Dementsprechend zeigten die von dem Enquete-Ausschuß untersuchten Kali- gesellschaften unter Zugrundelegung der Abschreibungssumme von 1927 für das Jahr 1926 einen Verlust von 12,4 Mill, RM, für 1927 einen Ueberschuß von 27,9 und für 1928 von 54,6 Mill, RM. Allerdings verweist der Bericht gleichzeitig darauf, daß infolge der verschieden gelagerten Abbaubedingungen die Kosten- und Erlös- lage der einzelnen Werkestark voneinander abweicht; es ist aber eben- falls eine Folge der Betriebskonzentration und der Stillegung wenig rentabler An- lagen, daß diese Verschiedenheit gegenüber früheren Perioden erheblich zurück- zegangen ist und nach der Auffassung der Sachverständigen nur etwa 20% der Sesamtkosten je Doppelzentner Reinkali ausmacht. Konzern- und Gruppen=-Bildung der deutschen Kali-Industrie Die deutsche Kaliproduktion wird gegenwärtig von nur noch 6 Gruppen be- herrscht. Noch am 51. Dezember 1920 waren nicht weniger als 30 Gruppen vor- handen gewesen. Ebenso wie schon vor dem Krieg ging auch in den letzten Jahren ler Vertrustungsprozeß vielfach unter Ueberraschungen und scharfen Kämpfen vor sich. Die Ausdehnung des Wintershall-Konzerns, die Angliederung der Konzerne A.-G. Deutsche Kaliwerke und Glückauf-Sondershausen, späterhin des Ronnenberg- und des Alexandershall-Konzerns veranlaßten die anderen Konzerne zunächst zu entsprechenden Expansionsmaßnahmen, dann aber zur Bildung eines ausgesprochen gegen weitere Wintershall-Ausdehnung gerichteten Kaliblocks unter‘ der Bezeichnung Vereinigte Kaliwerke GC. m. b. H.; Erfolg dieser Organisierung war insbesondere die Aufteilung der Mansfeld-Einigkeit-Quote an die Syndikatsmitglieder außer Wintershall-Kaliindustrie A.-G. Dann trat jedoch diese Gegenorganisation wieder etwas in den Hintergrund. Im Jahre 1928 wurde von Wintershall und vom Burbach-Gumpel-Konzern die Bildung eines umfassenden Trusts propagiert, jedoch infolge des Widerstands der anderen Gruppen nicht Jurchgeführt. Nach den Ereignissen der letzten Zeit scheint sich eine engere Zusammenarbeit der drei bei weitem größten Konzerne Kaliindustrie-A.-G.-Winters- hall, Salzdetfurth-Aschersleben-Westeregeln und Burbach- Gumpel, die insgesamt einen mehr als 77 prozentigen Syndikatsanteil innehaben, anbahnen zu wollen, wie ja auch seit dem Sommer 1927 im Gegensatz zur vor- herigen Entwicklung das Syndikatspräsidium aus drei Repräsentanten dieser Konzerne (Generaldirektor Korte, Generaldirektor Rosterg und Bergrat Zirkler) zu- sammengesetzt ist. Gegen diese vor drei Jahren durchgeführte Satzungsänderung hatte im Syndikat wie auch im Reichskalirat die Preußag energisch, aber ver- geblich protestiert; sie war bereits damals die viertgrößte Gruppe und hat in- zwischen durch Pachtung der Anlagen der Anhaltischen Salzwerke ihren Anteil auf über 9 % erhöht.