstigen landwirtschaftlichen Grundlagen die Vorkriegsrenten
 nicht erreicht werden, aber in den wegen ihrer früheren
extensiven und wenig fortschrittlichen Wirtschaftseinstellung bekannten
Gegenden bei einer den örtlichen Verhältnissen angepaßten Rationali-191
        <pb n="100" />
        sierung Reinerträge erzielt werden können und auch tatsächlich
werden, die über die in der Vorkriegszeit dort üblichen hinausgehen.
Hoch verschuldete Betriebe, deren Kreditfähigkeit erloschen ist,
können die für eine Sanierung notwendigen Umstellungen nicht mehr
vornehmen, weil in ihnen die hierzu notwendige Stabilität der Betriebsführung
 nicht mehr gegeben ist.
Das vorliegende Material beweist, daß es eine „beste Wirtschaftsmethode‘*
 nicht gibt. Homogene Wirtschaften mit den verschiedensten
 Grundlagen und unterschiedlichster Betriebsrichtung
bringen Wirtschaftsreinerträge, die eine Überwindung der Krise
wahrscheinlich sein lassen, oder befinden sich in dem Zustand
hoffnungsloser Unrentabilität, die in absehbarer Zeit zum Zusammenbruch
 führt. Entscheidend für den Betriebserfolg ist mehr
denn je die Tüchtigkeit der Betriebsleitung.

2. Nach anderen Quellen.

Die Erfahrungen der Preußenkasse werden in großem Umfange
durch die bei den Buchführungsstellen gesammelten Ergebnisse bestätigt.
 Die landwirtschaftliche Buchführungsgenossenschaft und
Buchführungsstelle der Landwirtschaftskammer zu Königsberg/Pr.*)
ermittelte bei den ven ihr bearbeiteten Betrieben folgende durchschnittliche
 Wirtschaftsverluste bzw. -reinerträge.

Wirtschaftsiahr

1924/25 4)
1925/26
1926/27
1927/28
1928/29

Zahl
der Betriebe

315
7
Ban

"34
768

Durchschnittl.
Verlust bezw.
Gewinn
RM/ha

— 41,0
10,5
6,8
4,5
+ 124

Daß die Betriebe aller Richtungen an dieser — nicht zuletzt
durch den Ausbau der Wirtschaftsorganisation bedingten — Ent-*)
 „Georgine“, Amtsblatt der Landwirtschaftskammer für die Provinz
Ostpreußen.
7) Die Ergebnisse 1924/25 wurden durch besonders schwere Auswinterungsschäden
 gedrückt.

199
        <pb n="101" />
        wicklung ihrer Rentabilitätslage teilhaben, zeigt eine Gegenüberstellung
 der Reinerträge bzw. Verluste der Betriebe, gruppiert nach
ihrer Betriebsform in den Jahren 1927/28 und 1928/29:

Futterbaubetriebe .
Getreidebetriebe
mit mittlerem
Boden ........
Getreidebetriebe
mit geringem
Boden .........
Hackfruchtbetriebe
Brennereibetriebe .

1927/28

,

Pf

3,6
E 19,2
+ 10,8

1928/29

) “

16,4

— 1,7
+ 39,8
+ 1710

1926/27—28/29

1R

5,8

— 8,1
+ 22,1
+ 7,0

Zum Vergleich ist der dreijährige Durchschnitt 1926/27 bis
1928/29 danebengestellt. Es zeigt sich an dem dreijährigen Durchschnitt,
 daß die Wirtschaftsergebnisse des Jahres 1926/27 noch erheblich
 geringer als in dem dargestellten Jahre 1927/28 gewesen sind.
Die Zahl der einen Reinertrag wiedererlangenden buchführenden
 Betriebe ist bis zum Jahre 1928/29 fortlaufend gestiegen. Daß
die bäuerlichen Betriebe in dieser Beziehung vorangehen, ist eine Tatsache,
 die durch die verschiedensten Veröffentlichungen belegt wird.
Sie hindert nicht, daß in einzelnen Teilgebieten aus besonderen Anlässen,
 seien es übermäßige Niederschläge auf undräniertem schwerem
Boden, seien es Auswinterungs- und Überschwemmungsschäden oder
andere Ursachen, insbesondere infolge Erbganges entstandene Verpflichtungen
 gegen Familienmitglieder, auch bei bäuerlichen Betrieben
eine Schuldenzunahme festgestellt wird. Die Situation der Bauernbetriebe
 ist im Durchschnitt überall die günstigere.
Beweiskräftiges Material liefert u. a. die Veröffentlichung des
Pommerschen landwirtschaftlichen Provinzialwirtschaftsrates*) an
Hand der Buchführungsergebnisse von über 400 Betrieben. Danach
betrug am 30. Juni 1927 die Verschuldung bei Betrieben
bis 100 ha — 347 RMhha
von 100-— 200 + "14 RM/ha
über 200 RMhha.

*) Die Lage der Landwirtschaft in der Provinz Pommern im Wirtschaftsiahr
 1927/1928.

yo
a
        <pb n="102" />
        Für den Stichtag 30. Juni 1928 sind den Schulden die Rentenbank-Grundschulden
 zugerechnet, so daß eine gewisse nominelle
Schuldmehrung keine echte Neuverschuldung ist. Folgende Ergebnisse
liegen vor:

bis 100 ha = 468 RM/ha
von 100—200 ha = 699 RM/ha
über 200 ha =— 595 RMha.

So bedrohlich diese Verschuldung an sich ist, so zeigt sich doch
sowohl hinsichtlich der absoluten Höhe als auch der Progression der
Verschuldung das günstigere Bild bei den Kleinbetrieben. Daß die
Entwicklungstendenz der bäuerlichen Betriebe die relativ gesundeste
ist, wird auch durch die buchmäßigen Reinerträge bestätigt. Im allgemeinen
 sind die Wirtschaftserträge in Pommern wegen der Unwetter-
 und Katastrophenernte des Sommers 1927 im Jahre 1927/28
gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen; in fast allen Gruppen sind
aber die Reinerträge der lastenfrei gedachten bäuerlichen Betriebe
besser als bei den Wirtschaften über 100 ha.

Bei der Beurteilung der Verschuldung der bäuerlichen Betriebe ist
der hohe Anteil der Ausgedinge, der Altenteile und ähnlicher, nicht
in unmittelbarem Zusammenhang mit der Wirtschaftsführung. stehender
 Lasten zu berücksichtigen, die das Bild ihrer Wirtschafts- und
Finanzlage schlechter erscheinen lassen, als es in Wirklichkeit ist.
Dieser Gesichtspunkt ist um so beachtlicher, als sich auch die statistisch
in der Regel zugrunde gelegten Steuerwerte bei den Kleinbetrieben
im Gegensatz zu den Großbetrieben unter den Verkehrswerten
halten.

