Neu-Mexiko ist in den letzten Jahren vielfach berichtet worden, doch scheint %Z es sich meist um wenig abbauwürdige Vorkommen zu handeln. Die indische Kalisalpetergewinnung, die vor dem Kriege mit etwa 15000 to jährlich eine wenn auch nur beschränkte Bedeutung hatte, ist inzwischen auf ein Drittel ihres damaligen Umfangs zusammengeschrumpft. Geringe Mengen Kalisulfat und andere Kalisalze werden seit Jahren auch noch in Japan gewonnen. Gute Aussichten für Entwicklung eines eigenen Kalibergbaus von Bedeutung bestehen offenbar im Gebiet der U. d.S.S.R., wo insbesondere 200 km nördlich von Perm große Lagerstätten von Sylvinit, Carnallit und auch von Steinsalz bekannt sind. Der Gesamtvorrat wird hier nach eingehenden Untersuchungen auf 3,5 Milliarden to Rohsalze oder 600 Mill. to Reinkali geschätzt. Mit der Abteufung des ersten Schachtes wurde 1927, mit der des zweiten 1928 begonnen. Das Produktionsprogramm sah für 1929/30 eine Förderung von 30000 to Sylvinit vor, für 1931/32 von 500 000 to und für 1933/34 die Förderung von bereits 2,2 Mill. to. Unternehmer ist der staatliche Kalitrust, der ein Glied des Chemischen Syndikats der U.d.S.S.R. ist.®) Der in der Presse vielgenannte Kalivorrat am Toten Meer, der auf rund 1,3 Milliarden to Chlorkalium geschätzt worden ist, ist nach viele Monate währenden Verhandlungen mit anderen Gruppen zur Ausbeute an ein Konsortium vergeben worden, an dem u. a. The Jewish Colonial Trust Ltd. (London), The Palestine Economic Corporation (New York) und Mr. Leslie Urquhart (Russo- Asiatice Consolidated) beteiligt sind. Es ist vorgesehen, daß im 8. bis 10. Kon- zessionsjahr 10000 to und alsdann über 50000 to jährlich 80 prozentiges Chlorkali geliefert werden. Eine schnelle Ausbeute wird durch die vorläufig unzureichende verkehrsmäßige Erschließung des Gebiets erschwert. Im übrigen sind mehrfach Meldungen über Kalifunde auch aus anderen Gegenden der Welt gekommen, so z. B. aus Tripolis, wo eine jährliche Ge- winnung von 10000 bis 12000 to Kalisulfat in Salinen möglich sein soll, aus Kanada usw. Doch ist von den meisten der hier erörterten Projekte in abseh- barer Zeit kaum eine Gefährdung der überragenden deutsch-französischen Welt- stellung zu erwarten. Zweifellos haben viele Berichte über neue Kalifunde im wesentlichen Tendenzcharakter gehabt, sei es zu spekulativen Zwecken, sei es mit einer wirtschaftspolitischen Spitze gegen die in den Vereinigten Staaten zu Unrecht angegriffene deutsch-französische Zusammenarbeit. Da der Weltkali- bedarfin einer ununterbrochenen, durch die internationale Intensivierung der Landwirtschaft bedingten Steigerung be- griffen ist, undzwar eine Steigerung, deren Grenze noch un- absehbar ist, so kann mit großer Sicherheit die Zukunfts- aussicht der deutschen Kali-Industrie nur günstig beurteilt werden, selbst wenn im Laufe der Jahre auch in einigen anderen Gebieten der Erde, wie das wahrscheinlich in der U.d.S.S.R. der Fall sein wird, eine neue Kali-Indnstrie aufgebaut werden sollte. Aussichten der Kali-Industrie Wir ergänzen dies Bild zunächst durch eine Perspektive von französischer Seite. Sie stammt von dem obenerwähnten Finanzier L. Bailly und basiert auf folgendem Gedanken: Von 1854 bis 1930 stieg der jährliche Düngemittelbedarf der Welt um etwa 10% jährlich. Da 1929 die Weltkaliproduktion etwa 2 Mill. to Reinkali betrug, so kann man die Weltproduktion für 1936 auf 4 und für 1950 auf etwa 12) Mitteilungen von Prof. Kotaschetkow in der Zeitschrift ‚Die Volkawirtschaft in der U. d. 8. S. R.*‘