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        <title>Das Baugewerbe in der Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1925</title>
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        Das Baugewerbe
in der Volks-,Berufsund
 Betriebszählung
von 1925
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        Das Baugewerbe

in der Volks-, Berufs- und
Betriebszählung von 1925

Herausgegeben

vom Deutschen Baugewerksbund *

Berlin 1930
Verlag : Deutscher Baugewerksbund (N. Bernhard)
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        Inhaltsverzeichnis
I. Wirtschaftsgliederung und Baugewerbe........ W440
a) Wirtschaftlich-sozialer Hintergrund des heutigen Bauens......
Lt. Bevölkerungswachstum im 19, und 20. Jahrhundert. — Die
zukünftige Bevölkerungsentwicklung..........--2,
 Soziale Umschichtungen und Städtebildung ................
b) Wie viele Menschen leben in Deutschland vom Bauen? .......
II. Umfang und betriebliche Struktur des Baugewerbes und der Baunebengewerbe
 ........0..0.00.00000000-a)
 Zusammensetzung des Baugewerbes .......
b) Entwicklung des Baugewerbes seit 1882 .. .......... 00044444
c) Räumliche Verbreitung des Baugewerbes
d) Der Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau . ..
1. Handwerk oder Industrie? ........
2. Gliederung nach Betriebsgrößenklassen . .
8. Einzelgeschäfte, Haupt- und Zweigniederlassungen .. ......
4. Entwicklung zum Großbetrieb ........
5. Das Personal........-.
6. Umschichtung des Personals ...
7. Frauenarbeit im Baugewerbe .....
8, Verwendung von Kraftmaschinen .
Die Baunebengewerbe .......
1. Das Klempnergewerbe ...........
2. Das Glasergewerbe ...
3. Das Malergewerbe ......
4. Das Stuklkateur- und Gipsergewerbe ..
5. Das Tapezier- und Polstergewerbe .
6. Das Dachdeckergewerbe . .......
7. Das Steinsetzergewerbe. ..........
8. Das Brunnenbauergewerbe ... ....
9. Das Ofensetzergewerbe. . .
10. Das Isoliergewerbe........
11. Das Schornsteinfegergewerbe .......
12. Zimmer-, Fenster- und Metallreinigung .
13. Das Schlossergewerbe ...........-14.
 Das Elektroinstallationsgewerbe ...... -
15. Die Bau- und Möbeltischlerei ..

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III. Die Bauarbeiterschaft und ihre Zusammensetzung .............
a) Die Zahl der Bauarbeiter ‚0.0.00 LG
b) Die Verteilung der Bauarbeiter auf die Bezirksverbände des
Deutschen Baugewerksbundes ‚0... ..0..000000000000000000000
c) Die Verteilung der Bauarbeiter nach Wirtschaftszweigen .. ..
IV. Berufsnachwuchs und Lehrlingsirage .............
a) Die Bauarbeiter insgesamt . .
b) Die Maurer ......0.00.000000004000-1.
 Altersgliederung der Maurer ......... 5 WE
2, Zahl und Verteilung der Maurerlehrlinge auf Klein-, Mittelund
 Großbeitieb® ver en riG KR REREEHER HER BRKER Ak KAG
8. Die Altersgliederung der Maurer in den Bezirksverbänden.. .
c) Die Bauwerkmeister..............
d) Die Betonbaufacharbeiter .........
e) Die Putzer und Stukkateure ..
f) Die Glaser ..............
g) Die Töpfer und Ofensetzer .
h) Die Brunnenbauer. ..............0.0040 4.
i) Die Kunststein- und Terrazzoarbeiter . .
k) Die Asphaltierer ................ .
]) Die Bauhilfsarbeiter ...............0.00.0000000
V. Der Uebergang zur Selbständigkeit .......-VI.
 Bauarbeiter und Nebenberufe ....... ........
VII. Die familiären Verhältnisse der Bauarbeiterschaft ...............
a) Die Zahl der ledigen, verheirateten, verwitweten und geschiedenen
 Bauarbeiter .............. X
b) Die Angehörigen der Bauarbeiter. ... ..

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        Vorbemerkung.
Für die Organisationsarbeit ist eine zuverlässige und leicht
erreichbare Uebersicht über den Umfang des Arbeitsgebietes unentbehrlich.
 Weiß man, wieviel Unternehmungen es in den baugewerblichen
 Berufen gibt, wieviel Personen darin tätig sind, ist man darüber
 unterrichtet, wie sich die Berufszugehörigen auf die einzelnen
Berufsarten wie auch auf die verschiedenen Reichsgebiete verteilen,
So kann man daran ermessen, wie weit unsere Organisation schon
vorgedrungen und wieviel gewerkschaftliches Oedland noch urbar
zu machen ist. Unsere Julistatistik läßt uns alljährlich seit 1924 einen
Teil dieses großen Gebietes überschauen. So wichtig und aufschlußreich
 diese Ergebnisse unserer eigenen Zählung auch sind, mehr als
ein Teilergebnis wird man davon nicht erwarten dürfen. Unsere als
Zähler mithelfenden Kollegen werden bestenfalls immer nur die Betriebe
 erreichen, wo Bauarbeiter, organisiert oder nicht organisiert,
beschäftigt sind. Die kleinsten Betriebe, deren Inhaber womöglich
irgendwo weitab vom eigentlichen Verkehr allein oder vielleicht mit
1 oder. 2 Hilfskräften oder mit einigen Lehrlingen arbeitet, diese
Zwergbetriebe werden durch unsere Julistatistik auch bei größtem
Fleiß unserer Zählhelfer kaum vollständig zu erfassen sein. Sehr
zweifelhaft ist es auch, ob unsere Zähler die Montagearbeiter erreichen,
 die sehr oft ganz für sich allein in großen Indusiriewerken
beschäftigt sind, von den Werksmaurern und sonstigen Bauarbeitern
ganz zu schweigen, die immer noch von baufremden Gewerkschaften
als Mitglieder aufgenommen werden.
Hier muß uns nun die amtliche Statistik zu Hilfe kommen. Die
im Deutschen Reiche im Juni 1925 nach 18jähriger Pause wieder aufgenommene
 Volks-, Berufs- und Betriebszählung ermittelt über jeden
Einwohner Deutschlands die persönlichen Verhältnisse, seine Berufszugehörigkeit
 sowie seine Berufsstellung. Unser Jahrbuch hat in
seinen Ausgaben von 1926 und 1927 schon Auszüge aus den Ergebnissen
 der amtlichen Zählung mitgeteilt. Das Statistische Reichsamt
macht die amtlichen Zählergebnisse nach und nach der weiteren
Oeffentlichkeit in einer Reihe umfangreicher Bände zugänglich. Natürlich
 kann sich nicht jeder diese Bände anschaffen. Ihr Preis würde das
schon verhindern. Außerdem wäre es aber auch für den Handgebrauch
 viel zu umständlich, im Bedarfsfalle das eine oder andere
aus diesen Bänden herauszusuchen. Dazu sind seit den früheren, in
den Jahren 1882, 1895 und 1907 durchgeführten Zählungen dieser
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        2

Art auch im Baugewerbe wirtschaftspolitisch und technisch bedeutsame
 Umlagerungen eingetreten und machen eine handliche Aussonderung
 der über das Baugewerbe Auskunft gebenden Zählungsergebnisse
 dringend nötig.
Aus diesen Gründen hat unser Bundesvorstand es für nützlich
gehalten, alle über das Baugewerbe in der Volks-, Berufs- und Betriebszählung
 ermittelten Angaben in einem besonderen Buche
zusammenzustellen, worin unsere für die Organisation mitarbeitenden
Kollegen etwa benötigte Angaben ohne allzu große Mühe nachschlagen
 können. Bei dieser Arbeit hat unser Bundesvorstand im
Statistischen Reichsamt weitgehende und bereitwillige Hilfe
und Unterstützung gefunden durch Herrn Direktor Dr. Platzer,
Herrn Regierungsrat Dr. Fürst und Herrn Dr. Schlier.
Einige Abschnitte dieses Buches enthalten Vergleiche zwischen
dem Ergebnissen der Volks-, Berufs- und Betriebszählung sowie
unserer Mitgliederstatistik. Das war in manchen Fällen recht
schwierig. Die Berufssystematik der amtlichen Zählung stimmt
nämlich nicht überein mit der unter unsern Bundesmitgliedern eingeführten
 Berufseinteilung. Das hat zum Teil sehr umfangreiche
Umrechungen erfordert, und in einigen Fällen mußte man sich auch
mit Schätzungen behelfen. Die Vergleichsmöglichkeit wird dadurch
jedoch nicht beeinträchtigt, im Gegenteil, sie wird unsere Kollegen
in den einzelnen Berufen und Bezirken anregen, den Organisationsverhältnissen
 in ihrem engeren Wirkungskreise besonders eifrig
nachzuspüren, um alles, was zum Baugewerksbund gehört, ihm auch
so weit wie irgend möglich anzugliedern. Jedenfalls erhalten unsere
Vorstände und ihre Mitarbeiter mit diesem Buche eine Uebersicht
über die zahlenmäßige Entwicklung der baugewerblichen Verhältnisse,
 wie sie ihnen in dieser Zusammenfassung bisher noch nicht
geboten war.
Möge das Buch fleißig benutzt werden, dann wird das Wissen
über diese zahlenmäßige Entwicklung die Werbe- und Organisationsarbeit
 aufs neue kräftigen und anregen und dadurch weiteren Fortschritten
 und Erfolgen zum Wohle der gesamten Bauarbeiterschaft
den Weg bereiten.

Der Bundesvorstand.
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        I. Wirtschaitsgliederung und Baugewerbe.
a) Wirtschaftlich-sozialer Hintergrund des heutigen Bauens.
Jede wirtschaftliche Tätigkeit ist von jeher auf die Befriedigung
der menschlichen Bedürfnisse gerichtet, wovon die Nahrungs-, Kleidungs-
 und Wohnungsbedürfnisse die dringendsten sind. Die Bedürfnisbefriedigung
 als letzter Sinn jeder wirtschaftlichen Betätigung
beherrscht trotz mancher Irrwege, die sich aus der kapitalistischen
Produktionsweise ergeben, auch unser heutiges Wirtschaftsleben. Die
Entwicklungsmöglichkeiten aller Wirtschaftszweige sind daher in
starkem Maße von der Größe und von dem Wachstum der Bevölkerung
 abhängig, da ja die Zahl der vorhandenen Menschen letzten
Endes die Größe des Bedarfs bestimmt. Die Abhängigkeit von der
Bevölkerungsgröße und ihrer Zusammensetzung ist für das Baugewerbe,
 dem in der Hauptsache die Befriedigung des Wohnungsbedürfnisses
 obliegt, besonders fühlbar, da das Baugewerbe örtlich
gebunden ist. Das Baugewerbe kann sich nicht in bestimmten
Gegenden zusammenballen, denn es muß stets da gebaut werden, wo
die Bauten gebraucht werden. Eine Produktion auf Lager und ein
Verkauf nach entfernten Gebieten oder eine Ausfuhr nach ausländischen
 Staaten kommt für das Baugewerbe kaum in Frage. Nur für
Baustoffe und Bauteile wäre eine solche Möglichkeit überhaupt vorhanden.
 Bei dem Verhältnis des Wertes dieser Gegenstände zu
ihrem Umfang oder Gewicht spielt dieser Versand praktisch keine
große Rolle. Eine Ausbreitung des Baugewerbes auf der Grundlage
eines im Auslande oder in Uebersee auftretenden Bedarfs ist also
in nennenswertem Umfange nicht möglich. Die Entwicklung des Baugewerbes
 ist daher besonders eng an die Größe und das Wachstum
der einheimischen Bevölkerung gebunden.
Eine umfassende Würdigung des Baugewerbes wird sich demnach
 auf eine kurze Untersuchung der wirtschaftlichen und sozialen
Hintergründe des heutigen Bauens stützen müssen. Es Legt auf der
Hand, daß die Größe des Baugewerbes schon allein von der absoluten
Größe der Bevölkerungszahl abhängig ist, darüber hinaus ist aber
auch die innere Siruktur der Bevölkerung von Bedeutung, da es zum
Beispiel für den Wohnungsbedarf von großer Wichtigkeit ist, wie sich
die Bevölkerung aus Erwachsenen und Kindern zusammensetzt. Die
Größe der erwachsenen Bevölkerung bestimmt die Zahl _der-Ehermr
und damit die Zahl der Haushaltungen, die als Wohnungssuchende
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        3

auftreten. Der Einfluß der Kinderzahl macht sich dagegen hauptsächlich
 in dem Bedarf an größeren oder kleineren Wohnungen geltend.
 Es wird daher auch der Altersaufbau der Bevölkerung beachtet
werden müssen, zumal die Zahl der vorhandenen Menschen ja nicht
nur die Größe der Nachfrage bestimmt, sondern auch den Nachwuchs
 der im Baugewerbe beschäftigten Personen beeinflußt.
Außer dieser inneren Struktur der Bevölkerung kommt auch
ihre Verteilung nach Stadt und Land in Betracht; denn der Bedarf
an Bauten aller Art, an Wohnhäusern, Wirtschaftsgebäuden, Fabriken,
Straßen, Kanälen, Eisenbahnen usw. ist in stärkstem Maße von der
Siedlungsweise der Bevölkerung abhängig. Ein Landvolk mit vorwiegend
 agrarischen Erwerbsquellen hat einen Bedarf an Bauten,
der wesentlich anders geartet ist als der eines Stadtvolkes mit ausgedehnter
 Industrie. Die Verteilung der Bevölkerung nach Stadt
und Land ist aber das Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung
eines Volkes. Neben der beruflichen und sozialen Schichtung der
Bevölkerung, die auf die Gestaltung der Lebensgewohnheiten und
damit auch auf den Bedarf an Bauten von Einfluß ist, werden auch
die großen Linien der Industrie- und Verkehrsentwicklung mit ihren
Rückwirkungen auf den Baumarkt Berücksichtigung finden müssen.

1.Bevölkerungswachstumim19. und 20. Jahrhundert.
Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung.
Die Bevölkerung auf dem Gebiete des späteren Deutschen
Reiches zählte nach Abschluß der napoleonischen Kriege, also vor
etwa 110 Jahren, 24,8 Millionen Menschen; sie war bis zum Jahre der
Reichsgründung 1871 auf 41 Millionen angewachsen. Um die Jahrhundertwende
 waren 56 Millionen bereits überschritten, und 10 Jahre
später, bei der letzten, vor dem Kriege durchgeführten Volkszählung,
waren 65 Millionen Einwohner erreicht. Auf dem heutigen, verkleinerten
 Reichsgebiet lebten im Jahre 1910 rund 57,8 Millionen
Menschen. Trotz des Krieges und seiner schwerwiegenden Folgen
für die Bevölkerungsentwicklung wurde bei der Volkszählung
im Jahre 1925 eine Volkszahl von 621 Millionen festgestellt. Der
große Geburtenausfall der Kriegsjahre und der bereits vor dem
Kriege einsetzende Geburtenrückgang, der sich in den Nachkriegsjahren
 erheblich verstärkt hat — die Geburtenhäufigkeit im Durchschnitt
 aller deutschen Großstädte liegt heute unter der von Paris
und London —, haben dabei das innere Gefüge der Bevölkerung
        <pb n="9" />
        stärker verändert als die etwa 2 Millionen Männer, die auf den
Schlachtfeldern dem Weltkriege zum Opfer gefallen sind. Wir haben
heute mehr Erwachsene und weniger Kinder als früher. Im Jahre
1910 standen 33,9% der Bevölkerung in einem Alter von unter
15 Jahren — also etwa der dritte Teil —, im Jahre 1925 waren es
nur noch 25,7 %, also nur wenig mehr als der vierte Teil. Die große
Zahl der erwachsenen Personen stammt aus den sehr stark besetzten
Geburtsjahrgängen des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts. Diese
Menschenmassen sind allmählich herangewachsen und haben bisher
noch ständig das Heer der Erwachsenen vergrößert; denn der Geburtenausfall
 der Kriegsjahre wird sich im Erwerbsleben erst vom
Jahre 1930 an bemerkbar machen, da zu diesem Zeitpunkt der erste
der zusammengeschrumpften Geburtsjahrgänge die Schule verläßt.
Das Wachstum unserer Gesamtbevölkerung hat sich wesentlich verlangsamt.
 Die Zunahme der Erwachsenen bewegt sich dagegen
gewissermaßen noch in dem Rahmen der rasch aufwärtsstrebenden
Bevölkerungsentwicklung der Vorkriegszeit,
Das innere Gefüge der Bevölkerung hat sich aber noch in
anderer Richtung verschoben. Die Kriegsverluste an erwachsenen
Männern haben eine große Zahl von Frauen, die man auf etwa
1000000 beziffern kann, zur Ehelosigkeit verurteilt. Der Frauenüberschuß
 in diesen Jahrgängen muß sich in einer verstärkten Erwerbstätigkeit
 der Frauen dieses Alters bemerkbar machen, da sie
auf jeden Fall ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen.
Die größere Zahl erwachsener Menschen hat naturgemäß auch
zu einer starken Zunahme der verheirateten Personen und damit der
Ehen geführt. Im Zeitraum 1910 bis 1925 wuchs die Gesamtbevölkerung
 um 8,0 %, die ledige Bevölkerung nahm dagegen um 2,2 % ab,
während die verheiratete Bevölkerung um 22,0 %, die verwitwete und
geschiedene Bevölkerung um 19,4% zunahm. Die Rückwirkungen
dieser Entwicklung auf die Zahl der vorhandenen Haushaltungen
zeigen sich darin, daß auch die Haushaltungszahl seit dem Jahre 1910
von rund 12,8 Millionen auf 15.3 Millionen, also um 20% gestiegen
 ist.
Die Kenntnis des Altersaufbaues der Bevölkerung und der Sterblichkeitsverhältnisse
 in den einzelnen Altersgruppen bietet die Möglichkeit,
 die zukünftige Entwicklung der deutschen Bevölkerung
annähernd im voraus zu berechnen. Nach den Berechnungen des
Statistischen Reichsamtes ergibt sich das folgende Bild für die
        <pb n="10" />
        10

Zunahme der Gesamtbevölkerung und für ihre wichtigsten Gruppen:
die Kinder (unter 15 Jahren), die Erwerbsfähigen (15 bis 65 Jahre)
und die nicht mehr Erwerbsfähigen (über 65 Jahre).

Die voraussichtliche Entwicklung der deutschen
Bevölkerung.

Jahr ı

Gesamtbevölkerung


Davon sind
Kinder | Erwerbsfähige | Greise
(unter 15 Jahren)| (15-65 Jahre) | (65 und mehr)

Stand der Bevölkerung (in Tausend)
1910... 37798 100% 19681!34,05 % 35209'60,9 % 2908 15,05 %
1925... 532320; 100 „ 16323 26,2 „ 42518 68,2 „ 3478/56 „
1930. . “ 64200 | 100 „ 15227 23,71 „ 45095 70,25 „ 3878|6,04 ,,
1935. . ] S6S| 100 ,„ 16506 | 25,1 „ 44911 68,3 „ 435116,6 „
1940. ..|67042 | 100 ,„ 15712|23,4 „ 46460|69,3 „„ 487017,3 ,
Jährliche Zu- (+) oder Abnahme (+) (in Tausend)
+347 |-0,6%! —256' 1,6% 1-+55214+1,3% + 51|41,5%
41374 -+0,6 | +—186 1,2, +520,-+1,2,, *- 40+1,1,,
4364' 40,6 ,, 1956 — 1,6,, +560 +1,3,, + 60/+1,7,,
1393 10,6, | 207 — 1,3, +480 +1,1,, —120/-3,8 ,,
402 40,6 ,, | 191 —1,2,, 4465 41,0, -128'+43,4,,
337 10,5! '- 90 +0,66, +145 +0,83, -102'42,6,,
338 +0,5,,' 328 4+2,1,, —110 0,2, '-1201+3,0,
318. 10,5, '-408 +2,6,, 170 +0,4, 80 42,0,
332 +0,5,, -402 4+2,5,, +—160 +0,4,, 90 42,2,
248 FH0,4,, ' 56 +03, -+111 +0,2, 81 41,9,
316 ‚0,5 » 2 +15, 1429 +1,0,, -129 +3,0 ,
323 -/-0,5 »” 2M 1,5 »” 490 +1,1 ” + 70 1,6 ”
942. 1-0.4 0,9 270 +0,6,, -120,+2,6,,
1 0,5. 21” 0,5, 1100/+2,1 ”
0,6. 150 +03. 41001+4+2,1,,

Die Berechnungen zeigen, daß in den nächsten Jahren noch
mit einem jährlichen Anwachsen der Bevölkerungszahl um etwa
300 000 bis 400000 Personen zu rechnen ist. In den letzten Jahren
vor dem Kriege hatte Deutschland innerhalb der heutigen
Reichsgrenzen einen jährlichen Bevölkerungszuwachs um rund
750 000 Personen. Das Wachstum hat sich also erheblich verlangsamt
        <pb n="11" />
        4.

und wird noch weiterhin an Intensität verlieren. Die Entwicklung
der einzelnen Altersgruppen verläuft dagegen wesentlich anders.
Der dauernde Rückgang der Kinderzahl wird vorübergehend unterbrochen,
 und zwar vom Jahre 1980, also von dem Zeitpunkte an, wo
die besonders schwachen Kriegsgeburtsjahrgänge in die Gruppe der
Erwachsenen hinüberwechseln. In diesen Jahren wiegt also die
Abwanderung der Kinder zu den Erwachsenengruppen den Geburtennachwuchs
 nicht auf, wodurch die Gesamtzahl der Kinder wieder
etwas steigt. In der Gruppe der erwerbsfähigen Erwachsenen drückt
dagegen der Zugang dieser schwachbesetzten Jahrgänge die Zunahme
etwas herab. Die Zunahme dieser Gruppe beträgt bis dahin etwa
eine halbe Million jährlich. Sie geht im Laufe des Jahres 1930 auf
etwa 145 000 herab, in den nächsten 3 Jahren geht die Gesamtzahl
dieser Gruppe sogar zurück. Die zahlenmäßige Entwicklung dieser
Gruppe der im erwerbsfähigen Alter stehenden Personen ist aber
wegen der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und auf die Absatzbedingungen
 aller Erwerbszweige von größter Wichtigkeit.
Werfen wir noch einen Blick auf die Zunahme der im Greisenalter
 stehenden Personen. Infolge der verhältnismäßig günstigen
Sterblichkeitsverhältnisse und des Nachrückens immer stärkerer
Altersjahrgänge, wächst die Gruppe der alten Leute jährlich um etwa
100000 an, das heißt die Zahl der Altersrentner der Sozialversicherung,
 die im Vergleich zur Vorkriegszeit schon heute sehr groß ist,
wird noch rapide weiter steigen.
Berechnet man auf Grund der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung
 die wahrscheinliche Zahl der Ehen und unter Berücksichtigung
der Witwer und Witwen und der übrigen haushaltbildenden Faktoren
die voraussichtliche Zahl der Haushaltungen, so kommt man zu dem
Ergebnis, daß bis zum Jahre 1935 der Reinzugang ständig wächst.
Diese Erscheinung ist die Folge des schrittweisen Einrückens der
durch die Kriegsverluste nicht mehr betroffenen Jahrgänge 1902 bis
1914 in die Altersjahre mit größeren Eheschließungswahrscheinlichkeiten
 (22 bis 35 Jahre). Dabei ist in dem Jahrfünft 1931 bis 1985
mit einem ziemlich gleichbleibenden jährlichen Zuwachs von
% Million Haushaltungen zu rechnen. Vom Jahre 1936 an nimmt
der jährliche Zugang rasch ab, da von diesem Zeitpunkt an die außergewöhnlich
 schwach besetzten Kriegsjahrgänge in das Heiratsalter
einrücken. Um die Mitte der vierziger Jahre steigt der Haushaltungszugang
 als Auswirkung der hohen Geburtenziffern der Jahre 1920
        <pb n="12" />
        und 1921 vorübergehend an, um dann von 1950 an weiter zu sinken.
Zahlenmäßig ergibt sich das folgende Bild des Haushaltungszuganges
und damit des jährlichen Zusatzbedarfes an Wohnungen‘,
Durchschnitt der Jahre.
1927—1980 ‚........... 225000
1931—1935 250 000
1936—1940 190 000
1941—1945 85 000
1946—1950 100 000
Die Wirkungen der geschilderten Bevölkerungsentwicklung auf
das Baugewerbe decken sich zu einem großen Teil mit den Wirkungen,
 die für die Wirtschaft im allgemeinen festgestellt werden
können. Die erwachsene Bevölkerung und damit die Erwerbstätigen
wachsen an und suchen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten,
die in der Hauptsache durch eine Ausweitung des industriellen Produktionsapparates
 gewonnen werden können. Hierzu ist die Schaffung
neuer Arbeitsplätze erforderlich. Die Bevölkerungszunahme wird
sich daher auch weiterhin noch in einem Neubau industrieller Anlagen
 auswirken; man darf jedoch nicht übersehen, daß der in der
Bevölkerungsentwicklung liegende Ansporn zur Ausweitung der
deutschen Wirtschaft schwächer ist als früher.
Der Geburtenrückgang wird weiterhin im Baugewerbe wie in
allen Wirtschaftszweigen vom Jahre 1930 an die Anzahl der Lehrlinge
 verringern. Hierauf wird später noch ausführlicher eingegangen
werden (vgl. S. 127 ff.).
Die wichtigsten Wirkungen werden sich aus der zahlenmäßigen
Entwicklung der Haushaltungen herleiten, da ihre Anzahl als zuverlässiges
 Barometer für den künftigen Wohnungsbau angesehen
werden kann. Da nach Angaben des Reichsarbeitsministeriums* vor
dem Kriege von den Gesamtaufwendungen für das Bauwesen
44% auf den Wohnungsbau,
25 % auf Industriebau und Landwirtschaft,
12 % auf den öffentlichen Hochbau,
19% auf den Tiefbau
entfielen, muß die Zukunft des Baugewerbes entscheidend vom
Wohnungsbedarf beeinflußt werden. Der durch den Krieg entstandene
 Mangel an Wohnungen hat in den letzten Jahren die Frage

1 Nach Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung.
2 Denkschrift über die Wohnungsnot und ihre Bekämpfung, Reichstagsdrucksache
Nr. 3727, IH. Wahlperiode 1924/1927, Seite 27.
        <pb n="13" />
        13

des Bedarfs: in den Hintergrund gedrängt. Der große dringliche
Fehlbedarf an Wohnungen, der Ende 1926 nach Schätzung des Reichsarbeitsministeriums
 600000 Wohnungen betrug, ist glücklicherweise
schon durch die Bautätigkeit der letzten zwei Jahre bei einem Reinzugang
 von jährlich 290000 Wohnungen und einem Neubedarf von
etwa 220000 um rund 140000 Wohnungen vermindert worden. Bei
einem Bauprogramm, das einen jährlichen Reinzugang von
300000 Wohnungen sicherstellt, würde der vom Reichsarbeitsministerium
 geschätzte Fehlbetrag bis zum Jahre 1936 annähernd
 abgedeckt sein. Der danach von diesem Jahre an zu
erwartende starke Rückgang des jährlichen Zuwachsbedarfs an
Wohnungen würde die Gefahr einer Minderbeschäftigung in sich
bergen. In Wirklichkeit dürfte aber der Fehlbetrag an Wohnungen
erheblich größer sein, als sieh aus den Schätzungen des Reichsarbeitsministers
 ergibt. Außerdem könnte der durch die Beseitigung der
Wohnungsnot entstehende Ausfall an Arbeitsmöglichkeiten durch
den dringend notwendigen Ersatz überalterter Wohnungen gemildert
werden. Dieser Ersatz wird jedoch in noch stärkerem Maße
als die jetzige Bautätigkeit von der Beschaffung der. Geldmittel
und damit schließlich von der Kaufkraft der Mietermassen abhängig
 sein. Eine allgemeine Ersetzung der Altwohnungen muß
steigende Mieten zur Folge haben, da eine Heranziehung des
Altbesitzes an Häusern und der Mieter von Altwohnungen zur
Verbilligung der Neubauwohnungsmieten auf dem Umwege über
die Hauszinssteuer dann mehr und mehr unmöglich wird.
Sobald einmal ein Ausgleich zwischen Haushaltungszahl und
Wohnungsbestand erreicht ist, wird die Wohnungszwangswirtschaft
keinen Sinn mehr haben und von selbst aufhören. Die Nachfrage
wird sich dann auf die zweckmäßigsten und mit den modernen Einrichtungen
 versehenen Wohnungen richten, aber der Mietpreis für
diese Neuwohnungen wird viele Haushaltungen dazu zwingen, auch
weiterhin mit weniger modernen, aber billigeren Altwohnungen vorlieb
 zu nehmen. Die Berechnungen über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung
 zeigen, daß dieser Ausgleich zwischen Angebot und dringlicher
 Nachfrage voraussichtlich in etwa 10 Jahren, also bis 1940, erreicht
 sein wird, und daß dieser Zeitpunkt Krisengefahren für das
Baugewerbe in sich birgt. Bis dahin wird die Lage des Baugewerbes
von der Bedarfsseite wenig beeinflußt werden, da überkommener
Fehlbedarf und Neubedarf Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen. Der
        <pb n="14" />
        14

veränderten Bevölkerungsstruktur wird aber auch bei der Deckung
dieses Bedarfs Rechnung getragen werden müssen. Die Verkleinerung
 der Haushaltungen infolge der geringeren Kinderzahl oder von
Kinderlosigkeit verlangt in erster Linie den Bau von Kleinwohnungen.
Auf 100 Haushaltungen kamen vor dem Kriege durchschnittlich etwa
154 Kinder unter 15 Jahren, heute dagegen nur noch 107 Kinder im
entsprechenden Alter. Auch der Frauenüberschuß wird zwangsläufig
mit dem Absterben der Eltern dieser von den Kriegsfolgen betroffenen
 Frauengeneration den Bedarf an Kleinwohnungen verstärken.


2. Soziale Umschichtungen und Städtebildung.
Das schnelle Wachstum des deutschen Volkes in den letzten
Jahrzehnten hat die soziale Struktur und die berufliche Betätigung
der Bevölkerung tiefgreifend verändert. Zu Beginn der achtziger
Jahre des vorigen Jahrhunderts — mit diesem Zeitpunkte beginnen
die statistischen Feststellungen — war das Deutsche Reich noch ein
ausgesprochener Agrarstaat, denn nach der Berufszählung des Jahres
1882 lebten 40% der Bevölkerung unmittelbar von der Landwirtschaft.
 Da das Land den in die Millionen gehenden Bevölkerungsüberschuß
 nicht selbst ernähren konnte und die deutsche Bodenverteilung,
 das Erbrecht und die Agrarpolitik eine großzügige Siedlung
nicht zugelassen haben, mußte der Bevölkerungsüberschuß in andern
Erwerbszweigen ein wirtschaftliches Unterkommen suchen. Die landwirtschaftliche
 Bevölkerung hat sich in ihrem absoluten Bestande seit
dem Jahre 1882 kaum verändert, ihr Anteil an der gewachsenen
Gesamtbevölkerung betrug im Jahre 1925 aber nur noch 23 %. Da
mit dem Aufblühen der deutschen Industrie das frühere Ventil für
den Bevölkerungsüberdruck — die Auswanderung — an Bedeutung
verlor, strömte fast der ganze Bevölkerungsüberschuß den gewerblichen
 Berufen zu. Der Anteil der industriellen Bevölkerung stieg
von 1882 bis 1925 von 35 % auf 41% der Gesamtbevölkerung. Die
vom Handel und vom Verkehrswesen lebende Bevölkerung ist in dem
gleichen Zeitraum von knapp 10% auf nahezu 17 % der Gesamtbevölkerung
 angewachsen.
Diese beruflichen Verschiebungen spiegeln sich in den Veränderungen
 wider, denen der soziale Aufbau der Bevölkerung unterworfen
 ist. Bei den selbständigen Erwerbstätigen, also bei den Unternehmern,
 Handwerkern, Landwirten, aber auch bei den selbständigen
        <pb n="15" />
        15

Aerzten, Rechtsanwälten ist nur dadurch eine geringe Zunahme eingetreten,
 daß die Gruppe der selbständigen Händler zugenommen
hat. Der Zuwachs an neuen Erwerbstätigen ist fast ausschließlich
den in abhängiger Stellung tätigen Berufen zugeflossen. Das Heer
der Arbeiter, Angestellten und Beamten sammelt einen ständig
wachsenden Anteil der Erwerbstätigen in seinen Reihen. Unter
100 Erwerbstätigen wurden im Jahre 1882 noch 28 Selbständige gezählt,
 im Jahre 1925 dagegen nur noch 17,3. Einen anschaulichen Eindruck
 dieser sozialen Umschichtungen bietet das nachstehende
Schaubild.

IT
KO

Miltionen
32

30

'}

26

24

Grundzahlen

22
20
‚48

Verhältniszahlen

KR
x 100
L 80
i 80
L zo
L 60
„50
«40
“+ 30
+ 20
- 40
0

446

Selbitändige —

‚AU

Mithelfende
Familienangehörig«
Hausangeftellte-Angeltellte
 uBeamte-‚42



- 40

Arbeiter —

0

1882 1895 21907 1925
Schaubild 1. Die soziale Umschichtung der Erwerbstätigen von 1882 bis 1925.

1882 21895 21907 1995

Für die Struktur des Baugewerbes sind die mit diesen Wandlungen
 im beruflichen und sozialen Aufbau der Bevölkerung verbundenen
 Binnenwanderungen, die als Völkerwanderungen größten
        <pb n="16" />
        lE

Stils angesprochen werden müssen, von hervorragender Bedeutung.
Der Uebergang vom Agrarstaat zum vorwiegenden Industrie- und
Handelsstaat hat weitgehende Umsiedlungen zur Folge gehabt. Der
Bevölkerungsüberschuß strömte in die Städte ab, die als die Hauptsitze
 der industriellen Betriebe und der Handelsunternehmungen
eine starke Anziehungskraft ausübten. Bei der Berufszählung des
Jahres 1907 lebten 29 Millionen Menschen, also nahezu die Hälfte
der damaligen Bevölkerung, nicht mehr an ihrem Geburtsort. Davon
waren 9 Millionen oder fast der siebte Teil der Reichsbevölkerung
aus der engeren Heimat in entferntere Gebiete des Reiches abgewandert.
 Aus dem vorwiegenden Landvolk ist so im Laufe weniger
Jahrzehnte ein überwiegendes Stadtvolk geworden. Sieht man die
Bevölkerung der Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern als
ländliche Bevölkerung an, so gehörten im Jahre der Reichsgründung
bei einer Bevölkerung von 41 Millionen (früheres Reichsgebiet)
26,2 Millionen oder 63,9 % zur ländlichen Bevölkerung. Heute liegt
das Verhältnis gerade umgekehrt. Die 22,2 Millionen Landbevölkerung
 im heutigen Reichsgebiet bilden nur noch 35,6 % der Einwohner
des Reiches und 40,1 Millionen oder 64,4 % leben in den Städten.
Eine besonders starke Anziehungskraft bewiesen die Großstädte.
Im Jahre 1871 wohnten in den damaligen 8 Großstädten rund
2 Millionen Deutsche oder 5% der Bevölkerung. Heute leben 27 %
der Einwohner des Reiches in den 45 Großstädten (mit mehr als
100 000 Einwohnern), die bei der Zählung von 1925 festgestellt wurden.
 Die Zahl der Großstädte ist seitdem auf 50 angestiegen. Jeder
vierte Deutsche ist heute ein Großstädter, jeder sechzehnte ein
Berliner.

|

Die Veränderungen in der Siedlungsweise haben den Bedarf an
| Bauten aller Art und damit auch die Aufgaben und die Technik des
Baugewerbes nachhaltig beeinflußt. Die Arbeiter-, Angestellten- und
Beamtenmassen der Städte und Großstädte haben andere Wohnungsgewohnheiten,
 andere Lebensbedürfnisse und auch eine andere
finanzielle Leistungsfähigkeit als die vorwiegend landwirtschaftlich
tätige Bevölkerung des platten Landes. Die Bevölkerungsstagnation
auf dem Lande erlaubt im großen und ganzen nur einen Ersatz der
alten Wohnhäuser, der bei der Anhänglichkeit des Bauern an das
Althergebrachte stets nur sehr langsam vor sich geht. Der Bauer
ist auch viel eher als der Städter geneigt und in der Lage, bei Neubauten
 und Ausbesserungsarbeiten selbst Hand anzulegen. Das
        <pb n="17" />
        "7

Hauptfeld der Bautätigkeit sind daher die Städte, da ja die Wohnungen
 für den gesamten Bevölkerungsüberschuß in den Städten
erbaut werden mußten und noch erbaut werden müssen. Die Zusammenballung
 großer Bevölkerungsmassen an einem Orte hat im
Baugewerbe erst die Schaffung größerer Bauunternehmungen ermöglicht.
 Die Ausbildung rationeller Baumethoden, die Verwendung
von Hilfsmaschinen aller Art war erst in. den großstädtischen kapitalkräftigen
 Bauunternehmungen durchführbar. Auch eine weitergehende
 Spezialisierung der Bauarbeiterberufe war nur auf dem
Boden der Großstadt möglich; denn nur hier sind die Voraussetzungen
 dafür vorhanden. Spezialbetriebe und Spezialarbeitskräfte
 können eine ausreichende Beschäftigung nur dann finden,
wenn Menschen, die Spezialleistungen brauchen, in großer Zahl
räumlich dicht beieinander wohnen.
Außer dem Wohnungsbau sind auch alle andern Zweige des Bauwesens
 durch das Wachstum der städtischen Bevölkerung nachhaltig
beeinflußt worden. Die Industrialisierung erforderte zahlreiche
große Industriebauten, die Städte machten einen Ausbau des Verkehrswesens
 notwendig, um die Nahrungsmittel für die Menschen
und die Rohstoffe für die Industrie herbeizuschaffen und die Erzeugnisse
 des städtischen Gewerbes in die oft sehr entlegenen Absatzgebiete
 hinauszubefördern. Mit dem Wachsen der Städte nimmt auch
der innerstädtische Personen- und Warenverkehr ständig zu. Die
Wohnungsnot, die es den meisten Menschen unmöglich macht, in die
Nähe ihrer Arbeitsstätte zu ziehen, erhöht den Berufsverkehr.
Geschäfts- und Wohnviertel bilden sich heraus und fördern diese
Entwicklung. Die Gas- und Elektrizitätsversorgung, die Wasserzufuhr
 und Abwässerungsentfernung bieten hauptsächlich dem
städtischen Baugewerbe ein Betätigungsfeld.
Die Großstadtentwicklung hat infolge ihrer Planlosigkeit auch
zu einer Reihe von ungesunden Erscheinungen geführt. Das Streben
nach einer möglichst großen Ausnutzung des in Grund und Boden
angelegten privaten Kapitals hat vielfach zu den engen und düsteren
Hinterhausbauten geführt mit Wohnungen, die den Ansprüchen neuzeitlicher
 Hygiene an Licht und Luft nicht genügen können. Die Großstadtentwicklung
 hat die Menschen von der Natur losgelöst und
dauernd an das steinerne Meer der Großstädte gebunden. Erst in
der jüngsten Zeit sind Versuche zur Bekämpfung dieser Mißstände
aueregisch in Angriff genommen. Die Bauvorschriften der Städte,

Das Baucewerbe.
        <pb n="18" />
        UL

das Verbot von Hinterhausbauten, die Schaffung von Spielplätzen,
die Anlage von Grünflächen und die weitergehenden städtebaulichen
Pläne, die auf eine Auflockerung der Großstädte abzielen, sind hier
zu nennen. Die Lösung der umstrittenen Frage, ob Hochhausbau oder
Siedlungsflachbau und die Lösung aller andern Probleme eines gezünderen
 Wohnungsbaues ist deshalb so schwierig, weil auf diesem
Gebiete das Bessere und Gesündere auch meistens das Teuere ist
und bei der allgemeinen Kapitalknappheit gerade auf dem Wohnungsmarkt
 mit seiner regulierten Verzinsung privates Kapital nur
wenig zur Verfügung steht. Die Last der Wohnungsbaufinanzierung
ruht daher heute zum größten Teil auf den Schultern der öffentlichen
Körperschaften. Nach Angaben des Instituts für Konjunkturforschung
sind seit der Währungsstabilisierung bis zum 31. März 1928 etwa
8,8 Milliarden Mark im Wohnungsbau investiert worden. Von diesem
Betrag entfallen 54 % auf öffentliche ‘Mittel, 19 % auf Eigenmittel der
Bauherren und Arbeitgeberdarlehen der Privatwirtschaft. Der Rest
von. 28 % verteilt sich auf Hypothekenkredite der Banken, Sparkassen
und Versicherungsunternehmungen. Die starke finanzielle Beteilizung
 der öffentlichen Hand ist eine wesentliche Stütze für eine planmäßige
 und großzügige Baupolitik, die den oben angedeuteten Bestrebungen
 zum Siege verhelfen kann. Das Baugewerbe wird auch
bei einer Auflockerung der Großstädte Arbeit und Aufgaben finden;
denn diese Auflockerung ist nur durch eine Ausdehnung des bedauten
 Gebietes möglich, die außer den Wohnungsbauten ausgedehnte
 Straßenregulierungen und Verkehrsbauten notwendig
macht.

b) Wie viele Menschen leben in Deutschland vom Bauen?
Bei der Frage, wie viele Menschen in Deutschland vom Bauen
leben, kommt uns die Systematik der Berufszählung und der gewerblichen
 Betriebszählung von 1925 entgegen. In der Gruppe XVIII ist
hier das Baugewerbe mit den Baunebengewerben zu einem Wirtschaftszweig
 zusammengefaßt worden, der — innerhalb der Abteilung
„Industrie und Handwerk“ — der Textilindustrie, dem Holz- und
Schnitzstoffgewerbe, dem Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau
usw. gleichgestellt ist. Die Gruppe XVIII ist bei der Berufszählung
in drei weitere Wirtschaftszweige und bei der gewerblichen Betriebszählung
 in vier Gewerbeklassen und eine größere Anzahl von Gewerbearten
 unterteilt. Wollen wir ermitteln, wie viele Menschen
        <pb n="19" />
        12

vom Bauen leben, so haben wir zunächst alle diese von der amtlichen
Statistik zusammengefaßten Gewerbezweige zu berücksichtigen.
Mit der genannten Gruppe haben wir jedoch die mit dem Bauen
sich befassenden Gewerbezweige noch nicht erschöpft. In vielen
Fällen mußten bei der Aufstellung des Gewerbeverzeichnisses Gewerbezweige,
 die sich logisch zwei oder mehreren der gebildeten
Obergruppen eingliedern lassen, einer einzigen Gruppe zugewiesen
werden: eine Zerlegung auf die in Frage kommenden Gruppen ist
einerseits nicht möglich, anderseits müssen im Rahmen der ganzen
Erhebung Doppelzählungen vermieden werden. So wurden zum Beispiel
 die Gewinnung von Kokereinebenprodukten und die Braunkohlenschwelerei,
 bei denen es sich um chemische Prozesse handelt,
nicht der chemischen Industrie (Gruppe IX), sondern dem Stein- und
dem Braunkohlenbergbau ‚(Gruppe III) zugewiesen. So wurden
ferner die Klempner nur bei der Gewerbegruppe VI, die Elektroinstallateure
 nur bei der Gruppe VIII, die Bautischler nur bei der
Gruppe XIV nachgewiesen, trotzdem sie dem Baugewerbe nahestehen
 und mit gewisser Berechtigung auch dem Baugewerbe hätten
zugeteilt werden können. .
Wir müssen also das Gewerbeverzeichnis daraufhin untersuchen,
ob nicht noch weitere Gewerbezweige unter dem Oberbegriff „Baugewerbe
 (einschließlich Baunebengewerbe)‘“ untergebracht werden
können. Wir finden folgende Gewerbezweige:
Klempnerei (aus Gruppe VI: Herstellung von Eisen-, Stahlund
 Metallwaren), Schlosserei (aus derselben Gruppe), Elektrotechnische
 Installation (aus der Gruppe VIII: Elektrotechnische
Industrie, Feinmechanik und Optik) und Bautischlerei (aus der
Gruppe XIV: Holz- und Schnitzstoffgewerbe),
und können nunmehr mit unserer Zusammenstellung beginnen.
Die Gruppierung der einzelnen Zweige des Baugewerbes und
der Baunebengewerbe lehnt sich hier nicht streng an die Systematik
der Berufs- und Betriebszählung an. Die Gewerbezweige sind entsprechend
 der vorliegenden Frage etwas anders geordnet. Wir
machen zunächst die auch in der gewerblichen Betriebszählung beobachtete
 Unterscheidung zwischen dem eigentlichen Baugewerbe
(Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau) und den sogenannten Baunebengewerben
 und teilen auf diese beiden Gruppen alle Zweige auf, die
wir als zum Baugewerbe gehörig zusammengesucht haben. Dabei
ergibt sich umstehende Uebersicht.
        <pb n="20" />
        50

L. Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau:*
a) Bauunternehmungen, Bauhandwerk 1 090 000 Erwerbstätige
b) Baubüros, Bauämter und dgl. .... 31 000 »
c) Baunebenbetriebe i. Landwirtschaft,
Industrie, Verkehr und dgl...... 1383000 »
Zusammen. . . 1254000 Erwerbstätige
2. Baunebengewerbe:
a) Baunebengewerbe der Gruppe XVII 418 000 Erwerbstätige
b) Klempner- und Installateurgewerbe . 109 000 „
c) Schlosserei (teilweise) ......... 60000 -
d) Elektroinstallation (teilweise). .... 65000 ”
e) Bautischlerei (teilweise) .. ..... 120000 -
Zusammen . . . 772 000 Erwerbstätige
Rund 1,25 Millionen Erwerbstätige (Betriebsleiter, Angestellte, Arbeiter)
 des Baugewerbes (im engeren Sinne) und rund */, Millionen
Erwerbstätige der Baunebengewerbe, zusammen fast genau 2 Millionen
Erwerbstätige, sind also ermittelt worden. Nimmt man auf Grund
der Unterlagen, die uns die Berufszählung bietet, noch die Angehörigen
 der Erwerbstätigen hinzu, so ergibt sich, daß
vom Baugewerbe (Hoch-, Eisenbeton-,
 Tiefbau) ...........2834000 Menschen
von den Baunebengewerben . .. . 1640 000 »
ernährt werden. zusammen. . . 4474000 Menschen
Zu zwei Rubriken der obigen Zusammenstellung sind noch kurze
Bemerkungen notwendig. Die unter 1b angegebenen Baubüros,
Bauämter und dergleichen umfassen die Büros (auch allein
arbeitende Architekten), die sich nicht selbst mit der Ausführung
der Bauarbeiten befassen, deren Tätigkeit vielmehr auf den Entwurf
von Bauplänen und dergleichen beschränkt ist. Die unter 16 nachgewiesenen
 Baunebenbetriebe in Landwirtschaft, Industrie, Verkehr
 usw. repräsentieren die Bauarbeiten in eigener Regie der
Industriefirmen und ähnlicher Unternehmungen. Es handelt sich
dabei nicht um selbständige Baubetriebe, sondern um Bauarbeiter,
die innerhalb von Maschinenfabriken, chemischen Werken und dergleichen
 beschäftigt werden und folgerichtig in der Betriebszählung
überhaupt nicht als Bauarbeiter aufgeführt werden; die obigen
Zahlen sind aus der Berufszählung geschätzt.