Wenn in den letzten Jahren von den Buchführungsstellen wie von
den landwirtschaftlichen Sachverständigen der Preußenkasse hinsichtlich
 der absoluten Wirtschaftsreinerträge in den östlichen Landesteilen
im Durchschnitt eine klare steigende Tendenz beobachtet wird, so ist
damit noch wenig über die Gesundung der Landwirtschaft in diesen
Gebieten gesagt, weil der Zinsendienst hierbei unberücksichtigt bleibt.
Der praktische Wirtschaftserfolg hängt davon ab, ob die landwirtschaftlichen
 Reinerträge sich schneller entwickeln als die Zinslast und
diese überholen. Es ist dies — abgesehen von der notwendigen Neuordnung
 der Produktenverwertung — in vielen Fällen weniger eine
Frage der Zins- und Kreditpolitik als eine der Qualifikation des Be-194
        <pb n="103" />
        triebsleiters. Die Rationalisierung des landwirtschaftlichen Unternehmens
 und das Tempo der Umstellung sind entscheidend. Hoch
verschuldete Betriebe, denen die angemessene Steigerung der Wirtschaftsreinerträge
 gelingt, werden auch dann noch in der Gefahrenzone
 verbleiben, da das Pufferungsvermögen derartiger im Augenblick
 balancierender Betriebe naturgemäß gering ist.

IL. Die Lage des Gütermarktes.

Nach den Informationen der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen
 Abteilung.

Die Richtigkeit der in Drucksache Nr. 2 aufgestellten These über
das Erliegen des Gütermarktes für Großbetriebe in den ostdeutschen
Gebieten ist in der Zwischenzeit offenbar geworden, ohne daß heute
abgesehen werden kann, ob diese Entwicklung schon zum Stillstand
gelangt ist. Der Gütermarkt wird von den landwirtschaftlichen Sachverständigen
 der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen Abteilung
fortlaufend beobachtet. Die Ergebnisse werden in einer Kaufpreissammlung
 festgehalten. Hiernach nehmen Zwangsversteigerungen
bei den Großbetrieben stark zu. Die bäuerlichen Betriebe werden
von dieser Bewegung wie von der abgleitenden Tendenz der
Bodenpreise sehr viel weniger berührt. Bei Zwangsversteigerungsobjekten
 mit einer Größe von etwa über 150 ha finden sich zur
Zeit kaum private Käufer. Im Gegensatz hierzu stellen sich bei
notwendig werdenden Verkäufen bäuerlicher Betriebe in der Regel
genügend zahlungsfähige Bewerber ein.

In Ostpreußen sind die Möglichkeiten der Veräußerung von
Großbetrieben zurückgegangen; das Preisniveau hat sich laufend
gesenkt. Sofern nach Einleitung von Zwangsmaßnahmen die Subhastation
 wirklich betrieben wird, pflegt in Ermangelung anderer
Bieter einer der interessierten Gläubiger den Zuschlag zu
erhalten. Die schwindende wirtschaftliche Kraft eines Teiles der
Personalkreditgeber verengt den Kreis der Reflektanten, da diese weder
selbst in der Lage sind, ihre Forderung auszubieten, noch sonstigen
Bewerbern die Finanzierung des Ankaufs zu erleichtern vermögen. In

195
        <pb n="104" />
        weiten Gebieten ist der bei Zwangsversteigerungen erzielbare Erlös auf
den Wert der ersten Hypothek zuzüglich der bevorrechtigten Forderung
 gedrückt, so daß sich hier Gefahren für den landwirtschaftlichen
Realkredit stauen.

In den bäuerlichen Kreisen des Ermlandes kann von ernstlicher
Bedrohung nach wie vor nicht gesprochen werden; die Widerstandsund
 Lebensfähigkeit des Bauernbetriebes erweist sich trotz des fortschreitenden
 Abgleitens der Großbetriebe. Man kann hier den Vorgang
 um sich greifender Arrondierung ebenso feststellen wie die Ausstattung
 nachgeborener Bauernsöhne mit Inventar und Anzahlungskrediten
 zur Übernahme von Siedlerstellen. Relativ günstig ist auch
die Lage der früher zu Westpreußen gehörigen Kreise mit überwiegend
 bäuerlichem Besitz.

Besonders gefährdet und finanziell bedroht sind die ostpreußischen
 Kreise mit schweren Böden, deren Nutzbarkeit enge
Grenzen gesetzt sind.

Bedeutungsvoll ist die Einsetzung des Staatskommissars zur
Stützung des ostpreußischen Gütermarktes in Königsberg gewesen.
Die durch Reich und Staat garantierten Umschuldungsmittel haben
das privatwirtschaftliche Risiko auf die öffentliche Hand abgewälzt.
 Die von den Verwaltungsorganen der Provinz bei Befürwortung
 der Umschuldungskreditanträge unterstellte Sanierungsfähigkeit
 der Betriebe hat sich in zahlreichen Fällen als illusorisch
erwiesen, so daß das Angebot von den umgeschuldeten Betrieben
her verstärkt wird.

Der Kreis der Reflektanten für finanziell zusammenbrechende
Großbetriebe beschränkt sich auf seltene Liebhaber für Objekte, die
in der Nähe von größeren Städten gelegen sind, und die Siedlungsgesellschaften,
 die naturgemäß bestrebt sind, unter den anfallenden
Objekten eine für ihre Zwecke notwendige Auslese zu treffen.
Wenngleich die Nachfrage nach Siedlerstellen und Anliegerland
auch in Ostpreußen immer noch groß ist und die bisher zur Verfügung
 stehenden Mittel nicht ausreichen, den Anforderungen der
einheimischen Bevölkerung gerecht zu werden, so verbleibt doch ein
;o erhebliches Areal, daß die von der Preußenkasse als erforderlich
bezeichnete Organisation des Gütermarktes nach wie vor akut
erscheint.

1926
        <pb n="105" />
        Die Lage des Gütermarktes in der Grenzmark, Pommern und
Mecklenburg ist verhältnismäßig einheitlich, d. h. das Angebot an
Land übersteigt die Nachfrage um ein Vielfaches. Nur besonders wertvolle,
 in günstiger Absatzlage befindliche Objekte finden noch Reflektanten.
 Die große Zahl der abgleitenden, lebensunfähigen Betriebe
drückt auf die Kaufneigung der noch vorhandenen Interessenten.
Wenn in den Gebieten mit besseren Böden in Vorpommern, Mecklenburg
 und den Südteilen der Grenzmark noch ein gewisser freiwilliger
Güterumsatz stattfindet, so ist die Tätigkeit des Güterhandels in den
Grenzkreisen völlig zum Stillstand gekommen. Der Besitzwechsel
beschränkt sich auf die Durchführung der Zwangsversteigerungen
mit dem für Ostpreußen schon gekennzeichneten Resultat.

in den Teilen Brandenburgs, die in Marktnähe Berlins oder der
größeren Provinzstädte liegen, ist ein Güterumsatz noch vorhanden,
der aber in den Peripheriegebieten der Provinz stark nachläßt, so daß
hier das Bild dem der angrenzenden östlichen Nachbarprovinzen
ähnelt. Eine Ausnahme von den dargelegten Verhältnissen ist bei der
Gemengelage einzelner Großbetriebe mit stark bäuerlichem Areal anzutreffen.
 Ganz allgemein ist der Landhunger und die Neigung zur
Anliegersiedlung der bäuerlichen Bevölkerung so groß, daß in
solchen Fällen Preise für das nackte Land angelegt werden, die sich
erheblich über das Niveau der sonst in diesen Gebieten für geschlossene
 Großbetriebe einschließlich Inventar und Gebäude gezahlten
 erheben.

in Niederschlesien macht sich der von den nördlichen Gebieten
ausgehende Druck auf dem Gütermarkt ebenfalls bemerkbar. Besonders
betroffen sind: die Grenzkreise östlich der Oder, während in den
Gebieten westlich der Oder — vor allem den Bezirken mit starkem
Zuckerrübenbau —, deren Ertragsfähigkeit bis heute den Gütermarkt
intakt gehalten hat, von einer Gefährdung desselben kaum gesprochen
werden kann.

