und 1921 vorübergehend an, um dann von 1950 an weiter zu sinken. Zahlenmäßig ergibt sich das folgende Bild des Haushaltungszuganges und damit des jährlichen Zusatzbedarfes an Wohnungen‘, Durchschnitt der Jahre. 1927—1980 ‚........... 225000 1931—1935 250 000 1936—1940 190 000 1941—1945 85 000 1946—1950 100 000 Die Wirkungen der geschilderten Bevölkerungsentwicklung auf das Baugewerbe decken sich zu einem großen Teil mit den Wir- kungen, die für die Wirtschaft im allgemeinen festgestellt werden können. Die erwachsene Bevölkerung und damit die Erwerbstätigen wachsen an und suchen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten, die in der Hauptsache durch eine Ausweitung des industriellen Pro- duktionsapparates gewonnen werden können. Hierzu ist die Schaffung neuer Arbeitsplätze erforderlich. Die Bevölkerungszunahme wird sich daher auch weiterhin noch in einem Neubau industrieller An- lagen auswirken; man darf jedoch nicht übersehen, daß der in der Bevölkerungsentwicklung liegende Ansporn zur Ausweitung der deutschen Wirtschaft schwächer ist als früher. Der Geburtenrückgang wird weiterhin im Baugewerbe wie in allen Wirtschaftszweigen vom Jahre 1930 an die Anzahl der Lehr- linge verringern. Hierauf wird später noch ausführlicher eingegangen werden (vgl. S. 127 ff.). Die wichtigsten Wirkungen werden sich aus der zahlenmäßigen Entwicklung der Haushaltungen herleiten, da ihre Anzahl als zuver- lässiges Barometer für den künftigen Wohnungsbau angesehen werden kann. Da nach Angaben des Reichsarbeitsministeriums* vor dem Kriege von den Gesamtaufwendungen für das Bauwesen 44% auf den Wohnungsbau, 25 % auf Industriebau und Landwirtschaft, 12 % auf den öffentlichen Hochbau, 19% auf den Tiefbau entfielen, muß die Zukunft des Baugewerbes entscheidend vom Wohnungsbedarf beeinflußt werden. Der durch den Krieg ent- standene Mangel an Wohnungen hat in den letzten Jahren die Frage 1 Nach Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung. 2 Denkschrift über die Wohnungsnot und ihre Bekämpfung, Reichstagsdrucksache Nr. 3727, IH. Wahlperiode 1924/1927, Seite 27.