stärker verändert als die etwa 2 Millionen Männer, die auf den Schlachtfeldern dem Weltkriege zum Opfer gefallen sind. Wir haben heute mehr Erwachsene und weniger Kinder als früher. Im Jahre 1910 standen 33,9% der Bevölkerung in einem Alter von unter 15 Jahren — also etwa der dritte Teil —, im Jahre 1925 waren es nur noch 25,7 %, also nur wenig mehr als der vierte Teil. Die große Zahl der erwachsenen Personen stammt aus den sehr stark besetzten Geburtsjahrgängen des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts. Diese Menschenmassen sind allmählich herangewachsen und haben bisher noch ständig das Heer der Erwachsenen vergrößert; denn der Ge- burtenausfall der Kriegsjahre wird sich im Erwerbsleben erst vom Jahre 1930 an bemerkbar machen, da zu diesem Zeitpunkt der erste der zusammengeschrumpften Geburtsjahrgänge die Schule verläßt. Das Wachstum unserer Gesamtbevölkerung hat sich wesentlich ver- langsamt. Die Zunahme der Erwachsenen bewegt sich dagegen gewissermaßen noch in dem Rahmen der rasch aufwärtsstrebenden Bevölkerungsentwicklung der Vorkriegszeit, Das innere Gefüge der Bevölkerung hat sich aber noch in anderer Richtung verschoben. Die Kriegsverluste an erwachsenen Männern haben eine große Zahl von Frauen, die man auf etwa 1000000 beziffern kann, zur Ehelosigkeit verurteilt. Der Frauen- überschuß in diesen Jahrgängen muß sich in einer verstärkten Er- werbstätigkeit der Frauen dieses Alters bemerkbar machen, da sie auf jeden Fall ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen. Die größere Zahl erwachsener Menschen hat naturgemäß auch zu einer starken Zunahme der verheirateten Personen und damit der Ehen geführt. Im Zeitraum 1910 bis 1925 wuchs die Gesamtbevölke- rung um 8,0 %, die ledige Bevölkerung nahm dagegen um 2,2 % ab, während die verheiratete Bevölkerung um 22,0 %, die verwitwete und geschiedene Bevölkerung um 19,4% zunahm. Die Rückwirkungen dieser Entwicklung auf die Zahl der vorhandenen Haushaltungen zeigen sich darin, daß auch die Haushaltungszahl seit dem Jahre 1910 von rund 12,8 Millionen auf 15.3 Millionen, also um 20% ge- stiegen ist. Die Kenntnis des Altersaufbaues der Bevölkerung und der Sterb- lichkeitsverhältnisse in den einzelnen Altersgruppen bietet die Mög- lichkeit, die zukünftige Entwicklung der deutschen Bevölkerung annähernd im voraus zu berechnen. Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes ergibt sich das folgende Bild für die