Ähnlich ist die Lage in Oberschlesien. In den nordöstlichen
Teilen, in denen Großbetriebe überwiegen, ist durch die in den
reichen Waldbeständen liegenden Kapitalreserven eine Stütze der
abgleitenden Betriebe und damit des Gütermarktes gegeben; die
Waldungen schaffen die Möglichkeit zum Auffangen entstandener Verluste;
 die Realisierbarkeit der Holzbestände erweist sich in Krisenzeiten
 als ein wirksames Ventil zur Beseitigung des finanziellen

1927
        <pb n="106" />
        Druckes. In den bäuerlichen Bezirken, in denen in Oberschlesien
die Kleinbauernstellen die wichtigste Rolle spielen, besteht ein so
erheblicher Bedarf an Anliegerland, daß die Verwertung ganzer
Betriebe und auch die Abtrennung von Parzellen zu relativ
günstigen Preisen möglich ist. Insgesamt kann der oberschlesische
Gütermarkt als nicht bedroht angesprochen werden.
Die Entwicklung des Pachtmarktes ist nicht in ganz der
gleichen Richtung verlaufen. Von einer völligen Stagnation kann
hier in keinem der zur Rede stehenden Landesteile gesprochen
werden, selbst in Ostpreußen ist die Anzahl der von den Verpächtern
notwendigerweise in Selbstbewirtschaftung genommenen Betriebe
gering. Im allgemeinen findet sich noch eine genügende Anzahl
pachtwilliger Landwirte, die unter Ausnutzung der derzeitigen meist
günstigen Übernahmebedingungen das Risiko des landwirtschaftlichen
 Unternehmens nicht scheuen. Diese Entwicklung wird durch
die Domänenverwaltung und auch die Pächterkreditinstitute gefördert,
 die eine Senkung der Pachtlasten oder eine kreditliche Unterstützung
 der Neuanzieher dem mit der sonst etwa notwendig
werdenden Selbstbewirtschaftung der Betriebe verbundenen Risiko
vorziehen.

Nach der Statistik.

Die öffentliche Meinung schließt aus den regelmäßigen Bekanntmachungen
 des Preußischen Statistischen Landesamtes über die erfolgten
 Zwangsversteigerungen auf die größere Beteiligung der kleinen
Besitzgrößen an dem KEigentumswechsel. Tatsächlich hat die
besondere Notlage der Großbetriebe dazu geführt, daß die verhältnismäßig
 höchste Quote an Zwangsversteigerungen
auf diese Betriebe entfällt.

Die nachfolgende Übersicht, in der die Angaben des
Preußischen Statistischen Landesamtes in Beziehung zur Gesamtheit
der in den Landesteilen vorhandenen Betriebe der verschiedenen
Größengruppen gebracht sind. zeigt dies deutlich:

97
        <pb n="107" />
        Anteil der Betriebsgrößenklassen an den Zwangsversteigerungen
 landw. Grundstücke in den Jahren 1928 und 1929*)
1929 7"
Von 1000
Betrieben
wurden
+ versteigert

Ostpreußen

9
5— 20
20-—100
über 100

161 844
| 49 150
- 19449
3 440

Grenzmark

— 5
5— 20
20—.100
über 100

25 134
10 203
3810
480

Pommern

— 5
5— 20
20—100
über 100

128 383
44 164
10 941
2 644

Bandenburg

- ö
5— 20
20—100
über 100

210 606
52 574
15 730
2025

Niederschlesien


— 5 169 353
5— 20 57 986
20-—100 10 079
über 100 2 9208

Qberschlesien

— 5
5— 20
20-—100
über 100

88 370
24 841
2 627
559

Insgesamt

— 5
5— 20
20—100
über 100

783 690
238 918
62 636
11356

*) Auf Grund von Angaben des Preußischen
**} Statistik des deutschen Reiches, Band 400.

49 0 42 d
48 M 72 2
53 3 | 98 | 5
40 63 |

2 0
6 1
4 | en
3

6
12
|
4

J
1
2

13 0 26
26 1 45 #
33 3 | 51 5
24 53 |

”

29 0 21
20 0 49
15 1 | 29
9 21

&amp;amp;
‚2

23 0 22
33 1 41 &amp;amp;
18 2 34 | 3
5 2 12 [57

5 0
5 0 |
| 1 9
2 [7]

3
9
4 |

D
2
nr

121
138
124
RR

120
228
223
153

2
m

\

4

Statistischen Landesamtes errechnet.

190
        <pb n="108" />
        Die stärkere Tendenz zur Eigentumsveränderung bei den Großbetrieben
 würde noch stärker zutage treten, wenn die Gläubiger nicht
in vielen Fällen von der Durchführung der Zwangsversteigerung
Abstand nähmen, um ‚die Kosten des Verfahrens zu sparen; im
Gegensatz zu den bei den Großbetrieben häufig geringen Aussichten
 auf Realisierung von Personalforderungen verspricht dieser
Weg den Gläubigern bei den Kleinbetrieben auch jetzt noch Erfolg.

Das Reichsfinanzministeriuum hat auf Grund von Berichten der
Finanzämter die früher geführte Kaufpreisstatistik im Jahre 1928
wieder aufgenommen. In der nachfolgenden Graphik wird auf Grund
dieser Statistik eine Übersicht über den Anteil der verschiedenen
Betriebsgrößen an den Güterumsätzen*) im Jahre 1928 gegeben.

Arıteil der Größenklassen _am Besitzwech el
mc H der Gesamtzahl ihrer Betr:

landw. Grundstücke
(O2,

®
3
3
3

Zr
greußen
Erklärung: ;
Größenilassen 1] bis Sha

Pomas
PET

BUE

Drandei
LA

Meder»
Seien

SÖS CO BE 206/58 100

1.

»

cm

Öbers
Schlesien

&amp;gt; W0O0ha
[£2.4 30.07.23.)

*) In den Umsätzen sind die Ergebnisse freiwilligen Besitzwechsels und
stattgefundener Zwangsversteigerungen enthalten.