1 Die Zahlen sind hier wie in den weiter folzenden Uebersichten auf- oder abrerundet.
        <pb n="21" />
        21

Die Materialien, die zum Bauen verwendet werden, sind in der
Hauptsache natürliche und künstliche Steine, ferner Bindemittel
sowie Holz und Metalle. Wollen wir ein Bild darüber gewinnen, wie
viele Menschen mit der Gewinnung oder Herrichtung dieser Rohstoffe
 beschäftigt werden. so sind wir weitgehend auf Schätzungen

VORSTUFEN

DES BAUGEWERBES — DER BAUNEBENGEWERBE
EINICHL HANDEL
UND TRANILORT

17.5 000

q

HERSTELLUNG
U MASCHINEN U.WERKZEUGEN
EINSCHL.HANDEL U.TRANSPOR?

75000

IMMOBILIEN=WESEN

415000

BAUNEBENCEWERBE

HOCH -EFÜENBETON-UND
 TIEFBAU

Schaubild 2. Gliederung der in der Bauwirtschaft
heschäftigten Personen nach Produktionszweigen.

angewiesen. Die gewerbliche Betriebszählung weist wohl nach, wie
viele Personen in der ganzen Eisen- und Metallgewinnung und in der
ganzen Holzzubereitung usw. tätig sind. Wie viele davon jedoch für
Lieferungen an die Bauwirtschaft arbeiten, wie viele für den Maschinenbau,
 die Möbelindustrie usw. beschäftigt werden, weist die
Statistik nicht nach.
        <pb n="22" />
        &amp;gt;9

Aus der Industrie der Steine und Erden (Gruppe IV) können
fast die ganze Natursteinindustrie (Steinbrüche, Steinmetzgewerbe)
und fast die ganze Kunststeinindustrie (Mauersteine, Dachziegel) als
Vorstufe des Baugewerbes gerechnet werden. Zu ihnen tritt der
überwiegende Teil der Kalk-, Gips- und Zementindustrie. Schätzungsweise
 323000 Personen werden in diesen Gewerbezweigen beschäftigt,
 etwa die Hälfte der gesamten Industrie der Steine und
Erden.
Eine Bestimmung der für die Bauwirtschaft tätigen Personen
in der Eisen- und Holzindustrie entbehrt fast jeglicher Unterlagen.
Die Zahlen lassen sich nur annäherungsweise festlegen und können,
für sich genommen, keine Exaktheit beanspruchen. Mit diesen Einschränkungen
 sei gesagt, daß rund 120000 Personen in der Eisenund
 Metallgewinnung (Hochöfen, Stahlwerke, Walzwerke) und in der
groben Holzindustrie (Säge- und Hobelwerke) für die Bauwirtschaft
beschäftigt werden. Mitsamt der Industrie der Steine und Erden
können also rund 443000 Personen auf die Vorstufen des Baugewerbes
 gerechnet werden. Die Zahl der von den Gewerbebetrieben
dieser Vorstufen lebenden Menschen überhaupt (Erwerbstätige und
ihre Angehörigen) läßt sich nach der Berufszählung auf 931 000
schätzen.

Die genannten Industrien bilden zu einem großen Teil zugleich
Vorstufen der Baunebengewerbe. Für eine Zerlegung nach Arbeiten
für das Baugewerbe und für die Baunebengewerbe fehlen jedoch
Anhaltspunkte. Es sei deshalb davon abgesehen. Unter den Vorstufen
 der Baunebengewerbe seien hier nur die sonst noch als Vorproduktionszweige
 in Frage kommenden Industrien berücksichtigt:
Glasindustrie und dgl. (teilweise) ............ 20000 Erwerbstätige
Herstellung von Heizanlagen (teilweise) ...... 30000 ”
Herstellung von elektrischen Anlagen (teilweise) 35 000 B
Herstellung von Farben, Tapeten, Linoleum
(teilweise) ...

; +0... +1.. 15000 »
Zusammen... 100 000 Erwerbstätige
Diesen 100000 Erwerbstätigen entsprechen rund 205000 Berufszugehörige
 (Erwerbstätige und Angehörige).
Eine Gruppe von Industrien, die noch zu berücksichtigen ist, ist
die Herstellung der Maschinen, Apparate und ‚Werkzeuge. Auch
hier kann nur eine summarische Schätzung vorgenommen werden.
        <pb n="23" />
        23

Es seien 65000 Erwerbstätige und 120000 Berufszugehörige (Erwerbstätige
 und Angehörige) eingesetzt.
Es sind der Handel mit Baustoffen und Baubedarfsartikeln sowie
der Transport dieser Güter zu berücksichtigen:
&amp;amp; . 50 000 Erwerbstätige
Hand B ff d dergl
andel mit Baustoffen und dergleichen Io 000 Berutszugehörige
Transport von Baustoffen und dergleichen! ke 000 Denn ahtrige

Endlich ist noch das sogenannte
 Immobilienwesen
(Grundstücksgesellschaften,
 Baugenossenschaften
und dergleichen) in unsere
Berechnung einzufügen. In
diesem Gewerbezweig, der
weitgehend den finanziellen
 Hintergrund des Baugewerbes
 bildet, werden
rund 15000 Personen beschäftigt,
 denen 32000 Berufszugehörige
 entsprechen.


REICHSBEVÖLKERUNG
62.400 000

Fassen wir alle die genannten
 Posten zusammen,
so ergibt sich folgende
Uebersicht:

Schaubild 3. Wie viele Menschen leben in
Deutschland vom Bauen?

Zahl der
Erwerbs- Berufstätigen
 zugehörigen
ı 254 000 2 834 000
772 000 1 640 000
443 000 931 000
100 000 205 000
65 000 120 000

Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau
Baunebengewerbe ...
Vorstufen des Baugewerbes .....
Vorstufen der Baunebengewerbe ........
Herstellung v. Maschinen, Werkzeugen u. dgl.
Handel, Transport (im Schaubild Seite 21 auf
die Produktionsgruppen verteilt) .. .... 100000 235 000
{mmobilienwesen „EHEM EWR 15 000 32 000
Zusammen ... 2749000 5 997 000
Von der gesamten Bevölkerung des Deutschen Reiches, die sich
(ohne das Saargebiet) auf rund 62 Millionen beläuft, werden dem-
        <pb n="24" />
        24

nach etwa 6 Millionen von der Bauwirtschaft ernährt. Der Anteil
der Bauwirtschaft an der ganzen Volkswirtschaft kann demnach auf
rund ein Zehntel veranschlagt werden. Auf das Baugewerbe und die
Baunebengewerbe entfallen von der genannten Zahl etwa drei
Viertel; die Vorstufen des Baugewerbes (samt Handel, Transport
und dergleichen) machen rund ein Viertel aus.

NH. Umfang und betriebliche Struktur des
Baugewerbes und der Baunebengewerbe.
a) Zusammensetzung des Baugewerbes.,
Für das Baugewerbe (Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau) und die
Baunebengewerbe sind in der vorhergehenden Berechnung rund
2 Millionen beschäftigte Personen festgestellt worden. Fünf Viertel
Millionen entfielen davon auf den Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau,
°/, Millionen auf die Baunebengewerbe. Mit diesen 2 Millionen Personen
 sowie den Betrieben, in denen sie beschäftigt werden, werden
wir uns in den folgenden Abschnitten näher befassen. Die in den
Vorstufen des Baugewerbes Tätigen sowie die im Handel und beim
Transport Beschäftigten lassen wir bei den kommenden Ausführungen
unberücksichtigt.
Die erstgenannte Position in der Uebersicht über das Baugewerbe
und die Baunebengewerbe: die Bauunternehmungen und das Bauhandwerk
 (1a) setzt sich aus mehreren Gewerbearten zusammen:
Bauunternehmungen und Baustoffindustrie
 (gemischt) .......... 650 Betriebe 35000 Personen
Hoch- und Tiefbau (gemischt).... 2006 193 000
Maurerei u. Zimmerei (gemischt). 55 107 573 000
ZiMMeTei....000000000000000040 2610 94 000
Beton- und Eisenbetonbau.... 4° 20 000
Tier a HKEM ae L67 000
Feuerungs- und Schornsteinbau. . 67 6300
Gerüstbau, Bauaufzugbetriebe . © 1.200
Abbruchgewerbe ............... 80 » 700 %
Zusammen rund 88 800 Betriebe 1 090 000 Personen
Zum Verständnis dieser Gliederung ist eine kurze Abschweifung
in die Methoden der gewerblichen Betriebszählung von 1925 notwendig.
 Bei dieser Zählung wurden für jeden auf zusammenhängenden
 Grundstücken gelegenen Betrieb, der einheitlicher Lei-
        <pb n="25" />
        25

tung unterstellt ist (sogenannte Örtliche Betriebseinheit), ein gesonderter
 Gewerbebogen ausgefüllt; diese Betriebe bildeten die
Grundlage der ersten Bearbeitung und erscheinen in den ersten
Tabellen der genannten Zählung.
Als örtliche Betriebseinheit wird zum Beispiel jede Zweigniederlassung
 einer Firma aufgefaßt, die örtlich von ihrer Hauptniederlassung
 getrennt ist. Wiewohl in der überwiegenden Mehrzahl der
Fälle eine Firma, also eine Wirtschaftseinheit, zugleich auch eine
einzige örtliche Einheit bildet, so kommt es doch häufig vor, daß eine
Firma in zwei oder mehr örtliche Betriebseinheiten zerfällt und durch
ebenso viele Gewerbebogen erfaßt worden ist.
Anderseits sind Betriebe, die auf einem zusammenhängenden
Grundstück mehrere Gewerbezweige umfassen, nur durch einen
einzigen Gewerbebogen erhoben worden. Ein Braunkohlenbergwerk
zum Beispiel, an das unmittelbar ein Elektrizitätswerk angeschlossen
ist, erscheint in den Tabellen zunächst als ein einheitlicher Betrieb;
ebenso eine Maschinenfabrik, mit der eine Gießerei in Verbindung
steht, oder eine Möbelfabrik, mit der ein Sägewerk verbunden ist.
Für solche Betriebe, die sogenannten kombinierten Betriebe, sind
(soweit es sich ermöglichen ließ) eigens Gewerbepositionen in die
Gewerbesystematik aufgenommen worden, damit nicht zum Beispiel
die Gewerbeklasse „Braunkohlenbergbau“ durch das Personal und
die Kraftmaschinen der angeschlossenen Elektrizitätswerke und
chemischen Fabriken einen nur rechnerischen, durch Tatsachen nicht
begründeten Zuwachs erfahre. Angesichts der Vielgestaltigkeit der
Kombinationen mußte jedoch die Aufnahme passender Gewerbearten
 auf einen Bruchteil aller Kombinationen beschränkt bleiben.
In vielen Fällen konnte es nicht umgangen werden, daß Teile
zusammengesetzter Betriebe (zum Beispiel das Sägewerk einer
Möbelfabrik) in wesensverschiedene Gewerbezweige (zum Beispiel
in die Möbelfabrikation) eingeordnet wurden.
In der vorstehenden Uebersicht sind nun zwei Gewerbearten
enthalten, die für kombinierte Betriebe vorgesehen sind. Die zuerst
aufgeführte Gewerbeart ist für die Betriebe (örtliche Betriebseinheiten)
 bestimmt, in denen eine Bauunternehmung mit einem Werk
der Baustoffindustrie (Ziegelei und dergleichen) räumlich verbunden
ist. Die an zweiter Stelle genannte Gewerbeart umfaßt die Betriebe,
die sich mit Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau zugleich beschäftigen.
Die in diesen beiden Gewerbearten genannten Betriebe erscheinen
in den folgenden Zweigen der Maurerei. der Zimmerei, des Eisen-
        <pb n="26" />
        20
1

betonbaues und des Tiefbaues nicht mehr. Es besteht also keine
Gefahr der Doppelzählung.
Die dritte Gewerbeart gibt die Maurerei- und Zimmereibetriebe
wieder, soweit sie nicht schon in den beiden zuerst genannten
Positionen enthalten sind. Die reinen Zimmereibetriebe sind in der
vierten Position genannt (soweit sie nicht in den drei erstgenannten
Gewerbearien vorweggenommen sind). Für den Eisenbetonbau, den
Tiefbau und die folgenden Gewerbezweige müssen dieselben Einschränkungen
 gemacht werden.
So wichtig die Aufgliederung des Gewerbes nach den örtlichen
Betriebseinheiten auch ist — nur mit ihrer Hilfe lassen sich tiefere
Einblicke in die betriebliche Struktur, namentlich die Betriebsgrößengliederung,
 gewinnen —, eine letzte Lösung der der Zählung gestellten
 Aufgaben ist mit ihnen allein nicht möglich. So erhalten wir
zum Beispiel in unserer Uebersicht keine exakte Antwort, wie viele
Maurereibetriebe, wie viele Zimmereibetriebe usw. in. Deutschland
vorhanden sind.
Um diesem Mangel abzuhelfen, ist neben der Aufgliederung des
Gewerbes nach den örtlichen Betriebseinheiten eine weitere Aufgliederung
 nach sogenannten technischen Betriebseinheiten vorgesehen
 worden. Hier werden die örtlichen Betriebseinheiten in ihre
technischen Bestandteile (Gewerbezweige) aufgelöst. Das Sägewerk
des obigen Beispiels wird hier der „Sägeindustrie‘“, die Möbelwerkstatt
 der „Möbelfabrikation‘“ zugeteilt werden können. Wir erhalten
also auf diesem Wege eine befriedigende Uebersicht über die Gliederung
 des Gewerbes nach Gewerbezweigen.
Für das Baugewerbe ergeben sich dabei:
Maurerei ............ ... 57900 Betriebe 639000 Personen
Zimmerei .....0.0.0.0.004 27500 102 000
Beton- und Eisenbetonbau . . 1400 56 000
Tiefbau .........0.0.0.0.0.0.0.. 5900 235 000
Feuerungs- und Schornsteinbau .. 700 7000
Gerüstbauerei, Bauaufzugbetriebe. 100 1300
Abbruchgewerbe ........... 9 850 "
Zusammen rund 93 600 Betriebe 1 041 000 Personen
Die beiden in der vorherigen Uebersicht zuerst genannten Gewerbezweige
 sind also verschwunden; sie sind in die technischen
Bestandteile ihrer Betriebe aufgelöst und auf die Maurerei, die Zimmerei
 und die sonstigen Gewerbezweige, die oben genannt sind, aufgeteilt
 worden. Im ganzen weist die vorstehende Uebersicht rund

5
        <pb n="27" />
        27

50000 Personen weniger auf als die Uebersicht über die örtlichen
Betriebseinheiten. Diese 50000 Personen werden in Ziegeleien,
Sägewerken und dergleichen Nebenbetrieben des Baugewerbes beschäftigt,
 die bei der Aufgliederung nach technischen Betriebseinheiten
 auf die hier in Frage kommenden Gewerbegruppen IV,
Industrie der Steine und Erden, XIV, Holz- und Schnitzstoffgewerbe,
usw. aufgeteilt worden sind. Die Zahl der Betriebe ist hier größer
als bei der Aufgliederung nach örtlichen Betriebseinheiten, da zahlreiche
 örtliche Einheiten in ihre (hier je für sich gezählten) technischen
 Teilbetriebe zerlegt worden sind.
Die Baubüros, Bauämter und dergleichen (vergleiche Abschnitt
 „Wie viele Menschen leben in Deutschland vom Bauen?‘“), zu
denen auch die Vermessungsbüros gerechnet sind, beschäftigen
nach der Berufszählung 31000 Menschen. In der Betriebszählung
sind nur 28000 ermittelt worden. Die Differenz beruht vermutlich
darauf, daß ein Teil der allein arbeitenden Architekten und Bauingenieure
 (sei es aus Berufsstolz oder aus — allerdings unbegründeter
 — Furcht vor Besteuerung) keinen Gewerbebogen ausgefüllt
haben. Die genannten 28 000 Personen verteilen sich auf 9600 Betriebe.
Unter den Baunebengewerben stehen der Betriebs- und der
Personenzahl nach das Malergewerbe und die Klempnerei (einschließlich
 Gas- und Wasserinstallation) obenan. Nach größerem
Abstand folgen die Dachdeckerei, das Tapezier- und Polstergewerbe,
die Steinsetzerei usw. Nach der Betriebszählung (Aufgliederung
nach örtlichen Betriebseinheiten) wurden hier ermittelt:
Malerei, Tüncherei, Anstreicherei 65700 Betriebe 205 000 Personen
Klempnerei, Gas- und Wasserinstallation
 ......
Dachdeckerei . KR
Tapezier- und Polstergewerbe ...
Steinsetzerei, Asphaltiererei, Pflasterei......
 3 700 32 000
Glaserei ..............1. 9800 22 000
Stukkateur- und Gipsergewerbe., . 14000 21 000
Öfensetzerei .............. 3300 19 000
Schornsteinfegergewerbe ...... 14400 9 900
Zimmer-, Fenster-, Metallreinigung 2100 5800
Brunnen- und Pumpenbauerei... 1500 4.700
Isoliergewerbe ............ 330 ” 4000
Zusammen rund 158 000 Betriebe 527 000 Personen
        <pb n="28" />
        28

In dieser Uebersicht fehlen noch die Schlosserei, die Elektroinstallation
 und die Bautischlerei. Diese drei Gewerbezweige können
nicht mit allen Betrieben und mit dem ganzen Personal, das in der
Betriebszählung nachgewiesen wird, als dem Baugewerbe zugehörig
betrachtet werden. In diesen Gewerbezweigen weist die Zählung nach:
Schlosserei .............. 20400 Betriebe 89000 Personen
Elektrotechnische Installation .. 17000 „ 101 000 „
Bau- und Möbeltischlerei ..... 102500 » 433 000 „
Von der Schlosserei und der Elektrotechnischen Installation sind
bei der Berechnung, wie viele Menschen vom Baugewerbe leben, etwa
je zwei Drittel, von der Bau- und Möbeltischlerei reichlich ein Viertel
berücksichtigt worden. Insgesamt 245 000 Personen, die sich auf etwa
55000 Betriebe verteilen.
Fassen wir zusammen, so ergeben sich:
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau 388800 Betriebe 1 090 000 Personen
Baubüros, Bauämter u. dgl. ... 9600 28 000 ws
Baunebengewerbe......... 212700 772 000 „
Zusammen rund 311 000 Betriebe 1 890 000 Personen
BAU UND BAU -
NEBENGEWERBE

BERGBAU

JONITIGE GE -
WERBEZWEIGE

BEKLEIDUNG S «
GEWERBE

x »
NAHRUNGSMITTEL
GEWERBE

\
HOLZ: UND GENT Ähm
£ INDUSTR
JCHNITZITOFFOVST:
‘GEWERBE

EIEN-UND BD
# METALLGEWIN-NUNG

„EIEN - UND
METALLHER-STELLUNG

* MASCHINEN -
BAU

£

}
x

S
5
ELEKTRO; &amp;amp;£
TECHNIK
Ay

-
Schaubild 4. Das Baugewerbe im Rahmen des Gesamtgewerbes. (Industrie
und Handwerk.)
        <pb n="29" />
        29

Die Baunebenbetriebe in Landwirtschaft, Industrie, Verkehr und
dergleichen (133000 Personen) bleiben dabei unberücksichtigt.
Um eine Vorstellung vom Umfang des Baugewerbes und der
Baunebengewerbe zu gewinnen, müssen diese Zahlen zu den Gesamtzahlen
 von Industrie und Handwerk in Beziehung gebracht
werden. Von den 1853000 Betrieben (örtliche Betriebseinheiten)
macht das Baugewerbe rund ein Sechstel (17%) und von den
12704 000 beschäftigten Personen etwa ein Siebtel aus (15%).
Unter den Industrie- und Handwerkszweigen steht das Baugewerbe
 seinem Umfang nach an zweiter Stelle. In der Beschäftigtenzahl
 wird es nur von der Eisen- und Metallindustrie, worin die Eisenund
 Metallgewinnung mit der Eisen- und Metallverarbeitung (Eisenund
 Metallwarenherstellung, Maschinenbau, Elektrotechnik usw.)
zusammengefaßt ist, übertroffen:
Eisen- und Metallindustrie (ohne
Klempnerei usW.) ........
Baugewerbe (einschl. Klemp- ,
nerei, Bautischlerei usw.) ... 311100
Bekleidungsgewerbe ........ 599800
Nahrungsmititelgewerbe ...... 298400
Textilindustrie ........... 123000
Holz- und Schnitzstoffgewerbe
(ohne Bautischlerei) ...... 190300
Bergbau ........ .„... 2900
Industrie der Steine und Erden . 34900
Papier- und Vervielfältigungsgewerbe
 .............. 35800 576 000
Chemische Industrie ........ 8600 “” 314 000 %
Auch wenn man die dem Baugewerbe hier zugerechneten Zweige
aus andern Gewerbegruppen unberücksichtigt läßt, das heißt die Abgrenzung
 der amtlichen Statistik dieser Uebersicht zugrunde legt,
behält das Baugewerbe seinen zweiten Platz inne. In der Abgrenzung
der Betriebsstatistik umfaßt es 226900 Betriebe und 1535000 Personen.


7

b) Entwicklung des Baugewerbes seit 1882.
Die Wirtschaftsrevolution, die im Verlauf eines halben Jahrhunderts
 das deutsche Gewerbe so von Grund aus umgestaltet hat,
daß eine mehr als doppelt so große Zahl von Beschäftigten wie um
        <pb n="30" />
        30

BAUGEWERBE
HOCH-EISENBE:
TON-U. TIEFBAU

BIS 17895

B/S5 471907

HLEMPNEREI
GLASEREI
MALEREI

STUKKATEUR- U.
GIPSERGEWERBE

TAPEZIEREREI

DACHDECKEREI

STEINSETZEREI
BRUNNEN: UND
PUMPENBAUEREI

7

OFENSETZEREI

SCHORNSTEIN-FEGERGEWERBE


]

7882
GLEICH 100 150 200 250 300 350 400 450 500

Schaubild 5. Zuwachs an Personal im Baugewerbe und in den Baunebengewerben.
 (1882 bis 1907.)

die Mitte des 19. Jahrhunderts in der Wirtschaft ein Unterkommen
findet, hat auch das Baugewerbe in Mitleidenschaft gezogen. An
Hand der Betriebszählungen des Deutschen Reiches können wir die
großen Linien dieser Entwicklung seit dem Jahre 1882 verfolgen.
        <pb n="31" />
        3

Zunahme des Baugewerbes von 1882 bis 1907.
- . 1382 T 1895

Gewerbezweige
(altes Reichsgebiet)

Hoch-, Eisenbeton- u. Tiefbau
 (einschl. der Bauingenieur-,
 Architekturund
 Vermessungsbüros)
Klempnerei-, Gas-u. Wasserinstallationsgewerbe

Glaserei ... ....0...00--4
Malerei, Tüncherei, Anstreicherei
 und Stubenbohnerei
 . .. ..... 4.
Stukkateur- und Gipsergewerbe
 .. ..... ....
Tapezier-, Polstergewerbe
Dachdeckerei...........
Steinholzlegerei, _Steinsetzerei,
 Asphaltiererei
und Pflasterei.........
Brunnen-, Pumpenbauerei
Ofensetzerei (auch mit
Kachelherstellung) ....
Schornsteinfegergewerbe
Zimmer-, Fenster- und
Metallreinigung ..

Baugewerbe (einschl. der
Baunebengewerbe)...

Haupthbetriebe


Zahl der Zahl der
_ Neben- 7 bereit Haupt- | Neben- !
betriebe! Pers. | betriebe - betriebe'

beschäft.
Personen

97 010

13197

397 661

115 270

29 167

800 105

18 195
12 021

704
9 757

43 753 |
17 988

22 459
10 756

1 246
2 915

64 650
20 025

30 643

1983 1

63 869

40 197

1842

117016

424

50
L 966
2 799

1688|
14729 |
99 565

2485
9910 |
13 488

214
978
9 876

13 729
25 045
32 108

6529
12 150

3 250
1 738

380 |
561
191 |
154

9 558
9.875

3 585
1979

375
542

20 398
4 763

1118
3 569

1991
7789

5520
3886

324
1923

13852
R 823

186 647 | 24 665 | 584 404

‚929 535 | 33 702 | 1.120514

Wir stützen uns dabei auf die Zählungen von 1882, 1895 und 1907,
die, in Abständen von etwa 12 Jahren, Querschnitte durch das Gewerbe
 wiedergeben. Nach 1907 tritt eine größere Pause im Zählgeschäft
 ein. Durch den Krieg und die wirtschaftlich unsicheren
Nachkriegsverhältnisse wurde eine neue Zählung, die normalerweise
1919 oder 1920 stattgefunden hätte, von Jahr zu Jahr hinausgeschoben.
 Erst 1925 wurde diese Erhebung durchgeführt. Für die
Zeit zwischen 1907 und 1925 stehen uns jedoch (ebenso wie für die
Zeit nach 1925) Ersatzstatistiken zur Verfügung, so daß wir uns die:
Vorgänge dieser Jahre auch zahlenmäßig vergegenwärtigen können.
In den achtziger Jahren (1882) umfaßte das Baugewerbe mit den
Baunebengewerben (allerdings ohne Bautischlerei und Schlosserei}
        <pb n="32" />
        29

Zunahme des Baugewerbes von 1882 bis 1907 (Forts.).
; Veränderungen zwischen \ 1907 m
1882 und 1895
Zahl der
Nebenbetriebe


Zahl der
Haupt- Neben-! beschäft,
betriebe' betr. Personen

Hoch-, Eisenbeton-u. Tiefbau
 (einschl. der Bauingenieur-,
 Architekturund
 Vermessungsbüros)
Klempnerei-, Gas- u. Wasserinstallationsgewerbe

Glaserei,...... .... ...
Malerei, Tüncherei, Anstreicherei
 und Stubenbohnerei
 ...... ......
Stukkateur- und Gipsergewerbe.....
 ........
Tapezier-, Polstergewerbe
Dachdeckerei..........
Steinholzlegerei, Steinsetzerei,
 Asphaltiererei
und Pflasterei.... ....
Brunnen-, Pumpenbauerei
Ofensetzerei (auch mit
Kachelherstellung) ....
Schornsteinfegergewerbe
Zimmer-, Fenster- und
Metallreinigung . .....

+18 260 1-8 970] 402 444

07 1438| 14 170|1197 306

+ 4264
1265

£ wet 20 897]
A 1584 2087!

26 510 1 778
111151 3807

100 789
95 158

4. 9 554.

zn 1414 53 147

51 975

2 081

169 211

+ 2061
+ 3381
1 1338

+ 164/+ 12091'
— 988/+ 103816,
A 1544 9543'

3844| 2228|
13489 1287
192709 18924

24. 524.
36 266
38 945

-
L

8335 | 5 10 845
241 + 811+ 1888

3 750]
1 899

8328
662

32 330
5421

+ 4402 + 188 1186
A+ 317 — 31+ 1041

7 z
4180

354
el

19 515
9585

| 151

=

4. 869

Baugewerbe (einschl. der
Baunebengewerbe). .. | +42 888 | 4-9 037] 536 110] 244 6235| 26 632/1663 919

187 000 Betriebe und 584 000 Personen, rund ein Zehntel des ganzen
damaligen Gewerbes (Industrie und Handwerk). Die folgende Zeit
quantitativer Ausdehnung des gewerblichen Produktionsapparates
brachte für das Baugewerbe in der kurzen Spanne von 1882 bis 1907,
also im Laufe von 25 Jahren, eine Verdreifachung des Personals. Die
Zahlen lauten folgendermaßen:
1882... .. 186 600 Betriebe 584 000 Personen
1895 .... . 229500 » 1121000 ”
1907... . . 244 600 „1664000 1
        <pb n="33" />
        34

Zunahmedes Baugewerbes von 1882 bis 1907 (Schluß).
Veränderungen zwischen | Veränderungen zwischen
1895 und 1907 1882 und 1907
ıbhl der Zahl der
Haupt- Neben. | beschäft. ' Neben | beschäft,
betriebe ! betr. ! Personen betr. Personen

Hoch-, Eisenbeton- u. Tiefbau
 (einschl. der Bauingenieur-,
 Architekturund
 Vermessungsbüros)
Klempnerei-, Gas- u. Wasserinstallationsgewerbe

Glaserei. ... ........-Malerei,
 Tüncherei, Anstreicherei
 und Stubenbohnerei
 .............
Stukkateur- und Gipsergewerbe
 ... .........
Tapezier-, Polstergewerbe
Dachdeckerei .... ......
Steinholzlegerei, Steinseizerei,
 Asphaltiererei
und Pflasterei ........
Brunnen-, Pumpenbauerei
Ofensetzerei (auch mit
Kachelherstellung) ....
Schornsteinfegergewerbe
Zimmer-, Fenster- und
Metallreinigung ..... .

- 8127| 7997[-4397 201/10 183|+ 973|+ 799 645

L Als AM 836 139+ 8415/41069 + 57 036
3591-4 892l%. 513841 906l-4110504+ 7170

L11 0784 2891-1 52 195)-+20 632/-+ 98/+ 105342

+ 1359/+ 9/+ 107954 3420/+ 178|+ 22886
A 3579/+ 309/-+ 112214 6 960/-— 6794 21537
779/—1052| 4 6837 559l— 898|&amp;amp; 163880

208 47 + on 588 alt 92.777
80+ 20+ 658-4 161l-+ 101/-+ 2546
+ 190 30l+ U H Saul 1681-4 17524
+ 974l-— 57|/+ 762-+ 591l— 88|+ 1808

{151

1. ®rlı Anal 4ıaılı wmlı aneg

Baugewerbe (einschl. der'
Baunebengewerhe). .ı-+15 090|—7070| 4543 405457 9784 1967/+1 079515

Die Zeit von 1882 bis kurz vor der Jahrhundertwende brachte
also zunächst eine Verdoppelung des Personals, die folgenden zwölf
Jahre die Verdreifachung.
Der Zuwachs, den. das Baugewerbe erfahren hat, übertrifft (verhältnismäßig)
 bei weitem den von Industrie und Handwerk im
ganzen. Die Zahl der in Industrie und Handwerk beschäftigten Personen
 war von 5,9 Millionen im Jahre 1882 auf 7,9 Millionen im
Jahre 1895 und auf 10,7 Millionen im Jahre 1907 gestiegen; sie hat
sich also knapp verdoppelt. Infolgedessen ist der Anteil des Bau-Das

 Baugewerhe.
        <pb n="34" />
        34 —

gewerbes, der 1882 erst ein Zehntel betragen hatte, erheblich gestiegen.
 Er betrug: 1882 ....10% des Gesamtpersonals
1895 ....14 »
1907 ....16 ”
Der Zuwachs im Baugewerbe kommt in erster Linie dem Hochund
 Tiefbau selbst zustatten. Die Baunebengewerbe bleiben in ihrer
Ausbreitung dahinter (verhältnismäßig) zurück. Nur wenige Baunebengewerbe,
 zum Beispiel die Steinsetzerei, haben sich verhältnismäßig
 stärker ausgedehnt als der Hoch- und Tiefbau. Beim Hoch- und
Tiefbau liegt die Zunahme um 200 % des Standes von 1882, bei der
Steinsetzerei um 240 %, bei den übrigen Baunebengewerben zwischen
20 und 170 %,
Parallel mit der beim Personal festzustellenden Zunahme geht
in der Zeit zwischen 1882 und 1907 eine Zunahme an Betrieben. Sie
fällt fast ausschließlich in die Zeit von 1882 bis 1895, in der sich die
Betriebszahl um rund ein Viertel vergrößert hat. Diese Zunahme
bleibt jedoch erheblich hinter der Verdoppelung des Personals
zurück. Von 1895 bis 1907 ist die Betriebszahl nur um ein weniges
angewachsen (7 %), während die Personenzahl sich weiter um rund
die Hälfte vergrößert hat.
Diese ungleiche Zunahmetendenz bei der Betriebs- und der Personenzahl
 ist durch das Anwachsen der großen Betriebe bedingt,
denen gegenüber die kleinen Betriebe so ziemlich auf ihrem alten
Stand geblieben sind. Die durchschnittliche Betriebsgröße weist also
in den 25 Jahren von 1882 bis 1907 ein erhebliches Wachstum auf.
Hatten 1882 noch im Durchschnitt 3 Personen in einem Betrieb des
Baugewerbes gearbeitet, so wurden 1895 schon 5, 1907 sogar 7 Per-3onen
 je Betrieb beschäftigt. Der Zug vom Klein- zum Großbetrieb,
vom Handwerksbetrieb zur Industrieunternehmung hat auch das Baugewerbe
 ergriffen.
Mit dem Jahre 1907 lassen uns die Vergleichsmöglichkeiten aus
amtlichen Betriebszählungen im Stich. Zwischen jener Zählung und
der Zählung von 1925 liegt ein von schweren Erschütterungen der
Wirtschaft ausgefüllter Zeitraum. Wir können also nicht, wie wir es
zwischen 1882 und 1907 getan haben, in großen Sprüngen über die
Zeit hinwegeilen, sondern müssen in gemächlicherem Tempo die einzelnen
 Phasen beobachten.
Infolge einer Wirtschaftsdepression sank nach 1907 die Zahl der
im Baugewerbe Beschäftigten und erreichte 1908 einen gewissen Tief.
        <pb n="35" />
        +5

stand. Sie stieg jedoch in der wieder belebten Wirtschaft rasch über
den Stand von 1907 hinaus und erreichte 1911. eine Höhe, die im Baugewerbe
 weder in der Vorkriegszeit je gewonnen war, noch nach
dem Kriege bisher wieder erreicht wurde. Nach der Statistik der
Berufsgenossenschaften (Baugewerks-, Tiefbau-, Schornsteinfegerberufsgenossenschaften)
 gab es
1907 .......... 182 000 Betriebe mit 1 668 000 versicherten Personen
1908 .......... 181 000 » „ 1572000 ”
1911 .......... 198 000 » „ 1811 000 »
1913 .......... 203 000 x „1766 000 N .

VERSICHE "TE PERSONEN IN TAUSEND 3

2000
— 7800

AT

%
f

1600

+

1400

— 1200

"|

— 2000

800

1907 1970 19 1922 1925
Schaubild 6. Das Baugewerbe (einschließlich Baunebengewerbe) von 1907
bis 1925 nach der Statistik der Berufsgenossenschaften.

Die Bestimmungen der Kriegswirtschaft unterbanden fast jegliche
Bautätigkeit. Die Einberufungen zum Heere und der Arbeiterbedarf
in den für die Kriegführung wichtigen Produktionszweigen (Waffen-,
Munitionsindustrie) sowie den lebenswichtigen Industrien ließen die
        <pb n="36" />
        36

Zahl der Bauarbeiter von Jahr zu Jahr tiefer sinken. 1918 wiesen
die Berufsgenossenschaften nur noch 156 000 Betriebe mit 686 000 beschäftigten
 Personen nach, also etwa noch ein Drittel des im Jahre
1913 vorhandenen Personals,
Deutlich spiegeln sich in den Zahlen der folgenden Jahre die
Schicksale wider, die das deutsche Volk und die deutsche Wirtschaft
in .diesen Jahren betroffen haben. In der Scheinblüte der Wirtschaft
 in der Inflationszeit, begann auch das Baugewerbe sich wieder
auszugestalten; das Personal vermehrte sich von 1919 bis 1922 um
fast 50 %. Etwa die Hälfte dieses Zuwachses verschlang der Abbau
der Jahre 1923/24 wieder. Das Jahr 1925 brachte auch dem Baugewerbe
 neue Belebung. Durch die Berichte der vorstehend genannten
 Berufsgenossenschaften sind ausgewiesen:
1919 .......... 177 000 Betriebe mit 1 060 000 versicherten Personen
1922 „......... 169 000 » „1489 000 » “
19238 .......... 160000 - „ 1226000 „
1925 ........ 176000 » „ 1587000 » “
Wir sind jetzt bei dem Jahre der neuen Betriebszählung angelangt.
 Wenn im folgenden die Ergebnisse der Zählungen von 1925 und
1907 einander gegenübergestellt werden, so muß man sich dabei
stets vor Augen halten, daß zwischen diesen beiden Zählungen keine
stetige Entwicklungslinie liegt, wie es etwa für die Jahre zwischen
1882, 1895 und 1907 zutrifit. Die beiden Zählungen geben nur
Querschnitte durch zwei Wirtschaftskörper, die nicht mehr allzu
viel miteinander gemeinsam haben.
Im ganzen genommen haben sich Handwerk und Industrie (am
Personal gemessen) um etwa ein Viertel ihres Standes von 1907 ausgedehnt.
 Namentlich haben die Produktionsmittelindustrien an Umfang
 zugenommen: der Maschinenbau und die Elektrotechnik, der
Fahrzeugbau und die Kautschukindustrie, der Bergbau und die Großeisenindustrie,
 die chemische Industrie und die Gas- und Elektrizitätsgewinnung.
 Die Konsumgüterindustrien, zum Beispiel das Nahrungsmittel-
 und das Bekleidungsgewerbe, sind dagegen verhältnismäßig
nur wenig über den Personalstand des Jahres 1907 hinausgekommen.
Das Mehr an Personal gegenüber 1907 beträgt in den einzelnen
Industriezweigen:
Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik.....
Kautschukindustrie ......0.0.00.0.00000004
Gas- und Elektrizitätsgewinmnung .... 2...
        <pb n="37" />
        a

Veränderungen im Baugewerbe zwischen 1907 und 1925.
Veränderungen
zwischen 1907 und 1925

Gewerbezweige

1907
(neues Gebiet)
Be- ) Per- ı Be- Per- Betriebe
 sonal | Be | sonal | triebe | Personal

Hoch-, Eisenbeton- und
Tiefbau .............
Bauingenieur-, Architektur
 und Vermessungsbüros..........

Klempnerei-, Gas- und
Wasserinstallationsge-|
werbe. ... . 2...
Glaserei, .........0.0.001
Malerei, Tüncherei, Anstreicherei
 u. Stubenbohnerei............

Stukkateur- und Gipser- '
gewerbe ............
Tapezier- und Polster-'
gewerbe .... en
Dachdeckerei ....... .
Steinholzlegerei, Steinsetzerei,
 Asphaltierer.
und Pflasterei .......|
Brunnen- und Pumpen-'
bauerei...... ...-.-.
Ofensetzerei (auch mit
Kachelherstellung). . .
[soliergewerbe ........
Schornsteinfeger- |
gewerbe ...........
Zimmer-, Fenster- und
Metallreinigung...
Baugewerbe einschl. der
Baunebengewerbe ..

29 88911 073 027

88 78211 089 822) 1107|+ 16795

6 358]

95 9061|

9628| 2803114 3070l+ 2770

24 vor]
9 943

92 958|
24 031!

29 sul
9 765

15850 5271
92 112l-— 178'

+ 22897
“1919

47 867]

159 354)

6x a0]

904 ro) 17872

1 45196

a arm}

29 884] 3 979] 20 878) + 602

= 9006

12 16
11598

32 67
96 406

14 ass
13 986

39 580 2 298! + 6858
47 8751 2388-4 11469

3 anal

98 887)

3 688!

39240314 355l4+ 3516

1 360)

43801 1 552]

4 mem]

alı 957

6 eos]

17 988

8 mad
329
4 asel

19.042/-+ 1562l4+ 1054
8950) —
9 erh . 7084 1078

3 730)

KR so}

] 131

4 RBO

9Q 131

nn KoOhı

ggf

AM 970

291 993|1 531 622l256 13511 644 a97l+ 34 142) + 112 875

Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau . ....
Bergbau ....0.0000000000 4
Eisen- und Metallgewinnung . .
Chemische Industrie ...

78 %
63 ,,
62
60 .,
        <pb n="38" />
        38

Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie .. 44 %
Papier- und Vervielfältigungsgewerbe ..... 40 ,„
Industrie und Handwerk im ganzen .. - ‚29
Leder- und Linoleumindustrie . . 27
Holz- und Schnitzstofigewerbe 25
Herstellung von Eisen- und Metallwaren .. 24
Textilindustrie .........
Nahrungsmittelgewerbe .....
Baugewerbe .....
Bekleidungsgewerbe ....
Industrie der Steine und Erden .

INDUSTRIE DER
STEINE U. ERDEN
BEKLEIDUNGS -
GEWERBE
BAUGEWERBE
NAHRUNG SPN TEL
GEWERBE
TEXTILINDUSTRIE
HERSTELLUNG VON
EIIEN U. METALLW.
FIOLZ UND SCHNITZ-JSTOFFGEWERBE


LEDERINDUSTRIE *
PAPIER UNVER*. wann
WELFÄLTIGUNG SGEW.
MUSIKINSTRUMENTE
U. IPIELWARENIND. BP
CHMEMVTICHE
INDUSTRIE
EISEN UND’
METALLGEWINNUNG
BERGBAU
MASCHINEN UND
FAHRZEUGBAU
WASSER „GAS ELEX
TRIZITATSWERKE
KAUTSCHUK -
INDUSTRIE ,
ELEKTROTECHN. IND
UND FEINMECHANIK

INDUSTRIE U. HAND:
WERK IM GANZEN

;
1907 GLEICH 100 750 200 250 300

Schaubild 7. Zunahme der einzelnen Industrien von 1907 bis 1925.
        <pb n="39" />
        Das Baugewerbe steht mit seiner Zunahme mit etwa 7% an
drittletzter Stelle. Den Schluß in der Reihe der Industriezweige bildet
die Industrie der Steine und Erden, die — wesentlich bedingt durch
die Entwicklung des Baugewerbes — knapp über dem Stand von
1907 steht.

BAUGEWERBE UND
BAUNEBENGEW._ZUJ.

STUKKATEUR UND
ZIPSERGEWERBE

GLASERGEWERBE

BAUGEWERBE: HOCH
EÄENBETON V.TIEFB.
BRUNNENBAUERET
OFENSETZEREI
BAUBÜROS

SCHORNISTEINFEGERGEW
STEINSETZEREI
ZIMMERREINIGUNG
TAPEZIERGEWERBE
KLEMPNEREI
MALEREI
DACHDECKEREI

bmx
30 20 10 WAND 9 20 30%
1907
€— ABNAHME +— ZUNAHME -

Schaubild 8. Entwicklung des Baugewerbes und der Baunebengewerbe.
(1907 bis 1925.)

