Kali-Chemie Aktiengesellschaft mark 35000 000.— erhöht wurde. — Vom Aktien- zapital der Peroxydwerk Siesel A.-G. wurden die rest- ichen nom, Rmk. 180 000.— übernommen, so daß sich jas gesamte Kapital im Besitz der Kali-Chemie A.-G. yefindet. Die in der Kali-Chemie A.-G. vereinigten Kali- Gesellschaften verfügen über 12 Kalischächte, von denen zur Zeit 2 in Betrieb sind, während 3 Schächte als Reserve in Betriebsbereitschaft stehen. Die rest- ‚ichen 7 Schächte sind auf Grund des Kaliwirtschafts- zesetzes bis zum Jahre 1953 stillgelegt. Die 1928 erfolgte Uebernahme der weitverzweigten Betriebe der Rhenania-Kunheim Verein Chemischer Fabriken A.-G, hat die Basis der Kali-Chemie A.-G. zanz wesentlich verbreitert, so daß bei der Kali- Chemie A.-G. nicht mehr von einem Kalibergwerks- betrieb, sondern von einem Kalibergwerks- und chemischen Betrieb gesprochen werden muß, Von den chemischen Betrieben der Kali-Chemie A.-G. sind besonders hervorzuheben die Sodafabrik nn Heilbronn mit einer Leistungsfähigkeit von 300 t pro Tag sowie 6 umfangreiche Fabriken in Stolberg Rheinland), Oberhausen, Hönningen a, Rh., Mannheim- Wohlgelegen, Mannheim-Rheinau und Berlin-Nieder- schöneweide, welche sich mit der Herstellung von Schwefelsäure, Salzsäure, Sulfat, Chlorkalk, Pariser 3lau, Bariumkarbonat, schwefelsaurem Ammoniak and Superphosphat befassen, Ferner sind vorhanden ein Schwerspatbergwerk n Meggen a. d. Lenne, drei eigene Kalkbrüche in der schwäbischen Alb sowie ein Phonolithbruch in örenk a. Rh. Daneben verfügt die Kali-Chemie über eine phar- mazeutische Fabrikationsstätte in Altona und über aine Düngerfabrik in Brunsbüttelkoog, welche sich in der Hauptsache mit der Herstellung des be- zannten hochprozentigen Phosphorsäuredüngers, dem Rhenania-Phosphat, beschäftigt. Außerdem werden zur Zeit Versuche mit einem Kali-Rhenania-Phosphat ınternommen. Die oben genannten chemischen Betriebe, ins- pesondere die Werke Heilbronn, Berlin-Niederschöne- weide, Oberhausen, Stolberg, Hönningen a. Rh. und 3runsbüttelkoog sind in den Jahren 1928 und 1929 vollkommen modernisiert und auf eine erheblich ver- breiterte Produktionsbasis gestellt worden. Betriebsbet Gerechtsame: Die Gerechtsame der Gesellschaft umfaßt rund 31.200 000 qm — rund 14 preußische Maximalfelder in den Gemarkungen Sehnde und Rethmar (Kreis Burgdorf), Bolzum (Kreis Hildesheim), Ronnenberg, Bentfhe und Gut Erichshof (Kreis Linden). Abbauverträge: Die Abbauverträge sind langfristig bzw. auf un- beschränkte Dauer geschlossen. Die durch die Ver- träge vereinbarten Förder-Albgaben entsprechen den allgemeinen Sätzen, Nach den vorliegenden Massenberechnungen Grundbesitz: Der über ganz Deutschland verteilte Grundbesitz ler Gesellschaft umfaßt 623 ha 47 a 90 qm. Hiervon werden für Betriebsanlagen 102 ha 41 a 22 qm, für Arbeiterwohnhäuser 34 ha 66 a 75 qm in Anspruch zenommen, während die restlichen 486 ha 839 a 93 qm einstweilen in der Hauptsache landwirtschaftlichen Zwecken dienen. An sonstigem Grundbesitz der Gesellschaft ist üoch zu erwähnen: das Verwaltungsgebäude des Die Bedeutung der Kali-Chemie A.