130
        <pb n="109" />
        Trotz der Funktionsfähigkeit des bäuerlichen Gütermarktes und
der sehr viel größeren Nachfrage nach bäuerlichen Objekten steigt der
prozentuale Anteil der umgesetzten Betriebe in den Größengruppen
mit zunehmender Betriebsgröße.
Die in den Landesteilen erzielten Hektarwerte werden in den
weiter folgenden Übersichten zu den Einheitswerten von 1928 in
Relation gebracht. Die durchschnittlichen Hektarwerte sinken mit
zunehmender Betriebsgröße, die erzielten Kaufpreise übersteigen diese
Einheitswerte progressiv mit geringerer Betriebsgröße.

Kaufpreise und Einheitswerte je ha nach Größenklassen
in den Landesteilen 1928.

Größenklasse


Anz. 4 @ ‚Einh.
„5.
der | 5 (Wert
MA 192$
Bee hal

Ostpreußen
345 |2 895 | 930
656 |1 609 | 636
316 |1 169! 649
83 | 927] 657

‚5
5— 20
20-—100
über 100

insges,

140011168 | 657

Brandenburg
5 107 0001304
5— 20 FR 1845| 855
20-—100 ! 87 Lan 779
über 100 ' 4223| 970 621

insges. | 378 |1090| 666

Anz.
der
Betr

4.0 Einh.
58 (Wert
M Alı92f
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Anz 35 Wert
T MS | 1925
Bett RM he RM:

Grenzmark
18 [2321| 697
59 1429 497
29 929 | 395
ij0 713 498

Pommern
133 13 735 ]1 205
301 1830| 726
134 1226| 751
57 1073! 855

116 | 850| 479

625 1226! 8095

Niederschlesien
444 P 804 [1 232
560 '1 753 ı 026
207 14935 1152
72 035

Oberschlesien
435 |2 114 |1 407
355 2 108
54 1 297 11.299
1.755 |1 339
1 756 |1 083 |] 848 |1 492 [1 227

1%

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Anz. Yo 'Einh.
der 53 Wert
© MS | 1928
Bett .R Aha RM/ha

Mecklenburg
135 |4 345 |1 904
150 '1 968 963
1197 856
0968 848

“+

433 |1 1541| 877

Diese Zahlen zeigen deutlich die ‘stützende Wirkung einer
gesunden Mischung von Groß- und Kleinbetrieben auf den Gütermarkt
 für Großbetriebe und das Erliegen dieses Gütermarktes in den
Gebieten, denen bei höherem Anteil der Großbesitzfläche die
bäuerliche Kaufkraft in gleichem Ausmaß fehlt.

1.237
        <pb n="110" />
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Haufpreise_und Einheitswerte je ha nach Größenklassen In den
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Dber-Schlesien

[Z.5.A.30.77.28
        <pb n="111" />
        I. Die Produktionsrichtung der ostdeutschen
Großbetriebe,

Für eine Beurteilung der Ursachen der Verschuldung der landwirtschaftlichen
 Großbetriebe Ostdeutschlands und damit zur Gewinnung
 eines Urteils darüber, wie sich ihre Produktionsrichtung
in Zukunft auf die Entwicklung der Verschuldung auswirken wird,
ist eine Kenntnis ihrer Produktionsziele und ihrer Marktverbundenheit
von Bedeutung. Hierfür stehen bisher im wesentlichen Unterlagen
von den Buchführungsstellen der Landwirtschaftskammern und der
Provinzialorganisationen des Reichs-Landbundes zur Verfügung.
Bisher hat eine systematische Verarbeitung des gesamten — im
übrigen nach sehr verschiedenen Methoden bearbeiteten — vorliegenden
 Materials nach dieser Richtung nicht stattgefunden.

Die Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftliche Abteilung der
Preußenkasse hat den Versuch gemacht, an Hand der vorerwähnten
Voranschläge*) ein Bild über die Struktur und die Größenordnungen
innerhalb des Etats der landwirtschaftlichen Großbetriebe Ostdeutschlands
 zu gewinnen. Dabei ist mit‘ den jeweils taxierten Erträgen und
einheitlichen, den Zeitwerten angepaßten Erlösen gerechnet worden.
Wenn auch die Betriebsergebnisse im Einzelfalle von den Voranschlägen
 abgewichen sind, so erscheint das Gesamtergebnis durch die
Dichte des Materials und auf Grund der Nachkontrolle durch die
Jandwirtschaftlichen Sachverständigen durchaus geeignet, einen Überblick
 über Struktur und Betriebsform der Großbetriebe zu geben.

*) Vgl. Seite 107.

29
        <pb n="112" />
        Gliederung der Einnahmen ostdeutscher
Großbetriebe nach Größenklassen und Landesteilen

Gebiet und
Größenklasse

Ostpreußen
100-—200 ha
201—500 ha
über 500 ha
Grenzmark
100—200 ha
201—500 ha
über 500 ha

Pommern
100—200 ha
201—500 ha
über 500 ha
Mecklenburg
100-—200 ha
201—500 ha
über 500 ha
Brandenburg
100—200 ha
201—500 ha
über 500 ha
Niederschlesien
100-—200 ha
201—500 ha
über 500 ha

Ingesamt
100-—200 ha
201—500 ha
über 500 ha

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24

224
229
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59
27
9

342
387
351

195
280
125

308
352
291

50
29
53

352
307
2826

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386
395
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149
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12228 14:40

125! 87133
111| 70/32 |
104| 59136

35'12| 2:—156 3839| 16
46 12| 5: 7 [45 130 | 24
521172| 617144 | 25 175

197] 59
243 54
92461 55

59: 7
64:30
52:77

109| 6244-58 | 17 17: 2V32 | 18'113
97 48 40163 117 8125 RO
87| 3435170 | 16 | 15 22125 | 101710

162; 40
219138
201! 34

32: 1
36:13
40:33

128| 72| 53
1231 67/45
102] 541329

58113. 10°— 142 |23' 17
62|11110: 4\35 29 13
683 | 111121032 | 27 122

197/44 21: —
189/39 23: —
185131118: 6

1837| 87/39
109 65/34.
95| 531926

56/12 6:—189|25 1
62 | 23 EI 2111)
651171| 6: 2l331791

248/53 47} 5
250/49 ' 43 139
210148 28 42

125| 75]45,68 |14|12: 1|832|20 1%
119| 66 38 |63 13 | 6:10[|30 Tr
77 4517 167 175 | 9:731241 14

307/46 37:10
286/48 ı 48 : 36
0824 80:79

1641118 40 |
1834| 82/42
1081 671 95

62! 9| 8: 2l33|24
63 11'ı1: 8129|18
»n RR 717 24176

ad '

2

83/42‘ 58 '73' 9: 1 41'26|13
48/39/80 721 9 5135 [21 1
a

971 36104 ‚00x

In den Landesteilen insgesamt

Ostpreußen ......
Grenzmark ......
Pommern........
Mecklenburg.....
Brandenburg.....
Niederschlesien ..