Innerhalb des ganzen Baugewerbes weist der Hoch-, Eisenbetonund
 Tiefbau, also das eigentliche Baugewerbe, fast keine Zunahme
an Personal gegen 1907 auf. Dagegen haben manche Baunebengewerbe
 ein größeres Plus erreicht: die Reparaturen an Altwohnungen,
 Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten kommen
        <pb n="40" />
        40

(im Verhältnis) mehr den Baunebengewerben als dem eigentlichen
Baugewerbe zugute. Wir erinnern uns, daß es in der Zeit von 1882
bis 1907 gerade umgekehrt war. Damals blieben die Baunebengewerbe
 in ihrer zahlenmäßigen Ausgestaltung hinter dem Hochund
 Tiefbau zurück, welcher Berufszweig die dringenden Bedürfnisse
 an Wohnungen und an Industrie- und Verkehrsanlagen befriedigen
 mußte.
Die Zahl der Betriebe hat sich ähnlich wie die des Personals
beim Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau gegen 1907 kaum verändert. Die
durchschnittliche Betriebsgröße entspricht also im ganzen derjenigen
der Vorkriegszeit: sieben Personen. In den Baunebengewerben entspricht
 der größeren Zunahme des Personals auch ein größeres Plus
an Betrieben.
Die Zählung von 1925 war zu einem Zeitpunkt vorgenommen
worden, an dem sich die deutsche Wirtschaft — dank der Auslandskredite
 — in verhältnismäßig günstiger Lage befand. Kurz nach der
Zählung setzte jedoch ein empfindlicher Rückschlag ein. Die Stabilisierungskrise,
 die durch die Aufnahme von Auslandsanleihen eine
Zeitlang hinausgeschoben werden konnte, begann sich jetzt auszuwirken.
 Die zweite Hälfte des Jahres 1925 und die erste Hälfte
des Jahres 1926 standen unter dem Zeichen einer schweren
Depression der Wirtschaft. So zeigt die Zahl der bei den Berufsgenossenschaften
 versicherten Personen von 1925 bis 1926 einen
Rückgang
im Bergbau ............... von 813000 auf 749000
in der Eisen- und Metallindustrie ‚. , 2627000 , 2096000
„ »„ Textilindustrie ......... „ 976000 „„ 902000
Neben der Wirtschaftsdepression kommen in diesem Rückgang der
Personenzahlen auch die Rationalisierungsmaßnahmen zum Ausdruck,
 die namentlich in den Betrieben der Produktionsmittelindustrien
 (Bergbau usw.) zahlreiche Menschenhände überflüssig
gemacht haben.
Diese rückläufige Bewegung der Wirtschaft hat jedoch das Baugewerbe
 selbst nur wenig getroffen. Die Zahl der versicherten Personen
 sank von 1 587 000 im Jahre 1925 auf 1558 000 im Jahre 1926.
Seit 1926 hat unter den Einwirkungen zunehmender Konsolidierung
 der Wirtschaft auch im Baugewerbe die Zahl der Beschäftigten
 wieder zugenommen. Die Statistik der Gewerbeaufsichts-
        <pb n="41" />
        A 1

behörden, die von 1926 an auch das Baugewerbe umfaßt, nennt für
lieJahre . .
1926 ... 26100 Betriebe 605 000 Arbeitnehmer ;
1927... 31100 m 842 000 #
Sie weist eine Steigerung der Betriebszahl von 19 % und der Zahl der
Arbeitnehmer von 39 % nach. Allerdings sind in den Zahlen nur die
Mittel- und Großbetriebe (mit 5 und mehr Arbeitnehmern) berücksichtigt;
 die Kleinbetriebe (mit weniger als 5 Arbeitnehmern) fehlen
darin.
Das Baugewerbe hat in dieser Zeit (1926 bis 1927) die bei weitem
günstigste Entwicklung der Betriebs- und Personenzahlen unter allen
Industriezweigen aufzuweisen. In der ganzen Industrie wuchs die
Betriebszahl (Mittel- und Großbetriebe) nur um annähernd 9.% und
die Zahl der Arbeitnehmer um 17 % des Standes vom Jahre 1926
In den wichtigeren Industrien zeigen sich folgende Veränderungen:
Zu- oder Abnahme der
Betriebs- Personenzahl
 zahl
von 1926 bis 1927
Baugewerbe .. „19%. +39%
Maschinenbau - 4, +25,
Textilindustrie HR AMNME 8, +21,
Holz- und Schnitzstoffgewerbe . . 9, +19,
Bekleidungsgewerbe ....... 8, +19,
Eisen- und Metalilgewinnung .. 1 +19,
Industrie im ganzen ....... 9, +17,
Industrie der Steine und Erden 8, +17,
Elektrotechnik USW. ..0.0.0.00.000004 7a +15,
Herstellung von Eisen- und Metallwaren . 6,, +14,
Papier- und Vervielfältigungsgewerbe . 4, +11,
Chemische Industrie .......... 2 +10,
Nahrungsmittelgewerbe Dg + 9,
Bergbau ....... 4 0... 5, + 3,
Der Maschinenbau, dessen Ausweitung dem Baugewerbe noch
am nächsten kommt, folgt also erst nach größerem Abstand. Den
Schluß obiger Reihe bildet der Bergbau, bei dem Rationalisierungsmaßnahmen
 eine den übrigen Industrien entsprechende Erweiterung
des Personalbestandes verhindert haben.
        <pb n="42" />
        49

c) Räumliche Verbreitung des Baugewerbes.
Die Standorte des Baugewerbes liegen dort, wo die fertigen
Bauten benötigt werden. Hierin unterscheidet sich das Baugewerbe
grundlegend sowohl vom Bergbau, der dort betrieben wird, wo die

OSTPREUSSEN
DOMMERN
MECKLENBURG
NORDBAYERN
UNTERWEIER - EMS
JÜDBAYERN
WÖRTEMBERG
BADEN -PFALZ
RHEINLAND -WEITF
SCHLESIEN
MITELDEUTICHLD
THÜRINGEN
SACHSEN
HAMBURG UND
SCHLESWIG -HOLSTEH
BERLIN UND
BRANDENBURG
HESIEN
OSTHANNOVER

—

e

4

m

DEUTSCHES REICH
AUF 1000 EINWOH-WER
 KOMMEN:

T VA HH —HA———
a5 10 15 20 25 30 35
IM BAUGEWERBE TÄTIGE
Schaubild 9. Die räumliche Verteilung des Baugewerbes.

Rohstoffe unter der Erdoberfläche verborgen liegen, als auch von den
verarbeitenden Industrien, die in ihrer Standortswahl frei sind und
sich — ökonomischer Zweckmäßigkeit entsprechend — bald an Rohstofflagern
 oder Konsumorten oder historisch bedingten Arbeitsplätzen
 zusammenballen, bald sich über das ganze Land zerstreuen.
Die Standorte des Baugewerbes liegen also dort, wo Wohnungen,
Geschäftshäuser, Industriebauten, Verkehrsanlagen notwendig
        <pb n="43" />
        13

werden und sind somit stets als Zeichen wirtschaftlicher Aktivität
zu betrachten.
Eine allgemeine Anschauung von der Verteilung des Baugewerbes
 über das Land erhält man, wenn man die Zahl der im Baugewerbe
 Tätigen zur Gesamtbevölkerung in Beziehung setzt. Im
ganzen Deutschen Reich (ohne das Saargebiet) entfallen auf 1000 Einwohner
 26 im Baugewerbe beschäftigte Personen. In den einzelnen
Landesteilen! ergeben sich jedoch gewisse Abweichungen von diesem
Durchschnitt. Auf je 1000 Einwohner entfallen im Baugewerbe
Beschäftigte:

1. Ostpreußen ...., 20
2. Pommern 21
3. Schlesien ......,.. 26
4. Berlin und Brandenburg ... 29
darunter Berlin ...,. 31
5. Mitteldeutschland ..............27
$. Thüringen (einschließlich Erfurt) . .... 27
7. Hessen und Hessen-Nassau ........30
8./9. Rheinland-Westfalen (ohne Minden) . 26
10. Osthannover (einschließlich Minden) .. 31
11. Unterweser-Ems ...............22
12. Hamburg und Schleswig-Holstein . . . 29
13. Mecklenburg ...........0 2
14. Sachsen (Land) 29
15. Nordbayern .. 21
16. Südbayern . 25
17. Württemberg 25
18. Baden und Pfalz .......,. 25
Verhältnismäßig am dichtesten ist das Baugewerbe in folgenden
Landstrichen vertreten:
4. Berlin und Brandenburg,
7. Hessen und Hessen-Nassau,
10. Osthannover,
12. Hamburg und Schleswig-Holstein,
L4. Sachsen.

1 Die hier angewandte Gliederung entspricht im großen und ganzen der Bezirkseinteillung
 des Baugewerksbundes. An einzelnen Stellen sind hier jedoch die Grenzen enger
an die politischen Verwaltungsbezirke angelehnt worden, ohne daß dadurch die grundsätzliche
 Uebereinstimmung mit dem Baugewerksbund gestört würde. Die Abweichungen
betreffen im allyzemeinen überwieryend agrarische Landstriche.
        <pb n="44" />
        Hier kommen jeweils etwa 30 im Baugewerbe beschäftigte Personen
 auf 1000 Einwohner. Sehen wir uns diese Bezirke etwas
häher an.
In den Bezirken 4 und 12 liegen die beiden Millionenstädte
Deutschlands: Berlin mit über 4 Millionen Einwohnern und Hamburg
mit rund 11% Millionen Einwohnern (einschließlich Altona, Harburg
und Wandsbek). Berlin hat sich als Reichshauptstadt und preußische
Landeshaupistadt, als Sitz zahlreicher Unternehmungen und Verbände,
 als Standort umfangreicher Industriewerke (Siemens, AEG.)
auch in der Nachkriegszeit kräftig weiterentwickelt. Der Ausbau
der Innenstadt geht stetig vor sich, Außenbezirke werden als Wohnviertel
 erschlossen, und Verkehrslinien zur gegenseitigen Verbindung
der einzelnen Stadtteile werden ausgebaut. Hamburg, der erste
deutsche Seehafen, hat seine Bedeutung für die Seeschiffahrt trotz
aller Nachwirkungen des Krieges und des Friedensvertrages behauptet.
 Auch hier erfordern Hafenanlagen, Industriewerke und der
Wohnungsbedarf rege Bautätigkeit. Außerhalb dieser beiden
Millionenstädte ist sowohl in Brandenburg als auch in Schleswig-Holstein
 das Land überwiegend agrarisch und wenig dicht besiedelt.
Nur einige größere Städte, wie Brandenburg, Frankfurt a. d.O. und
die Industriestädte der Niederlausitz sowie Lübeck, Kiel und Flensburg,
 unterbrechen das agrarische Land. .
Der Bezirk 14, Sachsen, ist in seiner Wirtschaftsstruktur überwiegend
 industriell bestimmt. Textilindustrie und Eisen- und Metallverarbeitung
 (Maschinenbau) breiten sich über das ganze Land aus
und erreichen neben den Städten Dresden und Leipzig namentlich
in den westlichen Teilen Sachsens (Chemnitz, Zwickau, Plauen)
große Dichtigkeit. Musikinstrumentenfabrikation, Papierindustrie,
Tabakindustrie, auch Stein- und Braunkohlenbergbau fügen sich in
das durch Textilindustrie und Eisenverarbeitung gebildete Grundnetz
 ein. Die Landwirtschaft tritt in den Hintergrund. ;
Schon aus diesen drei Beispielen geht hervor, daß das Baugewerbe
 vor allem in industriellen und mit Großstädten durchsetzten
Bezirken ansässig ist. In den beiden noch zu besprechenden Bezirken
 7, Hessen, und 10, Osthannover, liegen die Verhältnisse nicht
so eindeutig. Doch finden sich auch hier neben überwiegend agrarischen
 Landstrichen zahlreiche Großstädte mit bedeutender Industrie:
 Frankfurt-Offenbach, Wiesbaden, Mainz und Darmstadt im südlichen,
 Kassel im nördlichen Teil von ‘Hessen, Hannover, Braun-
        <pb n="45" />
        45

schweig, Hildesheim und Bielefeld in dem hier als Osthannover
bezeichneten Bezirk.
Am wenigsten im Baugewerbe Tätige — etwa 20 — auf je
1000 Einwohner kommen in den Bezirken:
1. Ostpreußen,
2. Pommern,
11. Unterweser-Ems,
13. .Mecklenburg,
15. Nordbayern.
In den drei Bezirken 1, 2 und 13 ist der agrarische Charakter
des Landes unter allen deutschen Bezirken am meisten ausgeprägt.
Zudem handelt es sich um großagrarische Landwirtschaft, die mit
wenig Menschen je Einheit landwirtschaftlicher Fläche betrieben
wird und demzufolge dünne Besiedlung des Landes verursacht, In
allen drei Bezirken ist die Industrie wenig ausgebreitet. Auch nur
wenige größere Städte sind vorhanden: Königsberg und Elbing,
Stettin, Rostock.
Ebenso handelt es sich beim Unterwesergebiet um überwiegend
agrarisches (großbäuerliches) Land, in das verhältnismäßig wenig
größere Städte eingelagert sind: Bremen, Wesermünde, Wilhelmshaven,
 Oldenburg und Osnabrück. Nordbayern, das namentlich in
Oberfranken stark industriell ist und mehrere größere Städte — Nürnberg,
 Regensburg, Würzburg — besitzt, gliedert sich nicht ohne
weiteres in unser Schema ein.
Das Baugewerbe ist also in den überwiegend industriellen Bezirken,
 in denen zahlreiche Großstädte vorhanden sind, verhältnismäßig
 am häufigsten und in den überwiegend agrarischen Bezirken
mit wenig Großstädten verhältnismäßig am schwächsten vertreten.
Zwischen den beiden aufgezeigten Landschaftstypen, den großstädtisch-industriellen
 und den überwiegend agrarischen, befinden
sich die übrigen Bezirke des Deutschen Reiches.
Auffallend ist, daß das wichtigste Industriezentrum und am
ausgeprägtesten großstädtische Land Rheinland-Westfalen nicht auch
zu den Bezirken gehört, in denen das Baugewerbe am zahlreichsten
vertreten ist. Die übrigen Bezirke, bei denen es sich ausnahmslos
um agrarisch-industriell gemischte Gebiete mit mindestens zwei
größeren Städten handelt, passen sich jedoch völlig in die hier gebildete
 Skala ein: Schlesien, Mitteldeutschland, Thüringen, Südbayern,
 Württemberg und Baden.
        <pb n="46" />
        ad

Geographische Verteilung der

Gewerbezweige

Ostpreußen


Pommern


Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau ................
Bauingenieur-, Architektur- und VermessungsbÜrOS
 rer
Klempnerei, Gas- und Wasser-Installations-BEeWETDE
 rer „|
TASCTOE pr RER HEHCR Her a KEG
Malerei, Tüncherei, Anstreicherei und Stubenbohnerei
 eek
Stukkateur- und Gipsergewerbe ...............
Tapezier- und Polstergewerbe .................
Dachdeckerei ..0..er ee E
Steinholzlegerei, Steinsetzerei, Asphaltiererei
und Pflasterei ......00000000000000100 000004004
Brunnen- und Pumpenbauerei .................
DfensetZeTei.....00.0000000000 04 100100 R KERLE
SOLLE SE WEL RE 1er n KENIA WERE BE
Schornsteinfegergewerbe................ .
Zimmer-, Fenster- und Metallreinigung..... .
Baugewerbe insgesamt...

33 827

31 460

814

645

2 950
500

2.054
642

3 786
13
698
734

4292
48
724
2078

805
311
| 024

L 176
483
L 063
37
436
113

1
az

46004 | 45951

d) Der Hoch-, Eisenbeton- und Tielbau.
lL. HandwerkoderIndustrie?
Die Frage, wo die Grenze zwischen Handwerk und Nichthandwerk
 zu ziehen sei, bewegt schon seit langer Zeit die daran Interessierten,
 namentlich die Handwerkskammern auf der einen und die
Handelskammern auf der andern Seite, Doch hat sich bis jetzt noch
keine befriedigende Lösung dieser Frage finden lassen.
Das Handwerk, die in der deutschen Wirtschaft vor etwa 100
Jahren noch herrschende Form gewerblicher Produktion, ist durch
den Industrialisierungsprozeß des 19. Jahrhunderts hart getroffen
worden. Ein weites Produktionsgebiet ist ihm durch die aufim

 Baugewerbe beschäftigten Personen.

a

7
Hessen
und
Hessen-Nassau


8/9
Rheinld.-Westfalen

(ohne
Minden)
183 258

Schlesien

Berlin
und
Brandenbures


Darunter
Berlin

Mitteldeutsch-



Zhüringen

(einschl.
Rrfurt)

87675 |!

115 654 '

67 753

58 100

41 767

69 555

1380 | 283771

3 166

913

579

1 740

6 730

7 266 | 17 997
1 040 2 740

14 990
2118

4650
1 038

3564 | 8512
1311 1 602

21 043
1 351

9282
127
2131
3412

21 752
1463
5877
6311

15 166
1424
4 901
2154

8365
58
1 686
4376

7955
142
1356
1887

19 753
795
3526
3 092

45 257
6820
7167
10 021

1637 5776
93 150
335 609
260 1 041
588 1234
288 1.070
119245 | 191267 | 123226 | 83827 | 60141 |! 111771 | 291527

2 433
248
1 006
391
442
191

strebende Industrie entrissen worden, die für sich vor allem den
Gesichtspunkt größerer Billigkeit ins Feld führen konnte. Schon
wurden Stimmen laut, die dem Handwerk ein baldiges Ende prophezeiten
 oder seine Existenz überhaupt schon bestritten. Daß die Entwicklung
 diesen Weg nicht gegangen ist, das hat erneut die gewerbliche
 Betriebszählung von 1925 bewiesen, nach der über 3 Millionen
Menschen, also rund ein Viertel des ganzen produzierenden Gewerbes,
 zum Handwerk gerechnet werden können.
Bei dieser Berechnung ist vom Statistischen Reichsamt in Ermangelung
 einer besseren Grenze eine schematische Trennung
zwischen den beiden Wirtschaftsbereichen Handwerk und Industrie
        <pb n="47" />
        +8

Geographische Verteilung der
a 11

Gewerbezweige

10

Ost-1aNN0VEer
 |
(einschl.
Minden)

Unterweser-



Hoch-, Eisenbeton- und Tieflbat................
Bauingenieur-, Architektur- und Vermessungs--DÜPOS
 1444 H KG HERR kn a a a MEER
Klempnerei, Gas- und Wasser-Installations-A
 DEE ERENTO
HIasetel a4 006 H 4 KR ERBRHE EEE LEEREN
Malerei, Tüncherei, Anstreicherei und Stuben-'
‚BONNETEL 2.4002 HERREN
Stukkateur- und Gipsergewerbe ...............
Tapezier- und Polstergewerbe .................
Dachdeckerei 0...000000000 KERLE
Steinholzlegerei, Steinsetzerei, Asphaltiererei
und Pflasterei ..........0000000000001 010 En
Brunnen- und Pumpenbauerei .................
Ofensetzerei.......0.0.0.0.0000000000 1000000000000
[soliergewerbe ................ wer we
Schornsteinfegergewerbe.,.....0.0.0.0.000000001 000
Zimmer-, Fenster- und Metallreinigung........
Baugewerbe insgesamt... |

76 322

30 134

1] 651

733

6 082
679

2 636
258

13 998
490
2 102
3 932

6 566
231
802
| 101

599
46
209
106
240
194
108794 | 43 855

vorgenommen worden. Die Betriebe mit bis 10 Personen wurden
dabei dem Handwerk, die Betriebe mit über 10 Personen der Industrie
 gleichgesetzt. Es wurde angenommen, daß die Handwerksbetriebe
 über der gezogenen Grenze und die Industriebetriebe unter
dieser Grenze sich im großen ganzen ausgleichen.
Besondere Schwierigkeiten bereitet die Abgrenzung von Handwerk
 und Industrie beim Baugewerbe. Hier liegen nicht — wie zum
Beispiel in der Eisen- und Metallindustrie — scharf ausgeprägte
Betriebsformen vor (das Schlosser-, Schmiede-, Klempnerhandwerk
 auf der einen, die Hütte, das Walzwerk, die Maschinenfabrik
auf der andern Seite), zwischen denen sich verhältnismäßig leicht
eine einigermaßen zutreffende Grenze in der Größenskala der Beim

 Baugewerbe beschäftigten Personen (Fortsetzung).
a2 1 a 15 7 BB
Hamburg
* und Mecklen- Nord- | Süd- | Württem- | Baden
Schlesw.- | . burg bayern bayern berg Pfalz
Holstein
53857 |

44336 | 58919! 42624! 50158
13961 1471
6441.
2 024

‚1734 |

102

92137

7 803 ) 795
1 456 309 |

9186
3014

4805
1 082

5363
1208

12675 ' 2158
409
2812
1156

14 816
316
3158
5 482

8 926
1162
1545
1162

7276
259
1888
729

6 985
5104
1.557
500

10 7138
3440
2102
1079

1
399
823

| 176
436
‘192
109
551 |
350

312
138
478
6
182
19

2323 '
475
2153
368
623 |
474

962
61
1257
52
527
103

9883 '
159
1276
81
299
611

635 1140
15 118
6838: 3897
114! 525
385° 377
108 158
1375‘ 66617 | 80143

85716 | 16622 | 145801 | 66541

triebe. finden. läßt. Beim Baugewerbe sind Klein- und Großbetriebe
ihrer Struktur nach nicht allzu verschieden. Die  Uebergänge
zwischen Handwerk und Industrie sind also nicht deutlich gegeben;
die.Linie, die man innerhalb des Baugewerbes zwischen beiden Betriebsformen
 zieht, wird immer willkürlich sein.
Die Betriebszählung 1925 gibt uns die Möglichkeit, an drei Stellen
eine Grenze zu ziehen: bei den Betrieben mit 5, mit 10 und mit 50
Personen. Die darüber oder darunter liegenden außerdem noch vorhandenen
 Möglichkeiten interessieren uns hier nicht. Bei den Betrieben
 mit weniger als 5 Personen handelt es sich wohl immer um
Handwerk, bei den Betrieben mit über 50 Personen wohl immer um
Industrie (Unternehmungen).

Das Baugewerbe.
        <pb n="48" />
        50

Versuchen wir nun, an Hand einiger Merkmale (für die die Betriebszählung
 Unterlagen liefert) uns ein Bild über die Trennungsmöglichkeit
 zwischen beiden Betriebsformen zu machen. Ein
wesentliches Kennzeichen eines Handwerksbetriebes ist die starke
Heranziehung von Familienmitgliedern zur gewerblichen Tätigkeit.
Dieses Kennzeichen findet sich zum Beispiel beim Bäcker- und
Fleischerhandwerk stark ausgeprägt, wo die Ehefrauen im Laden
Brot oder Fleisch verkaufen. Im Baugewerbe ist die Verwendung
von Familienangehörigen im Betrieb weniger häufig; hier kommt auf
100 beschäftigte Personen knapp 1 mithelfender Familienangehöriger
des Betriebsleiters. Bei den drei oben genannten Größenklassen der
Betriebe zeigen sich nun folgende Unterschiede :
Zahl der Mithelfende
Betriebe mit Betriebe Angehörige
bis 5 Personen ..... 58400 4900 4,6
6 bis 10 Personen. 25900 1400 1,8
11 „ 50 » „4500 1900 0,5
Sämtliche Betriebe... 88800 8600 0,8
Mehr als die Hälfte aller mithelfenden Angehörigen wird also in den
Betrieben mit bis 5 Personen beschäftigt; sie machen in dieser
Größenklasse knapp 5 % des Gesamtpersonals aus. In der folgenden
Größenklasse sinkt dieser Anteil stark, bleibt jedoch noch über dem
Durchschnitt in allen Größenklassen. Erst bei den Betrieben mit 11
bis 50 Personen liegt der Anteil der mithelfenden Angehörigen am
Gesamtpersonal unter dem Durchschnitt aller Größenklassen.
Ein weiteres Merkmal ist die kaufmännische Buchführung, die
sich im Handwerksbetrieb nur allmählich einbürgert, ohne die jedoch
ein Industriebetrieb völlig undenkbar ist. Aus der gewerblichen
Betriebszählung können wir hier aus der Zahl der kaufmännischen
Angestellten im Baugewerbe gewisse Rückschlüsse ziehen. Auf 100
beschäftigte Personen entfallen im Durchschnitt aller Betriebsgrößenklassen
 fast nur 2 kaufmännische Angestellte. Vergleichen
wir damit die uns hier interessierenden Größenklassen:
Kaufmännische Prozent aller
Betriebe mit Angestellte Beschäftigten
bis 5 Personen..... 470
6 bis 10 Personen .. 630
11 „ 50 # .n 6000
Sämtliche Betriebe... 20900

0,4
0,8
1,8
1,9
        <pb n="49" />
        1

In den Betrieben mit bis 5 und auch mit 6 bis 10 Personen fallen also
die kaufmännischen Angestellten kaum ins Gewicht. Soweit hier Bücher
geführt werden, besorgen dies die Betriebsleiter oder ihre Angehörigen.
 In der Größenklasse der Betriebe mit 11 bis 50 Personen ist
der durchschnittliche Anteil im Baugewerbe jedoch bereits erreicht.
Dieselbe Staffelung ergibt sich, wenn wir als weiteres Merkmal
die Beschäftigung von technischen Angestellten (Werkmeister, Techniker)
 beobachten:
Technische
Betriebe mit Angestellte
bis 5 Personen .... 380
6 bis 10 Personen . 680
11 ,„ 50 » _ 6 200
Sämtliche Betriebe... 24900

0,4
0,8
1,8
28

Auch hier steht die Größenklasse der Betriebe mit 11 bis 50 Personen
schon in einem gewissen Gegensatz zu den beiden vorher genannten
Größenklassen.
Endlich sei noch gezeigt, wie sich die Verwendung von Kraftmaschinen
 in den einzelnen Betriebsgrößenklassen ausbreitet. Im
Durchschnitt aller Größenklassen kommen auf 100 Baubetriebe
15 Betriebe mit Motoren. Im einzelnen ergibt sich folgendes:

Motoren-Betriebe
 mit betriebe
bis 5 Personen .... 3.200
6 bis 10 Personen . 1 900
11 ,„ 50 # . 5 300
Sämtliche Betriebe... 13700

Prozent
aller Betriebe

5,5
18,0
34,6
15.4

Bei diesem für die Industrie bezeichnenden Merkmal der Maschinenverwendung
 zeigt sich, daß bei den Betrieben mit bis 5 Personen nur
ausnahmsweise Motoren Verwendung finden. Bei den Betrieben mit
6 bis 10 Personen wird etwa in jedem fünften und bei den Betrieben
mit 11 bis 50 Personen schon in jedem dritten Betrieh eine Kraftmaschine
 verwendet.

Nach den vorstehenden Gegenüberstellungen muß zunächst die
ö-Personen-Grenze als ungeeignet ausgeschieden werden: die Betriebe
mit 6 bis 10 Personen tendieren noch überwiegend dem Handwerk zu.
Bei den Betrieben mit 11 bis 50 Personen machen sich schon die
        <pb n="50" />
        5”

Merkmale der Industrie in solchem Ausmaße geltend, daß man diese
Gruppe nicht mehr als Ganzes zum Handwerk zählen kann. Nehmen
wir also zunächst die 10-Personen-Grenze auch beim Baugewerbe als
Grenze für Industrie und Handwerk an, wobei wir uns vor Augen
halten wollen, daß aus der Zahl der Betriebe mit 11 bis 50 Personen
noch ein größerer Bestand dem Handwerk zugute geschrieben werden
muß.
Bei dieser Grenzziehung entfallen auf das Handwerk etwa 69 000
Baubetriebe mit 187 000 Personen und auf die Industrie 20 000 Baubetriebe
 mit 903000 Personen. Zählen wir aus der Größenklasse
mit 11 bis 50 Personen noch etwa die Hälfte zum Handwerk hinzu,
so erhalten wir:
als Handwerk ...... rund 77000 Betriebe mit 360 000 Personen
„ Industrie ....... „ 12000 „ „ 730000 »
Die Industrie beschäftigt also rund doppelt soviel Personen als das
Bauhandwerk.

2. Gliederung nach Betriebsgrößenklassen.
Die Frage, wieviel vom Baugewerbe auf Industrie und Handwerk
zu rechnen sei, führt uns weiter zu eingehender Betrachtung der
Größengliederung der Baubetriebe.
Von der Gesamtzahl der für den Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau
ermittelten Betriebe (88 800) sind
Kleinbetriebe PR RREEG
Mittelbetriebe
Großbetriebe KR RR G
Als Kleinbetriebe faßt die Statistik dabei alle Betriebe mit bis 5 Personen,
 als Mittelbetriebe die Betriebe mit 6 bis 50 Personen und als
Großbetriebe die Betriebe mit über 50 Personen auf. Etwa zwei
Drittel der Betriebszahl entfällt also auf die kleinste Betriebsgrößenklasse;
 in das dritte Drittel teilen sich (im Verhältnis von etwa 5 :1)
die beiden oberen Größenklassen.
Das Personal häuft sich dagegen in den beiden höheren Betriebsgrößenklassen.
 Vom Gesamtpersonal des Hoch-, Eisenbeton- und
Tiefbaus (1 090 000) entfallen auf
Kleinbetriebe .ubes 106 000
Mittelbetriebe 426 000
Großbetriebe ..............., 558000
Hiernach handelt es sich bei etwa der Hälfte des im Baugewerbe
        <pb n="51" />
        Kleinbefrriebe
bis 5 Personen
Miltelbetriebe
mit 6 bis 10 Pers.

mit 1 bis SO Pers.
Grossbehriebe
mit 517 6is 200 Pers

207 bis 1000 Pers

uber 1000 Pers.

In
DO

50 100 200 300 400
Tausend beschäfhigte Personen

Schaubild 10. Beschäftigte Personen in den Klein-, Mittel- und Großbetrieben
 im Baugewerbe. (Hoech-. Eisenbeton- und Tiefbau.)

beschäftigten Personals um Personen, die in Großbetrieben (mit über
50 Personen) tätig sind. Von der andern Hälfte sind vier Fünftel
den Mittelbetrieben und nur ein Fünftel den Kleinbetrieben zuzurechnen.
 Die Reihenfolge der Größenklassen gestaltet sich hier also
gerade umgekehrt wie bei der Betriebszahl.
Die Ergebnisse der gewerblichen Betriebszählung erlauben uns
noch eine eingehendere Gliederung der Betriebe und ihres Personals:
Alleinbetriebe ...... ..... 21800 Betriebe mit 21800 Pers.
Betriebe mit bis 3 Pers. ... 27 500 43700 ,
9200 40700 ,
10600 81100
A 344300 „
351300
122600
42500
Bm» 42000
Zusammen ... 88 800 Betriebe mit 1 090 000 Pers.
Zwei Drittel des Gesamtpersonals im Hoch-, Eisenbeton- und
Tiefbau sind demnach in den 19200 Betrieben der zwei Größen-5«
        <pb n="52" />
        54

klassen 11 bis 50 und 51 bis 200 Personen beschäftigt: 695 600 Personen.
 Die eine der beiden Größenklassen bildet in der zuerst genannten
 Uebersicht einen Bestandteil der „Mittel“betriebe, die zweite
zählt dort zu den „Groß“betrieben. Die Zahlen der in den Betrieben
mit unter 10 Personen und mit über 200 Personen Beschäftigten sind
nahezu gleich: in Betrieben mit weniger als 10 Personen werden
rund 187 000 und in Betrieben mit über 200 Personen rund 207 000
Menschen beschäftigt.
Ziehen wir andere Gewerbezweige zum Vergleich heran. Der
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau — bei den Baunebengewerben liegen
die Dinge ganz anders — befindet sich seiner betrieblichen Struktur
nach etwa in der Mitte zwischen den überwiegend handwerksmäßigen
und den großindustriellen Gewerbezweigen, Er ist ein typisch mittelbetriebliches
 Gewerbe. Der. Anteil sowohl der Kleinbetriebe als
auch der Großbetriebe an der Gesamtzahl aller Baubetriebe rangiert
in der Reihe der Gewerbezweige unter den in der Mitte stehenden
Industrien; die Mittelbetriebe nehmen dagegen einen Umfang an,
der sonst in keinem Industriezweig erreicht wird. Vom Gesamtpersonal
 der nachstehend aufgeführten Gewerbezweige sind beschäftigt
 in den

Bekleidungsgewerbe ..
Nahrungsmittelgewerbe ....
Holz- und Schnitzstoffgewerbe
Eisen- und Metallgewerbe. ......
Elektrotechnik, Feinmechanik ...
Textilindustrie ...........0.004
Baugewerbe (Hoch-, Eisenbeton- und
Tiefbau) ..0.0.00000000000H
Papier- und Vervielfältigungsgewerbe
Industrie der Steine und Erden ...
Maschinenbau ..........
Chemische Industrie ..... 2
Eisen- und Metallgewinnung .....
Bergbau .....-.*»w.;-

 545

Klein- Mittel- Großbetrieben
 betrieben betrieben
58 % 21% 21 %
44. ,, 26 ,, 30
36 36 28 ,,
30 29 41
12 19 69,
12 ,, 18 75

10,
8,

30
28.
3°

51
66
62
80
80
9%
98

» 9
Bus
        <pb n="53" />
        55

KLEINBETRIEBE MITELBETRIEBE

ED

GROMNBETRIEBE
LAN.

BEKLEIDUNG SGEWERBE
NAHRUNG SMITELGEWERBE
HOLZ U. SCHNITZSTOFFGEWERBE
EMEN U.METALLVERBRBEITUNG
ELEKTROTECHNIK FEIN-MECHANIK

TEXTILINDUSTRIE

BAUGEWERBE : )
HOCH E/ISENBETON TIEFBAU

DAPIER U VERVIELFÄLTIGUNG
INDUSTRIE DER STEINE UND
ERDEN
MASCHINENBAU
CHEMIICHE INDUSTRIE

BERGBAU

1
4

FÜIEN U. METALLCELINNUNG

3

— nf fan, m Sm nein;
9 10 20 30 40 SO 60 70 80 90 100
PROZENT DES GESAMTPERSONALS
Schaubild 11. Baugewerbliche Klein-, Mittel- und Großbetriebe im Vergleich
zu andern Gewerbezweigen.
        <pb n="54" />
        3. Einzelgeschäfte, Haupt- und Zweigniederlassungen.


Zur richtigen Einschätzung der vorigen Angaben über die Betriebsgrößengliederung
 wollen wir uns nochmals vor Augen halten,
daß es sich hier um die sogenannten örtlichen Betriebseinheiten
handelt. Jedes Baugeschäft, jede Filiale ist als Betrieb gezählt,
sofern sie eine räumlich zusammenhängende und einheitlicher Leitung
 unterstehende Niederlassung bilden. Das nach auswärts zur
Ausführung von Bauten entsandte Personal ist dabei dem Personal
der Stammbetriebe zugerechnet worden. Die Grenze zwischen dem
„nach auswärts entsandten Personal“ und den als eigene Betriebe
gezählten Niederlassungen läßt sich naturgemäß nicht exakt festhalten;
 doch ist im allgemeinen so verfahren worden, daß ständige
Zweigniederlassungen von Baufirmen als selbständige Einheiten gezählt
 wurden, während vorübergehend (für die Dauer eines Baues)
bestehende Bauplätze im Gewerbebogen der Stammbetriebe nachgewiesen
 worden sind.
Wir haben also in der Betriebsgrößengliederung nicht eine
Gliederung der Unternehmungen, der Baufirmen vor uns. Da jedoch
die sonst in der Industrie häufige Organisationsrichtung, Zweig:
niederlassungen zu errichten, im Baugewerbe verhältnismäßig wenig
ausgeprägt ist, bestehen im allgemeinen nur wenig Abweichungen
zwischen der Gliederung des Baugewerbes nach örtlichen Betriebseinheiten
 und nach Wirtschaftseinheiten (Firmen). Handelt
es sich doch bei etwa 97% aller Betriebe um „einzige Niederlassungen“
 und bei 79% aller beschäftigten Personen um das Personal
 solcher Einzelgeschäfte. Die Haupt- und Zweigniederlassungen
machen dagegen nur 3% der Betriebe und 21 % der beschäftigten
Personen aus:
Einzige Niederlassungen . ...... 86000 Betriebe 862 200 Personen
Hauptniederlassungen 5 ws 1500 » 135700 2
Zweigniederlassungen 1300 ” 91 900 “

4. Entwicklung zum Großbetrieb.
Die gewaltige Ausweitung des gewerblichen Produktionsapparates
 in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte sich
fast allein in einer Ausdehnung der Mittel- und Großbetriebe geltend.
Die Kleinbetriebe (Handwerk, Hausgewerbe) blieben zahlenmäßig
        <pb n="55" />
        57

nicht einmal auf dem Stand vor der Entwicklung zur modernen Wirtschaft
 stehen. Von den im gesamten Gewerbe. (Handwerk und Industrie)
 ermittelten Betrieben waren
Klein- Mittel- Großbetriebe
 betriebe betriebe
1882 2.176 000 85 000 9 500
1895 |) altes Gebiet*. . 1 990 000 139 000 18 000
1907 1 870 000 187 000 29 000
1907 \neues Gebiet? ... { 1 619 000 160 000 25 000
1925 1 614 000 206 000 33 000

Die Zahl der kleinen Handwerks- und Industriebetriebe ist also
erheblich zurückgegangen. Die Mittelbetriebe haben sich von 1882
bis 1907 mehr als verdoppelt und die Großbetriebe fast verdreifacht.
Auch seit 1907 liegt ein weiteres stärkeres Anwachsen der Mittelund
 vor allem der Großbetriebe vor.

LE

=.
®
=
„

70

Personal der:

EGroßbetriebe
Mittelbetriebe
Hleinbektriebe

RD
3
2
Y
\
.

f

%

0

7882 1895 1907
Altes Reichsgebiekt Neues Reichsgebiet

Schaubild 12. Die Entwicklung zum Großbetrieb in Handwerk und Industrie,

1 Zugrunde gelegt sind die technischen Betriebseinheiten und der frühere Umfang der
Gewerbeabteilung „Industrie und Handwerk“,
2? Zugrunde gelegt sind die örtlichen Betriebseinheiten und der jetzige Umfang : der
Gewerbeabteilung „Industrie und Handwerk“.
        <pb n="56" />
        a

Dasselbe Bild zeigt sich bei der Betrachtung der Personenzahlen.
Vom gesamten Personal in Handwerk und Industrie entfielen auf
Klein- . Mittel- Großbetriebe
 betriebe betriebe
3.270 000 1109 000 1 554 000
3191 000 1 902 000 2.907 000
. 3200 000 2715 000 4 938 000
2 805 000 2 305 000 4.763 000
{ 2837 000 2 899 000 6 968 000
Während die Kleinbetriebe 1882 noch mehr als die Hälfte des
ganzen in Handwerk und Industrie beschäftigten Personals umfaßten,
beträgt heute ihr Anteil am Personal nur mehr knapp ein Viertel.
Der Anteil der Großbetriebe hat sich dagegen von etwa einem Viertel
im Jahre 1882 auf über die Hälfte im Jahre 1925 vergrößert. Die
Gewichtsverhältnisse zwischen Groß- und Kleinbetrieb sind also
gerade ins Gegenteil gekehrt worden.
Die Veränderungen, die das ganze Gewerbe erfahren hat, sind
in ähnlicher Weise auch beim Baugewerbe (Hoch- und Tiefbau) festzustellen.
 Auch hier sind die Kleinbetriebe zahlenmäßig zurückgegangen,
 während die Mittel- und Großbetriebe immer stärker
hervorgetreten sind. Gezählt wurden
1882 1895 1907
Kleinbetriebe .... 75900 85 900 67 600
Mittelbetriebe .... 11600 19 700 27 500
Großbetriebe .... 880 3100 4.900
Beim Personal zeigt sich die gleiche Entwicklung, jedoch noch
stärker ausgeprägt. Es betrug die Zahl der Personen in den
1882 1895 1907
Kleinbetrieben ... 128000 134000 127000
Mittelbetrieben .. 168000 2321000 456000
Großbetrieben ... 87000 328000 587000
Aus diesen Zahlenreihen ergibt sich klar, wie der Aufschwung
der Bauwirtschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Mittelbetrieben
 und in noch größerem Maße den Großbetrieben zugute
kam. Das Personal der Mittelbetriebe hat sich in den 25 Jahren
von 1882 bis 1907 fast verdreifacht, das der Großbetriebe mehr als

1 Zugrunde gelegt sind die technischen Betriebseinheiten und der frühere Umfang der
Gewerbeabteilung „Industrie und Handwerk“,
? Zugrunde gelegt sind die örtlichen Betriebseinheiten und der jetzige Umfang der Gewerbeabteilung
 „Industrie und Handwerk“.
        <pb n="57" />
        =
yr

DERSON AL DER:

GROSSBETRIEBE

MITTELBETRIEBE

KLEINBETRIEBE
1882 217895 1907
ALTES REICHSCEBIET NEUES REICHSGEBIET

Schaubild 13. Entwicklung der Betriebsgrößengliederung im Baugewerbe.

versechsfacht, während das der Kleinbetriebe auf demselben Stand
stehengeblieben ist.
Die Zählung von 1925 gibt, im ganzen genommen, ein gleiches
Bild der Betriebsgrößengliederung wie die Zählung von 1907. Klein-,
Mittel- und Großbetriebe beschäftigten eine (im Verhältnis) sich etwa
gleichgebliebene Zahl von Personen: nach beiden Zählungen entfallen
 auf die Kleinbetriebe etwa 10 %, auf die Mittelbetriebe etwa
40 % und auf die Großbetriebe etwa 50 % des ganzen Personals im
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau.
1907 (altes Gebiet) 1925 (neues Gebiet)
Betriebe Ber Betriebe Por
67600 127000 58400 106000
27500 1456000 25900 1425000
.„..... 4900 587000 4500 558 000
Die Veränderungen der betrieblichen Struktur im Baugewerbe
(Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau) liegen also.in der Zeit. zwischen
        <pb n="58" />
        60

1882 und 1907. Damals fand die große Gewichtsverschiebung
zwischen Klein- und Großbetrieben statt, die sich seitdem nicht
weiter fortgesetzt hat. Die Verschiebung in der betrieblichen Struktur
wird besonders deutlich, wenn wir das Zahlenmaterial der Betriebsstatistiken
 in etwas anderer Gruppierung betrachten, als es die amtliche
 Statistik in der Regel tut.

BETRIEBE
EN
10 PERSONEN

GLEICHBLEIBENDER
ANTEIL
DER BETRIEBE
MIT
77 8/3 200
PERSONEN

BETRIEBE ÜBER
200 PERSONEN

1882 1895 1900

Schaubild 14. Die Betriebsumschichtung im Baugewerbe um 1900.

1925

Die beiden Größenklassen der Betriebe mit 11 bis 50 und mit
51 bis 200 Personen behalten, nachdem sie sich zunächst (bis 1895)
ausgedehnt hatten, seit der Zeit um die Jahrhundertwende den
gleichen Anteil innnerhalb des ganzen Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbaues
 bei. Sie umfaßten (bei stetig steigender absoluter Personenzahl)
 vom Gesamtpersonal:
1882 .,
1895
1907
1925

50 %
65,
64 ,
64,
Diese Betriebe bilden also im Baugewerbe seit 1895 einen festen
Grundstock der betrieblichen Struktur. Die in dieser Entwicklung
        <pb n="59" />
        1

für den Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau zu erkennenden Veränderungen
 liegen bei den Betrieben mit bis 10 und bei den Betrieben
mit über 200 Personen. Jene gehen prozentual zurück; diese weiten
sich aus. Der Anteil der beiden Betriebsgrößenklassen am Personal
des ganzen Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbaues belief sich nach den
4 Zählungen bei den Betrieben mit
- bis 10 über 200
Personen Personen
auf 44% auf 6%
25 ”„ ” 10 ”
18 » ” 18 ”
17a a 19

1882
1895 ..
1907 .
1925 . .
Seit etwa 1900 ist das große Uebergewicht der kleinsten Betriebe
geschwunden. Seitdem halten sich die größten und die kleinsten
Betriebe etwa die Waage.

ae

5. Das Personal.

Das Baugewerbe ist ein Gewerbezweig, dessen Produktion überwiegend
 durch Handarbeit geleistet wird. Zum größten Teil sind
daher die im Baugewerbe (Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau) beschäftigten
 Personen Handarbeiter. Die mit Verwaltungsarbeiten und
dergleichen. beschäftigten Personen treten im Verhältnis zur Masse
der Handarbeiter sehr zurück.
Nach der gewerblichen Betriebszählung 1925 sind im. Hoch-,
Eisenbeton- und Tiefbau fast neun Zehntel des ganzen Personals
(87 %) Arbeiter. Die Betriebsleiter, die in kleineren Betrieben neben
ihren Betriebsleiterfunktionen selbst auch als Handarbeiter auftreten,
machen rund 8% des Gesamtpersonals aus. Der Anteil der technischen
 Angestellten beträgt etwa 2 %, der der kaufmännischen Angestellten
 (Verwaltungspersonal) etwa ebensoviel und der Anteil der
mithelfenden Familienangehörigen knapp 1%. Insgesamt weist die
Zählung nach:
Betriebsleiter ...............4
Mithelfende Familienangehörige der
Betriebsleiter ...... 200 8 600
Verwaltungspersonal 20 900
Technisches Personal 24 900
Gehilfen und Arbeiter „. 0... 951600
Zusammen ... 1089 800
        <pb n="60" />
        59

tl
83800 BETRIEBSLEITER
/ 8600 MITHELFENDE
, ANGEHÖRIGE
4
20900 KAUFMÄNNISCHE
ANGESTELLTE
"4900 TECHNIICHE
ANGESTELLTE

Schaubild 15. Das Personal im Hoch-, Eisenbeton- und
Tiefbaugewerbe.

In der Gruppe der Betriebsleiter sind zunächst alle Personen
nachgewiesen, die man als „Selbständige“ zu bezeichnen pflegt: die
Leiter auf eigene Rechnung. Die Leiter kleiner Maurer- und Zimmereibetriebe
 sind dabei zunächst ohne Unterschied neben die
Inhaber großer Baufirmen gestellt. Sodann sind in diese Gruppe
auch alle beamteten Betriebsleiter aufgenommen: Direktoren von
Baugesellschaften, Filialleiter und dergleichen. Die Grenze zwischen
dieser Gruppe und der folgenden Gruppe der Angestellten wird
dadurch fließend.
In die Gruppe der mithelfenden Angehörigen sollten nach den
Anleitungen des Gewerbebogens nur solche Familienmitglieder aufgenommen
 werden, die im Betriebe „nur helfend“ tätig sind. Im
Baugewerbe wird man jedoch annehmen können, daß die hier aufgeführten
 Personen, zumal es sich fast nur um Männer handelt, vollwertige
 Arbeitskräfte sind und den Angestellten und Arbeitern ohne
weiteres gleichgestellt werden können.
Unter dem Verwaltungspersonal sind alle Verwaltungs- und
Bürohilfskräfte nachgewiesen: Schreiber, Buchhalter, Kontoristen
und dergleichen mehr. Im technischen Personal sind in erster Linie
Ingenieure, Architekten, Werkmeister enthalten. : Sodann sind auch
        <pb n="61" />
        63

Zeichner, Techniker und mit ähnlichen technischen Funktionen betraute
 Personen aufgenommen. In die Arbeiterschaft sind neben
den gelernten Arbeitern (Gesellen), den angelernten und ungelernten
Arbeitern auch die Lehrlinge einbezogen.
Nur in wenigen andern Industriezweigen tritt die Arbeiterschaft
ebenso stark in den Vordergrund wie beim Hoch-, Eisenbeton- und
Tiefbau. Der Bergbau übertrifft hierbei das Baugewerbe; im Bergbau,
 dessen Produktionsleistung ebenfalls weitgehend auf Handarbeit
beruht, sind rund 94% des Gesamtpersonals Arbeiter. Aehnlich
hohen Anteil hat die Arbeiterschaft in der Eisen- und Metallgewinnung
 (88 %) und in der Industrie der Steine und Erden (89 %).
In den übrigen Industriezweigen stehen der Arbeiterschaft entweder
ein großer Stab von Angestellten (zum Beispiel im Maschinenbau, der
chemischen Industrie usw.) oder eine erhebliche Zahl von Betriebsleitern
 und mithelfenden Angehörigen gegenüber (zum Beispiel im
Nahrungsmittel- und Bekleidungsgewerbe).
Personengruppen in Prozent des Gesamtpersonals
 bei den wichtigeren Industrien.