-G. wird weiter ınterstrichen durch die kontrollierende Beteiligung ın zahlreichen Gesellschaften der Kali- und ;hemischen Industrie, von dem an dieser Stelle nur lie Gewerkschaften Salzbengwerk Neu-Staßfurt I ınd II in Löderburg bei Staßfurt sowie die Kom- nanditgesellschaft Salzbergwerk Neu-Staßfurt und "heilnehmer erwähnt werden sollen. Das Salzbergwerk Neu-Staßfurt in Löderburg bei Staßfurt ist die älteste der in der Kali-Chemie A.-G. ‚usammengefaßten Kaligesellschaften. Die Gewerk- ıchaft hat schon im Jahre 1876 Kalisalze und Stein- ialze gefördert. Seine Geschichte ist eng verknüpft nit derjenigen der beiden ältesten Kalibergwerke, lem preußisch-fiskalischen Werk in Staßfurt und dem ınhaltisch-fiskalischen Werk in Leopoldshall, das in üngster Zeit von der Preußag übernommen wurde. Jeu-Staßfurt verfügt u. a. über umfangreiche Fabri- zationsanlagen für Potasche, auf deren Markt es ıeute neben der I. G, Farbenindustrie A.-G, führend st. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, diese Fabri- zationsanlagen durch Um- und Neubau zu verbessern ınd die Produktionsbasis zu verbreitern. An der chemisch-wissenschaftlichen Entwicklung jer Kaliindustrie ist Neu-Staßfurt in besonderem faße beteiligt, wie die im Jahre 1899 erfolgte Grün- lung einer Tochtergesellschaft, der Firma Salzberg- verk Neu-Staßfurt und Theilnehmer Kommandit- sesellschaft, beweist. Die Kommanditgesellschaft Salzbergwerk Neu-Staßfurt und Theilnehmer besitzt une in Zscherndorf bei Bitterfeld gelegene große Jektrolytische Anlage, in welcher Aetzkali, Aetz- ıatron, flüssiges Chlor, Chlorkalk, Salzsäure, chlor- aures Kali, Trichloräthylen, Tetrachloräthan, Hexa- hloräthan, Wasserstoff, Natronbleichlauge und Kali- ‚Jeichlauge hergestellt werden. Durch die Uebernahme sämtlicher Betriebe der ?irma Heyl-Beringer Farbenfabriken A.-G. wird die Sali-Chemie A,-G. in absehbarer Zeit auch in der >roduktion von Bunt-, Mineral- und Erdfarben eine vewichtige Rolle einnehmen. Die Entwicklungsmöglichkeiten eines derartigen Zonzerns, welcher neben umfangreichen Betriebs- itätten und langjährigen, ausgezeichneten Betriebs- srfahrungen auch über die notwendigen Rohstoffe ‚erfügt, sind trotz der augenblicklich allgemein chlechten Wirtschaftslage nicht ungünstig, "reibune. Außerdem hat die Gesellschaft für ihr Sodawerk Yeilbronn ein Solegewinnungsrecht, das sich über und 12 000 000 qm erstreckt, sowie für ihr Schwer- spatbengwerk Meggen 2a. d. Lenne eine sich über etwa 1000000 am erstreckende Abbaugerechtigkeit. varen am 11. Januar 1929 rund 150000000 dz Kali- alze (Hartsalz und Sylvinit) durch Streckenbetrieb vufgeschlossen und zum Albbau bereitgestellt. Die kurch Bohrungen festgestellten Kalisalzmengen sind jierhei nicht berücksichtigt. Zonzerns in Berlin, Reichstagsufer 10, mit einer 3rundstücksfläche von 1870 qm, das Verwaltungs- sebäude des früheren Friedrichshall-Konzern, das zur Zeit vermietet ist, mit einer Grundstücksfläche von ’621 qm, sowie etwa 15250 qm Grundbesitz in „‚ampertheim (Essen), der von dem früheren Werke Veuschloß übriggeblieben ist und abgestoßen verden soll.