390 #229 "100/27 '10:15 114| 73|3314#|12| 4: 7|50|832 |I
95 360 228/56 ‚59:36. 98| 49 2 031% 16:10|27 | 14 | 122
600 332 208/36 '37:21 114| 62/43 67'z1|ır: 6la34| 7123
232 303 188/36 21: 3 106 62|31h62|z2| 7: z|35|21|10
199 359 282/49 37:36 101| 58|30*65 14 |10:10|28|16| 8
464 "294146 142133 ' 1838| 91/39 6310| 9: 7|30|20| 8
Zus. | 1 661f322 [ 198) 38 | 31 20 | 112 65/37 ]60 | 72 [ 10: 6[35[20112

194
        <pb n="113" />
        Zur Ergänzung der folgenden Ausführungen muß auf die
Tabelle auf Seite 134 verwiesen werden. Aus den zahlenmäßigen
Unterlagen zeigen sich mit großer Klarheit typische Besonderheiten
im inneren Aufbau der verschiedenen Betriebsgrößenklassen. Obwohl
es sich bei dem untersuchten Material durchweg um Großbetriebe,
d. h. um solche mit einer Gesamtfläche von mehr als 100 ha, handelt,
treten mit steigendem Betriebsumfang die Einnahmen aus der Viehhaltung
 hinter denen aus der Feldwirtschaft zurück. Die aus bäuerlichen
 Wirtschaften bekannte Tendenz zur stärkeren Viehhaltung bei
sinkendem Betriebsumfang ist also auch bei den Untergruppen der
Großbetriebe klar erkennbar.

{n der beigefügten Tabelle sind die Einnahmen für Roggen und
Kartoffeln besonders ausgeworfen. Die öffentliche Besprechung der
letzten Zeit über die Möglichkeiten einer Stützung des Roggenpreises
haben zu der Meinung geführt, daß der Preis des Roggens für die
Rentabilität der ostdeutschen Landwirtschaft ausschlaggebend sei.
Etwa 50 % der deutschen Roggenanbaufläche liegen in den ostelbischen
 Gebieten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Einnahmen
aus Roggen für die ostdeutsche Landwirtschaft von Bedeutung sind,
doch zeigen die nachstehenden Zahlen ebenso, daß der Roggenpreis
nicht den wesentlichsten Ausschlag für eine angemessene Rente der
Betriebe geben kann. Es bleibt häufig unberücksichtigt, daß ein erheblicher
 Teil des erzeugten Roggens als Betriebsmittel dient, also in der
Wirtschaft verbleibt. Insgesamt schwankt in den Gebieten der Anteil
des Roggenverkaufs am Gesamtumsatz zwischen 8 und 17 %. Bei
der Zusammenfassung von Ergebnissen ganzer Provinzen, wie es hier
geschehen ist, sind Gebiete miteingeschlossen, in denen der Roggenbau
 infolge der Weizen- und sonstigen Nutzungsfähigkeit des Bodens
eine untergeordnete Rolle spielt, während bei schärferer territorialer
 Gliederung kleinere Gebietsteile herausfallen würden, in
denen der Anteil der Roggeneinnahmen am Gesamtumsatz und
damit das Interesse am Roggenpreis größer bzw. noch geringer ist.

Für die Gesamtlage in den einzelnen Provinzen dürften die
Zahlen jedoch ein zutreffendes Bild geben. Die praktische Bedeutung
des Roggenanbaues und Roggenpreises für Organisation und Wirtschaftsergebnis
 der Betriebe erhellt aus folgender Berechnung:
Wenn z.B. für Ostpreußen eine durchschnittliche Roggeneinnahme
 von etwa 27 RMha festgestellt wird. so bedeutet das einen

135
        <pb n="114" />
        Roggenverkauf von etwa % Zentner je % ha landwirtschaftlicher
Nutzfläche. Würde eine Stützung die Erhöhung des Preises um
2 RM je 50 kg zur Folge haben, so bedeutete das je % ha landwirtschaftlicher
 Nutzfläche eine Erhöhung der Rente um etwa 1.50 RM.

Daß auch für einen erheblichen Teil der Großbetriebe die Preisverhältnisse
 der Viehprodukte von viel einschneidenderer Bedeutung
sind, zeigt ein Vergleich der Roggeneinnahmen mit denen der Rindviehhaltung
 in allen Größenklassen. Nimmt man an, daß in Ostpreußen
 auf einem Betriebe von 1000 Morgen landwirtschaftlicher
Nutzfläche etwa 50 Kühe mit einer Milchleistung von 3000 Liter
je Haupt und Jahr gehalten werden, von denen etwa 2400 Liter
zum Verkauf gelangen, so bedeutet das eine Jahresverkaufsmenge von
120 000 Liter Milch. Eine Mehreinnahme von knapp 1% Pf.
je Liter Milch würde hier also ebensoviel wie eine Hebung des
Roggenpreises um 2 RM je 50 kg ausmachen.
Mit steigender Betriebsgröße wächst der Einfluß der Kartoffelverwertung
 auf die Rentabilität der Betriebe. Von den Einnahmen
aus dem Kartoffelbau, die durch direkten Verkauf oder technische
Verwertung erzielt werden, sind die aus der Spiritusbrennerei durch
die Sätze der Branntweinmonopolverwaltung stabilisiert. Diese
bedeuten in dem untersuchten Zeitabschnitt gegenüber den im freien
Markt erreichten Preisen ein entscheidendes Privileg, an dem die
größten Betriebe am stärksten beteiligt sind. Welche Bedeutung
dieser Verarbeitungsmöglichkeit beigemessen wird, zeigt die Bewertung
 des landwirtschaftlichen Brennrechts, das heute bei Verkäufen
 mit etwa 60 RM je Hektoliter kapitalisiert wird.

Neben Roggen und Kartoffeln spielt bei den Feldeinnahmen,
insbesondere in Pommern, Teilen Niederschlesiens, Mecklenburgs
und Brandenburgs sowie in den Küstengebieten Ostpreußens, der
Hafer eine erhebliche Rolle im Umsatz der landwirtschaftlichen
Großbetriebe.

Auf die genannten Produkte entfällt der weit überwiegende
Teil der Einnahmen, die der ostdeutsche Großbetrieb aus dem Verkauf
 von Erzeugnissen des Ackerbaues gewinnt. Es läßt sich aber feststellen,
 daß weder der Roggen noch diese anderen Produkte, deren
sich die wirtschaftspolitische Fürsorge zur Zeit in besonderem Umfange
 angenommen hat, im ganzen gesehen, diejenige Bedeutung
im Etat der Betriebe haben. die vielfach vermutet wird. Über die

136
        <pb n="115" />
        Grenzen von Groß- und Bauernbetrieben hinweg läßt sich mit sinkender
 Betriebsgröße steigendes Interesse für die Preise der Veredlungsprodukte
 und abnehmendes für die Preislage der Feldprodukte
erkennen.
Also auch bei den Großbetrieben liegt ein entscheidender Angelpunkt
 zur Hebung ihrer Wirtschaftlichkeit in den Betriebszweigen, die
der Veredlung dienen. In allen Gebieten und Größenklassen nehmen
die Einnahmen aus der Rindviehhaltung, insbesondere der Milchwirtschaft,
 schon bei der jetzigen Verfassung eine hervorragende
Stellung ein.