Gewerbezweige

Bergbau ........... ....
Eisen- und Metallgewinnung ........
Industrie der Steine und Erden .....
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau .....
Maschinenbau ..........
Textilindustrie ..... 2...
Papier- und Vervielfältizungsgewerbe
Chemische Industrie .........
Elektrotechnik usw. . ;
Herstellung von Eisen- u. Metallwaren
Holz- und Schnitzstoffgewerhe. ..,...
Nahrungsmittelgewerbe ............
Bekleidungsgewerbe ..

Mit- Ver-Be-
 hel- waltriebs-'
 fende | tungs-|
leiter Ange-| perhörigel
 sonal

2
6
2

2

8
5
10
14
10

17
21
19
49

i@ |
3 | 4

| Technisch.

Personal


+
5
2

&amp;gt;

Arbeiter


94
88
89
87
81
81
79
75
74
73
70
58
BO

Die vorhin für den Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau angegebenen
Ziffern beruhen auf Durchschnittsberechnungen. Für die einzelnen
        <pb n="62" />
        SA

PROZENT
20 40 60 890 100
GESAMTZAHL DER BESCHÄFTIGTEN
Bm

BERGBAU
INDUSTRIE Du STEINE U.
ERDEN
EIJEN-U.METALLGEWIN
. NUNG
BAUGEWERBE :
HOCH-EISJENBETON: U.
“TIEFBAU
MASCHINENBAU
TEXTILINDUSTRIE
g ”
PAPIER -V.VERVIELFAL
TIGUNG
CHEMIICHE INDUSTRIE

=
ZM

=
EI
ZI
ZI
A

E

ELEKTROTECHNIK: FEIN
MEI CHANIK&amp;gt; U, OPTIK
INDUSTRIE UND
HANDWERK ZULAMMEN

=

ELJEN U. METALLWAÄREN:
HERSTELLUNG
HOLZ‘ U SCHNITZ STOFF
GEWERBE
NAHRUNG ISMITTELGEW.
BEKLEIDUNG SCEWERBE

E

5
zZ
"a

ARBEITER

BETRIEBILEITER

|
ANGESTELLTE
g U )
MITHELFENDE ANGEHÖRIGE DER BETRIEBSLEITER
Das baugewerbliche Personal nach der Stellung im Betrieb
im Vergleich mit andern Industriezweigen.

Schaubild 16.
        <pb n="63" />
        ma

Betriebsgrößenklassen ergeben sich . naturgemäß . erhebliche Abweichungen
 von diesem Durchschnitt. In den kleinen Betrieben
nimmt die Zahl der Betriebsleiter und ihrer mithelfenden Angehörigen
verhältnismäßig viel Raum ein. Je mehr man vom Kleinbetriebe
aus in die oberen Betriebsgrößenklassen vorgeht, desto mehr werden
jedoch diese beiden Personengruppen zurückgedrängt und desto
breiteren Raum nehmen die Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte) ein.
In der Größenklasse der Alleinbetriebe handelt es sich ausschließlich
 um alleinarbeitende Betriebsleiter, und zwar um Selbständige.
 Filialleiter in abhängiger Stellung, ebenso allein arbeitende
selbständige Betriebsleiter, die Motoren verwenden, sind nicht in
dieser Größenklasse, sondern bei. den „Betrieben mit bis 5. Personen“
nachgewiesen. In den übrigen Kleinbetrieben (mit bis 5 Personen)
machen die Betriebsleiter und ihre Angehörigen noch über ein Drittel
des Gesamtpersonals aus; fast zwei Drittel sind Arbeitnehmer. Bei
den Mittel- und Großbetrieben sinkt der Anteil der Betriebsleiter
allmählich bis auf 0,8 % in der obersten Größenklasse herab, während
gleichzeitig der der Arbeitnehmer auf 99,7 % steigt.
Von der Gesamtzahl der ermittelten Betriebsleiter entfällt weit
mehr als die Hälfte auf die Größenklasse der Allein- und Kleinbetriebe
 (Maurer-, Zimmereibetriebe usw.). In Großbetrieben (über
50 Personen) finden sich nur noch 6300 Betriebsleiter. Geht man in
der Stufenleiter der Größenklassen noch weiter, so bleiben in den
Betrieben mit über 200 Personen noch etwa 950, in den Betrieben mit
über 500 Personen noch etwa 240 und in den Betrieben mit über
L000 Personen noch rund 110 Betriebsleiter übrig.
Mehr als die Hälfte aller mithelfenden Familienangehörigen
(4900) ist in den Kleinbetrieben (mit bis 5 Personen) nachgewiesen
worden. Auch in Mittelbetrieben ist noch eine größere Anzahl
(3300) solcher Personen festgestellt worden; auf Großbetriebe
kommen nur noch etwa 380 mithelfende Angehörige.
Rund zwei Drittel des ganzen Verwaltungs-, Büro- und kaufmännischen
 Personals entfallen auf die Großbetriebe (mit über 50 Personen),
 rund ein Drittel entfällt auf die Mittelbetriebe (mit 11 bis
50 Personen). In Kleinbetrieben werden naturgemäß nur wenige
Angestellte beschäftigt, da die notwendigen Verwaltungsarbeiten in
der Regel vom Betriebsleiter selbst oder von seinen Angehörigen
ausgeführt werden. Bei der Zahl der technischen Angestellten

Das Baugewerbe.
        <pb n="64" />
        66

BETRIEBILEITER

ALLEINBETRIEBE
BETRIEBE MIT:
ns personen
6-10 PERSONEN.
4-50 PERJONEN |
57-200 PERSONEN
207-500 DERSONEN

501 - 1000 PERSONEN

4
VBER 1000 PERSONEN

ARBEITNEHMER

BETRIEBILEITER BE BETREEIL.
=  Oamcemreure Baesesren ;

E——

IF===— ==———



FEED

FE

EZ 8

E

Schaubild 17. Das Personal der Baubetriebe nach ihrer Stellung im Betrieb.

(Werkmeister und dergleichen) ergibt sich etwa das gleiche Bild wie
bei den kaufmännischen Angestellten: rund zwei Drittel aller technischen
 Angestellten entfallen auf Großbetriebe und rund ein Drittel
entfällt auf Mittelbetriebe, während in Kleinbetrieben nur sehr wenig
kaufmännische Angestellte ermittelt worden sind.
Interessant ist ein Vergleich des auf die kaufmännischen und
technischen Angestellten entfallenden Anteils in den einzelnen Be-Iriebsgrößenklassen.
 In den beiden unteren Größenklassen der Großbetriebe
 (51 bis 200 und 201 bis 500 Personen) erreicht der Anteil
des Verwaltungspersonals am Gesamtpersonal schon einen Höhepunkt
 und sinkt in der nächsten Größenklasse wieder auf eine tiefere
Stufe. Auf 100 beschäftigte Personen überhaupt kommen in der
Größenklasse der Betriebe mit
bis 5 Personen ........... .0,6% kaufmännische Angestellte
6 bis 10 Personen 0,8 ,,
11 50 1,8
51, 200 2,4,
201 ‘,„ 500 2,5,
501 „ 1000 2,2
über 1000 ‚83,
        <pb n="65" />
        67

, MITELBETRIEBE
KLEINBETRIEBE | GRONBETRIEBE

BEATRIEBILEITER ,
MITHELFENDE ANGEHÖRIGE
KAUFMÄNNISCHE ANGESTELLTE
TECHNIICHE ANGESTELLTE

ARBEITER

Sehaubild 18. Das Personal im Baugewerbe nach Betriebsgrößenklassen.

Das: verhältnismäßig stärkere‘ Anwachsen des Verwaltungsapparates
 in der letzten Größenklasse (über 1000 Personen) auf 3,3 %
beruht vermutlich darauf, daß hier noch andere Betriebsfunktionen
(Grundstückshandel und dergleichen) mit im Spiele sind. Der Anteil
des technischen Personals nimmt entgegen dem des Verwaltungspersonals
 von Größenklasse zu Größenklasse stetig zu. Auf

AUF 100 BESCHÄFTIGTE PERSONEN
KOMMEN? _

4
KAUFMÄNNIICHE
„ANCEJTELLTE

TECHNÜCHZ ANCESTELL

a

x
KAUFMÄNNLICHE:
BEZW. TECHNISCHE
ANGESTELLTE

an

Schaubild 19. Die kaufmännischen und technischen Angestelltenim Baugewerbe.
        <pb n="66" />
        100 beschäftigte Personen überhaupt kommen in .der Größenklasse
der Betriebe mit
bis 5 Personen .............
6 bis 10 Personen
U, 560
51 „ 200
201 „ 500
501 „ 1000
über 1000

da

Je größer der Betrieb ist, um so mehr Verwaltungspersonal ist
also im Verhältnis zum Gesamtpersonal vorhanden. Noch stärker
als der Anteil des Verwaltungspersonals steigt aber mit zunehmender
Betriebsgröße der Anteil der technischen Angestellten an der Gesamtzahl
 der Personals.

6. Umschichtung des Personals,
Der Zuwachs, den das Baugewerbe’ (Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau)
 in den letzten Jahrzehnten an Personal erfahren hat, war fast
nur ein Zuwachs an Arbeitern. Die Angestellten (Verwaltungspersonal,
 Werkmeister und dergleichen) haben der Zahl nach: verhältnismäßig
 wohl auch sehr stark zugenommen; als Ganzes spielen
sie jedoch auch heute keine allzu große Rolle. Die Zahl der Betriebsleiter
 ist bestenfalls auf dem Stande von 1882 geblieben. .
RELATIV

8.00 000

PROZENT.
DES
PERSONALS
200

E00.

AO

80

co

ACC CO

ARBEITER

40

Z60

ANGESTELLTE
na ALBETRIEBILEITER .
18682 1895 1907 1882 1895 1907
Schaubild 20. Umschichtung des Personals im Baugewerbe von 1882 bis:1907.

DER JSONEN

zz
        <pb n="67" />
        3C

Im Jahre 1882 wurden 96 000 Betriebsleiter. im Hoch- und Tiefbau
 ermittelt, worin (aus Vergleichsgründen) auch noch die Leiter
von Baubüros und dergleichen einbegriffen sind. Nach anfänglicher
 Erhöhung (bis 1895) sinkt ihre Zahl seit 1895 ab. Diese Bewegung
 entspricht der Entwicklung, wie sie bei der ganzen Betriebszahl
 wie auch bei der Zahl der Kleinbetriebe zu beobachten ist, auf
lie das Gros der Betriebsleiter trifft. An Betriebsleitern wurden
ermittelt: 1882
1895
1907

Im Verhältnis zu einer steigenden Gesamtzahl von beschäftigten
Personen würde sich schon ein Gleichbleiben der absoluten Zahlen
als Rückgang auswirken. Ein Rückgang der absoluten Zahlen muß
also ein sehr starkes Abfallen der Anteilziffern ergeben. Dieser
Anteil der Betriebsleiter am Gesamtpersonal betrug:
Ve 24,2%
‚ 14,0,
BT az

Der selbständige Bauhandwerker, der 1882 noch ein Viertel des
ganzen Personals im Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau ausmachte,
spielt also zahlenmäßig eine immer geringere Rolle. Der unselbständige
 Arbeitnehmer wird immer häufiger.
Von dem gesamten, zwischen 1882 und 1907 eingetretenen Zuwachs
 an Personal, der sich (einschließlich Baubüros und dergleichen)
 auf 800000 Personen beläuft, sind etwa 729000 der Arbeiterschaft
 zuzurechnen: also über neun Zehntel. An Arbeitern
(einschließlich der mithelfenden Familienangehörigen) wurden gezählt:
 1882
1895
1907

Diesem enormen, zahlenmäßigen Zuwachs entspricht eine immer
größer werdende Anteilsziffer am Gesamtpersonal. Diese beträgt:
1882 ee 74,6%
1895 83,7
1907 85,7
        <pb n="68" />
        70

Verhältnismäßig noch ‚stärker hat sich die Gruppe des Verwaltungs-
 und technischen Personals ausgedehnt. Von dieser Gruppe
wurden ermittelt:

4900 (1,2%)
18000 (2,3)
67200 (5,6)
Seit 1907 macht sich, etwas abgeschwächt, die gleiche Bewegung
in der Personalumschichtung geltend. Der Anteil der Betriebsleiter
am Gesamtpersonal (einschließlich Baubüros und dergleichen)
sinkt weiter auf 8,4%. Für die Arbeiterschaft (einschließlich der mithelfenden
 Angehörigen) steigt die Anteilsziffer auf 86,3 %. Der Rückgang
 des Anteils der Angestellten von 5,6 auf 5,3 % wird wohl in zählmethodischen
 Aenderungen begründet sein: vermutlich sind 1907 in
der Gruppe der Angestellten, und zwar der technischen Angestellten,
Personen nachgewiesen worden, die weder 1882 und 1895 noch 1925
darin einbegriffen worden waren.
Zum Vergleich wollen wir die Entwicklung des ganzen Gewerbes
(Handwerk und Industrie) heranziehen. Auch hier ist die Zahl der
Betriebsleiter in der Zeit von 1882 bis 1907 in der Anzahl wie auch
verhältnismäßig zurückgegangen.
Sie betrug nach den Betriebszählungen:: 2
1882 ,.. 2.......4. 2209000 (837%)
1895 . +... 2061000 (26)
1907 1989000 (18 ,,)
Dagegen hat sich die Anzahl der Angestellten mehr als verfünf-[acht
 und die der Arbeiter mehr als verdoppelt. Die Angestelltenzahl
 betrug: ‚889 118000 (2%) Sn
1895 268000 (3.,,).
1907 615000 (6,,)
Die Arbeiterzahl wuchs in folgender Weise: nn
1882 .............. 3606000 (61%)
1895 . . .»....0... 5672000 (71)
1907 8249000 (76,, }

1882
1895
1907

Seit 1907 ist im Gesamtgewerbe (Handwerk und Industrie) der
Anteil der Arbeiter am Gesamtpersonal etwa gleich geblieben. Veränderungen
 zeigen sich lediglich bei den Gruppen der Betriebsleiter
und der Angestellten, wovon die Angestellten erheblich an Gewicht
        <pb n="69" />
        7,

GE
RISONAL
80

ARBEITER
EVTL. MITHEL:
FENDE ANGE“
HÖRIGCE

ANGESTELLTE

60

_40

‚20

BETRIEBS-LEITER


1882 1895 1907 1925

Schaubild 21. Die Umschichtung des in Handwerk und Industrie
beschäftigten Personals. (1882 bis 1925.)

gewonnen, die Betriebsleiter dagegen an Gewicht eingebüßt haben.
Die Zahl der in den einzelnen Personengruppen Beschäftigten sowie
ihr Anteil am Gesamtpersonal von Handwerk und Industrie beläuft
sich für 19071 ° 1925
Betriebsleiter ......... auf 1769000 (18%) 1812 000 (14%)
Angestellte : . .... „ 558000 (6,) 1120000 (9)
Arbeiter . . .. 4 7516000 (76,,) ‘ 9772000 (77 „)

7. Frauenarbeitim Baugewerbe.
Das Baugewerbe ist ein vor allem auf‘ Männerarbeit eingestellter
Gewerbezweig. Die Zahl der im Hoch- und Tiefbau (einschließlich
Baubüros und dergleichen) tätigen. Frauen betrug in den Jahren n
1882 ..... 2600 (0,7% aller Personen)
1895 .:.... 9100 (1,1 „ )
1907 ..... 15700 (1,8 ” )
Verhältnismäßig nahmen also die weiblichen Arbeitskräfte zu;
die Zunahme bleibt jedoch gering und dürfte auf die Zunahme der
Beschäftigung weiblicher Arbeitskräfte in den Büros zurückzuführen
sein. Auf ein Anwachsen der Frauenarbeit auf Bauten kann daraus
nicht geschlossen werden.
x Im Gegensatz zu den vorher genannten Zahlen sind die Angaben für das neue Reichsgebiet
 unter Zugrundelegung der neuen Systematik gegeben.
        <pb n="70" />
        72

380 BETRIEBSLEITER
1100 MITHELF. ANGE-AMÖRIGE


7300 KAUFMÄNNI-SCHE
 ANGESTELLTE

87 TECHNÄÜCHE
ANGESTELLTE
3800 ARBEITERINNEN

Schaubild 22. Frauenarbeit im Baugewerbe. (Hoch-, Eisenbetonund
 Tiefbau.)

Im Jahre 1925 wurden (ausgenommen Baubüros und dergleichen)
 insgesamt 12700 Frauen, das heißt -1,2 % des Gesamtpersonals,
 gezählt. Die meisten dieser Frauen sind in Verwaltungsbüros,
 Kontoren und dergleichen beschäftigt, wo sie mehr als ein
Drittel des ganzen dort beschäftigten Personals ausmachen. . Die
Frauen verteilen sich in folgender Weise auf die fünf ausgeschiedenen
Personengruppen:
Betriebsleiterinnen ...... 380 ( 0,5 % der Betriebsleiter)
Mithelfende Angehörige ... 1100 (13,0, , mithelf. Angehörigen)
Kaufmännische Angestellte. , 7300 (34,7 » »„ kaufm. Angestellten)
Technische Angestellte .... 81 (0,3, „ techn. Angestellten)
Arbeiterinnen. .......... 3800 (0,4, „ Arbeiter)
Bei den Arbeiterinnen wird es sich größtenteils um Reinmachefrauen
 in Baubüros wie auch in Neubauten handeln. Bei der eigentlichen
 Bauarbeit, dem Baustofftransport, den Grubenarbeiten usw.
werden kaum noch Frauen beschäftigt.

8. Verwendung von Kraftmaschinen.
Die Verwendung von Motoren tritt im Baugewerbe im allgemeinen
 in den Hintergrund. Während in Industrie und Handwerk
(im ganzen genommen) etwa jeder vierte Betrieb einen Motor besitzt,
        <pb n="71" />
        73

verwendet im Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau erst jeder siebente
Betrieb motorische Kraft. Im ganzen wurden hier 13700 Motorenbetriebe
 festgestellt. Vergleicht man diesen Anteil der Motorenbetriebe
 (an der Gesamtzahl der Betriebe) mit andern Gewerbegruppen,
 so zeigt sich, daß nur das Bekleidungsgewerbe verhältnismäßig
 noch weniger Motorenbetriebe besitzt als das Baugewerbe.
Die Zahl der Motorenbetriebe unter je 100 Betrieben beträgt in den
wichtigeren Gewerbezweigen: ;
Eisen- und Metallgewinnung .. 88%
Bergbau (ohne Torfgräberei) 34
Chemische Industrie ...‘ 56
Maschinenbau ...... D6
Nahrungsmittelgewerbe ........ d3
Industrie der Steine und Erden. ..... 2,
Papier- und Vervielfältigungsgewerbe. . . 10,,
Holz- und Schnitzstoffgewerbe .......3839,
Eisen- und Metallwarenherstellung ... 383,
Elektrotechnik USW. ..........- 27,
[ndustrie und Handwerk im ganzen . 24 ,,
Textilindustrie .................19,
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau ....... 15,
Bekleidungsgewerbe ...... 8
Die Kraftmaschinenleistung, die im Baugewerbe Verwendung
findet, beläuft sich auf 447 400 Pferdestärken. In dieser Leistung
sind alle zum Antrieb von Arbeitsmaschinen verwendeten Kraftmaschinen
 berücksichtigt, gleichgültig, ob es sich um Primärkraftmaschinen
 (Wind-, Wasser-, Dampf-, Oel-, Gaskraftmaschinen) oder
um Elektromotoren handelt. Die zum Antrieb von Stromerzeugung
verwendete Primärkraftmaschinenleistung ist, da sie (in veränderter
Form) in der Leistung der Elektromotoren wieder erscheint, in der
genannten Summe nicht enthalten. Ebenso fehlt die Leistung der
Reservemaschinen und die Leistung der Kraftfahrzeuge. Die angegebene
 motorische Leistung gibt also nur die im eigentlichen Produktionsprozeß
 des Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbaues verwendete
Maschinenleistung wieder,
In der genannten Gesamtleistung halten sich Primär- und
Sekundärkraftmaschinenleistung etwa die Waage: 238600 Pferdestärken
 entfallen auf Primärkraftmaschinen, 208800 Pferdestärken
auf Elektromotoren (Sekundärkraftmaschinen).
        <pb n="72" />
        Eisen- u. Metall -
GEWINNUNG
Bergbau

Chemische Industrie

Maschinenbau
Nahrungs miltel-Gewerbe

Jndustrie der
Steine u. Erden
Papıer- u. Verviel-Fälliqgungsgewerbe

Holz - u. Schnmitzstoff-Gewerbe

Ersen-u Metallwaren
herstellung
Elektrotechnik, Fein
mechanik, Opfik
Industrie u.Hand -
werk überhaupf

„Kraftmaschinenleistung
JE 100 beschäftigte
Personen

_Motorenbeftriebe
Je 100 Betriebe

100 Gleich Gesamlzahl
der Betriebe bezw. der:
beschäftigten Personen.

Textilindustrie
Hoch -Ersenbeton -
ww. TIeFDau

50.100 200 300 #00 5b0. 600

Schaubild 23, Motorenbetriebe und motorische Kraft in Industrie und +}
Handwerk.
        <pb n="73" />
        75

Motorenverwendung im Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau
Leistung | Auf
Je ' 100
Primär-| Sekun- | Zu | ,Af0n. ‚desch
motoren| därmot. | Sammen betrieb | P97S-PS
 PS PS PS | Ps

Alleinbetriebe ........-Betriebe
 mit bis 5S5Pers.
„mit 6, 10
„ 11, 50 »
„ 51, 200
„ 201, 500
‚ 501 „ 1000
über 1000 „

26242] 8,2| 81,1
20923| 10,9} 25,8
86817 16,5| 25,2
131975| 46,2| 37,6
68 837| 188,1 56,2
49 024] 803,7/115,4
63 533|2 269,0|151,8
(nsgesamt. ..| 13 679| 15,4%! 238 608| 208 748] 447 3511| 382,7] 41,0

3 197
L911
5 252
2854
376
61
28

%!
8,7
17,9
34,5 ,
71,8
91,0
96,8
100,0

7545
7033
12 267
79 162
35 993
37 002
29 606

BETRIEBE MIT:
9/1 5 PERSONEN
6-70 PERSONEN
11-50 PERS.
571-200 PERS.

3

8a.
1 PI.
72.

832).

201-300 PERJ.

804 2).

5097 - 1000 PERS.

2269 PFERDE:
A A

UBER 7000 PERS,

Schaubild 24. Durchschnittsmaschinenleistung der Motorenbetriebe im
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau.
        <pb n="74" />
        76

Setzt man diese. Leistung zur menschlichen. Arbeitskraft in ‚.Beziehung,
 so ergibt sich, daß auf 100 beschäftigte Personen etwa
41 Pferdestärken entfallen. Im Gesamtdurchschnitt aller Gewerbezweige
 von Handwerk ünd Industrie kommen dagegen annähernd
150 Pferdestärken auf 100 beschäftigte Personen. Der Charakter des
Baugewerbes als eines überwiegend auf Handarbeit beruhenden Gewerbes
 kommt hierin deutlich zum Ausdruck. Zum Vergleich sei hier
das Verhältnis zwischen menschlicher und motorischer Arbeitskraft
für die wichtigeren Industriezweige wiedergegeben. Auf 100 beschäftigte
 Personen entfallen: ;
Eisen- und Metallgewinnung „...... 615 PS
Bergbau (ohne Torfgräberei) ...... 495
Chemische. Industrie ...... 302
Papier- und Vervielfältigungsgewerbe . 173 ”
Industrie und Handwerk im ganzen .. 147 ”
Industrie der Steine und Erden .....137 ,
Nahrungsmittelgewerbe ... 128 ,
Maschinenbau ......... 2... 120
Holz- und Schnitzstoffgewerbe ..... 109 ,,
Textilindustrie ........... L07 ,,
Elektrotechnik usw. .......... 76
Eisen- und Metallwarenherstellung ... 83 ,
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau ..... 41 „
Bekleidungsgewerbe ... 10.
Auch hier steht also der Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau mit dem
Bekleidungsgewerbe an der letzten Stelle aller Gewerbezweige.
In den einzelnen Größenklassen des Baugewerbes spielt die
Verwendung von Kraftmaschinen eine verschieden große Rolle. . Von
den Kleinbetrieben verwenden im allgemeinen nur wenige Betriebe
motorische Kraft, Je weiter man jedoch in der Skala der Betriebsgrößengliederung
 vorwärtsgeht, desto häufiger findet man Motorenbetriebe
 und desto größer wird die verwendete Kraftmaschinenleistung.
 Während von allen Kleinbetrieben (einschließlich Alleinbetrieben)
 nur etwa 5 % Motoren mit einer Durchschnittsleistung von
3 Pferdestärken verwenden, besitzen in der obersten Größenklasse
        <pb n="75" />
        =
4

alle Betriebe: Kraftmaschinen; die durchschnittliche ‚Leistung je Betrieb
 beläuft sich dabei auf rund 2300 Pferdestärken. Während ferner
in‘ der \üntersten ‘Größenklasse (einschließlich Alleinbetriebe) nür
etwa 25 Pferdestärken auf 100 beschäftigte‘ Personen entfallen, beträgt
 diese Verhältniszahl in der letzten Größenklasse 151.

* of.

ALLEINBETRIEBE
KLEINBETRIEBE
8/1 S PERS.
KLEINERE MITTEL:
BETRIEBE 66-108.

GRÖNERE MITTEL-BETRIEBE
 41-502

GROSS BETRIEBE
57-200 PERS.

FROISBETRIEBE
MIT 201-500 PERS.
FRONBETRIEBE
MIT 501-1000 PERS.
RIESENBETRIEBE
ÜBER 1000 PERS.

AUF 100 BEICHAFTIGTE KOMMEN
4 ————
50PS. , 100RJ.  150P8.
_ MOTORISCHER KRAFT.
DURCHSCHNITTLICH
Schaubild 25. Menschliche und motorische Kräfte
im Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau.

e) Die Baunebengewerbe.
Nimmt man die Grenze zwischen Handwerk und Industrie, wie
es vorhin beim Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau geschehen ist, zunächst
 bei den Betrieben mit 10 Personen an, so zeigt sich, daß, vom
Steinsetzergewerbe und vom Isoliergewerbe abgesehen, jeweils mehr
        <pb n="76" />
        a

als die Hälfte der einzelnen Baunebengewerbszweige, oft zwei Drittel
oder drei Viertel, als Handwerk zu bezeichnen sind. Geht man von
der 10-Personen-Grenze noch eine Stufe weiter und rechnet die Hälfte
der Größenklasse der Betriebe mit 11 bis 50 Personen auch noch

ALLEINSETRIEBE

KLEINBETRIEBE
8/1 $ DERJSONEN

KLEINERE

x
ERÖNERE

“TELBETRIEBE
be 10 DER (ONEN

MÜTELBETRIEBE
11-50 DERJSJONEN

7ROHAF FA 200 PERS.
SEBE ER 200 DERL

TRIEBE v
‚SE X DURCHICHNÄT
OHNE Mi 7 IS PROZENT
VERWENDUNG MOTORÜICHER
KOT

Schaubild 26. Die mit Kraftmaschinen ausgerüsteten
Baubetriebe (Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau).

zum Handwerk, so bleiben nur noch kleine Teile für die Industrie
übrig. Von den in den einzelnen Zweigen der Baunebengewerbe
beschäftigten. Personen lassen sich nach dieser Grenzziehung
rechnen auf reine Handwerkszweige: ‘“ Handwerk Industrie
Glasergewerbe ........ 20 700 1400
Ofensetzergewerbe . 17 300 1700
Schornsteinfegergewerbe ......... 9'900 —
überwiegend Handwerkszweige:
Klempnergewerbe ....

89 800 26100
        <pb n="77" />
        /4

Malergewerbe ....
Stukkateurgewerbe .
Tapeziergewerbe . .
Dachdeckergewerbe . ..
Brunnenbauergewerbe .........
Zimmerreinigungsgewerbe ......
handwerklich-industriell gemischte Zweige:
Steinsetizergewerbe .......
Isoliergewerbe

Jandwerk Industrie
174 400 30 200
14 500 6 400
24. 700 14800
41 700 6200
3 700 1.000
470600 1100

16 000 16 400
1900 2100

ZIP“ = SEINSGUNGSGE W.
5SLASERGEWERBE ,
SRUNNENBAUE REIT
OFENSETZERGEWERBF
ISOLIERGEWERBE
TAPEZIERGEWERBE
DACHDECKEREI
STUKKATEURE
JTEINJETZER EI
MALEREI
KLEMPNEREI 12y_
Schaubild 27. Die Großbetriebe im Baugewerbe und in den
Baunebengewerben.

Bei den drei zuerst genannten Gewerbezweigen handelt es sich
um reine. Handwerkszweige. Die wenigen nach der schematischen
Grenzziehung zur Industrie zu rechnenden Zahlen kann man wohl
übergehen; vermutlich beziehen sie sich auf ebenso echte Handwerksbetriebe,
 wie die sonstigen Betriebe der Glaserei und Ofensetzerei
es sind. Vom Schornsteinfegergewerbe hat überhaupt kein Betrieb
mehr als 10 Personen. Nur in zwei Gewerbezweigen, dem Steinsetzergewerbe
 und dem Isoliergewerbe, halten sich (nach der schematischen
 Grenzziehung) Handwerk und Industrie etwa die Waage.
Ueberwiegend industrielle oder gar rein industrielle Gewerbezweige
        <pb n="78" />
        U

sind-nicht vorhanden. Die Baunebengewerbe sind also bis auf verhältnismäßig
 kleine Teile als Handwerkszweige anzusehen.

KLEMPNEREI
GLASEREI
MALEREI

Wr EINBETD:

VIÖTELBETRIEBE
OLBETRIEBE

lag

STUKKATEURGEWER OL
TAPEZIERGEWERBE
DACHDECKEREIT
STEINSETZEREI
BRUNNENBAU
OFENJETZEREI
(SOLIERGEWERBE
SCHORNITEINFEGEREI
2IMMERREINIGUNGSGEW

HOCH: E/JENBETON-UND
 TIEFBAU

«“ —
9 20 40 GO 80 100
DQOZENT DES CEJAMTPERLONALS

Schaubild 28. Klein-, Mittel- und Großbetriebe
in den Baunebengewerben.

_ Geht man näher auf die Betriebsgrößenklassen ein, so zeigt sich,
daß in 7 Zweigen der Baunebengewerbe mehr als die Hälfte des
Personals in Kleinbetrieben beschäftigt wird: ; 3
Glasergewerbe,
Malergewerbe,
Tapeziergewerbe,
Dachdeckergewerbe,
Ofensetzergewerbe,
Schornsteinfegergewerbe,
Zimmerreinigungsgewerbe.
        <pb n="79" />
        Betriebsgrößengliederung im Baunebengewerbe.
a Se —
Betriebe

Baunebengewerbe

1882

Grundzahlen
1895 | 1907 | 1925 |

1882 |

Prozentzahlen
1895 | 1907 | 1925

Glaserei insgesamt .....
Davon
Kieinbetriebe .......-Mittelbetriebe
 ........|
Großbetriebe ... ..-.
Stukkateur- und Gipsergewerbe
 insgesamt... .
Davon
Kleinbetriebe ........
Mittelbetriebe ........
Großbetriebe .. ....

19.021|

10.756| 11115) 9765|

100.0) 100.0! 100,0! 100.0

11 954 wann! 10490! 9179| 99,5! 97,3| 94,4| 94,0
67 285 619! 583) 0,5/ 2,7/| 56| 6,0
9 6 3 0.01 0.01 0,0

494|

9485)

z3 844)

2.979)

200.0] __ 100.0 100.0

352
70
DD}

1815
652
18

2716| 2965
1078| 986
RO 98

83,0| 73,1| 70,7| 74,5
16,5/ 26,2! 28,0| 24,8
0,51 0,71 1,31 0,7
100.0 100.0) 100.01 100.0

Dachdeckerei insgesamt .
Davon *
Kleinbetriebe ........
Mittelbetriebe ........|i
Gäroßbetriebe . ......|
Steinholzlegerei, Steinsetzerei,
 Asphaltiererei
u. Pflasterei insgesamt
Davon ;
Kleinbetriebe ........
Mittelbetriebe .......-Großbetriebe.
 ........
Brunnen- und Pumpenbauerei
 insgesamt ....
Davon
Kleinbetriebe ......-.ı
Mittelbetriebe .......-.
Großbetriebe .......-Ofensetzerei
 (Kachelherstellung)
 insgesamt ...
Davon
Kleinbetriebe ........'
Mittelbetriebe ........
Großbetriebe..........
Anmerkung: 1882 bis 1907 früheres, 1925 jetziges Reichsgebiet,

[92 180| 13 488] 12 709! 13 986!

1735| 12 423| 11 172| 11 886| 96,6/ 92,1| 87,9| 85,0
413 1057| 1527 2087| 3,4 7,8| 12,01 14,9
9 8 10 13! 0.01 01! 0.11 01

100.0] 100.0 100,0 100,0

89,5| 77,5
10,2 21,0
038! 18

68,0
29,3
97

65,6
32,2
929

1 2x9! 100.0 100.0) 100.0

100.0

184 1734| 1384| 97,8| 93,2| 91,8! 89,2
132! 160 164! 2,2 6,7/ 84| 10,6
al 5 4 0.11 0.3! 02

00:0) 100.0 100.0) 100.0

1089| 5076! 6852| 7751| 97,4 92,0 92,1| 98,9
29| 441| 585 3500| 2,6| 8,00 7,9 6,1
8 gg 6 — 001 0,01 .00

Das Baugewerbe
        <pb n="80" />
        39

Betriebsgrößengliederung im Baunebengewerbe.

Beschäftigte Personen

Baunebengewerbe

Grundzahlen
1882 | 1895 | 1907 ! 1925

1882

Yrozentzahlen
1895 | 1907 | 1925

Glaserei insgesamt .....
Davon
Kleinbetriebe ........
Mittelbetriebe ........
Großbetriebe ........'
Stukkateur- und Gipsergewerbe
 insgesamt ...
Davon
Kleinbetriebe ........
Mittelbetriebe ........
Großbetriebe ........
Dachdeckerei insgesamt.
Davon
Kieinbetriebe ........
Mittelbetriebe ........
Großbetriebe.. .....
Steinholzlegerei, Steinsetzerei,
 Asphaltiererei
u. Pflasterei insgesamt
Davon
Kleinbetriebe ‚.......
Mittelbetriebe ........
Großbetriebe ........
Brunnen- und Pumpenbauerei
 insgesamt .....
Davon
Kleinbetriebe ........
Mittelbetriebe ........
Großbetriebe.........
Ofensetzerei (Kachelherstellung)
 insgesamt ...
Davon
Kleinbetriebe ......... 1652/ 8937| 12 467/13 455| 883,0| 64,5| 63,9
Mittelbetriebe ‚.......! 8389| 4721| 6608| 5109| 17,0| 84,1' 33,9
Großbetriebe........., 194 1440| 478] — 14) 22
Anmerkung: 1882 bis 1907 früheres, 1925 jetziges Reichsgebiet.

100,0| 100,0

97,0 87,3| 74,6| 74,4
8,0 12,0 28,9| 24,4
0,7! 15| 1,2

100.0! 100.0| 100.0!

100.0

23,3
59,0
17,7

29,8
59,0
11,2
100.0

100.0

L8 772{ 21 007| 22 8359| 25 748| 83,2| 65,4| 57,4| 58,8
3 684| 10 542| 15 853| 21 2438| 16,3| 32,8| 40,7| 44,4
109/ 2559| 7833| 884) 0,5/ 1,8| 1,91 1,8

100,0 100,0| 100,0| 100,0

51,3 22,2| 15,6
39,9/| 52,8| 52,3
88 250 321

15,9
55,1
29.0

100,0

8107| 2349! 88,6| 64,6| 57,3
1965| 2002| 11,4/ 30,5| 36,2
8349| 386 — | 49 65

49,6
42,3
8.1

100.0) 00.01 100.0

100.0

70,7
26,8
25
        <pb n="81" />
        {m Klempnergewerbe und im Brunnenbauergewerbe umfassen
die Kleinbetriebe über ein Drittel und im Stukkateurgewerbe über
ein Viertel der beschäftigten Personen. Nur im Steinsetzer- und im
Isoliergewerbe spielen die Kleinbetriebe eine untergeordnete Rolle.
Die Mittelbetriebe überwiegen im Stukkateur-, Steinsetzer- und
Isoliergewerbe; sie beschäftigen hier. jeweils mehr als die Hälfte des
Personals. Die Großbetriebe treten nur im Steinsetzer- und im
Isoliergewerbe hervor, wo sie jeweils rund ein Viertel des Personals
umfassen.
[m Gegensatze zum Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau, wo etwa
neun Zehntel der beschäftigten Personen in den Mittel- und Großbetrieben,
 etwa die Hälfte in Großbetrieben gezählt wurden, handelt
es sich bei den Baunebengewerbszweigen also in der Regel um
Kleinbetriebe, denen gegenüber die Mittelbetriebe im allgemeinen
zurücktreten und die Großbetriebe zahlenmäßig ganz abfallen.
Entsprechend dem Vorwiegen der Kleinbetriebe gewinnt die
Eigenarbeit der Betriebsleiter und ihrer mithelfenden Angehörigen
ganz andere Bedeutung als im Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau.
Während hier nur 8,5 % des gesamten Personals auf die Betriebsleiter
und ihre mithelfenden Angehörigen entfallen, nimmt diese Personengruppe
 in allen Zweigen der Baunebengewerbe einen größeren Anteil
ein. In einzelnen Gewerbezweigen (Glasergewerbe, Sehornsteinfegergewerbe)
 ist sogar etwa die Hälfte der beschäftigten Personen
Eigenpersonal. Der Anteil der Eigen- und der Fremdarbeit beträgt
in den einzelnen Zweigen der Baunebengewerbe:
Eigen- . Fremdpersonal
 personal
35,2% 64,8 %
30,4, ..:. 69,6,
32,0, 658,0,
11,5 » 58,5 »”
13,0 87,0 ,
18,8 „, 51,2 ,,
22,0 78,0
16,9 53,1,
16,3 53,7
40,2 ,, 59,8 „,
32,7 67,3
L0.5 89,5,

Malergewerbe ..........
Klempnergewerbe .......
Dachdeckergewerbe ..........
Tapezier- und Polsterergewerbe . .
Steinsetzergewerbe .....
Glasergewerbe ............-Stukkateur-
 und Gipsergewerbe ..
Ofensetzergewerbe ..........
Schornsteinfegergewerbe ......
Zimmerreinigungsgewerbe .....
Brunnenbauergewerbe .......
Isoliergewerbe .....
        <pb n="82" />
        84

BETRIEB JLEITER
FINSCHL. MITHELFD. ANCEH.

ARBEITNEHMER

KLEMPNEREI
GLASERET
MALEREI
JTUKKATEURGEWERBE
FAPEIIERGEWERBE
DACHDECKERET
STEINSETZEREI
BRUNNENBAU
OFENSETZEREI
ISOLIERGEWERBE
SCHORNSTEINFEGEREI
ZIMMERREINIGUNGSGEW

HOCH ‚EISENBETON-UND
 TIEFBAU

Fr Hip]
90 20 40 60 80 100
PROZENT DES GESAMTPER SONALS
Schaubild 29, Eigenarbeit und Fremdarbeit in den
Baunebengewerben.

Die Verwendung moiorischer Kraft tritt nur im Glasergewerbe
und im Isoliergewerbe stärker hervor. In diesen beiden Gewerbezweigen
 verwendet jeder vierte Betrieb einen Motor, während im
Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau erst jeder siebente Betrieb Motorenbetrieb
 ist. Sodann kommen auf 100 beschäftigte Personen im Glasergewerbe
 52 Pferdestärken und im Isoliergewerbe 40 Pferdestärken,
während im Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau 41 Pferdestärken auf
100 Personen entfallen. In den übrigen Baunebengewerben spielt die
Verwendung von Motoren kaum eine größere Rolle.

