1375 1446. Marx an Engels in London; Karlsbad 1875 August 21. 21. August 1875. Germania, Schloßplatz, Karlsbad. Lieber Fred, Vorigen Sonntag kam ich hier an. Dr. Kraus war schon wieder fort nach Gmund, wo er mit Familie; hat seine Verhältnisse mit 0 seiner Frau rearrangiert. Wie ich mir vorgenommen, bin ich jetzt mein eigner Arzt, und wie Dr. Gans mir mit stiller Wehmut vertraute, ist das bei einem Drittel der älteren Badegäste der Fall. Sehr heilkräftig wirkt auch auf mich die Abwesenheit meines Leibarztes Kugelmann. % "Trotz dem Personenwechsel sieht das Publikum hier einmal wie das andremal aus: der average man des Quetelet bildet die Ausnahme; statt dessen überwiegen die Extreme, Faßdicke und Spindeldürre. Ich bin wenigstens 12 Stunden im Freien, und nach Absolvie- % rung des Geschäfts besteht mein Hauptvergnügen darin, neue Spa- ziergänge, Punkte, Aussichten in den Bergwaldungen zu ent- decken, und bin dabei um so mehr Überraschungen ausgesetzt, je weniger Orientierungssinn ich besitze. Von heute an, — wo ich Zettel für Zahlung der Kurtaxe er- % halten, bin ich polizeilich sicher. Ich schrieb mich ein als Dr. phil. und nicht als Rentier, was dem Beutel zugut kommt. Mein Namens- genosse, der Polizeidirektor von Wien, ist so artig, immer gleich- zeitig mit mir einzutreffen. Gestern Abend ging ich in den Hopfenstock, der durch sein % Bier berühmt ist, mein Glas Gießhübler Mineralwasser trinken. Es waren da Karlsbader Philister, und das ganze Gespräch drehte sich um die hier unerschöpfliche Streit- und Parteifrage über die respektiven Vorzüge des alten Pilsener, des bürgerlichen und des Aktienbiers. Jo, sagte der eine, in dem alten vertrage % ich 15 Gläser (und die sind groß) wie nichts. Nu, sagte der andre, ich war auch Parteimann, aber jetzt stehe ich über diesen Zänke- reien. Ich trinke sie alle durcheinander mit gleichem Erfolg usw. 7 8 (Dr. Kraus) —10