Die Gesundung vornehmlich hafer-, kartoffel- und roggenbauender
Betriebe, also derjenigen, die in besonderem Maße unter dem Druck
der Überproduktion und des Nachlassens des Konsums stehen, wird
ebenso wie die Stabilisierung der unter günstigeren natürlichen Voraussetzungen
 wirtschaftenden Güter nicht durch unorganische
handelspolitische Maßnahmen, sondern in erster Linie durch eine
Umstellung auf zeitgemäße Produktionsrichtung und -formen aller
dazu geeigneter und fähiger Betriebe erreicht werden können.

IV. Die agrarpolitische Lage.

Die Lage der ostdeutschen Großbetriebe, die 1927 als stark
gefährdet bezeichnet werden mußten, hat sich bis zum Sommer 1929
weiter verschärft. Die langsam abgleitende Tendenz der gefährdeten
Betriebe hat in dem laufenden Jahre 1929/30 infolge einer weniger
guten Ernte und des Rückgangs der Preise für die Produkte des
Feldbaues und der Viehhaltung, vor allem der Milchwirtschaft, eine
bedenkliche Beschleunigung erfahren. Ihre Auswirkungen zeigen sich
in erster Linie auf dem Gütermarkt. Auch in dem günstigsten Bezirk
Ostdeutschlands, in Schleswig-Holstein, ist der von Osten ausgehende
Druck beim Umsatz großer Güter heute fühlbar, und bereits jenseits
der Elbe beginnen sich Auswirkungen des im Osten vorliegenden
massierten Angebots zu zeigen. Der Gütermarkt der landwirtschaftlichen
 Großbetriebe steht im ganzen Reich unter dem Einfluß der ostdeutschen
 Krise und löst sich in zunehmendem Umfang von der sehr
viel günstigeren Lage des Marktes für bäuerliche Betriebe.
In weiten Teilen des Ostens dauert die schleichende Krisis der
landwirtschaftlichen Großbetriebe an; es mehren sich die Fälle, in
denen die hiermit verbundene Devastierung bereits zum völligen Zu-137
        <pb n="116" />
        sammenbruch geführt hat. Der Druck auf den Gütermarkt schwächt
die Kreditfähigkeit der gesunden Betriebe und droht, im Zusammenwirken
 mit den unvermeidlichen Sicherungsmaßnahmen der Gläubiger,
die Gefahrenzone über dasjenige Maß hinaus auszudehnen, das
an sich durch die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse
bedingt ist.
Hinzu kommt, daß die steigenden Verluste der ländlichen Kredit.
Institute in der Form überhöhter Zinsaufschläge auch die gesunden
Betriebe — Großbetriebe und bäuerliche Betriebe in gleichem Umfang
 — treffen und so im Zusammenwirken mit den Folgen der
vielfachen Haft- und Bürgschaftsverpflichtung geeignet sind, den
Krisenbereich zu erweitern.
Über den landwirtschaftlichen Bereich hinaus wird das gesamte
Wirtschaftsleben des Ostens von der Krise erfaßt. Unter ihr leidet
dig Lebenskraft der Kommunen ebenso wie die Funktionsfähigkeit
von Industrie und Handel.
Die erheblich größere Widerstandsfähigkeit der bäuerlichen
Betriebe hat sich erneut erwiesen. Die Beobachtungen der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen
 Abteilungen decken sich mit den
Erkenntnissen der Buchführungsstellen und mit denjenigen Folgerungen,
 die sich aus den von der Deutschen Genossenschafts-Revisionsund
 Treuhand G. m. b. H. bei Einzelgenossenschaften durchgeführten
Revisionen — das Debitorenrisiko bei Groß- und bäuerlichen Betrieben
 betreffend — herausstellen. Wenngleich gerade auch die
Ergebnisse der vorliegenden Erhebung die Lebensfähigkeit durchorganisierter
 Großbetriebe bei vorsichtiger finanzieller Disposition
belegen, so darf nach dem derzeitigen Zustand der Betriebe und den
letztjährigen Erfahrungen an der Tatsache nicht vorbeigegangen
werden, daß es ausgeschlossen ist, einem wesentlichen Teil der notleidenden
 Großbetriebe (Bonitätsgruppe III und IV) bei dem augenblicklichen
 finanziellen Stand eine gefestigte Wirtschaftlichkeit wiederzugeben.
 Auch die Durchführung handelspolitischer oder sonstiger
Stützungs-Maßnahmen wird die Zersetzung dieser Großbetriebe
nicht verhindern können; auf die Dauer werden sie sich angesichts
der Umlagerung des Verbrauchs in Deutschland und im Auslande
nicht behaupten lassen. Im Sinne der natürlichen Konsumnachfrage
und des überwiegenden Interesses der Mehrzahl der Bauernbetriebe,
die auf Veredlungsproduktion eingestellt sind, wird auf längere Sicht
wichtigste Aufgabe der Agrarpolitik die Förderung der Veredlungs-138
        <pb n="117" />
        zweige der Landwirtschaft und die Regelung des Absatzes ihrer
Produkte sein. Nur so kann der gesamten Landwirtschaft eine gefestigte
 Grundlage ihres Bestandes gegeben werden. Diese notwendige
 Umstellung im Produktionsprozeß und -ziel liegt im Rahmen
der einem funktionsfähigen Großbetrieb gegebenen Möglichkeiten,
sie kann aber nicht von finanziell erschütterten
Betrieben durchgeführt werden; hier ist eine Umstellung
 der Betriebsgrößen, d. h. eine foreierte Siedlungstätigkeit,
das Gebot der Stunde.

Bestrebungen, die darauf abzielen, Besitzern überschuldeter Großbetriebe
 ein formales Eigentumsrecht zu erhalten, verlangsamen diese
aus der Gesamtlage heraus gegebene Entwicklung, sie vermögen ihr
Fortschreiten auf die Dauer nicht zu hindern.

Praktische Erfahrungen über die im Sinne der Besitzerhaltung
geplanten Maßnahmen liegen bisher hinsichtlich der Umschuldungsaktion
 in Ostpreußen vor. Das Ergebnis kann hier bei einem sehr
erheblichen Anteil der vergebenen Umschuldungsmittel weniger in der beabsichtigten
 Fundierung laufender Verbindlichkeiten oder gar Sanierung
gefährdeter Betriebe als in einer Übernahme des privatwirtschaftlichen
Risikos der Gläubiger auf die öffentliche Hand gesehen werden, das
n absehbarer Zeit in Verluste umschlagen wird.

In den gleichen Gebieten, in denen die gefährdeten Großbetriebe
 ihren Niedergang in den letzten Jahren fortgesetzt und in
ihn noch gesunde Betriebe hineingezogen haben, wird der Ausbau
lebensfähiger Neusiedlungen durchgeführt *).