1. Das Klempnergewerbe.
Das Klempnergewerbe umfaßt 29 400 Betriebe mit 115900 beschäftigten
 Personen. In dieser Zahl sind zunächst die Betriebe vereinigt,
 die von der amtlichen Statistik unter dem Sammelnamen
        <pb n="83" />
        3

„Klempnerei, Gas- und Wasserinstallationsgewerbe” (Gewerbeart
 VI 6) zusammengefaßt sind: die Klempnerei, Blechnerei,
Spenglerei und Flaschnerei, die Kesselflickerei und Löterei, die Installation
 von Gas- und Wasseranlagen, Abortanlagen, Blitzableitern
und dergleichen. Sodann ist hier (aus Gründen des Vergleichs mit
früheren Zählungen) auch der von der ‚Statistik als „Kanalisations-,
Gas- und Wasserleitungsbau“ (Gewerbeart XVIII 3n) bezeichnete
Gewerbezweig aufgenommen. Von der obigen Gesamtzahl entfallen
jedoch nur rund 190 Betriebe mit 6700 Personen auf dieses Gewerbe.
Annähernd die Hälfte des beschäftigten ‘Personals ist in Kleinbetrieben
 tätig; vier Zehntel entfallen auf Mittelbetriebe und etwas
mehr als ein Zehntel auf Großbetriebe. Die Größengliederung gestaltet
 sich also gerade in umgekehrter Reihenfolge wie.im Hoch- und
Tiefbau, wo ein Zehntel des Personals auf Kleinbetriebe, vier. Zehntel
auf Mittelbetriebe und fünf Zehntel auf Großbetriebe kommen:
Kleinbetriebe (bis 5 Personen) 25000 Betriebe mit 55 500. Personen
Mittelbetriebe ( „ 50 # ) 4300 „ 46700 02
Großbetriebe (über 50 5 ) 130 004 4‘ 13700 ”
Unter den Kleinbetrieben befinden sich 8500 Alleinbetriebe (in
denen der Betriebsleiter ohne Gehilfen und ohne Motoren arbeitet).
Die in Mittelbetrieben beschäftigten Personen entfallen etwa je zur
Hälfte auf Betriebe mit 6 bis 10 und auf Betriebe mit 11 bis 50 Personen.
 Die ersteren umfassen insgesamt 21 900 beschäftigte Personen
in. 3000 Betrieben. 24800 Personen sind in 1300 Betrieben mit je
11 bis 50 Personen beschäftigt. Unter den Großbetrieben befinden
sich 10 Betriebe mit über 200 Personen, die zusammengerechnet
1200 Menschen beschäftigen.
Knapp der dritte Teil des Personals sind Betriebsleiter und deren
mithelfende Angehörige; das Fremdpersonal macht über zwei Drittel
aus. Von den insgesamt beschäftigten Personen entfallen auf:
Betriebsleiter. .......... 30100 (25,9%)
Mithelfende Angehörige . 5100 ( 44,)
Verwaltungspersonal ..... 4100 (8,6, )
Technisches Personal...... 2600 (2,2,)
Gehilfen und Arbeiter ..... 74000 (68,9, )
Zusammen... .. 115900 .
Die Betriebsleiter und ihre mithelfenden Angehörigen sind naturyemäß
 überwiegend in Kleinbetrieben tätig, und. zwar gibt es: ..
        <pb n="84" />
        X

Betriebs- Mithelfende
leiter Angehörige
In Kleinbetrieben .... 24900 ‚ 3700.
„ Mittelbetrieben .... 5 000 1400
Großbetrieben ...... 200 ;
dagegen das Gros des Per-Die

 Gehilfen und Arbeiter machen
sonals der Mittel- und Großbetriebe aus:
Beschäftigte OGehilfen und
Personen Arbeiter
In Kleinbetrieben ... 55500 26400 (47,7 %)
Mittelbetrieben . . 46700 36500 (78,1 ,,)
„ Großbetrieben ... 13700 11100 (80,6 „)
In den Kleinbetrieben steht ihnen also noch eine größere Zahl
von Betriebsleitern und mithelfenden Angehörigen gegenüber; in den
Mittel- und Großbetrieben machen sie etwa vier Fünftel sämtlicher
beschäftigten Personen aus. Das kaufmännische und technische
Personal (Angestellte) arbeitet, von kleinen Ausnahmen abgesehen,
in Mittel- und Großbetrieben: Kaufmänn. Technische
Angestellte Angestellte
320 160
2600 1200
1200 1200

[m Klempnergewerbe werden rund 5900 Frauen beschäftigt, wovon
 die Hälfte in den Gewerbebogen als „mithelfende Angehörige“
bezeichnet worden sind:
Betriebsleiterinnen ...... ....... 550
Mithelfende Angehörige ............... 2900
Kaufmännische Angestellte ...........: 1900
Technische Angestellte ... 18
Arbeiterinnen .. 520

Zusammen rund ... 5900
Ungefähr ein Zehntel der Betriebe verwendet motorische Kratt:
2500 Betriebe (8,5 %).. Die Leistung der zum Antrieb von Arbeitsmaschinen
 verwendeten Kraftmaschinen beträgt 6500 Pferdestärken.
Meist handelt es sich dabei um Elektromotoren: von der Gesamtleistung
 entfallen nur 350 Pferdestärken auf Primärkraftmaschinen
(Wasser-, Dampf-, Oelkraftmaschinen), dagegen nahezu 6200: Pferdestärken
 auf Elektromotoren. : ‘: Tr
        <pb n="85" />
        2. Das Glasergewerbe.
Das Glasergewerbe, die Gewerbeart: XVIII 3a der amtlichen
Statistik, zählt 9800 Betriebe mit 22100 Personen. Bei der überwiegenden
 Mehrzahl dieser Betriebe und Personen handelt es sich
um Kleinbetriebe: 9200 Betriebe mit 16 400 Personen. In dieser Zahl
sind 3800 Alleinbetriebe einbegriffen. Die Mittelbetriebe (580 mit
5400 Personen) treten nur wenig, die Großbetriebe (3 mit 270 Personen)
 fast gar nicht in Erscheinung. Das Glasergewerbe ist also
gain typisch kleingewerblicher, handwerklicher Gewerbezweig.
Trotz dieses kleingewerblichen Charakters gewinnt doch die
Motorenverwendung größere Geltung. Das Glasergewerbe ist eines
der vielen dezentralisierten Gewerbe, die dank der elektrotechnischen
 Fortschritte zur Verwendung von Kleinmotoren übergehen
konnten. Rund der vierte Teil der Glasereien (2300) hat Motoren,
also ein ebenso großer Anteil wie im Gesamtdurchschnitt von
Industrie und Handwerk. Die Leistung der verwendeten Motoren
beläuft sich in diesen Motorenbetrieben auf 11 500 Pferdestärken.
Auf 100 Personen kommen also 52 Pferdestärken, mehr als sonst in
einem Zweige des Baugewerbes und der Baunebengewerbe. Von
den genannten motorischen Leistungen entfallen 10 900 Pferdestärken
auf Elektromotoren und nur gegen 600 Pferdestärken auf sonstige
Kraftmaschinen.
Das Personal der Glasereibetriebe ist etwa zur Hälfte Eigenperzonal
 (Betriebsleiter und ihre mithelfenden Angehörigen). Es wurden
gezählt: Betriebsleiter ...... 9 400
Mithelfende Angehörige . ‚. 1400
Zusammen . .. 10800
Kaufmännisches Personal ......0. 620
Technisches Personal .. nm 120
Gehilfen und Arbeiter. . ...... 10600
Zusammen rund .'.. 11300
Von den Frauen, die in der Glaserei Verwendung finden, entfällt
etwa die Hälfte auf die Gruppe der mithelfenden Angehörigen. Gezählt
wurden: Betriebsleiterinnen ....°:..- 300
Mithelfende Angehörige . . 630
Kaufmännische Angestellte 330
Arbeiterinnen .......-. ;„ ..... 150
Zusammen rund .... 1400
        <pb n="86" />
        3. Das Malergewerbe.
Hier sind die beiden Gewerbearten XVIII 3b, „Malerei,
Tüncherei und Anstreicherei“, und XVIII 3 c, „Stubenbohnerei“, zusammengefaßt.
 Sie zählen zusammen 65700 Betriebe mit 204 600
Personen, wovon
auf das Malergewerbe....... 65500 Betriebe mit 204000 Personen
„ » Stubenbohnergewerbe 200 „ “ 600 ”
entfallen. Das Malergewerbe ist nach der Betriebszahl wie nach der
Personenzahl das größte der Baunebengewerbszweige. Die Betriebszahl
 kann sich sogar mit der des Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbaues
(88 800) messen.
Das Malergewerbe ist ein überwiegend kleinbetrieblicher Gewerbezweig.
 Während in den 88 800 Betrieben des Hoch- und Tiefbaues
 1 089 800 Personen (also über 12 je Betrieb) tätig sind, kommen
auf jeden der 65 700 Malerbetriebe nur 3 Personen.
Weit mehr als die Hälfte von dem Personal im Malergewerbe
entfällt auf Kleinbetriebe. Gezählt wurden: |
Alleinbetriebe .............. 25600 Betriebe mit 25600 Personen
Sonstige Kleinbetriebe....... 32400 ” „ 89400 »
Zusammen... 58 000 Betriebe mit 115 000 Personen
Das Personal dieser Kleinbetriebe setzt sich überwiegend aus
Betriebsleitern und ihren Angehörigen zusammen. Die Angestellten
und Arbeiter bleiben zahlenmäßig dahinter zurück. Die oben
genannte Personenzahl gliedert sich folgendermaßen:
Betriebsleiter ........ ....... 58500
Mithelfende Angehörige .. .„.... 3500
Zusammen ... 62000
2.4... 160
200540 170
„... 52700
Zusammen rund ... 53000

Verwaltungspersonal
Technisches Personal
Gehilfen und Arbeiter

In den 7600 Mittelbetrieben werden 80 300 Personen und in den
120 Großbetrieben 9300 Personen beschäftigt. Die beiden Größenklassen
 bleiben also weit hinter den Kleinbetrieben zurück. In den
Mittel- und Großbetrieben überragt naturgemäß das Fremdpersonal.
        <pb n="87" />
        RQQ

MALERHANDWERK

BETRIEBSLEITER.

ARBEITNEHMER

ALLEINBETRIEBE

KLEINBETRIEBE
MITELBETRIEBE
CROLBETRIEBE

nl

| . EB ANGESTELLTE
KLEMPNER\HANDWERK
I wire FOR „ANGEHÖ-ICE
 DER BETRIEBSILEITER

ALLEINBETRIEBE
KLEINBETRIEBE
MÖTELBETRIEBE
ERONBETRIEBE

PERSONEN ZAHL IN | TAUSEND

DO 30 50

AD

Ar

20

30

eo

= 6 nn

Schaubild 30. Das Personal der beiden wichtigsten Baunebengewerbe.

Gezählt sind: . In In
” Mittelbetrieben Großbetrieben
Betriebsleiter ........ 8800 170
Mithelfende Angehörige .. 1100 60
Zusammen ... 9900 230
Kaufmännische Angestellte 1000 320
Technische Angestellte . .. 330 140
Gehilfen und Arbeiter... 69100 8600
Zusammen rund ... 70400 9100
In den Mittelbetrieben stehen demnach einem Eigenpersonal von
rund 10000 Köpfen etwa 70000 Arbeitnehmer und in den Großbetrieben
 einem Eigenpersonal von 230 Köpfen etwa 9000 Arbeitnehmer
 gegenüber.
Die Frauenarbeit tritt im Malergewerbe ganz in den Hintergrund:
nur 2700 Frauen (etwa 11% % des Personals) wurden gezählt. In der
Regel handelt es sich dabei um kaufmännische Angestellte und um
mithelfende Familienangehörige,
        <pb n="88" />
        JO

Die Motorenverwendung ist unerheblich. Nur 1100 Betriebe
{2 % aller Betriebe) besitzen Motoren, und zwar überwiegend Elektromotoren.
 Die zum Antrieb von Arbeitsmaschinen verwendete Leistung
 dieser Motoren beläuft sich auf 1100 Pferdestärken, von denen
740 Pferdestärken auf Elektromotoren entfallen.
4. Das Stukkateur-und Gipsergewerbe.
Das Stukkateur- und Gipsergewerbe (Gewerbeart XVIII 3 d), zu
dem auch die Herstellung von Rabitzwänden gezählt ist, umfaßt
4000 Betriebe mit 20900 Personen. Die eine Hälfte der genannten
Personenzahl entfällt auf die Betriebe mit bis 10, die zweite auf die
Betriebe mit über 10 Personen:
Betriebe mit bis 5 Personen ....3000 Betriebe mit 6200 Personen
» ” 6 ” 10 ” .... 560 ” » 4200 »
» „ 11 „ 50 ” .... 430 ” „8100 “
« „ über50 25 00... 28 „ 2400
Unter den Betrieben mit bis 5 Personen sind 1000 Alleinbetriebe
einbegriffen. .
Entsprechend dem stärkeren Hervortreten der mittleren Betriebsgrößenklassen
 gewinnt die Arbeiterschaft zahlenmäßig größere Bedeutung:
 Betriebsleiter ................. 4100
Mithelfende Angehörige .... 460
Zusammen ... 4600
270
90
15 900

Zusammen ... 16300

Die Frauenarbeit (240 Beschäftigte) spielt nahezu gar keine Rolle.
Auch die Verwendung von Motoren ist wenig wichtig. Etwa
120 Motorenbetriebe wurden gezählt, in denen Kraftmaschinen mit
340 Pferdestärken Verwendung finden. 250 Pferdestärken entfallen
davon auf Elektromotoren. ı ;

5. Das Tapezier-und Polstergewerbe.
Unter der Gewerbeart XVIII 3e/f, „Tapezier- und Polstergewerbe“,
 ‚sind (nach der amtlichen Statistik), folgende Gewerbebetriebe
 vereinigt: ; Be
Tapezierereien, Dekorationsgeschäfte und dergleichen. C
        <pb n="89" />
        Polstereien,. Matratzenmachereien, Betriebe der Polsterwarenherstellung,
 der .Polster-, Ledermöbelherstellung: und dergleichen.

[m Tapezier- und Polstergewerbe haben wir also kein reines
Baunebengewerbe: mehr vor uns. . Als solches. lassen sich nur die
Tapezierereien und gegebenenfalls noch die Dekorationsgeschäfte bezeichnen.
 Das Polstergewerbe, vor allem die Leder- und die Polstermöbelherstellung,
 ist ein Zweig der Verbrauchsgüterindustrien, wie
zum Beispiel die Holzmöbelherstellung oder die Musikinstrumentenfabrikation.
 Das Polstergewerbe ist lediglich deshalb unter die Baunebengewerbe
 eingereiht worden, weil es häufig mit dem Tapeziergewerbe
 in einem Unternehmen des gleichen Betriebsleiters vereinigt
ist. Nach Schätzungen an Hand früherer Zählungen ist das Polstergewerbe
 am ganzen Gewerbezweig „Tapezier- und Polstergewerbe“
nur mit einem Sechstel beteiligt.
Im ganzen Tapezier- und Polstergewerbe wurden 14500 Betriebe
 mit 39500 beschäftigten Personen ermittelt. Nahezu zwei
Drittel des Personals ist in Kleinbetrieben tätig, nahezu ein Drittel
in Mittelbetrieben; die Großbetriebe sind wenig zahlreich und beschäftigen
 verhältnismäßig wenig Personal. Es wurden gezählt:
Alleinbetriebe............... 6900 Betriebe mit 6900 Personen
Sonstige Kleinbetriebe ....... 6300 » „ 17600 %5
Mittelbetriebe ............... 1300 » „ 13700
Großbetriebe ...... 12 „1300 a
Zusammen rund ... 14500 Betriebe mit 39500 Personen
Dem Kleinbetriebscharakter entspricht das verhältnismäßig
starke Hervortreten des Eigenpersonals. Rund 16000 Betriebsleiter
und deren mithelfende Angehörige stehen etwa 23 000 Arbeitnehmern
gegenüber:
Betriebsleiter ........ 14 900
Mithelfende Angehörige . .„.. 1500
Zusammen ... 16400
Kaufmännische Angestellte ........ 1100
Technische Angestellte . 2.0.0.0. 280
Gehilfen und Arbeiter ‚ww. 21.700
Zusammen rund . . : 23 100
Die Frauenarbeit gewinnt im Vergleich‘ mit‘ andern Baunebengewerben
 größere Wichtigkeit: 4100. oder rund 10% des Gesamt-
        <pb n="90" />
        99

personals sind Frauen. ‘Doch reicht dieser Anteil bei weitem nicht
an den Durchschnitt aller Industrie- und Handwerkszweige (23 %)
heran. Die beschäftigten Frauen sind zumeist Arbeiterinnen: 2400.
Die Motorenverwendung ist wie bei den meisten ‚bisher betrachteten
 Gewerbezweigen minimal... 620 Betriebe, das heißt 4%,
aller Betriebe verwenden motorische Kraft. Die Leistung der verwendeten
 Kraftmaschinen beläuft sich auf 2600 Pferdestärken, wovon
2200 Pferdestärken Elektromotoren zuzurechnen sind.

6. Das Dachdeckergewerbe. ;
Im Dachdeckergewerbe (Gewerbeart XVII 3g) wurden durch
die gewerbliche Betriebszählung von 1925 rund 14000 Betriebe mit
47900 Personen gezählt. ;
Die Dachdeckerei ist ein überwiegend kleinbetrieblich organisiertes,
 auf Handarbeit, und zwar weitgehend auf Eigenarbeit der
Betriebsleiter aufgebautes Gewerbe. Von allen Dachdeckern ( Meistern
und Gesellen) ist mehr als die Hälfte in Kleinbetrieben tätig; die
Zahl der alleinarbeitenden Meister ist erheblich. Das Personal der
Mittelbetriebe bleibt der Zahl nach hinter dem kleinbetrieblichen
Personal zurück; die Großbetriebe verschwinden fast ganz. Gezählt
wurden:
ANeinbetriebe ..........1......
Sonstige Kleinbetriebe .........
Mittelbetriebe .................
Großbetriebe ..

4 000 Betriebe mit 4000 Personen
7 900 ” „ 21800 „
2100 - „ 21200 ”
13 N 880

»”
Zusammen rund ...14 000 Betriebe mit 47 900 Personen
‚Durch das Vorwiegen der Kleinbetriebe erhält die Eigenarbeit
der Betriebsleiter und ihrer Angehörigen ein stärkeres Gewicht. Auf
etwa 15300 Betriebsleiter und mithelfende Angehörige kommen
rund 32 600 Arbeitnehmer; es beträgt die Anzahl der
Betriebsleiter .................14200
mithelfenden Angehörigen ........ 1100
Zusammen ... 15300
kaufmännischen Angestellten ....... 580
technischen Angestellten .......... 160
Gehilfen und Arbeiter .. ........31800
Zusammen rund ... 32 600
        <pb n="91" />
        DR

Frauen haben bei der Dachdeckerarbeit naturgemäß wenig Beschäftigung
 gefunden.‘ Die Betriebszählung weist im ganzen. rund
500 Frauen nach, also 1 % des ganzen Personals.
Motoren werden im Dachdeckergewerbe kaum verwendet. Es
wurden insgesamt 5380 Motorenbetriebe ermittelt (4 % aller Betriebe),
in denen Motoren mit einer Gesamtleistung von 460 Pferdestärken
(Elektromotoren: 370) installiert sind. Auf 100 Beschäftigte kommt
also nur eine Pferdestärke.
7. Das Steinsetzergewerbe. ;
Die amtliche Betriebsstatistik bringt ‘unter der Gewerbeart
 XVII 3 h die „Steinholz-, Platten- und Fliesenlegerei“ und unter
der Gewerbeart XVIII 3i die „Steinsetzerei, Asphaltiererei und
Pflasterei“. Es zählen:
Platten- und Fliesenlegerei....... 880 Betriebe mit 5000 Personen
Steinsetzerei USW. ...............2800 ” „ 27400 »
Zusammen rund .'. .3700 Betriebe mit 32 400 Personen
Unter den beschäftigten Personen befinden sich 570 Frauen. ;
Das Schwergewicht des ganzen Gewerbezweiges ruht auf den
mittleren Betrieben mit 6 bis 50 Personen. Mehr als die Hälfte aller
Personen wird in den Betrieben dieser Größenklasse beschäftigt.
Die andere Hälfte verteilt sich auf die Kleinbetriebe und auf die
Großbetriebe:
Kleinbetriebe We
Mittelbetriebe
Großbetriebe

2400 Betriebe mit 5100 Personen
‘200° „ 17900 0
81 ” ” ‚9400 ”
Zusammen rund . .. 3700 Betriebe mit 32 400 Personen
Mehr als vier Fünftel des ganzen Personals sind Arbeiter. Das
Steinsetzergewerbe gleicht also in der Zusammensetzung seines Personals
 dem Hoch-, Eisenbeton- und Tiefbau, wo fast neun Zehntel
der Beschäftigten Arbeiter sind. Die Betriebsleiter machen :beim
Steinsetzergewerbe nur etwa 12 % des Personals aus:
Betriebsleiter ......... „.... 3900
Mithelfende Angehörige .. en 310
Kaufmännische Angestellte 1 000
Technische Angestellte . 330
Arbeiter ......... „.... 26900
Zusammen rund .. . 32 400
        <pb n="92" />
        34

Etwa 290 Betriebe haben Motoren, die‘ insgesamt 5600 Pferdestärken
 aufweisen.. Primär- und. Sekundärkraftmaschinen ‚halten sich
dabei etwa die Waage;:es beträgt die Leistung der “
Wasser-, Damp{f-, Oelkraftmaschinen . 2600 PS
Elektromotoren :.....,.....'... 3000 N

8.Das Brunnenbauergewerbe (XVII 3%).
Anzahl der Betriebe . .
Anzahl der Personen
Weiblich .........
Darunter:
Betriebsleiter‘. ....,.. 1400
Mithelfende Angehörige ......... 120
Kaufmännische Angestellte. ........ 120
Technische Angestellte 100
U ‚+. 3000
‚Von der Betriebs- und Personenzahl entfallen auf
Kleinbetriebe ................1400 Betriebe mit 2300 Personen
Mittelbetriebe .......... 160 ©» 2000 »
Großbetriebe. ............ E „ 390 nn
Motorenbetriebe: 220.
Motorische Leistung: 890 PS.

9. Das Ofensetzergewerbe.
Im Ofensetzergewerbe (XVIII 3 1) wurden 8300 Betriebe mit
19000 beschäftigten Personen ermittelt. Etwa zwei Drittel des Gewerbes
 sind kleinbetrieblich organisiert; Mittel- und Großbetriebe
treten in den Hintergrund:
Alleinbetriebe. .......:..... 4000 Betriebe mit 4000 Personen
Sonstige Kleinbetriebe . ...... 3800 „ . „ 9400 „*
Mittelbetriebe , .. ERW 500 ” „ 5100 a
Großbetriebe , , 5 . 480

59

Zusammen rund ... 8300 Beiriebe mit 18 900 Personen
Unter dem Personal befinden sich 570 Frauen.
Eigen- und Fremdpersonal halten sich etwa die Waage:
Betriebsleiter ,................ 8200
Mithelfende Angehörige ‚.........' 700
Zusammen ... 8900
        <pb n="93" />
        95

Kaufmännische Angestellte 320
Technische Angestellte 120
Arbeiter ,....... 9 700
Zusammen rund ... 10100
380 Betriebe verwenden Motoren, die. eine Leistung von
890 Pferdestärken aufweisen.

10. Das Isoliergewerbe (XVII 30). ;
Anzahl der Betriebe .
Anzahl der Personen
Weiblich. ......
Darunter:
Betriebsleiter ...........,...-Mithelfende
 Angehörige .......
Kaufmännische Angestellte .
Technische Angestellte
Arbeiter ........
Von der Betriebs- und Personenzahl entfallen auf
Kleinhetriebe .............., 160 Betriebe mit 400 Personen
Mittelbetriebe . 160 ” „ 2400 „
Großbetriebe BR ws „1200

Motorenbetriebe: 80.
Motorische Leistung: 1600 PS.

11. Das Schornsteinfegergewerbe (XVIII 4a).
Anzahl der Betriebe. ... ‚ 4400
Anzahl der Personen 9900
Weiblich........ 65
Darunter: ;
Betriebsleiter .. 4500
Mithelfende Angehörige ........... 130
Kaufmännische und technische Angestellte 18
Arbeiter ...........4 „2... 5300
Von der Betriebs- und Personenzahl entfallen auf
Kleinbetriebe ..... . +. 4400 Betriebe mit 9900 Personen
Mittelbetriebe 3 vs „19
Großbetriebe . —
        <pb n="94" />
        }

12. Zimmer-, Fenster-und Metallreinigung (XVII14b).
Anzahl der Betriebe. .......... 2100
Anzahl der Personen . 5800
Weiblich. ......... 1000
Darunter:
Betriebsleiter .............«.0.... 2200
Mithelfende Angehörige .....-...... 140
Kaufmännische und technische Angestellte 120
Arbeiter ..0.0.0.0000000400000 000 «+ 3800
Von der Betriebs- und Personenzahl entfallen auf
Kleinbetriebe .............,.1900Betriebe mit 3200 Personen
Mittelbetriebe . .. ... x... 170 ” „ 2200 ”„
Großbetriebe . . SA 2 - „400 -
Motorenbetriebe: 22.
Motorische Leistung: 330 PS.

13. Das Schlossergewerbe.
Die Schlosserei (Gewerbeklasse VI6) hatten wir nur zu einem
Teil (zu etwa zwei Dritteln) den Baunebengewerben zugerechnet.
Bei der Betrachtung der betrieblichen Struktur dieses Gewerbes
können wir uns natürlich nicht auf diese zwei Drittel beschränken,
sondern wir müssen die ganze von der Statistik nachgewiesene Gewerbeklasse
 berücksichtigen.
Die Schlosserei ist ein fast ausschließlich klein- und mittelbetrieblich
 organisiertes Gewerbe; nur 22 Großbetriebe mit 1600 Personen
 wurden festgestellt. Da‘ mehr als zwei Drittel des ganzen
Personals in den Betrieben mit weniger als 10 Personen tätig sind,
kann die Schlosserei als überwiegend handwerksmäßig betrieben angesehen
 werden:
Alleinbetriebe , ...........
Sonstige Kleinbetriebe . .....
Mittelbetriebe ....
Großbetriehbe .

3 900 Betriebe mit 3 900 Personen
11 500 » „ 34500 »
5 000 » „49 400 ”
22 N „1600

E13

Zusammen rund .. . 20400 Betriebe mit 89 400 Personen
Nahezu die Hälfte aller Betriebe besitzt Motoren: 9400. Doch
handelt es sich in der Regel um Kleinmotoren (Elektromotoren).
Insgesamt wurden 34600 Pferdestärken festgestellt, von ‘denen
31 900 auf Elektromotoren zu rechnen sind.
        <pb n="95" />
        77

Entsprechend dem Handwerkscharakter der Schlosserei spielt
die Eigenarbeit der Betriebsleiter und ihrer Angehörigen eine
größere Rolle. Das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdarbeit
beträgt etwa 1 :3.

Klein- Mittel- Groß- Zubetriebe.
 betriebe betriebe sammen
15 300 5 600 32 21 000

Betriebsleiter ........-Mithelfende
 Angehörige der
Betriebsleiter ........-.
Verwaltungspersonal .....
Technisches Personal ‚....
Arbeiter ......-1

 500 970 2 400
110 1200 84 1 400
88 490 47 620
21 500 41 100 1400 64 000

Die Frauenarbeit ist unerheblich. Nur 1800 Frauen wurden in
den Betrieben der Schlosserei gezählt, meist mithelfende Angehörige
ınd kaufmännische Angestellte.

14. Das Elektroinstallationsgewerbe.
Die Gewerbeart VIII 1, s. „Elektrotechnische Installation“, wohl
das jüngste aller hier zu betrachtenden Baunebengewerbe, zählt
17 000 Betriebe mit rund 100000 beschäftigten Personen. Aehnlich
wie von der Schlosserei, hatten wir auch von diesem Gewerbezweig
zwei Drittel zu den Baunebengewerben gerechnet.
Etwa die Hälfte der in der elektrotechnischen Installation beschäftigten
 Personen ist in Mittelbetrieben tätig. Die Kleinbetriebe
umfassen etwas mehr, die Großbetriebe etwas weniger als je ein
Viertel des Gesamtgewerbes:
Alleinbetriebe ..........4
Sonstige Kleinbetriebe ......
Mittelbetriebe .....-..-Großbetriebe
 . .

4 500 Betriebe mit 4500 Personen
3200 2» 2» 23500
1100 2 2 49400
210 202 23400

Zusammen rund . .. 17000 Betriebe mi. 100 800 Personen
Unter der Personenzahl. befinden sich 8000 Frauen (5400 kaufmännische
 Angestellte).
Da die mittleren und größeren Betriebe überwiegen, so hat die
Eigenarbeit der Betriebsleiter im Verhältnis zur Fremdarbeit zahlenmäßig
 weniger große Bedeutung: auf einen Betriebsleiter (einschließlich
 mithelfende Angehörige) kommen 4 Arbeitnehmer.

Das Baugewerbe.
        <pb n="96" />
        J8

Klein- Mittel- Groß- Zubetriebe
 betriebe betriebe sammen
Betriebsleiter ....... 13100 5100 380 18 600
Mithelfende Angehörige... 1100 910 2 2.000
Verwaltungspersonal .... 690 6300 5 400 12 400
Technisches Personal .... 290 2 400 2800 5 500
Arbeiter ............ 12800 34 700 14 800 62 300
Motoren werden nur als Kleinmotoren verwendet. 4500 Betriebe
kommen als Motorenbetriebe in Betracht. Die motorische Leistung
beläuft sich jedoch nur auf 9300 Pferdestärken; auf 100 Personen
kommen demnach nur 9 Pferdestärken.

15. Die Bau-und Möbeltischlerei.
In der Bau- und Möbeltischlerei (XIV 2), von. der wir reichlich
ein Viertel zu den Baunebengewerben gerechnet haben, halten sich
Klein- und Mittelbetriebe etwa die Waage, während die Großbetriebe
zahlenmäßig absinken:
Alleinbetriebe ..........
Sonstige Kleinbetriebe ...
Mittelbetriebe
Großbetriehbe

26 600 Betriebe mit 26 600 Personen
60 200 „ „ 151 000 »
14.900 „5 „ 173 700 ”
780 „82100

ys

Zusammen rund 102 500 Betriebe mit 433 400 Personen
Auf die Betriebe mit bis 10 Personen (schematische Grenze
zwischen Handwerk und Industrie) entfallen 248700 Beschäftigte,
also mehr als die Hälfte aller hier genannten Personen.
Das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdarbeit beträgt, ähnlich
 wie bei der Schlosserei, etwa 1 :3:
Klein- Mittel- Groß- Zubetriebe
 betriebe betriebe sammen
Betriebsleiter ........ 79000 18300 1300 98 600
Mithelfende Angehörige .. 8000 2 600 46 10 600
Verwaltungspersonal .... 320 5000 4 600 9900
Technisches Personal.... 370 3 000 3 200 6 600
Arbeiter. ........... 89900 144 800 73 000 307 700
Unter den beschäftigten Personen befinden sich 11700 Frauen
(5900 Arbeiterinnen und 8500 kaufmännische Angestellte).
Die Verwendung von Motoren tritt in der Tischlerei stärker hervor.
 Namentlich hat der Elektromotor als Ergänzung der handwerksmäßigen
 Arbeit Eingang gefunden. Rund 40 % aller Betriebe besitzen
        <pb n="97" />
        ng

einen Motor: 40700 Betriebe; weit mehr als der Durchschnitt aller
Gewerbezweige (25 %). Die Leistung der genannten Motoren beträgt
375 400 Pferdestärken; auf 100 beschäftigte Personen kommen also
87 Pferdestärken. Von der Gesamtleistung entfallen 300 300 Pferdestärken
 auf Elektromotoren.

IN. Die Bauarbeiterschait und ihre
Zusammensetzung.
a) Die Zahl der Bauarbeiter.
In den bisherigen Erörterungen ist die baugewerbliche Berufsgliederung
 des Baugewerbes behandelt worden, wobei für die begriffliche
 Abgrenzung des Baugewerbes die von der amtlichen Betriebsstatistik
 verwendete systematische Abgrenzung der einzelnen Gewerbezweige
 übernommen wurde. In den folgenden Abschnitten
über die Zusammensetzung der Bauarbeiterschaft, die sich auf das
Zahlenmaterial der amtlichen Berufszählung von 1925 stützt, ist
dagegen der Versuch unternommen worden, nur die zum Organisationsbereich
 des Deutschen Baugewerksbundesgehörenden
 Arbeitergruppen in den Kreis der
Betrachtungen einzubeziehen.
Bei dieser Umrechnung der amtlichen Zahlen ergeben sich eine
Reihe von Schwierigkeiten, die sich aus der Eigenart der amtlichen
allgemeinen Berufszählungen erklären. Es sei daher hier die
Methode der amtlichen Berufsstatistik kurz erläutert.
Die Berufszählung 1925 wurde zusammen mit einer Volkszählung
 mit Hilfe einer sogenannten Haushaltungsliste durchgeführt:
Jede Haushaltung, also etwa jede Wohnung, erhielt durch die Vermittlung
 der Gemeindebehörden eine Liste, in der die Mitglieder
der Haushaltung nach Namen, Alter, Staatsangehörigkeit usw. einzutragen
 waren. Für die Zwecke der beruflichen Gliederung wurden
drei Fragen gestellt. Erstens nach dem Beruf; hier sollte
„Maurer“, „Zimmerer“ oder eine andere Bezeichnung eines Berufes
eingetragen werden. Die zweite Frage wollte die sogenannte
„Stellung im Beruf“ erfassen; hier war also anzugeben, ob der
Betreffende als selbständiger Handwerksmeister, als Geselle, als
Angestellter usw. tätig ist. Die dritte Frage schließlich betraf den
Betriebszweig. Hier waren Namen und Adressen der beschäftigenden
 Firmen und die Art des Betriebes anzugeben, also zum
Beispiel Baugeschäft, Eisenwerk, Reichsbahn. Die beiden zuerst
        <pb n="98" />
        59

genannten Fragen wurden nochmals zur Erfassung der Nebenberufe
gestellt. Da viele Menschen zwei Berufe ausüben — als zweiter
Beruf kommt hauptsächlich eine landwirtschaftliche Tätigkeit in
Betracht —, kann ein voller Ueberblick über die Zahl aller einen
bestimmten Beruf ausübenden Personen nur gewonnen werden;
wenn man auch diesen Nebenerwerb berücksichtigt.
Das Material der Berufszählung‘ wird also durch die Selbsteintragungen.
 der Bevölkerung gewonnen. Die Behörden müssen sich
dabei mit einer einheitlichen Liste an alle Bevölkerungskreise
wenden, da man ja vorher nicht wissen kann, wo ein Fragebogen für
ainen Maurer, wo einer für einen Tischler oder für einen der vielen
andern Berufe abgegeben werden müßte. Die auf alle möglichen
Fälle abgestellten Listen können bei einer einheitlichen Fragestellung
leider nicht so klar und eindeutig abgefaßt werden, wie es manchmal
wünschenswert wäre. Die Hauptgefahren jeder Selbstzählung liegen
darin, daß aus Unachtsamkeit und Gleichgültigkeit die Listen nur
unvollständig oder ungenau ausgefüllt werden. Mit Bezeichnungen
wie Bauarbeiter oder Metallarbeiter ist für eine genaue Gliederung
der Bauarbeiterschaft natürlich nicht viel anzufangen. Dazu kommen
vereinzelt die Wirkungen menschlicher Eitelkeit, die manche
Menschen dazu veranlassen, sich als „etwas Besseres“ einzutragen
als sie wirklich sind. Weniger vereinzelt sind dagegen sicherlich die
Wirkungen der Steuerfurcht, Ein Nebenerwerb wird gern verschwiegen,
 weil man den noch so. oft wiederholten und noch so gewissenhaft
 eingehaltenen Versprechungen der Statistischen Aemter,
daß die Angaben nicht zu Steuerzwecken verwendet werden, oft
keinen Glauben schenkt. Die Landwirtschaft als Nebenberufsarbeit
läßt sich dabei noch verhältnismäßig leicht vollständig erfassen, da
der Bodenbesitz leicht kontrolliert werden kann... Das Vorhandensein
 und der Umfang der vielumstrittenen „Schwarzarbeit“ von Bauarbeitern
 dürfte in der amtlichen Statistik dagegen kaum zum Ausdruck
 kommen.

Der Hauptschutz gegen unvollständige Angaben liegt in der Kontrolle
 durch die ehrenamtlichen Zähler, die jedoch besonders in den
Großstädten die von ihnen gezählte Bevölkerung persönlich nicht
kennen und meist auch nicht über die notwendigen Kenntnisse des
statistischen Planes verfügen, so daß sie oft nicht beurteilen können,
ob die gewählte Berufsbezeichnung so genau und spezialisiert ist,
daß sie eine richtige Eingruppierung ermöglicht.
        <pb n="99" />
        101

Diese Selbsteintragungen bringen eine Fülle der verschiedenartigsten
 Bezeichnungen, die un zu Gruppen zusammengefaßt
werden müssen. Für die hier interessierenden Bauarbeiterberufe hat
die amtliche Statistik für die folgenden Berufe Zusammenfassungen
vorgenommen.
Werkmeister und Poliere, Glaser,
Maurer, : Töpfer und Ofensetzer,
Betonbaufacharbeiter, Brunnenbauer.
Putzer und Stukkateure,
Als Maurer wurden zum Beispiel alle Personen gezählt, die sich
in der Haushaltungsliste bezeichnet hatten als:
Ausfuger, Kühlanlagenmaurer,
Backofenmaurer, Kunstmaurer,
Backsteinmaurer, Kunststeinversetzer,
Blendsteinmaurer, Maurer,
Böschungsmaurer, : Maurermeister,
Bossierer, ; Ofenbauer,
Bruchsteinmaurer, Ofenmaurer,
Brunnenschachtmaurer, Plattenleger,
Eckmaurer, Plattensetzer,
Essenmaurer, Postengeselle,
Fassadenmaurer, Ringofenmaurer,
Feldmaurer, Rohrbekleider,
Feldsteinmaurer, Sandsteinversetzer,
Feuerungsbauer, Scharierer,
Feuerungsmaurer, Scharwerksmaurer,
Fliesenleger, Schornsteinbauer,
Fliesensetzer, . Schornsteinmaurer,
Freihandmaurer, Sielmaurer,
Fuger, ; Spitzmaurer,
Grottenbauer, Steinholzleger,
Heizungsmaurer, Steinversetzer, -
Herdmaurer, Straßenbaumaurer,
Aochbaumaurer, Tiefbaumaurer,
Isolierer, Umschüler,
Kaminmaurer, Versetzer,
Kanalmaurer, Vorarbeiter,
Kanalrohrleger, Zyklopenmaurer.
Kesselmaurer, '....
        <pb n="100" />
        102

Zahlenangaben für jede einzelne Bezeichnung sind nicht zusammengestellt
 worden, es sind also auch zum Beispiel die Feuerungsmaurer
 oder die Schornsteinmaurer nicht besonders herausgehoben
 worden, offenbar, weil das Statistische Reichsamt glaubte, daß
eine große Zahl von Feuerungsmaurern sich nicht als solche, sondern
schlechthin als Maurer bezeichnen würde. Ob diese Annahme berechtigt
 war, können wir nicht nachprüfen. Aus dem Gesagten ergibt
sich, daß die weitere Untersuchung sich nicht an die vom Deutschen
Baugewerksbund unterschiedenen Berufsgruppen halten, sondern nur
bis zu der von der amtlichen Statistik durchgeführten Spezialisierung
vordringen kann. Außer den obengenannten 7 Berufen können noch
Zahlen zusammengestellt werden für folgende Berufsgruppen:
Kunststein- und Terrazzoarbeiter,
Asphaltierer,
Bauhilfsarbeiter.

Als Kunststein-und Terrazzoarbeiter wurden die von
der amtlichen Berufszählung im Wirtschaftszweig 16 „Betonwarenund
 Betonwerksteinindustrie“ nachgewiesenen Arbeiter unter Ausscheidung
 der in diesem Wirtschaftszweig beschäftigten Betriebshandwerker
 (Schlosser, Tischler, Zimmerleute) eingesetzt.
Die Anzahl der Asphaltierer war nur unter weitgehender
Zuhilfenahme von Schätzungen festzustellen, da die Asphaltierer von
der amtlichen Statistik mit den Steinsetzern in einer Rubrik geführt
werden und auch die Abgrenzung von den Hilfsarbeitern nicht ganz
eindeutig ist.
Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich dadurch, daß die amtliche
Berufszählung das Baugewerbe und sämtliche Zweige der sogenannten
Baunebengewerbe in einem „Wirtschaftszweig“ zusammenfaßt. Die
von der Berufsstatistik nachgewiesene Zahl von insgesamt 42 546
Werkmeistern und Polieren enthält dadurch auch die im
Maler-, Dachdecker-, Steinsetzer- sowie im Zimmergewerbe Beschäftigten
 und außerdem auch noch die auf die Tapezierer und
Stubenbohner entfallenden Werkmeister, ohne daß es möglich wäre,
hier auf Grund der amtlichen Zahlen zu einer Trennung zu kommen;
bei den Bauhilfsarbeitern liegt es ähnlich. In deren Gesamtzahl
 von 453000 sind ebenfalls die in den obengenannten Berufszweigen
 tätigen Hilfsarbeiter enthalten und müssen daher ausgeschieden
 werden. Erd- und Tiefbauarbeiter hat die Berufs- und
Betriebszählung der Gruppe c3, der sonstigen, also ungelernten
        <pb n="101" />
        108

Arbeiter, und somit den Bauhilfsarbeitern zugezählt, ohne daß
ein Aussondern möglich wäre. Auch das Problem der Notstandsarbeiter,
 die vielfach mit Erd- und Tiefbauarbeiten beschäftigt
werden, macht sich störend bemerkbar; denn diese Notstandsarbeiter,
deren Zahl zur Zeit der Zählung im Sommer 1925 allerdings nicht
sehr groß gewesen sein kann, kommen als eigentliche Bauarbeiter
wenig in Betracht. Schließlich gehören auch die bei Unterhaltsarbeiten
 an Bahn-, Deich-, Wasserbauten und ähnlichen Arbeiten
tätigen Arbeiter meist nicht zum Organisationsbereiche des Deutschen
Baugewerksbundes. Alle diese Tatsachen sind bei der Feststellung
der im folgenden mitgeteilten Zahlen so gewissenhaft wie möglich
berücksichtigt worden.
Einige Worte noch zur Frage der weiblichen Arbeiter. Die von
der Berufszählung nachgewiesenen weiblichen Hilfsarbeiterinnen
 im Baugewerbe, rund 9500 an Zahl, sind größtenteils Putzfrauen,
 die die Neubauten reinigen; denn eigentliche Bauhilfsarbeiterinnen
 gibt es kaum noch und kann es auf Grund der gesetzlichen
Vorschriften der Gewerbeordnung auch kaum geben. Die für die
Organisierung durch den Deutschen Baugewerksbund in Betracht
kommenden weiblichen Arbeiter sind in der keramischen Industrie,
in der Tonwarenherstellung und in der Scheibentöpferei tätig. Eine
Herauslösung dieser Gruppen von Arbeiterinnen, deren Gesamtzahl

MAURED

WERKMEISTER

LEHRLINGE

BETONBAUFACHARBEITER
PUTZER U. JSTUKKATEURE
GLASER
TÖPFER,
KUNSTEINARBEITER
ASPHALTIERER
BRUNNENBAUER

BAUHILFSARBEITER
Schaubild 31. Der Anteil der einzelnen Bauarbeiterberufe an der Gesamtzahl
 der Bauarbeiter.
        <pb n="102" />
        104.

man auf etwa 700 schätzen kann, aus den Nachweisungen .der Berufsstatistik
 erschien völlig unmöglich und mußte daher unterbleiben.
Bei der verhältnismäßig kleinen Zahl von Arbeiterinnen wird man
diesen Verzicht auf nähere Darlegungen in Kauf nehmen können.
Das Ergebnis dieser Berechnungen zeigt die nachstehende Uebersicht,
 in der sämtliche im Deutschen Baugewerksbund organisierten
Berufe — wenn auch in einer Zusammenfassung mit verwandten
Berufen — enthalten sind.
Von den zum Organisationsbereiche des Deutschen Baugewerksbundes
 gehörenden, durch die amtliche Berufs- und Betriebszählung
ermittelten Bauarbeitern im Deutschen Reiche (ohne Saargebiet und
ohne Danzig) sind
Bau-Werkmeister ...,.... 23000 —= 2,6%
Maurer aller Art 362974 = 1,6,
Betonfacharbeiter ........ 8821= 1,0;
Putzer und Stukkateure ..... 20147 = 23,
Glaser ........... 10254 = 1,2,
Ofensetzer, Töpfer ........ 15048 = 1,7,
Kunststein- und Terrazzoarbeiter 9522 = 1,1,
Asphaltierer ............ 7266= 08,
Brunnenbauer ........... 17837= 02,
Bauhilfsarbeiter aller Art .... 348800 = 39,9,
Lehrlinge .............,. 66619= 76,
Bauarbeiter insgesamt . .. 873 688 — 100,0 %
Durch die Berufszählung sind also rund 874 000 Bauarbeiter
 festgestellt worden, die zum Organisationsbereiche des
Baugewerksbundes gehören. Diese 874 000 Bauarbeiter bilden etwa
4% aller männlichen Erwerbstätigen,
6% aller Arbeiter, Angestellten und Beamten,
9% aller männlichen gewerblichen Arbeiter,
oder mit andern Worten, jeder 28. Erwerbstätige überhaupt oder
jeder 17. Erwerbstätige, der in abhängiger Stellung tätig ist, oder
jeder elfte männliche gewerbliche Arbeiter ist ein Bauarbeiter.
Eine Aufteilung der Bauarbeiter nach gelernten und ungelernten
Arbeitern ist nur in großen Zügen möglich, da die Unterlagen der
Berufsstatistik keine näheren Anhaltspunkte bieten. Der in der Haushaltungsliste
 eingetragenen Bezeichnung kann man nicht ansehen, ob
sich dahinter ein gelernter oder nur ein angelernter Arbeiter verbirgt.
 Rechnet man alle Bauarbeiter, mit Ausnahme der Asphaltierer,
        <pb n="103" />
        105

eines Teiles der Kunststeinarbeiter und der Bauhilfsarbeiter, zu den
gelernten Berufen, so sind insgesamt vorhanden gelernte Arbeiter
rund 513000. oder 58,7 %,' ungelernte Arbeiter rund 361000 oder
41,3 % der gesamten Bauarbeiterschaft.
In der Bauarbeiterzahl von 874 000 sind nur die ha u pt beruflich
als Bauarbeiter tätigen Personen gezählt, also alle Personen, die sich
auf die Frage nach ihrem Hauptberuf in der Haushaltungsliste als
Bauarbeiter bezeichnet haben. Es sind also auch alle zur Zeit der
Zählung wegen Krankheit oder Arbeitsmangel vorübergehend erwerbslosen
 Personen darin enthalten, da ja nur dann ein voller
Ueberblick über die Berufsangehörigen gewonnen werden kann,
wenn auch diese Arbeitslosen einbezogen werden, Es ist allerdings
nicht ausgeschlossen, daß ein Teil dieser Personen, besonders die
älteren von ihnen, den Weg ins Erwerbsleben überhaupt nicht mehr
zurückfindet, denn das Ausscheiden aus dem Beruf vollzieht sich ja
häufig über eine längere Arbeitslosigkeit. Die nicht unbeträchtliche
Zahl von rund 23000 Bauarbeitern, die das 65. Lebensjahr bereits
überschritten haben — davon sind rund 6600 sogar über 70 Jahre
alt —, rechtfertigt eine solche Annahme. Die Anhänglichkeit an dem
alten Beruf und vielleicht auch die Hoffnung, durch die Angaben in
einem amtlichen Formular wieder zur Arbeit zu kommen, hat möglicherweise
 eine Reihe nicht mehr voll arbeitsfähiger Personen veranlaßt,
 sich noch als erwerbstätige Bauarbeiter zu bezeichnen.
In der Zahl von 874 000 fehlen dagegen alle Bauarbeiter, die sich
nur neben beruflich als solche bezeichnet haben, ihrem Hauptberuf
nach aber Landwirte oder Angehörige eines andern Berufes sind.
Es handelt sich hier um rund 21000 nebenberufliche Bauarbeiter,
 darunter nahezu 16000 Maurer. Diese Nebenerwerbsverhältnisse,
 die in umgekehrter Richtung (Hauptberuf: Bauarbeiter;
Nebenberuf: Landwirt und dergleichen) viel häufiger sind, werden
noch in einem besonderen Abschnitt behandelt werden. Bei den
nachfolgenden Berechnungen über die Verteilung der Bauarbeiter
und über die Nachwuchsfiragen muß von der Zahl der hauptberuflichen
 Bauarbeiter ausgegangen werden, da nur für diese eingehend
gegliedertes Material vorliegt. Dieser Ausfall der nebenberuflichen
Bauarbeiter bildet einen gewissen Ausgleich für die unter den hauptberuflich
 Erwerbstätigen gezählten, nicht mehr voll arbeitsfähigen
Kräfte, so daß die Zahl von 874 000 den zahlenmäßigen Bestand am
zutreffendsten wiedergibt.
        <pb n="104" />
        106

b) Die Verteilung der Bauarbeiter auf die Bezirksverbände
des Deutschen Baugewerksbundes.
In den nachstehenden Ausführungen ist der Versuch unternommen
worden, die Ergebnisse der amtlichen Berufsstatistik nach den Organisationsbezirken
 des Deutschen Baugewerksbundes zusammenzustellen.
Hierbei waren verschiedene Schwierigkeiten zu überwinden. Zunächst
 decken sich die Gebiete der einzelnen Bezirksverbände nicht
immer mit den Grenzen der staatlichen Verwaltungseinteilung, nach
der die Berufszählungsergebnisse in geographischer Hinsicht aufgestellt
 worden sind. Die kleinsten geographischen Einheiten der
amtlichen Zählung bilden die Kreise; die Grenzen der Bezirksverbände
 mußten also in allen Fällen, in denen sie nicht mit staatlichen
 Kreisgrenzen zusammenfallen, den ihnen am nächsten liegenden
 Kreisgrenzen angegliedert werden. Der Wert der Ergebnisse
wird hierdurch jedoch in keiner Weise beeinträchtigt. Eine weitere,
größere Schwierigkeit liegt darin, daß die eingehend gegliederten
Nachweisungen, darunter auch die für einige Bauarbeiterberufe, nicht
für die Kreise, sondern nur für größere Verwaltungsbezirke vorliegen.
 Hier mußten eine Reihe von Schätzungen vorgenommen
werden, durch die eine gewisse Unsicherheit in die Ergebnisse getragen
 wird. Die Angaben für die Betonfacharbeiter, die Kunststeinund
 Terrazzoarbeiter, die Brunnenbauer und die Asphaltierer können
daher in ihrer geographischen Verteilung nur als Annäherungswerte
betrachtet werden. Auch die Verteilung der Bauhilfsarbeiter und
der Bau-Werkmeister auf die Organisationsbezirke konnte nicht ganz
ohne Schätzungen durchgeführt werden.
Die Ergebnisse dieser Umrechnung sind für die Gesamtzahl der
Bauarbeiter und für die einzelnen in der Berufszählung nachgewiesenen
 Berufsgruppen in der folgenden Uebersichtstafel auf den
Seiten 108 und 109 wiedergegeben.
Die 6 größten Bezirksverbände mit jeweils mehr als 70000 vorhandenen
 Bauarbeitern sind die Bezirke:
Berlin mit.... . 86 600 Bauarbeitern
Dresden 79 900
Dortmund 76 700
Frankfurt 74.300
Breslau ” 73 000
Köln _ 70 200
        <pb n="105" />
        ea
u.

m

Jeder dieser Bezirke umfaßt etwa 9,9% bis 8,0 % de” .omten N
Bauarbeiterzahl. In etwas größerem Abstande folgen @ ach, Da N
stehenden 8 Bezirke, die jeweils nur rund 35000 bis 480L° bat!
arbeiter oder je 4 % bis 5,5 % der Gesamtzahl in sich vereinigen. Es
sind dies die Bezirke:
Hannover mit. ...
Magdeburg
München
Karlsruhe
Nürnberg
Stuttgart
Hamburg
Erfurt
Die folgenden vier kleinsten Bezirke umfassen jeweils nur noch
je 3% bis 1,1 % der gesamten Bauarbeiterschaft, nämlich:
Königsberg mit ....... 26600 Bauarbeitern
Stettin 5 000044. 24800 ®
Bremen 0 ‚+. 20000 #
Rostock N „9600

Die Verteilung der im Deutschen Reich gezählten Maurer auf
die Gebiete der einzelnen Bezirksverbände entspricht naturgemäß in
großen Zügen dem auf Grund der gesamten Bauarbeiterzahl gewonnenen
 Bilde. Auch hier steht der Bezirk Berlin mit der größten
Zahl an der Spitze, dicht gefolgt von Frankfurt und Dresden; die
Unterschiede zählen hier nur ein paar hundert Personen. Auch sonst
ergeben sich einige kleinere Verschiebungen in der Reihenfolge, insbesondere
 rückt der Bezirk Erfurt in dieser Größenordnung vom
14. Platz auf den 9. Platz auf,
Die Verteilung der Bau-Werkmeister zeigt dagegen ein
abweichendes Bild. Hier treten die Bezirke hervor, wo der Großbetrieb
 eine Rolle spielt, da dieser überhaupt erst in größerem Maßstabe
 die Beschäftigung von Werkmeistern ermöglicht. Die fünf
Bezirke, Berlin, Köln, Dortmund, Dresden und Breslau, umfassen
allein mehr als die Hälfte (53,1 %) aller Bau-Werkmeister, während
nur 44,2 % aller Bauarbeiter zu diesen Bezirken gehören. In den
Bezirken mit vorwiegendem Kleinbetrieb, wo der Meister noch selbst
die Arbeitsaufsicht führt, ist die Zahl der Bau-Werkmeister entsprechend
 gering.
        <pb n="106" />
        ‚JE

Jie Bauarbeiter nach Rezir”everb#änden,
LA —_

Bezirksverbände

Bauarbeiter

insgesamt


davon
' Betondaufach-



Maurer

Bau-Werk-



Königsberg ...............
Stettin .......0 0.0.0000
3reslal ver
SEID
Aagdeburg ............0..0.
Bi EEE
Tankfurt.........0..000004
CA
)ortmund .. ZH EMM
lannover.. HA
3remen ... 7ER ERE
lamburg . . FRA REHEE
tostock ... 2.0.0...
DE
Nürnberg... 0000000000004
Aünchen ... Da
Stuttgart ..
xarlsruhr

4 ‘Iute
10.012 J04 96
L0 660 766 84
30 197 2.266 298
34.171 2522 992
24520' 1172 195
18 086 673 96
33 535 1 095 391
26 120 2459 „181
31 154 2 483 149
24 291 1187 180
7 946 583 L68
4.947 1148 316
4 500 | 167 3
33051, 2478 749
14919 610 124
14 709 1211 333
12 330 528 656
“7826 753 1110
873 688 | 362 974 | 23 000 | 8321
Prozent-28
 1,2
RR. 1.0
3,6
1 fr

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Dresden ....
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Karlsruhe ..

