+ 5 w 3 — ‚4 i 3 ii») o N m | Dr x x In > N an] __ Tao] I um 5 = a PB. — 105 — werden dürften, daß ein wesentlicher Überpreis kaum auf die Dauer möglich sein wird. Damit müßte aber auch der Motorsprit zum kalorischen Preise des Benzins und nicht mehr zum Preise des Benzols verkauft werden, d. h. der wahrscheinliche Preis, mit dem Motorsprit gegenüber dem Kohlebenzin konkurrenzfähig bliebe, wäre etwa 17 Pf. pro Liter. Ein subyentionsloser Absatz von Motorsprit in Deutschland ist demnach ausgeschlossen. Die Subvention würde die außerordentliche Höhe von 75 bis 175%, vom Verkaufspreis des Motorsprits betragen müssen. Allgemein wirtschaftlich ist zu erwägen, daß der Rohstoff Kohle in Deutschland unbegrenzt zur Verfügung steht und die Entwicklung der Kohleverflüssigungsindustrie aus handels- und jozialpolitischen Gründen bei der herrschenden Arbeitslosigkeit von großer Wichtigkeit ist. Die Aufwendung hoher Subventionssummen, um einen seiner chemischen Zusammensetzung nach zu Nährzwecken geeigneten Rohstoff, die Kohlehydrate, zur Erzeugung mechanischer Energie heranzuziehen, dürfte insofern bedenklich sein, als Deutschland auch ohne Inanspruchnahme sehr bedeutender Subventionsmittel, die letzten Endes vom Reich getragen werden müssen, seinen Bedarf an flüssigen Brennstoffen wird im Inlande decken können, während es immer noch einen zroßen Einfuhrbedarf an Futter- und Nahrungsmitteln aufweist. Die frühere Anschauung, daß Motorsprit auch unter Opfern an Reichsmitteln. an den Markt gebracht werden müßte, um durch Verringerung des Benzinimports die Handelsbilanz zu stützen, ist heute nicht mehr berechtigt, weil Benzin aus Kohle den deutschen Markt in Zukunft wird versorgen können, und zwar ohne Aufwendung von Reichsmitteln, in freier Konkurrenz. Aus dieser Erwägung ergibt sich, daß es 2eute nicht mehr vertretbar ist, ein wertvolles Kohlehydrat in Motortreibstoff zu verwandeln, der aus der in reichster Menge verfügbaren Kohle gewonnen werden kann, während Kohlehydrat selbst ın außerordentlich großer Menge importiert wird. Möglicherweise könnten die Subventionen, die heute dem Motorsprit zugedacht sind, für die Landwirtschaft in volkswirtschaftlich viel günstigerer Weise verwandt werden, wenn man die Kohlehydrate der Kartoffel durch andere Prozesse als Alkoholgärung, z. B. zur Mineralhefe-°rzeugung, Kartoffeltrocknung usw. benutzen würde und auf diesem Wege der Futtermittelwirtschaft inländisches Eiweiß zuführen würde. : E | L Prof. Wawrziniok Nr ww Oo N > > 3 N I N > <A DO be] mw Tr ©% > 6 O © wo © x Zu Frage 1. Der Beurteilung der Aussichten des Spiritus (Branntwein) als Treibmittel für Motoren muß äne Betrachtung darüber vorausgehen, in welcher Form derselbe zu verwenden ist. In dem in den Mitteilungen des Instituts für Kraftfahrwesen an der Sächsischen Technischen Hochschule, Dresden (IV. Sammelband, Berlin 1927, Verlag von Klasing & Co., G.m.b.H., Linkstraße 38), veröffentlichten Bericht über meine Versuche mit spiritus- und alkoholhaltigen Motor-<raftstoffen habe ich auf Seite 24 als Spiritus alle wasserhaltigen Branntweinprodukte und als Alkohol alle wasserfreien Branntweinprodukte bezeichnet. Diese Unterscheidung war notwendig, weil der Wassergehalt den Motorbetrieb entscheidend beeinflußt, und zwar in der Richtung, daß ich der Spiritus wieder abscheidet, wenn er mit manchen anderen Motorkraftstoffen, z. B. Benzin, vermischt wurde. Andererseits kann wasserhaltiger Spiritus aber auch — wie das andere wasser. 2altige Kraftstoffe ebenfalls tun — Anlaß zum Verrosten oder zu sonstigem Angriff der Aufbewahrungsbehälter geben, wenn diese nicht mit einem Schutzmittel (Zinn) überzogen sind, das lie Rostbildung oder die sonstige Korrosion der Behälterwandungen wirksam zu verhindern vermag. Über diese Dinge habe ich in meinem Aufsatz „Die Kraftstoffbehälter der Kraftfahrzeuge und die zu ihrer Herstellung geeigneten Werkstoffe“ (s, Seite 26 des III. Sammelbandes und Seite 45 des VI. Sammelbandes der Mitteilungen des Instituts für Kraftfahrwesen) berichtet. Alkohol (Alcohol absolutus) besitzt diese Nachteile nicht und er läßt sich, wie ich auf Seite 71 des IV. Sammelbandes der Mitteilungen des Instituts für Kraftfahrwesen dargelegt habe, mit allen anderen Kraftstoffen, und zwar auch Benzin, in jedem Verhältnis mischen, ohne daß die Gefahr der Entmischung ‚selbst bei niedrigen Temperaturen eintritt. Diese Eigenschaft bedeutet an sich schon eine außerordentliche Überlegenheit des Alkohols gegenüber dem Spiritus und sie >rmöglicht, daß Alkokol mit jedem anderen brennbaren Stoffe und insbesondere mit den leicht ‘lüchtigen, gut zündenden und rasch verbrennenden Benzinen vergällt zu werden vermag, so daß zein anderes unter Umständen für die Benutzung im Motor schädliches Vergällungsmittel zur Verwendung zu gelangen braucht. Früher stand der Verwendung von Alkohol der hohe Preis der Alkoholbereitung entgegen. Heute sind aber billige Alkoholbereitungsverfahren bekannt, bei deren Anwendung sich gezeigt hat, laß der Preis des Alkohols nur geringfügig höher ist als der Weingeistpreis des wasserhaltigen Spiritus. In preislicher Beziehung bestehen daher keinerlei Bedenken, an Stelle von Spiritus den liesem überlegenen Alkohol zu verwenden, ohne daß damit gesagt sein soll, daß Spiritus nicht 4 } A }