Die ostpreußischen Siedlungsunternehmungen, bei denen im
letzten Jahre die verhältnismäßig geringen zur Verfügung stehenden
Reichsmittel zur Förderung der Siedlung in erster Linie zusammengefaßt
 wurden, haben mit ihrer Siedlungsarbeit gezeigt, daß weite
Flächen über- oder hochverschuldeter Großbetriebe eine geeignete
Grundlage für neue Bauernstellen darstellen können. Gleichzeitig
haben die vom Staatskommissar zur Stützung des ostpreußischen
Gütermarktes durchgeführten Sanierungsmaßnahmen in zahlreichen
Fällen erwiesen, daß im Rahmen der Sanierung bedrohlich ver-*)

 Das ländliche Siedlungswesen nach dem Kriege. Enquöäte-Ausschuß,
Unterausschuß II, Band 10.

b
        <pb n="118" />
        schuldeter Großbetriebe eine Anliegersiedlung in großem Umfange
und im Sinne der Besitzfestigung der umliegenden bäuerlichen Betriebe
 mit Erfolg durchgeführt werden kann.

Die Befürchtungen, daß dem Angebot an Siedlungen keine entsprechende
 Nachfrage seitens  Siedlungslustiger gegenüberstehen
könnte, haben sich in Ostpreußen wie anderwärts trotz der hohen
Anzahlungen, die heute beim Antritt einer Siedlung — wohl über
das erforderliche Mindestmaß hinaus — verlangt werden, bisher als
unbegründet erwiesen. Das nach wie vor vorhandene Verlangen
bäuerlicher Kreise, nachgeborenen Söhnen Möglichkeiten zur Seßhaftwerdung
 auf eigenem Grund und Boden und zum Verbleiben im
ererbten Beruf zu geben, trifft sich hier mit den volkswirtschaftlichen
Notwendigkeiten, die sich aus der Wandlung der Nachfrage nach
landwirtschaftlichen Erzeugnissen und dem Zusammenbruch großer
Teile der ostdeutschen Großlandwirtschaft ergeben. Die Tatsache
ist um so bemerkenswerter, als bisher aus "organisatorischen Gründen
die West-Ost-Siedlung, an der in bäuerlichen Kreisen West- und
Süddeutschlands lebhaftes Interesse besteht, noch nicht das Ausmaß
erlangt hat, das an sich erwünscht und möglich wäre.

14m
        <pb n="119" />
        F. Schlußfolgerungen und Ausblick.

!. Die vorliegenden Ergebnisse erhärten überzeugend die Richtigkeit
 der von der Preußenkasse vertretenen Auffassung, daß sowohl
die Zuleitung normaler Betriebskredite als auch die Hergabe und
Bemessung staatlicher Subventionen ausschließlich im Wege strenger
sachverständiger Prüfung des Einzelfalles unter Berücksichtigung von
betriebswirtschaftlicher Struktur und Funktion ihren Zwecken gerecht
werden können. Nur bei einer derartigen Handhabung lassen sich
die schwerwiegenden Fehler vermeiden, an deren F. olgen nicht zuletzt
die Gesamtheit der ostdeutschen landwirtschaftlichen Betriebe und ihr
landwirtschaftliches Genossenschaftswesen zur Zeit leiden.
Die Ergebnisse zeigen besonders anschaulich, daß der Verschuldungsgrad
 und somit der Zinsendienst weder für die Erfolgsmöglichkeiten
 noch für die Kreditwürdigkeit landwirtschaftlicher Betriebe
ausschließliches Indiz sein kann, daß vielmehr die Prüfung der Verschuldungsverhältnisse
 und der Funktionstüchtigkeit des aus Boden,
Inventar, Kapital und Menschen bestehenden Betriebsganzen die
Grundlagen der Kreditpolitik abgeben muß... Die Würdigung des
Verschuldungsgrades wird im Zusammenhang damit als Komponente
der Risikogestaltung nicht in ihrer Bedeutung abgeschwächt.
Die Ergebnisse gestatten weiterhin ein Urteil über die viel
erörterte Frage nach der zweckmäßigsten Aufwandsstärke; sie zeigen,
daß sowohl aufwandsintensive als auch aufwandsextensive Betriebe
sich in den verschiedensten Bonitätsgruppen und — was wichtiger
ist — Entwicklungsgruppen: vorfinden. Nicht die Aufwandsstärke,
sondern das Wirkungsverhältnis aller die Rente beeinflussenden Faktoren
 zu einander bestimmt den Wirtschaftserfolg.
Die auf der individuellen Jandwirtschaftlichen Betriebskontrolle
 aufgebaute Reform des genossenschaftlichen Personalkreditgeschäfts
 hat deshalb bei den Genossenschaften und über diese hinaus
in noch stärkerem Maße bei den landwirtschaftlichen Großbetrieben
eine gesunde Reaktion ausgelöst. Sie hat bei den Genossenschaften
dazu geführt, daß nicht mehr zeitgemäße Geschäftsgebräuche durch

2.

141
        <pb n="120" />
        eine wirtschaftlich fortschrittliche Denk- und Arbeitsweise abgelöst
wurden. Bei den landwirtschaftlichen Betrieben hat sie sich insbesondere
 dahin ausgewirkt, daß Wirtschaftsform und Betriebsorganisation
 an; die nach objektivem, sachlichem Urteil anerkannte
Kreditfähigkeit angepaßt werden. In zahlreichen Einzelfällen hat die
Betriebskontrolle mit ihren Folgen eine Gesundung der finanziellen
Verhältnisse angebahnt oder aber durch die veranlaßte Wirtschaftsumstellung
 das Tempo der Verschuldungszunahme verlangsamen und
damit eine Sanierung vorbereiten können.
Darüber hinaus muß in der durch die Kreditkontrolle vermittelten
Erkenntnis der Risiken die einzig mögliche Vorbereitung für die allgemein
 als notwendig anerkannte Bereinigung der Gesamtverhältnisse
gesehen werden.
3. Die Beobachtung des genossenschaftlichen Kreditgeschäfts
zeigt ebenso wie die Wahrnehmungen der landwirtschaftlichen Sachverständigen,
 daß die in Drucksache Nr. 2 vertretene, inzwischen auch
von anderen Stellen bestätigte Auffassung von der gesünderen finanziellen
 Lage der bäuerlichen Betriebe im Osten zu Recht besteht.
Dem Genossenschaftswesen sind gegenüber den Ausfällen, die durch
ungeeignete Geschäftsführung oder Kreditverbindungen mit Großbetrieben
 entstanden sind, aus bäuerlichen Betrieben, von unbeachtlichen
 Sonderfällen abgesehen, keine nennenswerten Verluste erwachsen.