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x

Fr

29
62

a

9,0
1,5
4,0
7,8
13,8
100.0 | 100.0 | 100.0 | 100.0

O,c
10,7
DZ

Zusammen... |

Lu
Die Bauarbeiter nach Bezirksverbänden (Fortsetzung).

Putzer
und
Stukkateure


Glaser | Töpfer

Kunst- Brunstein-
 und|Asphal- eis
Terrazzo-| tierer N
Arbeiter bauer

a Hilfs-Lehrlinge|
 arbeiter

182 355 13 000
20 187 4438 LO 000
L50 437 761 30 000
723 13871 797 33 000
100 524 359 14.000
110 751 324 10.000
518 335 546 30 000
1348 528 1041 29 000
2390 147 688 33 000
260 256 428 15 500
125 117 160 9.000
511 624 532 L5 000
14 80 106 3 700
348 15389 „286 32 000
013 336 518 18 000
400 359 179 24 000
4.480 979 614 14 600
2560 10138 290 722 15 000
20147 | 10254 | 15048 | 9522 |! 7266 | 1737 | 66619,| 348.800
zahlen
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Zah

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3
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19,5
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1
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6,3
9,5
10,5
247
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‘00.0 | 100.0 ! 100.0 | 100.0 | 100.0

100.0 | 100.0 | 100.0
        <pb n="107" />
        110

Bei den Betonbaufacharbeitern treten die beiden Bezirke
 des rheinisch-westfälischen Industriegebietes, Köln und Dortmund,
 sowie der Bezirk Karlsruhe stärker hervor, erst dann folgt
Berlin. In diesen vier Bezirken sind 53,2 % aller Betonbaufacharbeiter
 gezählt worden. Sehr gering ist ihre Zahl in den vorwiegend
ländlichen Bezirken, wo die Betonbaumethoden weniger verbreitet
sind oder wo die einschlägigen Arbeiten von den Maurern ausgeführt
werden. Auch hier zeigt sich, daß erst der Großbetrieb die Möglichkeit
 einer Berufsspezialisierung schafft.
Aehnliche Verhältnisse finden sich bei den Putzern und
Stukkateuren, die sich in besonders ausgeprägtem Maße auf
wenige Bezirke konzentrieren. In dieser Berufsgruppe umfassen die
Bezirke Köln, Dortmund und die beiden südwestdeutschen Bezirke
Stuttgart und Karlsruhe zusammen mehr als zwei Drittel aller Stukkateure
 und Putzer. In manchen Gegenden hängt der Putzerberuf noch
so eng mit seinem Muttergewerbe, dem Maurerberuf, zusammen, daß.
sich eine Absonderung zu einer eigenen Putzerberufsgruppe noch
nicht herausgebildet hat. Zu einem großen Teile sind die Putzer
noch als Maurer gezählt.
Die Glaser zeigen wieder eine gleichmäßigere Verteilung;
hier stehen die beiden größten Bezirke Berlin und Dresden an der
Spitze. Auch hier treten die südwestdeutschen Bezirke mit einer
besonders großen Zahl hervor, weil dort auch die Anfertigung der
Fensterrahmen zu den Arbeiten des Glasergewerbes gehört.
Die Töpfer sind hauptsächlich in den Bezirken Berlin, Breslau
und Dresden gezählt worden; diese drei Bezirke umfassen rund die
Hälfte aller Töpfer- und Ofenformergesellen; dann folgen Nürnberg;
und Magdeburg mit je rund 1000 Töpfern.
Die Kunststein-und Terrazzoarbeiter finden sich vorwiegend
 in den vier Bezirken Dresden, Köln, Berlin und Breslau, mit:
insgesamt 40,8 % aller Berufsangehörigen.
Die Asphaltierer als vorwiegend großstädtischer Beruf sind
stärker als alle andern Bauarbeiter im Bezirk Berlin konzentriert.
Dieser Bezirk umfaßt allein nahezu die Hälfte aller überhaupt gezählten.
 Asphaltierer. Die Zahlen für diese Berufsgruppe sind allerdings
 infolge der notwendigen Schätzungen am wenigsten zuverlässig.
Die Brunnenbauer sind zu etwa einem Viertel im Bezirk
Berlin gezählt worden. Es folgen dann die Bezirke Dresden und.
Breslau mit je 10 bis 11 % der Gesamtzahl.
        <pb n="108" />
        111

Die Lehrlinge gliedern sich in ihrer Verteilung auf die Bezirksverbände
 wieder mehr den Zahlen für die gesamte Bauarbeiterschaft
 an. Die örtliche Verteilung der Lehrlinge wird noch in einem
späteren Kapitel ausführlicher besprochen werden.
Die Verteilung der Hilfsarbeiter, die infolge ihrer großen
Zahl den Gesamtdurchschnitt für die Bauarbeiter naturgemäß ausschlaggebend
 beeinflussen, entspricht demgemäß fast genau der Verteilung
 der gesamten Bauarbeiterzahl. An der Spitze stehen die Bezirke
 Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Breslau und Köln mit
je rund 29000 bis 33 000 Bauhilfsarbeitern.
Eine Gegenüberstellung der amtlichen Berufszählungsergebnisse
mit der Zahl der im Deutschen Baugewerksbund nach dem Stande
vom 380. September 1928 organisierten Arbeiter nach einzelnen Bezirksverbänden
 stößt auf zahlreiche methodische Schwierigkeiten, die
für einige Berufe überhaupt keinen Vergleich zulassen. Zunächst
sind die Berufszählungsergebnisse grundsätzlich nach dem Wohnort
aufgestellt, da ja die Haushaltungslisten in der Wohnung ausgefüllt
sind. So sind zum Beispiel die in Berlin beschäftigten, aber außerhalb
 Berlins wohnenden Bauarbeiter von der Berufsstatistik außerhalb
 Berlins erfaßt worden. Für die Zugehörigkeit zu einer Baugewerkschaft
 (Ortsgruppe) kommt dagegen fast ausnahmslos die.
Arbeitsstätte in Betracht. Vergleichsschwierigkeiten ergeben sich
allerdings nur dann, wenn Arbeitsstätte und Wohnort in verschiedenen
 Bezirken liegen. Bei der räumlichen Größe der Bezirke
sind solche Fälle jedoch sicherlich nicht allzu häufig, da sie ja nur
längs der Bezirksgrenzen denkbar sind und die hauptsächlichsten
Arbeitsplätze in den größten Städten, meist in der Mitte der Bezirke
liegen. Trotzdem können sich hieraus in manchen Bezirken, besonders
 in Rheinland-Westfalen, Vergleichsstörungen ergeben.
Die größten Schwierigkeiten liegen jedoch in der Ungleichartigkeit
 der Zuteilung zu einzelnen Berufsgruppen. Die Berufe der
Maurer, der Bau-Werkmeister, der Glaser, der Töpfer sind zum Beispiel
 so fest umrissen, daß die Berufsangehörigen sowohl bei der
Zuweisung zu den Fachgruppen des Deutschen Baugewerksbundes
als auch bei der amtlichen Berufsstatistik gleichmäßig als Maurer, als
Glaser usw. eingruppiert worden sind. Da aber die amtliche Berufszählung,
 wie auf Seite 101 gezeigt, die Feuerungs- und Schornsteinmaurer,
 Fliesenleger, Isolierer und Steinholzleger in die Maurergruppe
 eingereiht hat, ohne daß es möglich wäre, diese Berufe für
        <pb n="109" />
        3

sich auszugliedern, so war es für eine Vergleichsmöglichkeit zwischen
den amtlichen Zählergebnissen und der Mitgliederstatistik des Baugewerksbundes
 nötig, die in den genannten Fachgruppen ausgewiesenen
 Mitgliederzahlen zusammenzulegen. Dazu ist dann auch

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"&amp;gt; |

MÜNCHEN

3

X

Schaubild 32. Die Bauarbeiter nach Bezirksverbänden.

noch die Gruppe der Werksmaurer gekommen. Dem amtlichen
Berufszählungsergebnis von 362 974 Berufszugehörigen zu den Maurerberufen
 stehen in den zusammengelegten Fachgruppen 202 700 Mitglieder
 des Deutschen Baugewerksbundes gegenüber. Bei den Betonbaufacharbeitern
 ist der Begriff der Berufszählung viel enger gefaßt
als bei den Maurern, und es erscheint durchaus fraglich, ob sich nicht
viele gelernte Maurer, die als Zementfacharbeiter tätig sind,
noch als ‚Maurer bezeichnet haben und dann auch als Maurer gezählt
        <pb n="110" />
        113

Mitgliederzahlen des Baugewerksbundes, verglichen mit
den Ergebnissen der Berufszählung von 1925.
a Davon Maurer a

Bezirksverbände


Königsberg ..;
Stettin .......|
Breslau......
Berlin .......
Magdeburg...
Erfurt .......
Frankfurt....
KÖl airacrie
Dortimund....
Hannover ....|
Bremen .....
Hamburg ....
Rostock......
Dresden Aa
Nürnberg ....
München.....
Stuttgart .....
Karlsruhe....

„ahl nach|
Berufszählung


Organisierte

26 568
24.759
72 959
86 635
47 764
34.715
74.289 |
70 182
76 748
48 199
20 057
36 586
9588
79887
39 615
43 893
38 008
43 236

18 689
14 744 |
410 669
50 484
29 082
19 616
33 926
20111
24 694
26 072
15313
31 263
7892
68 322
16 751
15453
9646.
15 861

70,3 %
99,6
55,7
58,8
60,9
56,5
45,7
28,7
32,2
54,1
76,3
85,5
82,3
85,4
42,8 ”
35,2
25,4
36,7

873 688! 458 588

52,5 % lı

Zahl nach
Berufszählung


Organisierte

68,4 %
70,8 ,,
55,0
63,2
57,6
51,3 »”
47,4 ,,
25,2 ,,
31,7
59,1
80,1
90,1
83,4
90,3
43,1
36,5
27,7
39,9
362 974. | 202 700 | 55.8 %

wurden. Bekannt sind auch die Klagen der Asphaltierergruppe, daß
zahlreiche Berufsangehörige sich als Bauhilfsarbeiter bezeichnen.
Aus diesen Verschiedenartigkeiten in der Registrierung ergeben sich
bei einzelnen Berufsgruppen in einzelnen Fällen Verhältnisse, wonach
 die Zahl der Organisierten bedeutend größer ist als das Ergebnis
der Berufszählung für den Gesamtbestand. Dies gilt in einigen Bezirken
 auch für die Gruppe der Lehrlinge. Wahrscheinlich enthält
die Mitgliederliste des Baugewerksbundes jugendliche Hilfsarbeiter
in größerer Zahl unter den organisierten Lehrlingen.
Für die Gesamtzahl der Bauarbeiter gleichen sich diese Differenzen,
 die auf der verschiedenen systematischen Eingruppierung

Das Baugewerbe.
        <pb n="111" />
        114

Noch Mitgliederzahlen des Baugewerksbundes, ver-Bau-Werkmeister
 Betonbaufacharbeiter

Bezirksverbände


Königsberg ..ı
Stettin.......
Breslau......|
Berlin .......
Magdeburg...
Erfurt .......
Frankfurt.... |
Köln ........|)
Dortmund....
Hannover ....|
Bremen .... ;
Hamburg ....
Rostock ......|
Dresden .....|
Nürnberg ....
München.....
Stuttgart .... 1
Karlsruhe ...

7ahl nach
Berufszählung


904
766
2 266 /
2522
1172
673
1095
2459
2483 '
1187
588
L148
167
2 473
610
1211 |
528 |
72

23 000

Organisierte

Zahl nack
Berufszählung


Organisierte

288
175
683
524
325
278
355
264
258
364
230
352
97
851
125
129
56
IARQ

279 290,6 %
228 271,4 x,
576 193,3 „
1175 1184 „
227 116,4
114 118,7
718 183,2
1100 98,1 ,
909 79,1 „
220 122,2 „
559 382,7
897 173,8 „
2 66,7
606 80,9 „
117 944,
167 50,2 ,
218 383,2
8379 341
|2944% | 8321| 8509 11023 %

FE 5607

beruhen, naturgemäß wieder aus. Die Angaben für die Gesamtzahl
sind daher die zuverlässigsten, aber auch die Ergebnisse für die
übrigen in der obenstehenden Tabelle aufgeführten Fachgruppen
dürften den tatsächlichen Verhältnissen sehr nahe kommen.
Mit den vorstehend bezeichneten, für die meisten baunebengewerblichen
 Berufe geltenden Vorbehalten ergibt sich zwischen
den am 30. September 1928 organisierten und den durch die Berufszählung
 1925 ermittelten Bauarbeitern das aus den Uebersichtstafeln
auf den Seiten 113—118 ersichtliche Zahlenverhältnis.
Das Berufszählungsergebnis umfaßt in der Hilfsarbeitergruppe:
(c 3) außer den eigentlichen Bauhilfsarbeitern alle Tiefbauarbeiter
wie auch die Helfer der baunebengewerblichen Berufe. Wie bei den
        <pb n="112" />
        115

glichen mit den Ergebnissen der Berufszählung von 1925.
Putzer und Stukkateure Glaser

Bezirksverbände


Königsberg ..;
Stettin.......|
Breslau..... ‘|
Berlin .......
Magdeburg... }
Erfurt .......
Frankfurt ....
Kö. euer wu
Dortmund... .ı
Hannover ....
Bremen .....
Hamburg ....
Rostock ......
Dresden .....
Nürnberg ....
München.....
Stuttgart ..... |
Karlsruhe... .}

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zahl nach
Berufszählung


Organisierte

50
47
150
1723
100
110
1518
4348
2.390
260
125
511 |
14
348
013
400
4480
2 560

68
202
269
2639
76
149
897
691
893
165
118
514
10
470
917
158.
1 666
1181

186,0 %
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135,5 „||
59,1 „|
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68,5
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20147:! 12083! 600%

Zahl nacb
Berufszählung


Organisierte

13,2 %
3,7 ”
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43,0
28,8
30,1
17,4
13,4 ,,
5,0
28,0
28,2
47,0
15,0
38,5
7,4 »”
25,1
0,2
8,2
‚10254 | 2490| 243%

Maurern war es auch bei den Hilfsarbeiterberufen für eine Verzleichbarkeit
 nötig, die Mitgliedergruppen des Baugewerksbundes
entsprechend zusammenzulegen.
Von der Gesamtzahl von rund 874 000 Bauarbeitern waren rund
459000 oder 52,5 % im Deutschen Baugewerksbund organisiert. Der
Anteil der im Deutschen Baugewerksbund organisierten Bauarbeiter-{achgruppen
 ist in den großen baugewerblichen Hauptberufen am
höchsten bei den Maurern, von denen 55,8 % der freigewerkschaftlichen
 Organisation angehören. Für die Hilfsarbeiter ergibt
sich ein Prozentsatz von 53,1 %.. In dies Verhältnis sind die Erd- und
Tiefbauarbeiter mit den Einschalern (Absteifern), Maurern und Rohrlegern.
 eingeschlossen, wie auch die Helfer in den baunebengewerb-®
        <pb n="113" />
        {16

Noch Mitgliederzahlen des Baugewerksbundes, ver-Töpfer
 "Kunststein-u.Terrazzoarbeiter

Königsberg ..
Stettin .......
Breslau ......!
Berlin .......
Magdeburg... .|
Erfurt .......
Frankfurt ... |
Köln 2.0.0.0...
Dortmund... ..
Hannover .....
Bremen .....!
Hamburg ....|
Rostock ......
Dresden .....
Nürnberg ....!
München.... '
Stuttgart .....
Karlsruhe...

Bezirksverbände


zahl nach
Berufszählung


566
504
2214
2919
1021
415
591
422
214
300
108
742
200
2 302
1041
581
369
5R9

MH

15 048

Organisierte

Zahl nach
Berufszählung


Organisierte

482 |
298
1574
1636
611
178
63
42
59
233
25
349
120
1 498
342
188
22
9291

85,2 %
59,1
71,1
56,0
59,8
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10,7
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27,6
77,7
23,1
47,0
60,0
65,1
32,0
35,4
6,0
375

350
443
761
797
359
324
546
041
683
428
160
532
106
286
518
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20N

114
2
173
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17
17
51
590
23
130
15
213
2
7
7

32,1 %
0,5 ”
22,7
72
4,7 23
5,2 »
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3,4 ”
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1,9 ”
0,5 ”
1,4 ”
6,1 ”
3,7 ”
103

14
23
AN

| 7941 | 528% | 9522| 1492 1157@

lichen Berufsgruppen der Feuerungs- und Schornsteinmaurer, der
Stuckgruppe, der Töpfergruppe, der Isolierer, der Steinholzleger,
ferner die Pfahlrammer, die Leitergerüstbauer, die jugendlichen
Hilfsarbeiter, die Rohrer und Staaker. Bei den Töpfern und
Ofenformern beträgt das Organisationsverhältnis 52,8 %. In
diesen Berufen gehört also mehr als die Hälfte aller Berufsangehörigen
 zum Deutschen Baugewerksbund. Wesentlich niedriger
liegen die Zahlen bei den Bau-Werkmeistern (24,4 %) und bei
den Glasern (24,3 %); hier sind also nur knapp ein Viertel im
Deutschen Baugewerksbund organisiert. In den baunebengewerblichen
 Berufen, deren Organisationsverhältnis sich aus den vorstehend
schon genannten Gründen nicht gut an dem Berufszählungsergebnis
        <pb n="114" />
        117

yzlichen mit den Ergebnissen der Berufszählung von 1925,
Brunnenbauer

Asphaltierer

Bezirksverbände


Zahl nach
Berufszählung


Organisierte

Zahl nach
Berufszählung


Organisierte

Königsberg ..|
Stettin.......
Breslau......
Berlin .......
Magdeburg...
Erfurt .......
Frankfurt ....
Köln ........
Dortimund....
Hannover ....,
Bremen .... |
Hamburg ... .
Rostock ..... |
Dresden .....
Nürnberg ....
München.....
Stuttgart .....
Karlsruhe ...

231
63
218
3315
176
70
44
612
475
279
38
99
17
432
L10
389
165
(22

109
165
183
428
91
40
39
55
55
65
38
110
56
197
16
37
8
9

15 | 183,8 %
2,4
2,2 9”
15,9

892

4
4
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26,9 %
0,5,
50,0
17,1
46,1 „|
140,6 „I
0,7 ”
505.

1
35
76
282
193
2

7,7 ”
1,5

50

46,4
7,1 ”
18,7 ”
62,5
16,2
2,9 _
194 | 112%

176
12
32
2
2

40,7 ,,
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8,2 ”
1,2 ”
29

7 266

ı 1756 242%

# 1737

messen läßt, kommen auf je 100 der durch die Berufszählung
ermittelten Berufszugehörigen bei den Stukkateuren und
Putzern 60, bei den Asphaltierern 24,2, bei den Kunststein-
 und Terrazzoarbeitern 15,7, bei den Brunnenbauern
 11,2 Mitglieder des Deutschen Baugewerksbundes. Bei den
Stukkateuren ist die gewerkschaftliche Organisation somit von allen
Berufen verhältnismäßig am weitesten vorgedrungen. In den Berufen
 der Bau-Werkmeister, Glaser, Asphaltierer, Kunststein- und
Terrazzoarbeiter und Brunnenbauer sehen auch andere Gewerkschaften
 ihr Organisationsgebiet. Das trägt mit dazu bei, in diesen Berufen.
 den Mitgliederanteil des Baugewerksbundes an den durch die
amtliche Berufszählung ermittelten Berufszugehörigen niedrig zu halten.
        <pb n="115" />
        118

Noch Mitgliederzahlen des Baugewetksbündes, verglichen
mit den Ergebnissen der Berufszählung von 1925.
Lehrlinge ; Hilfsarbeiter

Bezirksverbände


Königsberg ..,
Stettin.......
Breslau ......
Berlin .......
Magdeburg... .|
Erfurt .......
Frankfurt .:..
Köln ........
Dortmund....
Hannover....
Bremen .....|
Hamburg ....|
Rostock ......ı
Dresden ......
Nürnberg .....
München.....!
Stuttgart .....'
Karlsruhe....

jahl nach
Berufszählung


Organisierte

Zahl nacl
Berufszählung


Organisierte

78,2 %
50,5
57,5
54,8
61,9
56,3
47,4
30,6 ,,
35,0
55,8
772
84,8
83,0
88,5
45,0 ,,
37,0 „
27,2
38,8
66619 | 30533 | 45,8 % | 348800 | 185283 | 531%

1 063
1 840
6 235
5 397
5606 ı
4150
5295
4411
5 004
5 455
1 794
2.337
745
5510
2.928
1745
3279
3 ROT

1082 ' 97,1 %
1233 67,0,
3455 55,4
3225 59,8,
2443 43,6 ,
1914 46,1:
1515 28,6.
620 141.,
945 18,9,
1894 34,7
1021 57,0 „
2359 100,9 ,,
824 110,6.,
5.937 107,7 ,
666 22,7,
415 28,8
268 82
7RR 200.

Untersucht man .den Anteil der im Deutschen Baugewerksbund
organisierten Bauarbeiter an der Gesamtzahl innerhalb der einzelnen
Bezirksverbände, so ergibt sich die folgende Reihenfolge:
Hamburg .. 85,5 % Stettin ....59,6% . Nürnberg .. 42,3%
Dresden ... 85,4, Berlin ....58;3;; Karlsruhe .. 36,7,
Rostock ... 82,3, Erfurt .... 565, München .. 35,2,
Bremen ... 76,3, Breslau ... 55,7, Dortmund .. 32,2,
Königsberg . 70,3 ,, Hannover .. 54,1,, Köln .....28,7,
Magdeburg . 60,9... Frankfurt . . 45,7. Stuttgart ...25,4,,
Der Anteil der freigewerkschaftlich Organisierten ist also von
Bezirk zu Bezirk außerordentlich verschieden. Den. höchsten Anteil
        <pb n="116" />
        119

haben die norddeutschen und mitteldeutschen Gebiete, während sich
im Westen und Süden Deutschlands wesentlich geringere Zahlen ergeben.
 Der unterschiedliche Organisationsgrad spiegelt gewissermaßen
 auch die konfessionelle Gliederung der deutschen Bevölkerung
 wider. In den vorwiegend katholischen Gebietsteilen ist der
Anteil der freigewerkschaftlich Organisierten geringer, da die Bauarbeiter
 dieser Bezirke zum Teil den christlichen Organisationen
angehören oder in stärkerem Maße unorganisiert sind.
Der Gegensatz Stadt und Land spielt für den Organisationsgrad
offenbar nur eine untergeordnete Rolle, denn es gibt sowohl ausgesprochen
 städtische Bezirke mit einem großen Anteil von im Deutschen
 Baugewerksbund organisierten Bauarbeitern, wie zum Beispiel
Berlin, Hamburg, Dresden, als auch Bezirke mit vorwiegend ländlichem
 Charakter und ebenfalls sehr hohem Anteil von freigewerkschaftlich
 Organisierten, wie zum Beispiel Rostock, Bremen, Königsberg,
 Stettin.
Bei den einzelnen Fachgruppen findet sich ein ähnliches Bild; so
ergibt sich, nach dem fallenden Anteil der Organisierten geordnet,
für die Maurer folgende Reihenfolge der Bezirksverbände:
Dresden ... 90,3 % Berlin .... 63,2% Nürnberg .. 43,1%
Hamburg .. 90,1, Erfurt .... 61,3, Karlsruhe .. 39,9,
Rostock ... 83,4, Hannover .. 51,1,, München .. 36,5,
Bremen ... 80,1, Magdeburg . 57,6,, Dortmund .. 31,7,
Stettin .... 70,8, Breslau ... 55,0, Stutigart ... 27,7 ,
Königsberg . 68,4., Frankfurt .. 474. Köln .....252,
Die Unterschiede im Organisationsgrad sind bei den Maurern
noch größer als bei der Gesamtzahl, in den Bezirken Dresden und
Hamburg sind mehr als 90 % aller Maurer im Deutschen Baugewerksbund
 organisiert, in Köln dagegen nur 25 %. In der Reihenfolge der
Bezirksverbände ergeben sich nur geringfügige Abweichungen gegenüber
 der Gesamtzahl.
Etwas anders liegen die Verhältnisse bei den Bau-Werkmeistern,
für die sich die folgende Reihe ergibt:
Rostock ... 58,6% Königsberg . 31,9%
Erfurt .... 40,6, Hamburg .. 30,7,
Bremen .... 39,5, Hannover .. 30,7
Dresden ... 34,4, Breslau ... 30,1,
Karlsruhe . . 34,3 Magdeburg . 27,7 ,,
Frankfurt . . 324. Stettin... . 22,8,

Berlin .... 20,8%
Nürnberg .. 20,5,
München .. 10,7,,
Köln .....10,7,
Stuttgart ... 10,6,
Dortmund . . 10,4,
        <pb n="117" />
        20

Hier sind es besonders die Bezirke Erfurt, Karlsruhe, Frankfurt,
in denen die Bau-Werkmeister verhältnismäßig stärker freigewerkschaftlich
 organisiert sind, als es der Durchschnitt für sämtliche Bauarbeiter
 erwarten läßt. So rückt Erfurt in der fallenden Reihe vom
9. auf den 2. Platz, Karlsruhe von der 14. auf die 5. Stelle, Frankfurt
von der 12. auf die 6. Stelle. Unterdurchschnittlich gering ist der
Anteil in Hamburg und in Berlin, die in der Reihe vom 1. und 8..Platz
auf die 8. und 18. Stelle absinken.
Für die Glaser ergibt sich die folgende Reihenfolge der Bezirksverbände:

Hamburg .. 47,0% München .. 25,1%
Dresden ... 38,5, Hannover .. 23,0,
Berlin .... 43,0, Breslau ...184,,
Erfurt .... 380,1, Frankfurt .. 17,4,
Magdeburg . 28,8, Rostock ... 15,0,
Bremen ...282., Köln .....134..

Königsberg . 13,2 %
Karlsruhe .. 8,2,
Nürnberg .. 74,
Dortmund .. 5,0,
Stettin .... 38,7,
Stuttgart... 0,2,
Die Häufigkeit der Organisationszugehörigkeit schwankt hier
äußerst stark; in Hamburg gehören nahezu die Hälfte aller Glasergesellen
 zum Deutschen Baugewerksbund, während in Stuttgart,
Stettin, Dortmund fast überhaupt keine Mitglieder vorhanden sind.
Man muß allerdings beachten, daß überhaupt nur etwa ein Viertel
aller Glasergesellen im Baugewerksbund organisiert sind. Ein Teil
der Glasergesellen ist allerdings noch in andern freien Gewerkschaften,
 besonders im Holzarbeiterverband organisiert, aber die
Möglichkeit und die Aussicht, selbst Meister werden zu können, ist im
Glaserberufe doch noch weit häufiger vorhanden als in den übrigen
Bauarbeiterberufen, und diese Tatsache drückt die Organisations-[ähigkeit
 der Glaser — wenn man so sagen darf — merklich herab.
Den Grad der Organisationszugehörigkeit der Töpfer verdeutlicht
 die folgende Reihe:
Königsberg . 85,2 % Stettin .... 59,1%
Hannover .. 77,7 ,, Berlin .... 56,0,
Breslau ... 71,1, Hamburg .. 47,0,,
Dresden ... 65,1, Erfurt ....42,9,
Rostock ... 60,0, Karlsruhe . . 37,5,,
Magdeburg . 59,8. München ..354..

Nürnberg .. 32,9%
Dortmund . ..27,6,,
Bremen ... 28,1,
Frankfurt .. 10,7,
Köln .....10,0,,
Stuttgart... 6,0,
Die Zahlen für die Töpfer liegen besonders in Hannover und
Breslau über dem Durchschnittssatz der nach dem Anteil der Organi-
        <pb n="118" />
        +61

sierten an der Gesamtzahl sämtlicher Bauarbeiter dieser Bezirke zu
erwarten wäre. Auch Königsberg hat bei allerdings kleiner Grundzahl
 einen sehr hohen Prozentsatz von freigewerkschaiftlich organisierten
 Töpfern.
Die sich für die Bauhilfsarbeiter ergebende Reihenfolge
der Bezirksverbände kommt der für die gesamte Bauarbeiterschaft
aufgestellten Reihe naturgemäß sehr nahe. Die Organisationszugehörigkeit
 beirägt in den Bezirksverbänden:
Dresden .. . 88,5% Breslau ... 57,5%
Hamburg .. 84,8, Erfurt ....56,3,,
Rostock ... 83,0, Hannover .. 55,8,
Bremen ... 772, Berlin .... 548,
Königsberg . 73,2 ,, Stettin .... 50,5,
Magdeburg . 61.9, Frankfurt . . 474.

Nürnberg .. 45,0 %
Karlsruhe . . 38,8 ,,
München .. 37,0,
Dortmund . . 35,0,
Köln .....30,6,
Stutigart ... 27,2,

c) Die Verteilung der Bauarbeiter nach Wirtschaitszweigen.
Die Richtung in der Entwicklung zum Großbetrieb, die in den
meisten Industriezweigen unserer heutigen Wirtschaft deutlich erkennbar
 ist, hat auch auf dem Gebiete der beruflichen Zusammensetzung
 der Arbeiterschaft interessante Wandlungen hervorgerufen.
Der Großbetrieb, der vielfach erst eine weitgehende berufliche
Spezialisierung der Arbeiterschaft ermöglicht und vorteilhaft macht,
ist anderseits der Rahmen, in dem sich die verschiedenartigsten Berufe
 vereinigen, deren Tätigkeit zur Herstellung der Produkte benötigt
 wird. Eine kleine Schlosserei beschäftigt nur Schlosser, eine
kleine Tischlerei nur Tischlergesellen; in einer modernen Maschinenlabrik
 sind dagegen neben den Schlossern, Drehern, Formern, Werkzeugmachern,
 Monteuren, Mechanikern noch Maler und Lackierer,
Tischler, Sattler, Zimmerleute, Stellmächer und zahlreiche andere
Hilfsberufe vertreten. Je größer der Betrieb ist, desto wirtschaftlicher
ist es für ihn im allgemeinen, die notwendigen Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten
 in eigener Regie durchzuführen, anstatt sie an
Handwerksmeister zu vergeben. Es hat sich so in den letzten Jahren
die Gruppe der Regiearbeiter oder — wie die amtliche Berufsstatistik
sagt — der „Betriebshandwerker“ herausgebildet, worunter die Handwerker
 verstanden werden, die nicht mehr in dem Gewerbezweig
tätig sind, aus dem sie ursprünglich hervorgegangen sind. Schon die
Bezeichnung „Betriebshandwerker“ zeigt, daß darunter nur gelernte
Berufszugehörige nachgewiesen sind, dagegen keine HilHsarbeiter.
        <pb n="119" />
        ‚292

Es kann somit auch die Anzahl der in Industriebetrieben tätigen Bauhilfsarbeiter
 nicht aus der amtlichen Statistik entnommen werden.
Wie groß der Prozentsatz dieser Regiearbeiter an der Gesamtzahl
 der Berufsangehörigen in einzelnen Berufen ist, zeigen die folgenden
 Zahlen. Es sind zum Beispiel tätig:
56.1 % aller Böttcher in Bötichereien: 43,9 % in andern Gewerbezweigen..

51,5 % aller Stellmacher in Stellmachereien; 38,5 % in andern
Gewerbezweigen.
67,9 % aller Schmiede in der Metallindustrie; 32,1 % in andern
Gewerbezweigen.
70,1 % aller Sattler im Sattlergewerbe: 29,9.% in andern Gewerbezweigen.

71,2% aller Schlosser in der Metallindustrie; 28,8 % in andern
Gewerbezweigen.
Die Beschäftigung von Bauarbeitern als Betriebshandwerker hat
zwar noch nicht diesen großen Umfang angenommen, immerhin ist
auch hier die Zahl der außerhalb des Baugewerbes beschäftigten
Personen schon recht beachtenswert.
Von den Bauarbeitern (Gesellen und Lehrlinge) sind tätig:
Im Baugewerbe In andern Gewerbezweigen
Maurer .... „... 371.928 == 88,4 % 48 720 = 11,6 %
Betonbaufacharbeiter ... 8133 = 91,2 789 — 8,8 ,
Putzer und Stukkateure. 21075 — 97,2 ,, 618 — 2,8 ,
Glaser ................ 10735 = 79,8 , 2711 = 20,2 ,,
Töpfer und Ofenformer . 17185 — 92,7 , 1351 =— 73
Der verhältnismäßige Anteil der in andern Gewerbezweigen
tätigen Berufszugehörigen ist demnach am größten bei den Glasern,
von denen 20,2 % nicht in Baubetrieben beschäftigt sind; an zweiter
Stelle stehen die Maurer. von denen 11,6 % als Werksmaurer tätig
sind.

Wie sich die als Betriebshandwerker tätigen Maurer und Glaser
auf die einzelnen Industriezweige verteilen, zeigen die nachstehenden
Uebersichten auf Seite 1238 und 124.
Der sechste Teil der Werksmaurer ist danach in hergbaulichen
 Betrieben beschäftigt; nur um etwa 1000 Personen geringer
ist die Zahl der in der Eisen- und Metallgewinnung, also hauptsächlich
 in den Hochofenwerken tätigen Maurer. Es (folgt die
        <pb n="120" />
        RK #

Verteilung der Maurer’ nach Wirtschaftszweigen.
In % der
Betriebshand-



Baugewerbe ......... „he
In andern Wirtschaftsgruppen und zwar:
Land- und Forstwirtschaft . . Wenn
Bergbau .........- en EnEn
Industrie der Steine und Erden ........
Eisen- und Metallgewinnung...........
Herstellung von Eisen-. Stahl- und Metall-Waren

 ......... 1... 2. .......
Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau
Elektrotechnische Industrie ...........
Chemische Industrie .. „ee
Textilindustrie ...... a WE
Papierindustrie ......... se...
Lederindustrie ......0....0.00.0- ....
Kautschukindustri@ ...........0.0..000004
Holz- und Schnitzstofigewerbe .........
Musikinstrumentenindustrie ...........
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe ...'
Bekleidungsgewerbe..................
Wasser-, Gas-und Elektrizitätsgewinnung
Handelsgewerbe.............. Wa
Verkehrswesen..... ...
Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe ...
Verwaltung usw. ........
Gesundheitswesen...

Insgesamt. ..|

371 999

5180
8131 | ;
5 405
713830

1120
3 390
817
3 459
2 084
1547
453
245
438
65
2 605
210
2.265
895
1917
110
689
104

420 648

88.4

1,2 /
1,9
1,3
1.7

10,6
16,8
11,1
14.7

23
7,0
1,7'
7,1
4,3
3,2
0,9
0,5
0,9
0,1
5,3
0,4
4,6
1,8
4,0
0,2
1,4
1,1
1000 | 100.0

Industrie der Steine und Erden mit rund 5400 Werksmaurern, davon
entfallen auf die ;
feinkeramische Industrie ..............rund 1050 Maurer
Kalk-, Gips- und Zementindustrie . .........  » 930 —_-Gewinnung
 und Bearbeitung natürlicher Steine... 300
Ziegelindustrie ......- nn. @ © 3800. u
        <pb n="121" />
        Verteilung der Glaser nach Wirtschafiszweigen.
In % der
| Beirichshand-



Baugewerbe ........ .
In andern Wirtschaftsgruppen und zwar:
Land- und Forstwirtschaft...
Bergbau ......... .w.
Industrie der Steine und Erden ........
Eisen- und Metallgewinnung ..........
Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metall-Ware
 ........... ‘on
Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau
Elektrotechnische Industrie............
Chemische Industrie ....
Textilindustrie ......
Papierindustrie ........- .
Lederindustrie ............ „wo
Kautschukindustrie ..........000000000
Holz- und Schnitzstoffgewerbe .........
Musikinstrumentenindustrie ...........
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe....
Bekleidungsgewerbe....... ..........
Wasser-, Gas-und Elektrizitätsgewinnung
Handelsgewerbe...
Verkehrswesen...... een
Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe ...
Verwaltung USW. ........
Gesundheitswesen...

10735 | 798

57
19
419
36

}

0,4
0,1
3,1
03

55
450
126
117
33
28

0,4
3,4
0,9
0,9
0,3
0.2

11
620
22
11
16
30
350
300

0,1
4,6
0,2
0,1
0,1
0,2
2,6
29

1“

0.1

2,1
0,7
15,5
13

2,0
16,7
4,6
4,3
1,2
11

0,4
22,9
0,8
0,4
0,6
11
12,9
11.0

0.4

Insgesamt... | 13446 | 100.0 | 100.0

Glasindustrie .......
zrobkeramische Industrie ..........0.0.0.000
Betonwaren- und Betonwerksteinindustrie .....
Gewinnung von Kies, Sand, Teer usw. ...-.
Nicht viel geringer als die Zahl der in der Industrie der Steine und
Erden beschäftigten Werksmaurer ist die der Maurer in den land- und

.. rund 770 Maurer
410°
365 5
175
        <pb n="122" />
        „25

forstwirtschaftlichen Betrieben mit rund 5180 Personen, das sind
immerhin mehr als 1% aller überhaupt gezählten Maurer und fast
11% der Werksmaurer. Die in Landwirtschaftsbetrieben tätigen
Maurer sind naturgemäß in den Gegenden landwirtschaftlicher Großbetriebe
 am häufigsten vertreten. So sind von den insgesamt
5180 Gutsmaurern rund 900 in der Provinz Pommern, 850 in Ostpreußen,
 800 in Ober- und Niederschlesien, 750 in Brandenburg, 650
in der Provinz Sachsen und 450 in den beiden Mecklenburg gezählt
worden. In der chemischen Industrie sind nahezu 3500 Werksmaurer
tätig, nicht viel geringer ist die Zahl der in den Unternehmungen des
Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbaues beschäftigten Maurer mit
insgesamt 3390 Personen, davon sind mehr als 2000 in den Maschinenbauanstalten
 tätig, je 400 etwa entfallen auf den Kessel- und
Apparatebau und auf den Bau von Landfahrzeugen (Automobilindustrie).


Die Zahl der im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe beschäftigten
Maurer stellt sich auf rund 2600, davon sind rund 1000 in der Tabakindustrie,
 und zwar hauptsächlich in Betrieben der Zigarettenindustrie
 tätig. Rund 900 Werksmaurer entfallen auf die Zucker-Tahriken.


Die Zahl der in den Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken beschäftigten
 Maurer beträgt knapp 2300, davon entfallen nur etwa 160
auf die Wasserwerke, der Rest in annähernd gleichen Teilen auf die
Gas- und Elektrizitätswerke.
Auch in der Textilindustrie sind noch mehr als 2000 Maurer
tätig, von denen über 600 in der Baumwollindustrie, knapp 500 in der
Wollindustrie und knapp 300 in der Seiden- und Kunstseidenindustrie
beschäftigt sind.
Werksmaurer in größerer Anzahl finden sich weiterhin im Verkehrswesen;
 von den 1917 Werksmaurern sind über 1400 bei der
Reichsbahn beschäftigt. Auch in den Betrieben der Papiererzeugung
sind nahezu 1400 Maurer tätig; in der Papierverarbeitung und im
Druckgewerbe sind die Zahlen dagegen gering.
Die Grenze von 1000 beschäftigten Werksmaurern wird noch in
den Betrieben der Eisen-, Stahl- und Metallwarenherstellung überschritten,
 im Handelsgewerbe wird noch die Zahl von rund 900 erreicht;
 die elektrotechnische Industrie beschäftigt wenig mehr als
800 Werksmaurer.
        <pb n="123" />
        126

Im Holzgewerbe und im Bekleidungsgewerbe, also in Gewerbezweigen
 mit noch starkem handwerksmäßigen oder kleingewerblichen
Charakter, sind im Verhältnis zu den dort überhaupt tätigen Personen
nur sehr wenige Maurer gezählt worden.
Betrachtet man die Verteilung der Glaser auf die einzelnen
Gewerbezweige, so zeigt sich, daß hier mehr als der fünfte Teil der
außerhalb des Baugewerbes tätigen Glaser im Holzgewerbe, und
zwar hauptsächlich in der Möbelindustrie, gezählt worden sind. Diese
Glaser kann man jedoch nicht in dem gleichen Sinne wie die Maurer
als Betriebshandwerker werten; denn ihre Funktionen sind durchaus
verschieden. Die Maurer werden bei der Instandhaltung der Fabrikanlagen
 beschäftigt, während die Glaser an der Herstellung von Holzbauten,
 Bauteilen (Fenster und Türen) sowie von Möbeln, also an der
eigentlichen Produktion, beteiligt sind. Eine größere Anzahl von
Glasern findet sich weiterhin im Maschinen- und Fahrzeugbau, und
zwar sind sie hauptsächlich im Maschinenbau (rund 160), im Wagenbau
 (rund 110) und im Automobilbau (rund 100) beschäftigt. Rund
400 Glaser sind in der Glasindustrie, 350 im Handelsgewerbe und
300 im Verkehrswesen — und zwar im Eisenbahnwesen — gezählt
worden.