Dagegen beruhen zahlreiche Sanierungen landwirtschaftlicher
Großbetriebe auf einer Abparzellierung an Anlieger, also Nutzung der
bäuerlichen Finanz- und Kaufkraft zur Realisierung der Bodensubstanz.
 Gebiete mit vorwiegend bäuerlicher Struktur zeigen auch
gesündere Verhältnisse bei Handel und Gewerbe.
4. Ein Teil hoch verschuldeter landwirtschaftlicher Großbetriebe
arbeitet mit so hohen laufenden Verlusten, daß selbst durch Zuleitung
 hoher Subventionen der finanzielle Ruin nicht aufgehalten,
sondern nur verzögert werden kann. Da für diese Betriebe ein Besitzwechsel
 bei der Lage des Gütermarktes nicht zu erreichen ist, können
die schweren Schäden für das gesamte Wirtschaftsleben der Gebiete,
in denen sich solche Fälle häufen, nur in der von der Preußenkasse
bereits früher vorgeschlagenen Weise behoben werden. Diese
Forderung gewinnt dadurch besonderen Nachdruck, daß von den
in Ostpreußen umgeschuldeten Großbetrieben ein großer Teil bereits
vor oder im Zusammenbruch steht.

149
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        Aufgabe muß es sein, zusammengebrochene Betriebe, soweit sie
irgend siedlungsfähig sind oder gemacht werden können, mit
tunlichster Beschleunigung der bäuerlichen Besiedlung in geeigneter
Form zuzuführen; nur durch eine angemessene Wandlung der
agrarischen Struktur und Produktionsrichtung wird es möglich sein,
eine grundlegende Bereinigung der Krise anzubahnen.
5. In den östlichen Landesteilen liegen, wie die Ergebnisse der
Betriebskontrolle an zahlreichen Einzelbeispielen zeigen, noch erhebliche
 Rentabilitätsreserven, deren Flüssiıgmachung oberstes Ziel einer
produktiven Agrarhilfe sein muß. Dazu gehört und dient in erster
Linie eine Senkung der Produktionskosten durch Ausmerzen leistungsunfähiger
 Bestandteile des Erzeugungsapparates. Weiter bedarf es
grundlegender Verbesserungen des genossenschaftlichen Absatz- und
Verarbeitungsapparates zu einer Mobilisierung der latent vorhandenen
Kräfte der Landwirtschaft, die nicht durch Subventionen fruchtbar
gemacht werden können.

‘42
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        ERLÄUTERUNGEN

1. Bonitätsgruppen;
Eigenbetriebe: I = 0-40 %, II = 41—60 %, II = 61—70 %,
IV = über 70 % Verschuldung, gemessen am Gesamtvermögen.
Pachtbetriebe: 1 = 0-30 %, II = 31—50 %, II = 51-70 %,
IV = über 70 % Verschuldung, gemessen am Gesamtvermögen,
Bei den Ortstaxen ist zur Kennzeichnung der mit mehr als 100 % verschuldeten
 Eigen- und Pachtbetriebe die Bonitätsgruppe V eingeführt.

2. Gesamtvermögen:
a) in den Verschuldungserhebungen.
Das Gesamtvermögen setzt sich bei den Eigenbetrieben aus dem berichtigten
 Wehrbeitragswert als Maßstab für das im landwirtschaftlichen Betrieb
 festgelegte Vermögen zuzüglich den mit diesem nicht verbundenen
sonstigen Vermögenswerten der Eigentümer zusammen.
Bei den Pachtbetrieben setzt sich das Gesamtvermögen aus den von den
Kreditgebern ermittelten Krisenwerten für das tote, lebende Inventar und
Superinventar sowie dem Feldinventar zuzüglich den sonstigen Vermögenswerten
der Pächter zusammen.

b) in den Ortstaxen.
Bei den Eigenbetrieben wird zur Ermittlung des landwirtschaftlichen
Vermögens der berichtigte Wehrbeitragswert durch den der Gütermarktlage
angepaßten Krisenwert ersetzt.
Bei den Pachtbetrieben ist die Errechnung des Gesamtvermögens grundsätzlich
 die gleiche wie bei den Erhebungen.

3.

Großbetriebe: Als Großbetriebe werden Betriebe mit mehr als 100 ha Gesamtfläche
 angesprochen.
Diese Definition ist als statistischer terminus technicus übernommen.

4. Hypothekarschulden: Unter hypothekarischen Schulden sind nur echte
Realkredite, Renten, Ausgedinge und Reallasten zusammengefaßt, dagegen
nicht Sicherungshypotheken für Personalkredite und Eigentümergrundschulden.
Normal- und Krisenwert sind die für das landwirtschaftliche Vermögen der
Eigentümer bzw. Pächter ermittelten Taxwerte. Der Normalwert stellt den bei
freiwilliger Veräußerung des Eigentums oder freiwilliger Zession der Pachtung
unter den gegenwärtigen Verhältnissen des Güter- oder Pachtmarktes erzielbaren
 Erlös dar. Der Krisenwert erfaßt den bei einer im Falle der Überschuldung
 notwendigen Liquidation mit Sicherheit zu erwartenden Erlös.

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145
        <pb n="123" />
        5.

Reinertrag, Rente: Barer Wirtschaftsertrag des schuldenfrei gedachten Betriebes.
 Vom Reinertrag sind die privaten Aufwendungen, Pacht- und
Zinsendienst zu bestreiten. Eine Entlohnung für die vom Eigentümer oder
Pächter geleistete Arbeit ist nicht in Ansatz gebracht.
Soweit der Begriff in Verbindung mit Ergebnissen von Buchführungsstellen
 Anwendung findet, sind Abschreibungen, Mehr- und Minderwerte des
Besatzes berücksichtigt.

7.

Überschußbetriebe (-+ Betriebe): Als solche sind Wirtschaften bezeichnet,
die in der Lage sind, aus dem Reinertrag Privataufwand, Pacht- und Zinsendienst
 zu bestreiten und darüber hinaus Überschüsse abzuwerfen.

8.

Verlustbetriebe (— Betriebe): Als solche sind Wirtschaften bezeichnet, deren
Reinertrag nicht ausreicht, Privataufwendungen, Pacht- und Zinsendienst zu
decken, deren Fortführung also nur durch Inanspruchnahme neuer Kredite
möglich ist.

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        Preußische Druckerei- und
Verlags-Aktiengesellschaff
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‚onitätsgruppen:
. Eigenbetriebe: I = 040 %, I = 41—60 %, II = 61-70 %,
: V= über 70 % Verschuldung, gemessen am Gesamtvermögen.
f Pachtbetriebe: I = 0__30 % U = 31—50 %, IN = 51—70 %,
; V= über 70 % Verschuldung, gemessen am Gesamtvermögen.
Bei den Ortstaxen ist zur Kennzeichnung der mit mehr als 100 % ver-‘huldeten
 Eigen- und Pachtbetriebe die Bonitätsgruppe V eingeführt.

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‚esamtvermögen:
a) in den Verschuldungserhebungen.
Das Gesamtvermögen setzt sich bei den Eigenbetrieben aus dem bechtigten
 Wehrbeitragswert als Maßstab für das im landwirtschaftlichen Beieb
 festgelegte Vermögen zuzüglich den mit diesem nicht verbundenen
bnstigen Vermögenswerten der Eigentümer zusammen.
Bei den Pachtbetrieben setzt sich das Gesamtvermögen aus den von den
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Diese Definition ist als statistischer terminus technicus übernommen.

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lormal- und Krisenwert sind die für das landwirtschaftliche Vermögen der
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