Außer den 9522 im Baugewerbe und den 7663 in den Töpfereien
und sonstigen feinkeramischen Betrieben gezählten Töpfern sind
noch rund 250 Töpfer in der Glasindustrie und je rund 200 in der
Ziegelindustrie und der grobkeramischen Industrie festgestellt worden.
 Töpfer in nennenswerter Zahl finden sich außerdem nur noch
im Handelsgewerbe mit rund 130, im Apparatebau mit rund 120, in
der Großindustrie und im Maschinenbau mit je rund 70 Töpfern.
Für die Betonbaufacharbeiter und für.die Putzer
und Stukkateure kann ein Nachweis darüber, in welchen
speziellen Gewerbezweigen die außerhalb des Baugewerbes beschäftigten
 Berufsangehörigen tätig sind, auf Grund der amtlichen
Berufsstatistik nicht erbracht werden.

IV. Berufsnachwuchs und Lehrlingsfrage.
a) Die Bauarbeiter insgesamt,
Das Problem des Berufsnachwuchses ist in der letzten Zeit meist
von seiner qualitativen Seite her näher in Angriff genommen worden.
Die Frage nach den besten Wegen, die zu einer sach- und zeit-
        <pb n="124" />
        HNO

gemäßen Berufsausbildung führen, bewegt heute in erster Linie
die Gemüter. Die andere Seite des Problems, nämlich die Frage,
ob ein zahlenmäßig genügender Nachwuchs vorhanden ist, ist demgegenüber
 etwas zurückgetreten, wird aber voraussichtlich in
den nächsten Jahren in den Vordergrund rücken. Wie auf so
vielen Gebieten unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens,
so stehen wir auch in der Frage der Berufsausbildung in einer
Uebergangszeit. Die altüberkommene Methode der Handwerks-Jehre,
 bei der die Sorge um das Können der kommenden Generation
den Handwerksmeistern und den Innungen, also fast ausschließlich
den Inhabern von Kleinbetrieben, vorbehalten bleibt, hat aus
den verschiedensten Lagern Gegner auf den Plan gerufen. Von
gewerkschaftlicher Seite ist in Uebereinstimmung mit den Forderungen
 der Industrie, die häufig einen im Kleinbetrieb ausgebildeten
Lehrling an den modernen Maschinen und Einrichtungen eines Großbetriebes
 nicht verwenden kann und daher oft erst neu ausbilden
muß, eine Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen, die auf eine
Art Monopol der Handwerksmeister hinausliefen, angestrebt worden.
Die Gewerkschaften haben sich dabei auch der sozialen Stellung der
Lehrlinge angenommen und haben ständig um eine tarifliche Regelung
 der Lehrlingsverhältnisse gekämpft. Alle diese Dinge sind noch
im Fluß; das neue Berufsausbildungsgesetz ist ein Anfang, der den
Beweis liefert, daß der Versuch gemacht wird, die rechtliche Regelung
 den tatsächlichen Verhältnissen und den neuzeitlichen Bedürfnissen
 anzupassen. Für das Baugewerbe, das noch zu einem
verhältnismäßig großen Teil handwerklich organisiert ist, spielen
diese Fragen vielleicht noch nicht die gleiche Rolle wie zum Beispiel
in der Metallindustrie, in der vielfach die Großbetriebe vorherrschen
und trotzdem die Lehrlingsausbildung noch zum größten Teil in den
Händen des Handwerks liegt. Unter den Gesichtspunkten der Tarifvertragspolitik
 und der Lohnpolitik ist das Nachwuchsproblem jedoch
auch für das Baugewerbe von größter Bedeutung.
Die Ergebnisse der amtlichen Berufs- und Betriebszählung bieten
zum ersten Male seit langer Zeit einen umfassenden Ueberblick über
den Stand der Nachwuchsfrage; denn alles von den beteiligten
Organisationen in oft recht mühevoller Arbeit zusammengetragene
Material ist immer zur Unvollständigkeit verurteilt, da nie alle
Betriebe, vor allen Dingen nie alle kleineren und kleinsten Betriebe,
erfaßt werden können. Die Zahl der Lehrlinge und ihre Verteilung
        <pb n="125" />
        “)%
190

auf die Betriebsgrößen, die einen wichtigen Beitrag zur Frage der
sogenannten Lehrlingszüchterei liefert, wird daher eingehend für
jeden Beruf untersucht werden. Das Problem des beruflichen Nachwuchses
 ist aber nicht nur eine Lehrlingsfrage, sie ist auch eine
Frage der Bevölkerungsbewegung; denn die Zu- oder Abnahme der
Berufsangehörigen ist auch wesentlich durch die Alterszusammensetzung
 und den dadurch zu erwartenden Ausfall durch den Tod
bestimmt. Hierzu kommen alle Probleme, die mit der zu Beginn
dieser Schrift geschilderten zukünftigen Bevölkerungsentwicklung im
Zusammenhang stehen. Es handelt sich hier um ein allgemeines
Problem, von dem das Baugewerbe ebenso wie alle andern Wirtschaftszweige
 betroffen wird. Schon die zahlenmäßige Stärke der Bauarbeiterschaft
 verbietet ein Vorbeigehen an diesen Dingen.
Vergegenwärtigen wir uns einmal kurz in ihren Grundzügen die
Lage in den kommenden Jahren. In einer Wirtschaft, die seit Jahrzehnten
 daran gewöhnt ist, daß die nötige Zahl von Arbeitskräften
für die dauernde Ausweitung der Produktionsfähigkeit zur Verfügung
steht, bleibt der Nachwuchs plötzlich aus. Besonders in denjenigen
Gewerben, wo die Betriebsführung stark auf die Beschäftigung von
Lehrlingen abgestellt ist, muß dieser Ausfall einschneidende Wirkungen
 hervorrufen. Wir wollen versuchen, uns ein Bild von der
zahlenmäßigen Größe dieses Ausfalls zu machen, wobei nur die für
den Nachwuchs im Baugewerbe in Betracht kommende männliche
Bevölkerung berücksichtigt werden soll. Will man hier die Zahl der
Schulentlassenen feststellen, so muß man von der Zahl der jungen
Leute ausgehen, die im Laufe der nächsten Jahre das 14. Lebensjahr
vollenden. werden. Da aber noch ein Teil der Jugendlichen länger
in der Schule bleibt, muß diese Zahl um etwa 27,6 % verkleinert
werden; dieser Prozentsatz ist aus den Ergebnissen der Berufszählung
 gewonnen und entspricht dem Verhältnis zwischen der männlichen
 Gesamtbevölkerung im Alter von 14 bis 16 Jahren und den
Erwerbstätigen des gleichen Alters. Nach dieser Berechnung beträgt
die voraussichtliche Anzahl der Schulentlassenen in den Jahren
1926... . . 472 300 1931 228 600 1936. .... 417200:
1927... . 452 800 1932 236 500 1937. ... . 392 800
1928. .... 443 700 1938. . 349 000 1938... .. 392 100
1929. ... . 341 900 1934. ... 1465200 1939. ... . 408 500
1930. .. . . 254 600 1935 . . 449 800 1940... . . 388 300
        <pb n="126" />
        29

Die Schulentlassenen in den Jahren 1926 bis 1928, die noch aus
den großen Geburtsjahren der Vorkriegszeit stammen, betragen ‚also
jahresdurchschnittlich etwa 450000. Ihre Anzahl sinkt, unter den
Wirkungen des Geburtenausfalls der Kriegsjahre in den Jahren 1930
bis 1932 bis auf rund 230 000 ab, das heißt also nahezu auf die Hälfte
des Bestandes der vorhergehenden Jahre. In den Jahren 1984 und
1935 werden die verhältnismäßig starken Geburtsjahrgänge 1920 und
1921 die Zahl der Schulentlassenen nochmals bis auf rund 450 000
hinauftreiben, von da an setzt als. Folge der niedrigen Geborenenzahlen
 der Nachkriegsjahre ein ständiger Rückgang ein. Der Nachwuchsausfall
 der Jahre 1980 bis 1934 folgt unmittelbar auf‘ eine
Periode sehr starker Zunahme. Dieser Umstand kann möglicherweise
 dazu beitragen, daß die Wirkungen nicht ganz so kraß sind,
wie man nach den obenstehenden Zahlen annehmen müßte, da vielfach
 vielleicht auf die noch nicht untergebrachten jungen Leute der
vorhergehenden Jahrgänge zurückgegriffen werden kann. 2
Um die Wirkungen dieses Ausfalls auf das Baugewerbe ‘berücksichtigen
 zu können, ist die Feststellung notwendig, wieviel Jugendliche
 sich den Bauarbeiterberufen zuwenden. Diese Feststellung ist
dadurch erschwert, daß wegen der körperlichen Anforderungen, die
der Beruf an die zukünftigen Bauarbeiter stellt, eine nicht unbeträchtliche
 Zahl von jungen Leuten erst im 15., 16. oder 17. Lebensjahr
sich den Bauarbeiterberufen' zuwendet. Man wird daher von dem
Anteil der 14- bis 18jährigen Bauarbeiter und Lehrlinge an der Gesamtzahl
 aller erwerbstätigen Jugendlichen der gleichen Altersklassen
 ausgehen müssen, wenn man ein richtiges Bild von dem
Anteil der Bauarbeiterschaft am Berufsnachwuchs gewinnen will.
Von der obengenannten Zahl von 873 688 Bauarbeitern standen im
Juni 1925 insgesamt 82 367 im Alter von 14 bis 18 Jahren, das heißt
3,9 % aller Erwerbstätigen dieses Alters hatten sich den Bauarbeiterberufen
 zugewendet. Legt man diesen Prozentsatz auch für die
künftige Entwicklung an, geht man also von der Annahme aus, daß
der auf das Baugewerbe entfallende Anteil des Nachwuchses der
gleiche bleibt, so kommt man zu folgenden Ergebnissen:
Voraussichtlich beträgt die Anzahl der jugendlichen Bauarbeiter
(im Alter von 14 bis 18 Jahren) im Jahre:
1926 . 82 571 = . 1929 . 78889=— 97% 1932 . 56246 = 69 %
1927 . 81791 =1100 % 1930 . 74681=— 92 ,, 1933 . 46531= 57
1928 . 80 243 = 1931. . 65953 = 81 ,, 1934 . 45841 =— 56,

Das Baugewerbe.
        <pb n="127" />
        i30

1935 . 53890 — 66% 1937... 72579= 89% 1939 . 71885=— 88 %
1936 . 63554— 78 1938 . 75153— 92, 1940 . 69787= 86 „
Nimmt man den Durchschnitt der 3 Jahre von 1926 bis 1928 als
Ausgangspunkt, so beträgt der Nachwuchs im Jahre 1929 noch rund
97 % dieses Standes. In den Jahren 1933 und 1934 sinkt die Zahl der
jugendlichen Bauarbeiter auf 57 bis 56 % des jetzigen Standes ab,
und auch nach Ueberwindung des Kriegsgeburtenausfalls wird der
Nachwuchs noch um 10 % kleiner sein als in den letztvergangenen
Jahren. Die Folgen dieser Bevölkerungsentwicklung werden aber
in der Praxis kaum so einschneidend sein, wie sie sich hier rein
zahlenmäßig darstellen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist kaum
anzunehmen, daß es gelingen wird, die ständig sehr hohe Zahl der
Arbeitslosen in die Betriebe einzureihen. Alle maßgebenden Stellen
rechnen vielmehr für absehbare Zeit mit einer mehr oder weniger
hohen Zahl von Arbeitslosen, die infolge von Strukturveränderungen
der Wirtschaft und als Folge des ständig fortschreitenden Rationalisierungsprozesses
 nicht mehr untergebracht werden können. Als
erste wesentliche Folge des Ausfalles an jugendlichen Arbeitskräften
mag also eine Entlastung des mit Arbeitskräften überfüllten Arbeitsmarktes
 — insbesondere auch des Arbeitsmarktes für baugewerbliche
Hilfsarbeiter — zu erwarten sein. Ob darüber hinaus auch eine
Entlastung des Arbeitsmarktes für Facharbeiter oder gar ein fühlbarer
 Mangel an Arbeitskräften entsteht, ist noch nicht zu übersehen,
ist aber keineswegs sehr wahrscheinlich.
Die Frage des ausreichenden beruflichen Nachwuchses ist allerdings
 nicht nur eine Lehrlingsirage, sondern auch eine Frage der
Altersgliederung in der Bauarbeiterschaft. Die Ergebnisse der Berufszählung
 über die Altersgliederung in den einzelnen Berufen geben
die Möglichkeit einer Nachprüfung, ob ein Beruf überaltert ist oder
nicht. Wird ein Beruf vorwiegend von älteren Leuten ausgeübt, die
voraussichtlich bald aus dem Erwerbsleben ausscheiden, so ist zur
Aufrechterhaltung des Bestandes naturgemäß ein größerer Nachwuchs
 Jugendlicher notwendig als in einem andern Berufe, in dem
die mittleren Jahrgänge sehr stark besetzt sind. Diese Fragen werden
 später für jeden einzelnen Beruf erörtert werden. Die Durchführung
 dieser Berechnungen für die Gesamtzahl .der Bauarbeiter
hat wenig Sinn, da ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Bauarbeiterberufen
 nur in beschränktem Umfange möglich ist. ;
        <pb n="128" />
        131

Für die Bildung von Altersklassen muß die Einteilung der amtlichen
 Berufszählung übernommen werden, die bis zum Alter von
20 Jahren Gruppen von je 2 Jahren bildet und später jeweils 10 Jahre
zusammenfaßt; nur das Jahrzehnt 20 bis 30 und 60 bis 70 ist durch
die Einfügung der Grenzen von 25 Jahren und 65 Jahren nochmals
aufgeteilt. Die 25-Jahr-Grenze ist gewählt, weil sie das übliche
Heiratsalter bildet. Sie ist wegen des in manchen Berufen damit
verbundenen Uebergangs zur selbständigen Ausübung eines Gewerbes
 für die Berufsgliederung bemerkenswert. Die Grenze. von
65 Jahren ist berücksichtigt, weil von diesem Zeitpunkt ab die Altersrente
 .der Invalidenversicherung gezahlt. wird; sie bildet also gewissermaßen
 die Obergrenze für die volle Arbeitsfähigkeit.
Die Verteilung der Bauarbeiterschaft auf die einzelnen Altersklassen
 zeigt die folgende Tabelle und die graphische Darstellung
auf Seite 132. Die Alterspyramide der Bauarbeiterschaft ist gewissermaßen
 ein Bild aus der Vogelschau. Wenn man sämtliche Bauarbeiter
 auf einem Felde in Reih und Glied aufstellte, und zwar die
Vierzehn- bis Fünfzehnjährigen ins erste Glied, die Fünfzehn- bis
Sechzehnjährigen ins zweite und so fort bis zu den ältesten Männern,
und diese Aufstellung aus einem Flugzeug photographierte, so würde
sich das Bild der Alterspyramide ergeben. Zum Vergleich ist außerdem
 die Alterspyramide der männlichen Industriearbeiter eingezeichnet.


Von der Gesamtzahl der männlichen Bauarbeiter oder der männlichen
 Industriearbeiter standen im Alter von
Bauarbeiter Industriearbeiter
unter 16 Jahren ....... 33616 = 3,9% 542472 = 7,0%
16—18 Jahren. . 18751 = 55 660020 = 84 ,
18—20 , 55004 = 6,0 638396 — 8,2 ,
20—25 144725 = 16,7. 406 678 = 18,0 „
25—30 107613 = 12,3 998070 =— 12,8
30—40 162234 = 186 , 1319207 = 16,9
40—50 154835 =- 17,8 1104246 = 14,1 „
50—60 113512 = 13,0 , 777751 = 9,9
50—65 30342 = 3,5 217318 — 2,7 ,
55—70 0 „16471 = 1,9 , 108612 == 14 ,
70 Jahren und darüber. 6585 - 06 49169 = 0,6 ,
Zusammen... 873 688 — 100,0 % 7821 939 = 100,0 %
        <pb n="129" />
        1839

Etwa 16 % aller Bauarbeiter gehören zu den jugendlichen Kräften
im Alter von unter 20 Jahren, 65.%, also rund zwei Drittel, stehen
im Alter zwischen 20 und 50 Jahren und 19 % gehören zu den älteren
Bauarbeitern, wenn man für diese Gruppe die Grenze bis 50 Jahren
zieht.
Das Schaubild zeigt, daß bei den Bauarbeitern die Jahrgänge
zwischen 20 und 25 Jahren verhältnismäßig am stärksten besetzt sind,
erst dann folgen die Sechszehn- bis Zwanzigjährigen. Der Vergleich
mit der Alterspyramide der gesamten Industriearbeiterschaft läßt erkennen,
 daß sämtliche Jahrgänge unter 25 Jahren bei der Bauarbeiterschaft
 schwächer vertreten sind als bei der gesamten Industriearbeiterschaft;
 besonders groß sind: die Unterschiede in den jüngsten Jahrgängen.
 Ob diese Tatsache sich nur daraus erklärt, daß die
Jugendlichen sich erst in einem etwas höheren Alter den Bauarbeiterberufen
 zuwenden oder ob daraus auf eine geringere Aufnahmemöglichkeit
 oder Anziehungskraft für die Jugendlichen geschlossen
werden darf, ist schwer zu entscheiden.

ZAUARBEITER

* 60-65

50-60

0-50

30-40

25-30

mL

I
hemmen
ko un un nf
5

u
Tu
1
Ä.—. nl
a

Schaubild 33. Der Altersaufbau der Bauarbeiter
und der Industriearbeiter.
        <pb n="130" />
        132

In den Jahrgängen zwischen 25 und 40 deckt sich die Alterspyramide
 der Bauarbeiter mit derjenigen aller Industriearbeiter. Auf
diese Jahrgänge entfiel im Jahre 1925 der Hauptteil der Kriegsverluste.
 Die Altersgruppen mit über 40 Jahren sind unter den
Bauarbeitern stärker vertreten als in der Gesamtzahl der Industriearbeiter.
 Die Bauarbeiterschaft ist demnach also durchschnittlich
älter als die gesamte Industriearbeiterschaft; denn es stehen über
der Grenze von 30 Jahren 40 Jahren 50Jahren 60 Jahren
bei den Bauarbeitern ...... 55,4 % 36,8 % 19,0 % 6,0 %
bei der gesamten
Industriearbeiterschaft ... 45,7 „ 28,9 14,7 . 4,7
Bei den Bauarbeitern sind also mehr als die Hälfte, nämlich
55,4.%, älter als 30 Jahre, während von der Gesamtzahl aller Arbeiter
in Industrie- und Handwerksbetrieben weniger als die Hälfte, nämlich
nur 45.6 %, das 30. Lebensjahr überschritten haben.

b) Die Maurer.
1.Die Altersgliederung der Maurerim Reich.
Bei den Darlegungen über den Altersaufbau der Maurer ist stets
von der Gesamtzahl von 420 648 Maurern ausgegangen worden, also
von der Gesamtzahl für die Gesellen und Lehrlinge. Für die Beurteilung
 der Nachwuchsverhältnisse ist jedoch auch die Zahl der
selbständigen Maurermeister noch von gewisser Bedeutung, da auch
sie sich — wenigstens zum Teil — aus den Gesellen rekrutieren. Die
Nachweisungen in der umstehenden Uebersicht sind daher auch auf
die selbständigen Meister und Inhaber von Mauereigeschäften ausgedehnt
 worden.
Die Uebersicht zeigt die charakteristischen Unterschiede in der
Alterszusammensetzung der Maurer und der Werksmaurer. Lehrlinge
 und Jugendliche finden sich bei den Werksmaurern nur in verschwindender
 Zahl; von je 100 Werksmaurern sind nur 4 jünger als
20 Jahre, von je 100 sonstigen Maurern dagegen etwa 22, also nahezu
ein Viertel der Gesamtzahl. Auch wenn man die Grenze bei
30 Jahren zieht, ’so bleiben bei den Werksmaurern nur etwa 19 %
unter dieser Grenze, bei den übrigen Maurern dagegen 47 %. Bei
den Werksmaurern treten dementsprechend die mittleren und
höheren Altersgruppen stärker hervor. Ueber 71% aller Werksmaurer
 stehen im Alter von 30 bis 60 Jahren. Eine Beschäftigung
        <pb n="131" />
        134

Die Altersgliederung der Maurer

Gesellen und Lehrlinge _

Altersgruppen

Maurer
ohne
Werksmaurer


Werksmaurer


Maurer
zusammen


Maurermeister


Unter 16 Jahren ......
16—18 Jahre .........
18—20 „
20—25
25—30
30—40
40—B50
50—60
60—65
65—70
über 70

23 822
32 769
28 911
55 261
43 439
76 966
79171
54 431 |
13281 |
9164|
3483
Zusammen...| 371928 | 48720 | 420648 | 36112

23 431
32 027
28 016
52 187
39 345
66 350
65 173
443811
10 854
7518
2 791

391 |
742
8395
3074
4 094
LO 616
13 998
10120
2427
1651
712

Gesamtzahl


23 834
32 792
28 954
55 777
415 470
84 778
91 281.
63271
15 563
10836
4204
| 456 760

Von je 100 Gesellen und
Lehrlingen entfallen auf

Altersgruppen

Unter 16 Jahren ......'
L6—18 Jahre .........
18—20
20—25
25—30
30—40
10—50
50—60
60—65
55—70
über 70 .
Zusammen... '

Maurer
ohne
Werksmaurer


Werksmaurer


Maurer
ZUsammen


Maurermeister


Gesamtzahl


6,3% 0,8% 5,7% 0,1% 52%
8,6 ” 1,5 ” 7,8 ” 0,1 ” 7,2 ”
7,5 ” | 1,8 ” 6,9 ”„ 0,1 ” 6,3 ”
14,0 ,, 6,3, 13,1. 14, 12,2,
10,6 „ 84, 10,3, 56, 10,0
17,8 „ 21,8 „ 18,3 216 185.
17,5 „ 28,7 18,8, 38,5 20,0,
11,9 „| 20,8 „| 12,9, 24,5, 18,9
2,9 , | 5,0 „| 3,2 6,3 3,4 ,
21 | 34, 22, / 46 | 2,4
08» 15, 08» 22„| 0,9
100,0 % |100,0 % 100,0 % | 100,0 % | 100.0. %
        <pb n="132" />
        135

als Werksmaurer finden also in der Regel nur die geübten und
älteren Kräfte. Faßt man die beiden Gruppen von Maurern zusammen
 und zeichnet auf Grund dieser Zahlen die Alterspyramide
der Maurer, so kommt man zu dem nachstehenden Bild. Die schraffierten
 Teile geben die Zahl der selbständigen Meister in den einzelnen
 Altersgruppen an.
Der Altersaufbau der Maurer läßt, wie es in Anbetracht der
großen Zahl von Berufsangehörigen zu erwarten ist, in großen Zügen
den Altersaufbau der Gesamtbevölkerung erkennen. Die jüngeren
Jahrgänge der Vierzehn- bis Zwanzigjährigen, die alle .noch vor dem
Kriege geboren sind, weisen wie bei der Gesamtbevölkerung die
stärkste Besetzung auf. Zu diesen 6 Jahrgängen gehören rund 85 500
Maurerlehrlinge und Gesellen; allein die 4 Jahrgänge der Sechzehnbis
 Zwanzigjährigen sind mit rund 62 000 Personen nicht unerheblich
zrößer als die nächstälteren 5 Jahrgänge der Zwanzig- bis Fünfundzwanzigjährigen,
 die nur rund 55000 Gesellen umfassen. In den
folgenden Jahrgängen machen sich die Kriegsverluste deutlich
geltend. Die Gruppe der 30 bis 40 Jahre alten Maurergesellen
ist mit rund 77000 Personen um über 2000 kleiner als die nächsthöhere
 Altersgruppe der Vierzig- bis Fünfzigjährigen. Die Be-JAHRE
 JAHRE
%
GESELLEN
UND LEHRLINGE Pl
0 N

X4000

79000

ZD

77000

30

43000

207
HE a7 m)
Sehaubild 34. Die Altersgliederung der Maurer.

„20

5 DO0

1
        <pb n="133" />
        136

setzung der Altersjahrgänge, die bis dahin ziemlich gleichmäßige
Stärken aufweist, nimmt dann bis zum 60. Jahre langsam ab. Aber
auch die Zahl der über 60 Jahre alten Maurergesellen beträgt immer
noch über 6.% der Gesamtzahl, selbst die der über 65 Jahre alten
Maurergesellen umfaßt nach der. amtlichen Statistik noch 3% der
Gesellenzahl. Ob es sich hierbei in allen Fällen noch um wirklich
tätige Gesellen handelt, wird man jedoch bezweifeln dürfen. Es soll
nachstehend versucht werden, mit Hilfe der Kenntnis dieses Altersaufbaus
 die zukünftige Zahl der Maurer zu berechnen.
'Da die über 20 Jahre alten Maurergesellen aus andern Berufen
wohl keinen nennenswerten Zuzug mehr erhalten — die sogenannten
Umschüler dürften zahlenmäßig kaum ins Gewicht fallen —, So
brauchen: für diese Jahrgänge nur die durch den Tod verursachten
Verluste in Rechnung gestellt werden. Von einer Berücksichtigung
der schwer einschätzbaren „Verluste“ durch Auswanderung und der
„Gewinne“. durch die Zuwanderung von Ausländern soll der Einfachheit
 halber abgesehen werden. Größere Schwierigkeiten bereitet
 die Zahl der am Zählungstage unter 20 Jahre alten Gesellen
und Lehrlinge, also die in den Jahren nach 1905 geborenen Lehrlinge.
Ein Blick auf die Alterspyramide zeigt, daß die Gruppe der Vierzehnbis
 Sechzehnjährigen offenbar noch nicht voll besetzt ist, da mit Rücksicht
 auf die körperlichen Anstrengungen des Maurerberufs zahlreiche
junge Leute erst in etwas höherem Alter in die Lehre treten. Nimmt
man die Altersgruppe der Sechzehn- bis Achtzehnjährigen als normal
besetzt an, so entfallen von der Gesamtzahl aller jugendlichen Erwerbstätigen
 des gleichen Alters etwa 2,8 % auf die Maurer. Rechnet man
auch für die folgenden Jahre mit dem gleichen Anteil der Maurer an
der Gesamtzahl der Jugendlichen und schätzt auf dieser Grundlage den
Nachwuchs, der in den letzten Jahren und bis zum Jahre 1980 sich
neu dem Maurerberuf zugewendet hat, so kommt man für das Jahr
1930 auf rund 74000 Maurerlehrlinge und jugendliche Gesellen aus
den Geburtsjahrgängen 1910 bis 1915. Für das Jahrfünft 1980 bis
1935, mit dem durch den Geburtenausfall der Kriegszeit hervorgerufenen
 Lehrlingsmangel, ergibt sich unter den gleichen Voraussetzungen
 ein wesentlich geringerer Nachwuchs. Für Anfang des
Jahres 1935 wird man nur mit etwas über 45000 Lehrlingen und
Gesellen im Alter von 15 bis 20 Jahren rechnen können. Im Jahrfünft
 1935 bis 1940 wird der Nachwuchs wieder anwachsen und. Anfang
 1940 rund 68 000 Köpfe zählen.
        <pb n="134" />
        137

Diese Berechnungen können natürlich die Gunst oder Ungunst
der wirtschaftlichen Verhältnisse und ihre Einwirkungen auf die
Nachwuchszahlen nicht berücksichtigen; mit Hille dieser Schätzungen
kommt man aber zu recht interessanten Einblicken in die künftige
Alterszusammensetzung der Maurer. Es muß allerdings noch mit
giner weiteren Annahme hinsichtlich der Sterbenswahrscheinlichkeit
der Maurergesellen gerechnet werden. Auf Grund der Altersgliederung
 der Gesamtbevölkerung im Jahre 1925 und der Sterbefälle der
Jahre 1924 bis 1926 hat das Statistische Reichsamt eine Absterbeordnung
 errechnet, deren methodische Erläuterung hier jedoch zu
weit führen würde. Die Sterbenswahrscheinlichkeit konnte nicht für
die. einzelnen Berufe getrennt berechnet werden, so daß mit den
allgemeinen Sterbenswahrscheinlichkeiten gerechnet werden muß.
Ob die Maurer eine höhere Sterblichkeit haben als die übrige Bevölkerung,
 ist schwer zu entscheiden. Einen Anhaltspunkt liefern
die. Ergebnisse der englischen Sterblichkeitsstatistik für das Jahr
1921. Setzt man die Sterblichkeit aller Männer im Alter von 20 bis
65 Jahren gleich 100, so kommt man zu den folgenden Verhältniszahlen
 für Vorhandene Zahl
Backsteinmaurer (Bricklayers) .............. 74 257
Sonstige Maurer (Masons)................... 26 131
Stukkateure (Plasterers) . . . 16 666
Glaser (Glaziers)......... „...... 120 1728
Bauarbeiter, Steinträger (Builders’ Labourers). . 116 58 616
Handlanger bei Backsteinmaurern (Bricklayers’
Labourers) ......... - www. 96
Hilfsarbeiter bei sonstigen Maurern (Masons’
Labourers) .......... „.... 104 9 605
Die Backsteinmaurer haben also wesentlich günstigere Sterblichkeitsverhältnisse
 als die mit Natursteinen arbeitenden Maurer, die
durch die Bearbeitung der Steine stärker gefährdet sind. Im Durchschnitt
 ergibt sich, wenn man die Zahl beider Maurergruppen berücksichtigt,
 eine fast genau mit der allgemeinen Sterblichkeit übereinstimmende
 Zahl. Man wird also auch für die deutschen Verhältnisse
 kaum sehr fehlgreifen, wenn man für die Berechnungen die
durchschnittliche Sterblichkeit der Gesamtbevölkerung einsetzt.
Schließlich muß noch die Verminderung der Gesellenzahl durch den
Debergang zur Selbständigkeit berücksichtigt werden. Hier wurde
        <pb n="135" />
        138

Voraussichtliche Anzahlund Altersgliederung der
Maurerim Alter von 15 bis 65 Jahren.

Altersgruppen

15—20 Jahre ...
20—25
25—30
30—35
35—40
40—45
45—50
50—55
55—60
60—-65

ER UTF

x 4 Bi

15—65 Jahre zusammen...

1925

1930 .

17,0 %.
17,2
11,9
8,8 ”
7,9 5.
8,4 »‘
8,7 ”
8,7.
6,3 »”
51
399 746 | 100.0 % | 436 039 | 100.0 %

davon ausgegangen, daß die Zahl der im Jahre 1925 bereits über
40 Jahre alten Gesellen sich durch den Uebergang zur Selbständigkeit
nicht mehr vermindern wird und daß sich die Verminderung bei den
jüngeren Jahrgängen auf der gleichen absoluten Höhe hält wie im
Jahre 1925.
Auf Grund all dieser Voraussetzungen kommt man zu den in der
Uebersichtstafel auf Seite 138 und 139 dargestellten Ergebnissen.
Die Anzahl der Maurer im Alter zwischen 15 und 65 Jahren wird
von rund 400 000 im Jahre 1925 auf rund 436000 im Jahre 1930 ansteigen.
 Dieser Zuwachs ist hauptsächlich dem starken Nachwuchs in
den jüngeren Jahren zu verdanken; denn die Gruppe der Fünfzehnbis
 Dreißigjährigen nimmt allein um rund 25 000 Personen zu. Unter
dem Einfluß des Lehrlingsausfalls wird die Gesamtzahl der Maurer sich
bis zum Jahre 1935 nur wenig verändern, die errechnete Gesamtzahl
liegt mit rund 434000 nur um 2000 Personen unter dem Ergebnis für
1930. Bis zum Jahre 1940 wird dank eines wieder stärker zuströmenden
 Nachwuchses die Gesamtzahl auf rund 453000
anwachsen. Dabei ist die innere Altersgliederung dauernden Veränderungen
 unterworfen. Im Jahre 1940 werden nicht mehr — wie
es einem regelmäßigen Ablauf der Dinge entsprechen würde — die
jüngsten Jahrgänge am umfangreichsten sein; denn die beiden Jahr-
        <pb n="136" />
        139

Voraussichtliche Anzahlund Altersgliederung der
Maurerim Alter von 15 bis 65 Jahren (Fortsetzung).
1940

Altersgruppen

; 1935

15—20 Jahre ...
20—25
25—30
30—35
35—40
10—45
45—50
50—55
55—60
60—65

68223 ' 15,1 %
43959 9,7 »
68357 151
65974 14,6 „
42170 93
33005 7,3
323083 7,1
33707 74
34261 7,6,
30989 68
15—865 Jahre zusammen... !| 433 957 1 100.0 % | 452 898 | 100,0 %

fünfte der Fünfundzwanzig- bis Dreißigjährigen vereinigen jeweils
auf sich nahezu die gleiche Zahl. Auch der Anteil der über 50 bis
65 Jahre alten Maurergesellen an der Gesamtzahl wird von 17 % im
Jahre 1925 auf rund 22 % im Jahre 1940 angestiegen sein. Dieses
starke zahlenmäßige Anwachsen bei den älteren Gesellen ist eine Erscheinung,
 die sich infolge der längeren Lebensdauer in allen Berufen
findet. Die Gesamtzahl der männlichen Erwerbstätigen im Alter von

1940

ig.

5}

5 _|

ib
 }

Schaubild 35. Die voraussichtliche zukünftige Altersgliederung der Maurer.

50 bis 65 Jahren wird nach Berechnungen des Statistischen Reichsamts
im Zeitraum 1925 bis 1940 von 3 515 000 auf 4 243 000 Personen, mithin
also um rund ein Fünftel ansteigen. Aus dieser Entwicklung werden
sich für die Fragen der rechtlichen Stellung der älteren Arbeiter
        <pb n="137" />
        406

und auch hinsichtlich der Leistungsnotwendigkeiten und Leistungsmöglichkeiten
 ‚der Invalidenversicherung noch sehr ernste Folgen
argeben.

2. Zahl und Verteilung der Maurerlehrlinge auf
Klein-, Mittel- und Großbetriebe.
Bei der bisherigen Untersuchung der Nachwuchsverhältnisse ist
auf die Anzahl der eigentlichen Maurerlehrlinge noch nicht eingegangen
 worden. Die Lehrlingszahlen können auf zwei Wegen
festgestellt werden: einmal durch die Altersgliederung der Berufsbevölkerung
 und zweitens aus den Ergebnissen der gewerblichen
Betriebszählung, also aus den Angaben der Unternehmer. Die Berufszählung
 hat insgesamt 56591 Maurer gezählt, die unter 18 Jahre
alt sind. Davon sind die meisten sicherlich Lehrlinge; es können
aber auch bereits jüngere Gesellen darin enthalten sein. Die Zahl
der über 18 Jahre alten Maurerlehrlinge kann nicht herausgeschält
werden. Es wird daher besser sein, die Ergebnisse der Betriebszählung
 zu Rate zu ziehen. Diese hat in den in Betracht kommenden
Gewerbezweigen insgesamt 57 674 Lehrlinge gezählt. Dies Ergebnis
ist also nur um etwas mehr als 1000 Personen größer als die obengenannte
 Zahl der Maurer unter 18 Jahren. Da die bei Werksimaurern
 tätigen Lehrlinge — nach den Ausweisen der Berufszählung
ebenfalls rund 1000 — wohl kaum als Lehrlinge in Maurereibetrieben
gezählt werden konnten, wird man die Zahl von 57674 Lehrlingen
als Mindestzahl ansehen müssen. Läßt man die Werksmaurer außer
Betracht, so kommen demnach auf 314254 Maurergesellen 57674
Lehrlinge oder auf 5 bis 6 Gesellen jeweils 1 Lehrling, oder auf je
10 Gesellen etwa 1,8 Lehrlinge.
Leider ist es nicht möglich, diese Rechnung in genau der gleichen
Form für Klein-, Mittel- und Großbetriebe: getrennt durchzuführen,
da nur eine Aufteilung des gesamten Personals vorliegt, die Verteilung
 der Maurer und der Hilfsarbeiter auf die einzelnen Betriebsyrößen
 aber nicht bekannt ist. Man kann also nur die Lehrlingszahl
und die Gesamtzahl des übrigen Personals, zu dem außer allen
Arbeitern auch der mittätige Meister, die Angestellten usw. rechnen,
gegenüberstellen.
Es ist nachstehend versucht worden, die Rechnung dadurch zu
bereinigen, daß man von der Personalzahl die Zahl der Betriebe absetzt,
 das heißt also, daß man für jeden Betrieb mit mindestens einem
        <pb n="138" />
        141

tätigen Betriebsleiter oder Angestellten rechnet. Bei den großen
Betrieben ist diese Annahme zu niedrig; hier spielt aber bei den
großen Arbeiterzahlen das übrige Personal keine zahlenmäßig, erhebliche
 Rolle. Man kommt so zu folgenden Ergebnissen:
Auf je 100 beschäftigte Personen entfallen — Lehrlinge.

in Betrieben mit

bis
6
11 2.
51, 20.
201 ,„ 100L
über 1092

„öÖ

a1
7
“&amp;gt;.
x

Beschäftigte Personen
einschließlich ohne
Betriebsleiter Betriebsleiter
9,3 % 14,7 %
11,4 ,, 13,4
11,0 ,, 11,6,
9,8 ,, 9,9 ,,
5,2 »” 5,2 »”
2,5 25

Zusammen... 10.0 % 10,8 %
Der Anteil der Lehrlinge ist, wenn man die mittätigen Meister
einrechnet, am größten in Betrieben mit 6 bis 10 Personen; schaltet
man die Meister dagegen aus, so zeigt sich deutlich, daß in den
kleinsten Betrieben die Lehrlingshaltung am größten ist. In den Betrieben
 mit weniger als 5 Personen kommen auf je 100 Arbeiter
rund 15 Lehrlinge, in den Betrieben mit 6 bis 10 Personen nur noch
13, dann 12, 10 und 5, in den Betrieben mit mehr als 100 Personen
sogar nur 3. Je kleiner der Betrieb, desto größer der Anteil der
Lehrlinge.
Die meisten Maurerlehrlinge sind allerdings in den Betrieben
mit 11 bis 50 Personen beschäftigt, da diese Betriebe auch die Hauptmasse
 der Bauarbeiter beschäftigen. An zweiter Stelle folgen die
Betriebe mit 51 bis 200 Personen, wo 30 % aller Lehrlinge tätig sind.
Die genaue Verteilung der beschäftigten Personen und der Lehrlinge
auf die einzelnen Betriebsgrößen zeigt die folgende Uebersicht:
Betriebsgröße Beschäftigte Personen Maurerlehrlinge
5 Persone-” 53674 — 8577 4586 — 8,0 %
61 882 nn 6336 — 11,0
271 749 Bd 26908 — 46,1 ,;
193 493 30,5 17276 = 30,0 ,,
49894 - 7,9 2470 =. 43
_:... 4018 — 0,6, 98 — 01,
Im Durchschnitt 634 710 = 100.0 % 57674 — 100.0 %
        <pb n="139" />
        149

3. Die Altersgliederung der Maurerin den Bezirksverbänden.


Eine Untersuchung der Alterszusammensetzung der Maurer in
den einzelnen Bezirksverbänden stößt auf die Schwierigkeit, daß die

Die Altersgliederung der Maurer (Gesellen und
Lehrlinge) in den einzelnen Bezirksverbänden.

Bezirkszerbände


Maurer
Anzahl! Anzahl?!

Von ie 100 waren — Jahre alt

unter [28 nie 20 bis |
18 | 2%

30 bis
i 40

40 bie + 40 bis | über
50 60 ! 60

Königsberg .
Stettin......
Breslau.....
Berlin. .....
Magdeburg |
und Erfurt /
Frankfurt. .
Köln und
Dortmund .
Hannover .
u. Bremen...
Tamburg ...
zostock ....
Dresden ...
Nürnberg...
München ...
Stuttgart. ...
Karlsruhe ..
Im ganzen Reich‘ 120 64”
Davon
in den Großstädten
 ......
im übrigen
Reich _

10 870
12197
35 510
38 637

10870| 7,9 °/0/6,8 °/o/29,9 /o/21,8 */o116,8 %/o!11,2 */ol6,1 %
12827/12,6 „7,7 „24,83 „120,9 „16,5 „|11,4 „|6,6
35815/14,4 „|7,4 „|25,8 „|19,2 , 16,7 „11,6 „4,9
37188111,3 „15,4 „115,5 „22,8 „'20,4 „ 15,5 „9,1
71,
22,5 „118,2 „14,8
195 „117 441.

u 51.205/16,5 „(7.2 „120,4 „119.2 ..
38 248) 35 591/14,8 „16.0 „120,8 „118,4
74.838112,5 „|7,1 „28.1 „117,0 ..
85 939/17,2 „ I7.2 „ lo,3 „19,0 „18,4 „11.7 „16,2,
13498111,5 „|4,9 „|15,9 „|24,6 „120,0 „13,7 „|9,4 „
5.148/12,7 „16,0 „18,7 „ 226 , 65 „114,7 „19,0
87748/11,9 „6,8 „22,9 „ 14,3 „118,4 „16,9 „|8,8 ,
1784918,9 „8,7 „26,7 „16,5 je » 1L0 „41,
18098] 8,4 „16,6 jan „116,3 „117,8 „112,9 „5,4 ,
12867/15,0 „|7,8 „124,9 [15,5 » 204 „11,8 „4,6,
21677'14,2 „17.7 „126,0 „118,9 „120,6 „112,8 „14,8
480 648' 18.5 %/ol6,9 %/n!23.4 %/0118.3 °/0118.8 %0l12.9% 16 20

L6 947|
5148
37 743)
17423
16 119)
14 565
20 894

10,0 „5,1 „I19,4 „lı7,5 „21,7 „l17.2 „9.1 ;
has „7.2 „24,3 „18.5 „l18,3 „lı21 I N

51 ana

Angaben über das Alter von der amtlichen Berufsstatistik nur für die
Provinzen und Länder nachgewiesen werden. Es sind daher die den
Bezirksverbänden ungefähr entsprechenden Gebiete zusammen-1

 Im Gebiet des Bezirksve:bandes.
? Im Gebiet der annähernd entsprechenden Dolitischen Bezirke.
        <pb n="140" />
        143

gestellt worden, wobei in einigen Fällen, in denen die Abgrenzungen
allzu stark voneinander abwichen, Bezirksverbände zusammengefaßt
werden mußten, nämlich Magdeburg und Erfurt, Köln und Dortmund,
Hannover und Bremen. In der nachstehenden Tabelle sind daher
in der ersten Spalte die genauen Zahlen für die Bezirksverbände
angegeben und in der zweiten Spalte die Zahlen für die annähernd
entsprechenden politischen Bezirke aufgeführt. Die Angaben über

18-20 *
ALTER BB 20 - 50 UBER 80

REICH IM GANZEN
GROJ STÄDTE
REICH OHNE GROM-STE
BEZIRKSVERBÄNDE :
HANNOVER U. BREMEN
MAGDEBURG U. ERFURT
STUMNGART
FRANKFURT
BREILAU
KARLSRUHE
NÜRNBERG
ROSTOCK
STETTIN
KÖLN U. DORTMUND
DRESDEN
HAMBURG
BERLIN
MÜNCHEN
KÄNIGIBERG
Schaubild 36. Die Altersgliederung der Maurer
(Gesellen und Lehrlinge) in den Bezirksverbänden.

=
— '

AL

die Altersgliederung beziehen sich — genau genommen — nur auf
die zweite Spalte. Bei den geringen Unterschieden der Zahlen in
Spalte 1 und 2 wird man die Ergebnisse aber auch als repräsentativ
für die Bezirksverbände ansehen können.
        <pb n="141" />
        144

Der Anteil der Maurerlehrlinge und der jugendlichen Gesellen
an der Gesamtzahl der Maurer ist am größten in den Bezirksverbänden
 Hannover/Bremen, Magdeburg/Erfurt; hier ist nahezu ein
Viertel aller Maurer unter 20 Jahre alt. Der Anteil ist am niedrigsten
 im Bezirksverband Königsberg, wo nur wenig mehr als 14 % der
Maurer das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. An zweiter
Stelle steht München mit 15 %, dicht darauf folgen die großstädtischen
Bezirke Berlin und Hamburg, wo der Anteil der Jugendlichen nicht
ganz 17 % beträgt, sowie Dresden mit etwa 19%. In den drei letztgenannten
 Bezirken ist umgekehrt der Anteil der über 50jährigen
Maurer an .der Gesamtzahl verhältnismäßig hoch. Er beträgt im
Bezirk Dresden 25,7 %, in Berlin 24,6 %, in Hamburg 23,1 %.
Vergleicht man die Zahl der älteren Maurer mit der Zahl der
Gesellen im Alter von 20 bis 50 Jahren, so kommen im Reichsdurchschnitt
 auf je 100 Gesellen im mittleren Alter 32 ältere Maurer (über
50 Jahre). In den Großstädten ist das Verhältnis sogar 100 :45. Für
die einzelnen Bezirksverbände ergeben sich folgende Verhältniszahlen
 für die auf je 100 Gesellen mittleren Alters entfallenden
Maurer über 50 Jahre:
Dresden ..... 46
Berlin. .... ‘9%
Rostock. .... 2.
Hamburg ......38
Magdeburg/Erfurt 36

München. ..... 27
Stuttgart ......27
Königsberg .... 25
Köln/Dortmund . . 25
Nürnberg .....24
Die Gründe der verschiedenen Alterszusammensetzung der
Maurer in den Bezirksverbänden sind nicht so leicht zu übersehen;
sie stehen sicherlich im Zusammenhang mit der Altersgliederung der
gesamten erwerbstätigen Bevölkerung des betreffenden Gebiets. So
pflegen in Zuwanderungsgebieten die mittleren Altersklassen verhältnismäßig
 stark vertreten zu sein, Dies trifft zum Beispiel für die
Bezirke Köln/Dortmund zu; hier ist die Zahl der älteren Maurer im
Verhältnis zur Zahl der Maurer in den mittleren Jahren verhältnismäßig
 gering. Wenn sich ähnliche Verhältniszahlen auch für vorwiegend
 ländliche Bezirke mit größerer Abwanderung — zum Beispiel
 für Südbayern, Ostpreußen und Pommern — ergeben, so dürfte
dies darauf zurückzuführen sein, daß in den ländlichen Gebieten
verhältnismäßig viele Personen noch nach Beendigung des 18. Lebensjahres
 in die Lehre eintreten. Andere wieder scheiden vor Beendigung
 des 50. Lebensjahres aus dem Baugewerbe aus, weil sie sich

Hannover/Bremen 31
Steitin. .......29
Karlsruhe .....29
Frankfurt .....28
Breslau ....... 27
        <pb n="142" />
        ‘45

dann auf die bis dahin nebenberuflich betriebene Landwirtschaft
beschränken. Dadurch sind die mittleren Jahrgänge verhältnismäßig
stärk besetzt und der Anteil der Aelteren sinkt. Eine Unterscheidung
nach städtischen und ländlichen Verhältnissen kann annähernd —
nämlich für die Großstädte und für das übrige Reichsgebiet — vorgenommen
 werden; es zeigt sich dabei deutlich, daß in den Großstädten
 der Anteil der über 50jährigen wesentlich größer ist als in
den kleinen Städten und auf dem Lande, und zwar sowohl auf Kosten
der mittleren als insbesondere auch auf Kosten der jüngeren Altersklassen.
 Der Anteil der Jugendlichen beträgt in den Großstädten nur
15 %, in den übrigen Gebieten dagegen mehr als 21 %. Diese Zahlen
weisen deutlich auf die allgemein stärkere Lehrlingshaltung in den
Klein- und Mittelstädten hin, wo ein großer Teil der später in die
Großstädte abwandernden Facharbeiter ausgebildet wird.

c) Die Bau-Werkmeister.

Der Aufgaben- und Wirkungskreis des Werkmeisters verlangt
eine Fülle technischer Kenntnisse und vor allen Dingen Erfahrungen.
Es ist daher selbstverständlich, daß die jüngeren Jahrgänge unter
den Werkmeistern nur in geringer Zahl vertreten sind und daß das
Schwergewicht bei den mittleren und höheren Altersgruppen liegt.

Altersgliederung der Bau-Werkmeister und der
Werkmeisterinder Industrie.

Altersklasse

Bau-Werkmeister
und Poliere

Unter 25 Jahren ......
25—830 Jahre... .....
30—40
40—50 2.
50—60 x
60—65 nk
6— 70 ee
über 70 Jahre ........
Zusammen rund ...| 23000 |100.0 %

Anteilder
Bau-Werk-


an derGesamtzahl


Werkmeister
überhaupt

8,8 %
9,3 »”
10,2
11,1
11,1
9,5
8,8
66m
‚220.000 |100.0 % | 10,5 %

5720 |
17160 |
52 580
70 400
52 360
12 760
6 380
2 640

2,6 %
7,8
23,9
32,0
23,8 „
58
2,9
12

Das Baugewerbe.
        <pb n="143" />
        146

Nur etwa 9 % aller Bau-Werkmeister haben also das dreißigste
Lebensjahr noch nicht vollendet, das sind weniger als bei der Gesamtzahl
 aller in Industrie und Handwerk tätigen Werkmeister, bei
denen 101% % jünger als 30 Jahre sind. Die Altersjahrgänge der
30- bis 60jährigen umfassen mit 82,4 % die Hauptmasse aller Werkmeister,
 das sind wiederum mehr als bei der Gesamtzahl, bei der nur
knapp 80 % auf diese Altersklassen entfallen. Besonders die Gruppe
der 40- bis 50jährigen ist bei den Bau-Werkmeistern — wie auch das
Schaubild zeigt — sehr stark besetzt. Mehr als ein Drittel aller Bau-Werkmeister
 stehen in diesem Alter. Auch auf die Gruppe der
50- bis 60jährigen Bau-Werkmeister kommt noch mehr als ein Viertel
der Gesamtzahl. Mit zunehmendem Alter scheiden dann die Bau-Werkmeister
 schneller aus dem Berufsleben aus als ihre Kollegen
in andern Gewerbezweigen; während von den 50- bis 60jährigen
Werkmeistern noch 11,1 % Bau-Werkmeister sind, sinkt deren Anteil
bei den 60- bis 65jährigen auf 9,5% und wird in den höheren Altersgruppen
 noch geringer.
Ein Versuch, die zukünftige zahlenmäßige Entwicklung der Bau-Werkmeister
 — ähnlich wie dies für die Maurer geschehen ist — zu
berechnen, ist deshalb schwer durchführbar, weil der Werkmeisterberuf
 noch vielfach Zuzug von älteren Angehörigen anderer Baurn


JAHRE

PC

IL

JAHRE

70

4200

LO
bo

SC

ie

al

7800

5350

30

A F

EL

1600
i— nd =
| soo! -

30 -

Schaubild 37. Der Altersaufbau der Bau-Werkmeister.
        <pb n="144" />
        47

arbeiterberufe erhält und die verhältnismäßig geringe Besetzung der
jüngeren Altersklassen (unter 40 Jahren) natürlich keine Schlüsse auf
mangelnden Nachwuchs zuläßt. Geht man von der Voraussetzung aus,
daß die Gruppe der 40- bis 50jährigen keinen Zuzug mehr erhält und
daß für sie ebenfalls die allgemeinen Sterbenswahrscheinlichkeiten
gelten, so dürfte der Bestand von 7800 Bau-Werkmeistern, die im
Jahre 1925 im Alter von 40 bis 50 Jahren standen, bis zum Jahre 1935,
also im Laufe von 10 Jahren, auf etwa 7000 zusammenschmelzen. Die
Zahl der dann 50- bis 60jährigen Bau-Werkmeister wäre mit 7000 Personen
 nicht unerheblich größer als:der Bestand der gleichen Altersgruppe
 im Jahre 1925, der nur rund 5800 Personen aufwies. Die
starke Zunahme bei den älteren Berufsangehörigen ist also auch bei
den Bau-Werkmeistern zu erwarten.

Die Altersgliederung der Bau-Werkmeister in den
einzelnen Bezirksverbänden.
. Von je 100 waren — Jahre alt On
50bis | über
60 60

C

ie

x
€
“
„R.

‘/

Lö
L6
7
18,

Königsberg......
Stettin ..........
Breslau .........
Berlin 10..000000
Magdeburg und |
Erfurt.........)
Frankfurt .......
Köln und )
— Dortmund ....-Hannover
 und
— Bremen .......,
Hamburg........
Rostock .........
Dresden ........
Nürnberg........
München ........
Stuttgart ........
Karlsruhe .......
Im ganzen Reich... |23000| 9,3% | 23,2 %

904
766 |
2266
9 522

23,8%
23,0 „
26,85
20,7

252

22.9 ,

222,
28,2
17,5
19,6
20,6
21,5
228 .

33,1 %
31,2
82,7
351.

81,3

345

35.4

131,7

34,0
22,8
33,6
36,1
34,2
34,6
34.7 ..

33,8%

24,6 %
25,9
24,4 ,
27,7

10,9 %
11,0
7,8 ”
10,3
10,2 „
8,9 ”
5,5 ”

24.1 ,,

26,4 ,,

20,6 „,

102 „
10,2
18,9
10,1
8,2 ”
7,8
7,1
65
125.2% | 85%
        <pb n="145" />
        148

Die Altersgliederung der Werkmeister in den einzelnen Bezirksverbänden,
 die aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich ist, zeigt,
daß der Anteil der jüngeren Werkmeister im Alter von unter
10 Jahren zwischen 24,6 % im Bezirksverband Dresden und 38,5 % in
jen Bezirken Köln/Dortmund schwankt.

ALTER -30 30-40 40-50
REICH IM GANZEN
GROSS -STÄDTE
REICH OHNE GROJF- =
BEZIRKSVERBÄNDE :
HAMBURG
BERLIN
DRESDEN
FRANKPURT
KÖNIGIBERG
HANNOVER U. BREMEN
BRESLAU
STETTIN
MAGDEBURG U. ERFURT
MÜNCHEN
KARLIRUME
NÜRNBERG
KÖLN U. DORTMUND
ROJTOCK
STUMN GCART

BE *

-e

Schaubild 38. Die Altersgliederung der Bau-Werkmeister
in den Beszirksverbänden.

Ordnet man die Bezirksverbände nach dem steigenden Anteil
der jüngeren Jahrgänge, so kommt man zu der in dem beigegebenen
Schaubild niedergelegten Reihenfolge. Den geringsten Anteil jüngerer
 Bau-Werkmeister haben die Bezirksverbände Dresden, Berlin,
Hamburg, also Gebiete mit starkem städtischen und großstädtischen
Einschlag, darauf folgen Frankfurt, Nürnberg, München, Königsberg,
        <pb n="146" />
        '49

Stettin und Hannover, Bremen mit etwa 30 bis 33 % jüngeren Werkmeistern.
 Den höchsten Anteil der jüngeren Bau-Werkmeister, also
das niedrigste Durchschnittsalter, haben die Bezirke Köln/Dortmund,
in denen sicherlich die Zuwanderung zu einer gewissen Verjüngung
beigetragen hat, und bei allerdings kleinen Grundzahlen die Bezirke
Stuttgart und Rostock mit ihrem ausgeprägt ländlichen Charakter.

d) Die Betonbaufacharbeiter.

Wie schon an anderer Stelle dieser Schrift ausgeführt worden
ist, hat die amtliche Berufsstatistik als Betonbaufacharbeiter nur diejenigen
 Arbeiter zählen können, die sich mit einer entsprechenden
Bezeichnung in die Haushaltungslisten eingetragen haben. Man ist
so auf eine Zahl von nur 8922 Betonbaufacharbeitern gekommen.
Auch die Altersgliederung und die Lehrlingsirage können daher nur
für diesen Kreis erörtert werden.
Wie das Schaubild und die Tabelle zeigen, ist die Zahl der unter
25 Jahre alten Betonbaufacharbeiter und -lehrlinge nur sehr gering.
Auf diese jugendliche Altersgruppe entfallen nur 6,5 % der Gesamtzahl,
 während zum Beispiel bei den Maurern über 20% zu der
gleichen Altersklasse gehören. Dieser Umstand ist darauf zurückzuführen,
 daß der in der modernen Baumethode mehr und mehr an
Boden gewinnende Betonbau seine Arbeitskräfte zum Teil aus andern
Berufen (zum Beispiel Maurer) übernimmt und daß die Regelung der

Altersgliederung der Betonbaufacharbeiter im
Reichundin den Großstädten.

Altersklassen

Im ganzen Reich

Davon in
Großstädten

Unter 20 Jahren .
20—25 Jahre
25—30
30—40
40—50
50—60
60—65
65—70
über 70 Jahre .

65% 181 | 43%
19,5, 680 161,
18,6 „ 666 15,7
28,3 „ 1017 24,0 ,
18,6 „ 988 2338
10,6, 552 13,0,
22, 2112 27,
05 31 0,7»
02 9 0,2
Zusammen... | 8922 |100,0 % | 4236 |100,0 %
        <pb n="147" />
        0

Lehrlingsausbildung im Betonbaufach im Jahre 1925 noch in den Anfängen
 steckte. Das Schwergewicht der Betonbaufacharbeiter liegt
bei den 20- ‚bis 30jährigen; diese 10 Jahrgänge umfassen eben 38 %
der Gesamtzahl, auf die nachfolgenden Jahrgänge der 30- bis 40jährigen
 kommen etwas mehr als 23 % der Gesamtzahl, auf die 40- bis
50jährigen nur noch knapp 19% aller Betonbaufacharbeiter. Die
ältesten Jahrgänge sind, da es sich um einen verhältnismäßig jungen
Beruf handelt, verhältismäßig schwach besetzt. Auf 100 Betonbaufacharbeiter
 im Alter von 20 bis 60 Jahren kommen nur 3, die älter
als 60 Jahre sind. Die entsprechende Rechnung bei den Maurern
ergibt ein Verhältnis von 100 zu 6, der Anteil der Aelteren ist dort
also doppelt so groß.
Die Uebersicht läßt ferner erkennen, daß die Betonbaufacharbeiter
 in den Großstädten durchschnittlich in einem höheren
Lebensalter stehen als in den Klein- und Mittelstädten und auf dem
Lande. Auf die Altersgruppen der Dreißig- bis Sechzigjährigen entfallen.
 in den Großstädten 60,3 % der Gesamtzahl, im übrigen Reich
dagegen nur 45,9 %, Umgekehrt sind in den Großstädten die jüngeren
Betonbaufacharbeiter bis zu 30 Jahren schwächer vertreten; sie
stellen nur 36,1 % der Gesamtzahl, während im übrigen Reich 51,8 %

x
LAHRF

x
JAHRE

vr’

LO

[93]

0

956

5

ME

1663

YO

MY

2085

0

16753
1740
54%0

30.

Schaubild 39. Der Altersaufbau der Betonbaufacharbeiter.

176

76_
        <pb n="148" />
        31

aller Betonbaufacharbeiter in dem gleichen Alter stehen. Der Anteil
der über 60 Jahre alten Betonbaufacharbeiter beträgt in den Großstädten
 3,6 % der Gesamtzahl, in den übrigen Gebieten nur 2,3 %.
Bei der raschen Ausbreitung und der Zukunft des Betonbauwesens
 wird man aus den vorhandenen Zahlen keine Schlüsse auf die
voraussichtliche Entwicklung der Betonbaufacharbeiterzahl ziehen
können.
Die Zahl der Betonbaufachlehrlinge ist durch die gewerbliche
Betriebszählung mit rund 600 festgestellt worden. Die Lehrlinge sind
hier älter als in manchen andern Bauarbeiterberufen; denn die Zahl
der unter 20jährigen Betonbaufacharbeiter und -lehrlinge beträgt
nach der Berufszählung nur 540 Personen. Rechnet man mit der
Zahl von 600 Lehrlingen, so kommt auf etwa 14 Facharbeiter jeweils
1 Lehrling. Der Anteil der Lehrlinge ist also sehr viel kleiner als
bei den Maurern, bei denen schon auf 5 bis 6 Gesellen 1 Lehrling
entfiel. Die Gründe hierfür liegen, wie schon erwähnt, in der noch
etwas ungeklärten Ausbildungsregelung der Betonbaufacharbeiter, die
sich nur zum Teil aus den Lehrlingen, zum Teil aber auch aus
erfahrenen und geübten angelernten Kräften rekrutieren.

Die Verteilung der Lehrlinge auf die einzelnen
Betriebsgrößen.

Betriebsgröße

Personen

Bis5 .......-.
6— 10....
11— 50....
51— 200....
201—1000 ....
über 1000 ....
Zusammen...

Betriebe

Beschäftigte
Personen

Lehrlinge

Auf 100 beschäftigte

Personen
entfallen
Lehrlinge

241
212
502
225
An

18,2 %
16,0 ,,
15,5 ”
17,0 „
3,0 „
0.5

787
1689|
14545
21340
14.000’
3.437

1,4 %
3,0 ”
26,1 ”
38,2 „
25,1
62

21
41
271
221
47

3,5%
6,8 ”
45,1
36,8 „
7.8 E13

2,7
2,5
1,9
1,0
0,3

1323

100.0 % | 55 798 | 100.0 % | 601 1100.0%| 1.1

Bei der Beurteilung der Betriebsgrößengliederung ist zu bedenken,
 daß als Betriebe hier auch Teile größerer Unternehmungen
gezählt sind. Die Zählung nach sogenannten „örtlichen Einheiten“
hat nur 427 Betriebe mit 20 204 beschäftigten Personen ergeben, die
        <pb n="149" />
        152

größere Zahl von Betonbaufacharbeitern ist also in den Teilbetrieben
der großen Bauunternehmungen beschäftigt. Die Hauptmasse der
Lehrlinge, nämlich mehr als vier Fünftel, ist in den Betrieben mit
11 bis 200 Personen tätig, trotzdem diese Betriebe nur etwa zwei
Drittel des gesamten Personals in sich vereinigen. Der Anteil der
Lehrlinge an der Gesamtbelegschaft ist auch hier in den kleinsten
Betrieben am höchsten; er sinkt von 2,7 % mit zunehmender Betriebsyröße
 auf 0,3 %.

e) Die Putzer und Stukkateure.
Die Nachweisungen der amtlichen Berufsstatistik fassen die Putzer
und Stukkateure in einer Zahl zusammen und lassen keine Trennung
der beiden Gruppen zu, doch dürften die Ergebnisse der Altersgliederung
 in erster Linie die Verhältnisse bei den Stukkateuren
widerspiegeln.

In der Alterszusammensetzung der Putzer und Stukkateure fällt
die verhältnismäßig starke Besetzung der Altersgruppen zwischen
410 bis 50 Jahren auf. Das Schaubild zeigt, daß bei der Zurechnung
der Selbständigen die durchschnittlich auf einen Altersjahrgang
zwischen 40 und 50 Jahren entfallenden Putzer und Stukkateure

Die Altersgliederung der Putzer und Stukkateure.

Altersklassen

Unter 16 Jahren.
16—18 Jahre....
18—20 2.0...
20—25 » 0...
25—30 ‚
30—40
10—50 2.0
50—60 2...
S0—65 2 0004
65— 70° 000
über 70 Jahre...
Zusammen... .|

Gesellen
und
Lehrlinge

Selbständige
Meister

Gesamtzahl der
Meister, Gesellen
und Lehrlinge

1169
L275
1 360
2.912
2235
4231
4 660
2 906
571
267
107

5,4 %
5,9
6,3 ,,
13,4
10,3
10,5
21,5
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4,6 %
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100,0 % | 25 664 [100,0 %

60|
206
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393
177
87
45

21 693
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        pr

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LEHRLINGE 6
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JAHRE

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'-ann“



R

re

Schaubild 40. Der Altersaufbau der Putzer und Stukkateure.

absolut etwa ebenso groß ist wie in den untersten Jahrgängen
zwischen 14 und 25. Diese Tatsache erklärt sich wohl zum Teil
daraus, daß Maurer, die sich zu Putzern spezialisiert haben, die
höheren Altersgruppen verstärken; in der Hauptsache dürfte hierin
jedoch eine gewisse Ueberalterung des Stukkateurberufs zu sehen
sein. Im Zusammenhang mit einer veränderten Geschmacksrichtung
in der Bauweise dürfte der Nachwuchs in diesen Berufen geringer
geworden sein. Auf die Gruppe der Lehrlinge und Jugendlichen
entfallen 17,6 % der Gesamtzahl; bei den Maurern entfiel auf die
gleiche Altersgruppe ein Anteil von 20,4%. Die drei Jahrzehnte
umfassenden Altersgruppen der Zwanzig- bis Fünfzigjährigen sind,
wenn man zehnjährige Altersklassen bildet, annähernd gleich stark
besetzt;
auf die 20—30jährigen entfallen 23,7 % der Gesamtzahl
+ ” 30—40 ” ” 19,5 ” ” ”
„ 40—50 215 2 .

Die Gruppe der 50- bis 60jährigen Gesellen umfaßt noch 13,4 %,
die der über Sechzigjährigen noch 4,3 % der Gesamtzahl. Der Anteil
der über 50 Jahre alten Gesellen am Gesamtbestand ist mit 17,7 %
also geringer als der Anteil der gleichaltrigen Maurer an der Maurerzahl,
 der 19,1. % beträgt.
        <pb n="151" />
        154

Versucht man auf Grund der Alterszusammensetzung im Jahre
1925 die zukünftige Altersstruktur der Putzer und Stukkateure (einschließlich
 der selbständigen Meister) zu berechnen, so kommt man
zu den folgenden Ergebnissen.
Die voraussichtliche Zahl der Putzer und Stukkateure beträgt:
Altersklasse 1925 1935 1945
20—30 Jahre 5413
30—40 3189 5191 #s
40-—50 , 6205 4904 14905
50—60 3799 5560 4394

Von einer Schätzung von Nachwuchszahlen ist wegen der Unübersichtlichkeit
 der Verhältnisse Abstand genommen worden. Für
die mittleren Altersgruppen zeigt sich, daß die Zahl der Dreißigbis
 Vierzigjährigen im Jahre 1935 etwas größer sein wird als 1925;
die Zahl der Vierzig- bis Fünfzigjährigen wird dagegen sowohl im
Jahre 1935 als auch im Jahre 1945 nicht unbeträchtlich kleiner sein
als in den letzten Jahren. Dagegen wird die Zahl der Fünfzig- bis
Sechzigjährigen bis zum Jahre 1945 hier erheblich größer sein als
1925; im Jahre 1935 wird hier jedoch ein gewisser Höhepunkt überschritten
 werden.
Die Feststellung der Lehrlingszahl im Putzer- und Stukkateurgewerbe
 ist deshalb besonders schwierig, weil die Betriebszählung
die Stukkateure für sich gezählt hat und so nur zu einer Zahl von
1546 Lehrlingen kommt, während die Berufszählung in der Altersgruppe
 unter 18 Jahren für Putzer und Stukkateure zusammen etwa
900 Personen mehr festgestellt hat. Die Verteilung der Lehrlinge
auf die einzelnen Betriebsgrößen kann daher nur für die 1546 von
der Betriebszählung nachgewiesenen Stukkateurlehrlinge vorgenommen
 werden.

Die Lehrli
Betriebsgröße
nach
beschäftigten
Personen

nge im Stukkatevr-und Ginrer

-werbe.

Betriebe

Beschäftigte
Personen

Lehrlinge

Auf 100 beschäftigte

Personen
entfallen
Lehrlinge

Bis 5 Personen 33,6%, 10,6 %
6—10 26,4 10,2 ,,
11—50 835,0, 74
über 50 „ __ _ „30 B3y
Zusammen ... 12 864 '100,0 % | 20.028 |100,0 %| 1546 1100.0% | 8.4 %

1.1
        <pb n="152" />
        155

Auch hier zeigt sich, daß der Anteil der Lehrlinge mit zunehmender
 Betriebsgröße sinkt. In den Betrieben mit bis zu 5 Personen
 entfallen nicht ganz 11 % aller Beschäftigten auf die Gruppe
der Lehrlinge, in den Betrieben mit 11 bis 50 Personen nur noch 7,4 %,
in den großen Betrieben sogar nur noch 3,3 %. Mehr als ein Drittel
der Lehrlinge — genau 35 % — lernt in den Betrieben mittlerer
Größe (11 bis 50 beschäftigte Personen), ein weiteres Drittel (33,6 %)
entfällt auf die kleinsten Betriebe. Von den restlichen 31,4% kommen
26,4 % auf die Betriebe mit 6 bis 10 Personen, der Rest von 5% auf
die Großbetriebe.

Die Altersgliederung der Putzer und Stukkateure
(Gesellenund Lehrlinge) in den einzelnen Bezirksverbänden.


Bezirksverbände


Putzer und
Stukkateure

Königsberg
Stettin......
Breslau ... |
Berlin......!
Magdeburg |
"u. Erfurt .)
Frankfurt. , .
Kölnund }
{ Dortmund)
iHannover |
"u. Bremen/
Hamburg ...
Rostock ....
Dresden ....
Vürnberg...
München ...
Stuttgart. ...
Karlsruhe ..

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177
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1660] 1557
7240| 7594

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422° 383!
5335| 5281
14 14°
8701| 370'
[100° 1116'
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1880 4681
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Großstädten . 3] 75738 |
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18 2 ı 30

29 bis ! 40 bis |
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über
60

3,8 %| 3,9 %| 34,6 %! 25,0 %| 17,8 A 15,4 %
15,1 „11,9, 118,9, | 15,1 „| 18,9 „124,5 ,,
11,9 | 4,0 | 15,8 „ler. 169 [208
2,7 „12,2 „110,6 „18,7 130,1 „126,1 |

5,6 %
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12,0 „16,4 ,,
12,3 „16,0
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25.5. 121.1, 120.3 „114,3

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13.4 %! 4,3 %

| 6,7. 18,6, | 16,5 | 19,6, 26,7, 19,9, 7,0,
13,8 ”- I 7,7 4 27,6 ” 19,4 ” 18,7 ” 9,9 93 2,9 55

1 Im Gebiet des Bezirksverbandes,
2 Im Gebiet des annähernd entsprechenden politischen Bezirks.
        <pb n="153" />
        156

Die Altersgliederung in den einzelnen Bezirksverbänden läßt
aüch bei den Putzern und Stukkateuren ähnliche Unterschiede erkennen
 wie bei den übrigen Berufen.
Läßt man die Bezirksverbände Königsberg, Stettin und Rostock
wegen der allzu geringen Grundzahlen außer Betracht, so ist der
Anteil der Jugendlichen und Lehrlinge unter 20 Jahren weitaus am
höchsten im Bezirk Stuttgart mit 24,5 %; es folgen Karlsruhe mit
20,8 % sowie Magdeburg und Erfurt mit 18,4 % und Frankfurt mit
18,3 %. Die jugendlichen Altersgruppen sind am schwächsten vertreten
 in Berlin, Hamburg und Dresden, wo die Anteile nur 5 bis 8 %
der Gesamtzahl erreichen. Der Anteil der über Fünfzigjährigen ist in
diesen Gebieten entsprechend groß, aber auch Breslau hat bei fast
16 % unter 20 Jahre alten Putzern und Stukkateuren einen sehr hohen
Anteil älterer Gesellen. Der Anteil der über Fünfzigjährigen betrug
im Bezirk Berlin ..... 35,7 % der Gesamtzahl
Dresden ... 31,0, »
Breslau.... 29,9, a
Hamburg .. 284, ws

Dagegen erreicht der Anteil der Aelteren in den Bezirken Karlsruhe,
 ‚Stuttgart und Magdeburg/Erfurt nur etwa 13 % der Gesamtzahl
Die Ursachen hierfür dürften in ungefähr der gleichen Richtung zu
suchen sein wie bei den Maurern; denn auch hier finden sich die
charakteristischen Unterschiede von Großstadt und Land oder Mittelund
 Kleinstadt. Auch bei den Putzern und Stukkateuren treten in
den Großstädten die höheren Altersgruppen, im übrigen Gebiet die
jüngeren Altersgruppen stärker hervor; es beträgt der Anteil der
Putzer und Stukkateure:
Unter 20 Jahren .. 10,3% in den Großstädten, 21,5 % im übrigen Reich
20—50 Jahre..... 62,8, „ ” 65,7, ” »
Ueber 50 Jahre... 26,9, „ » 128, ” »
Zusammen. ..100.0% in den Großstädten, 100.0% im übrigen Reich

1) Die Glaser.

Die Altersgliederung der Glasergesellen und der Glasermeister
ergibt sich aus der nachstehenden Uebersicht:
        <pb n="154" />
        57

Die Altersgliederung der Glaser.

Altersklassen

Gesellen
und Lehrlinge

Selbständige
Glasermeister

Gesamtzahl der
Meister, Gesellen
und Lehrlinge

Unter 16 Jahren ... 8,9 %
16—18 Jahre Hm Zyt wı
18—20 00000 5,9 s
20—25 8,5
25—830 8,4:
30—40 18,1
40—50 19,2 ,s
50—60 14,4
50—65 4,9
65—70 es 2,6
Ueber 70 Jahre. . 2,0 5
Zusammen... J 13446 | 100,0 % |8279| 100.0 % | 21725 |100,0 %

Das Bild der Alterspyramide der Glasergesellen und -lehrlinge
ist durch den breiten Unterbau gekennzeichnet. Die Zahl der Lehrlinge
 und Jugendlichen ist im Verhältnis zur Zahl der Gesellen im

JAHRE
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GESELLFN UND
LEHRLI:

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Schaubild 41. Der Altersaufbau der Glaser.

5
        <pb n="155" />
        XQ

Alter von über 20 Jahren außerordentlich hoch. Von der Gesamtzahl
sind 35,4 %, also mehr als ein Drittel, unter 20 Jahre alt, oder anders
ausgedrückt, auf je 2 Gesellen kommt 1 Lehrling oder ein Jugendlicher.
 Bei den Maurern entfielen nur 20,4.% auf die Lehrlinge und
Jugendlichen. Die geringere Zahl von Gesellen mittleren und höheren
Alters erklärt sich allerdings zum Teil daraus, daß die Zahl der
selbständigen Glasermeister verhältnismäßig groß ist und die Lehrlinge
 und Jugendlichen auch den Nachwuchs künftiger Meister enthalten.
 In der Altersgruppe der über Vierzigjährigen ist die absolute
Zahl der Meister größer; von 50 Jahre alten sogar doppelt so groß
wie die der Gesellen. Betrachtet man den Altersaufbau der Gesellen
für sich allein, so schrumpft die Pyramide bei der Gruppe der
Zwanzig- bis Fünfundzwanzigjährigen sehr stark zusammen, um sich
dann langsam, aber gleichmäßig zu verjüngen. Die Zahl der Glaserlehrlinge
 ist von der gewerblichen Betriebszählung mit 3192 Personen
festgestellt worden; diese Zahl bleibt etwas hinter der Zahl der
unter 18 Jahre alten Glaser zurück, die nach der Berufszählung
3475 Personen beträgt. ;

Die Lehrlingeim Glasergewerbe
Betriebsgröße
nach

beschäftigten
Personen

Betriebe

Beschäftigte
Personen

Bis5.....
8— 10.....
11— 50.....
51—200 .....

12
432
107

90,9 %
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1,8 ,,

“2437
2889
1671
181

72,4 %
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11

3

Lehrlinge

2 408
588
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x

75,4 %
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Auf 100 beschäftigte

Personen
kommen
Lehrlingze

24,0 %
25,6
12,9 ,,
2,9

159541100.0% ! 17178 | 100.0 % |31921100.0 % | 228%

Die Hauptmasse der Lehrlinge — mehr als 75 % — ist ebenso
wie die Hauptmasse aller in der Glaserei beschäftigten Personen in
den Betrieben mit bis zu 5 Personen tätig. Auf die Betriebe mit
6 bis 10 beschäftigten Personen entfallen 18,4 % der Lehrlinge, auf
die nächste: Größenklasse nur noch 6,0 %. Das Verhältnis der Lehrlingszahl
 zur Zahl der beschäftigten Personen ist in den Betrieben
bis zu 10 Personen mit rund einem Viertel der Gesamtzahl annähernd
gleich. Der Anteil der Lehrlinge sinkt mit zunehmender Betriebs-
        <pb n="156" />
        u WS

Die Altersgliederung der Glaser (Gesellen und
Lehrlinge) in den einzelnen Bezirksverbänden.
Von ie 100 waren — Jahre alt a

Bezirksvzerbände


Königsberg .,
Stettin. .....
Breslau .... |
Berlin......
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290,
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21,3 %/13,9%| 32,6 %! 12,6 %) 11,7 %|
35,2 „ 118,4 „180,7, 11,7, | 6,2,
29,6 „ /18,1 „| 26,8 „ 19 94,
19.4 „| 8,8 „| 20,5 „' 23,4 „ 116,6

5,7 %/2,2 %
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25,7 „ 19,3 „/ 34,0, 9,2,
22,1, 7,2.120,5, 17,9
32,1 3,6, 25,3, 12,9,
24,4 / 8,4 „26,9 „! 17,9
34,7 „| 9,3 „128,2 „| 13,5
27.1. 112.8 21.5.1123.

13 446

13 446

95,5 %! 9.7%| 23.5 %!| 16.6 %ı

| A 68,215, /200, 18,4, [115 (67 N
7906 | 30,0 „111,7 „124,9. | 14.2. 110.6. | 57.29.

größe. Versucht man durch die schätzungsweise Abrechnung der
selbständigen Meister eine zahlenmäßige Vorstellung von dem Verhältnis
 Lehrlingszahl zu Gesellenzahl zu gewinnen. so kommt man
zu folgendem Ergebnis:
Bis 5 Personen durchschnittlich auf 2 Gesellen 1 Lehrling
6—10 ” ” ”„ 3 „ 1 ..
11—50 . . „7

Die Lehrlingszahl ist danach also in den kleinsten Betrieben im
Verhältnis zur Gesellenzahl am größten.

1 Im Gebiet des Bezirksverbandes.
? Im Gebiet des annähernd entsprechenden nolitischen Bezirks.
        <pb n="157" />
        160 -

Die Altersgliederung in den einzelnen Bezirksverbänden 1äßt
den hohen Anteil der Lehrlinge und Jugendlichen in den Bezirken
mit stark agrarischem Einschlag erkennen. Bei einem Reichsdurchschnitt
 von 35,2 % beträgt der Anteil der unter 20 Jahre alten Glaserlehrlinge
 und jugendlichen Gesellen an der Gesamtzahl
im Bezirk Stettin .........48,6%
Nürnberg . ‚;. 45,7
Rostock ....,. 45,0
Stuttgart. ..... 44.0
Breslau ........42,7 ,
dagegen im Bezirk Hamburg .......27,9%
% „ Berlin .........27,7,
»„ Köln, Dortmund . . . 25,9,
Das entsprechende Bild ergibt sich für den Anteil der älteren,
über 50 Jahre alten Glasergesellen, der in Stettin, Rostock, Breslau,
Stuttgart und Königsberg nur etwa 3 bis 8 % beträgt. Die Ursachen
der unterschiedlichen Altersgliederung dürften auch hier in erster
Linie darin zu suchen sein, daß in den ländlichen Gebieten die
kleinen Betriebe vorherrschen. Die auf dem Lande herangebildeten
Gesellen können entweder selbständig einen Betrieb übernehmen
oder sie wandern in die Städte ab. Die Zahl der älteren Gesellen
ist daher auf dem Lande verhältnismäßig viel niedriger als in den
Städten, wie die folgende Gegenüberstellung für die Großstädte. und
das übrige Gebiet zeigt.
Von der Gesamtzahl der Gesellen und Lehrlinge standen
im Alter von Großstädte Uebriges Gebiet
unter 20 Jahren .... 25,9.% 41,7%
20 bis 50 „0 57,9 49,7
über 50 16,2 8,6 ,,
Zusammen ... 100,0 % 100,0 %

as

g) Die Töpfer und Oiensetzer.
In der nebenstehenden Uebersicht über die Altersgliederung der
Töpfer und Ofenformer ist der Versuch gemacht worden, die beiden
Gruppen der Scheibentöpfer und der Ofenformer wenigstens annäherungsweise
 auseinanderzuhalten. Für die Scheibentöpfer ist der
Altersaufbau der im Wirtschaftszweig 19 der amtlichen Berufs-
        <pb n="158" />
        161

systematik nachgewiesenen Töpfer eingesetzt; für die Ofenformer
und Ofensetzer dagegen die Altersgliederung der im Wirtschaftszweig
 108 (Baugewerbe) gezählten Töpfer.

Die Altersgliederung der Töpfer und Ofensetzer.

Altersklassen

Unter 16 Jahren
16—18 Jahre. .
18—20 „
20—25 „» ..
25—30 HE
30-—40 .
40—50 $
50—60
60—65
65—70
Veber 70

Zusammen. . |

Und zwar
Ofenformer
 | Scheiund
 ben-Ofen-
 | töpfer
setzer

Gesellen und
Lehrlinge

Töpfermeister

Meister,
Gesellen und
Lehrlinze

2069: 7,5%
1673 6,0 ,
1451 52,
2472 8,9 ,
2200 8,0 ,
4567 16,5 ,
5416 19,6 ,,
4917 17,8 ,,
1720 6,2,
773 28 ,
408 1,5
18586 | 100 %| 100% | 100% | 91380 | 100% | 27 666 | 100%

2 069
1673
1451
2312
1695
2.735
2 805
2 509
794 |
349
151

11,2% 18,55% 99%
9,0 , 10,4,, 84,
7,8 „) 9,0, 70
12,5 „„ 13,5 ,, 10,4
‘9,1, 89, 82
14,8 ” 14,3 »” 14,4 ”
15,1 „ 18,6 ,, 16,6 ,
13,6 „ 11,2, 165,
43 „| 3,5, | 5,1.
1,3 „| 1,4 ” 2,6 „|
0,8 „! 0,7, 1 0,9

Vergleichen wir zunächst die Altersgliederung der Ofenformer
und der Scheibentöpfer, so zeigt sich, daß die Scheibentöpfer durchschnittlich
 älter sind. Der Anteil der Lehrlinge und der Jugendlichen
erreicht bei den Ofenformern 32,9 %, also nahezu ein Drittel der
Gesamtzahl, bei den Scheibentöpfern nur 25,3 %, also nur ein Viertel]
der Gesamtzahl. Der Anteil der über 50jährigen ist umgekehrt mit
25,1.% bei den Scheibentöpfern größer als bei den Ofenformern, von
denen nur 15,8% älter sind als 50 Jahre. Der in dem Schaubild
wiedergegebene Altersaufbau sämtlicher Töpfer zeigt den verhältnismäßig
 hohen Anteil der unter 20jährigen, die 28 % der Gesamtzahl
stellen, gegen vergleichsweise 20,4 % bei den Maurern. Die Zahl
der Gesellen im Alter von 20 bis 30 Jahren umfaßt etwa ein Fünftel
der Gesamtzahl. Die Besetzung der nächsten drei Altersgruppen,
die je 10 Jahre umfassen, ist. annähernd gleich groß. Die Gruppe der
40- bis 50jährigen Gesellen ist sogar etwas stärker als die der 30 bis

Das Baugewerhe.
        <pb n="159" />
        162

40 Jahre alten. Rechnet man auch die Meister hinzu, so sind. die
Jahrgänge zwischen 40 und 60 Jahren durchschnittlich stärker besetzt
als die zwischen 20 und 40 Jahren. Der Altersaufbau der Töpfer ist
typisch für einen überalterten Beruf. Während bei den meisten Berufen
 für die nächsten Jahre mit einer starken Zunahme in der Zahl

z
“MRE
SEJSELLEN
"9 LEHRLINGE

a. YA

JAHRE

METER

\n

2509

25065

2735

201

AS

.+n

Ann

30
125

DZ 2
Schaubild 42. Der Altersaufbau der Töpfer und Ofensetzer.

der älteren Berufsangehörigen gerechnet werden muß, ist bei den
Töpfern das Umgekehrte der Fall. Führt man die Vorausberechnung
für die Gesamtzahl einschließlich der Meister durch, so kommt man
zu folgenden Zahlen:
Voraussichtliche Zahl der Töpfer in den Jahren
Im Alter von 1925 025
20 bis 30 Jahren 1672
30 „ 40 41567 Sa
40 „ 50 .. 5416 4315 4234
50 .„. 60 4917 4853 3866

Die Zahl der Töpfer zwischen 40 und 60 Jahren wird also, vom
Jahre 1925 an gerechnet, bis zum Jahre 1935 um etwa 1150 Personen
oder um 15.4 % abnehmen und im Zeitraum 1935 bis 1945 nochmals
        <pb n="160" />
        163

um 1050 Personen oder um 17,9 % des Bestandes von 1935 zurückgehen.
 ;
Die Zahl der Töpferlehrlinge beträgt nach den Ergebnissen der
gewerblichen Betriebszählung 3488 Lehrlinge; sie ist damit etwas
niedriger als die Zahl der unter 18 Jahre alten Töpfer, die sich nach
der Berufszählung auf 3742 stellt.

Die Lehrlinge im Töpfer- und Ofensetzergewerbe.

Betriebsgröße
Beschäftigte Personen)

Retriehe

Beschäftigte
Peraanen

Lehrlinge

Bis 5Personer
6— 10
11— 50
51— 200
201— 1000

1250
551
122

30,6% 10581| 40,4% 1821| 52,2%
10,4 „ı 8752 14,8 ,, 6192| 17,5 „
8,0 „| 7355| 28,1 ,, | 745| 21,4 „
0,9 | 8214| 12,2 „| 255| 73
Al...‘ 1316| 801 351 16,

Zusammen. ..13276 | 100 % | 26 218| 100 % | 3488| 100 % |

Auf 100
beschäftigte
Personen entfallen
 Lehrlinge

20,8
19,5
11,8
8,6
44

15.3

Mehr als die Hälfte aller Lehrlinge ist in den Kleinbetrieben mit
weniger als 5 Personen tätig; auf die Betriebe mit 6 bis 10 Personen
sntfallen 17,5 %, auf die Mittelbetriebe mit 11 bis 50 Personen 21,4 %,
auf die großen Betriebe dagegen nur 8,9 % aller Lehrlinge. Das Verhältnis
 der Personalzahl zur Lehrlingszahl zeigt auch hier wieder wie
überall die gleiche Tendenz, daß der Anteil der Lehrlinge mit zunuehmender
 Beiriebsgröße sinkt.
Eine annäherungsweise Bereinigung der Personalzahlen ergibt,
daß in den Betrieben mit
bis 5 Personen durchschnittlich auf 2 bis 3 Gesellen 1 Lehrling
6— 10
11— 50
51— 200
201— 1000
antfällt.

Die Zahl der Lehrlinge im Verhältnis zur Gesamtzahl ist demnach
 in den kleinen Töpfereibetrieben weitaus am größten, wenn
auch nicht ganz so groß wie in den kleinen Glasereibetrieben.
        <pb n="161" />
        [E64

Die Altersgliederungder Töpfergesellen und Lehrlinge
 in den einzelnen Bezirksverbänden.
- Von ie 100 waren — Jahre alt
50 bis | über
60 | 60

Königsberg .
Stettin. .....
Breslau ....
Berlin, .....
Magdeburg |
| und Erfurt j
Frankfurt...
£'\Köln und }
5l/Dortmund .
10.) Hannover
1 fu. Bremen ,
12 Hamburg ...
19 Rostock ....
* Dresden....
Nürnberg...
L1€ München ...
17, Stuttgart... .
18] Karlsruhe ..

7

Im ganzen Reick
Davon
in den Groß- |
städten.......
Im übrig. Reich |

711
670
2920
3.440

711 20,4 %| 6,6% 21,1%! 19,6 %! 15,0 %
694 24,8 ,, |11,0 „, 22,8 ,, ı 14,3 ,, 18,7,
2944 /25,9 „| 7,21 19,8 ,,' 13,6, 18,8 ,,
:3408116,3 ,, | 6,3 „] 15,3 ,, 116,1, 18,0, |

10,8 %| 6,5%
9,2, 14,7,
12,7,, | 7,0,
18,9, 19.1.

17911
725 |
758 |

1798120,4,,| 7,1 „120,9. 1 18.9...

15,2,

14,9 ,, | 7,6 ,,

699 118,5 „| 6,6... 26,6
820 | 16,1 „| 7,8 ,,/ 82,0. 17,0, 15,5

10,9 ,, | 8,1 ,,

8,7 [ 29 33

500 |

581 118,4 ,, |

8,6 „| 26.0...

15,0 ,.

13,6 „1

9,8,, 18,6...

855
268 /
2 728
1290 ı
715
525
715

787 18,2,,| 5,8 „| 26,5
263 124,0 ,, | 8,4 „| 17,9,
2708 117,1, | 6,9 „| 19,5,
1.199 ]28,0 ,, (10,6 „| 25,2
771 125,8 , |11,7 „1 26,6
481 '81,5 ,, (14,6 „27,5,
777 17,6 "005 29,2.

16,4 ,,
12,8,,
15,0,
13,8
9,5 ”
8,6 ”
14,9 .,

16,8 ,,
14,9
17,8 ,,
14,4 #
10,8
8,6 „|
14.2,

18,4 ,, 18,4 ,,
18,8 „18,2,
16,8 ” | 7,9 »
9,6 „ l 3,4 ”
11,0 5,1,
5,8 ” | 3,4 &amp;gt;
9,9 » 4,0 bi
13,6 %| 6,9%

‚8 536

18 536

19,6 %! 7,8%! 21.1 %

4,7%

16.3 %

| 4 643 (Se „| 5,6 v 15,9 PC [19:8 | 194 „110,2,
13 898 215. 8,5 ,,/ 22,9 ,, | 14,5, 15,3 „| 11,6 „ | 5,7

Auch hier haben ähnlich wie bei den Glasern die vorwiegend
ländlichen Bezirke sehr hohe, die vorwiegend städtischen oder großstädtischen
 Bezirke verhältnismäßig niedrige Lehrlingszahlen. Den
höchsten Anteil haben die unter 20 Jahre alten Lehrlinge und Gesellen
 in den folgenden Bezirksverbänden:
Stuttgart .....46,1% Nürnberg .... 33,6 %
München ....37,5,, Breslau ..... 33,1 ,,
Stettin ......358,, Rostock ..... 32,4

1 Im Gebiet des Bezirksverbandes,
? Im Gebiet der annähernd entsprechenden politischen Bezirke.
        <pb n="162" />
        155

Der Reichsdurchschnitt beträgt 27,4 %, der Durchschnitt für sämtliche
 Großstädte 19,7 % und der für die Mittel- und Kleinstädte sowie
für das Land 30,0 %. Der niedrigste Anteil findet sich in folgenden
Bezirken:
Hamburg ....18,5% Köln/Dortmund 23,9 %
Berlin ......226,„ Dresden.....240,
also in den ausgesprochen städtisch orientierten Bezirken. Das umgekehrte
 Bild ergibt sich auch hier für die älteren, über 50jährigen
Gesellen, deren Anteil an der Gesamtzahl in den Großstädten 29,6 %,
in den übrigen Gebieten dagegen’ nur 17,3 % erreicht.

h) Die Brunnenbauer,
Die Altersgliederung bei den Brunnenbauern läßt erkennen, daß
der Nachwuchs an jüngeren, unter 20 Jahre alten Lehrlingen und

Die Altersgliederung der Brunnenbauer.

Altersklassen

Gesellen und
Lehrlinge

Meister

Meister,
Gesellen und
Lehrlinge

Unter 16 Jahren ......
16—18 Jahre... .....
18—20 x S
20—25
25—30
30—40
10—50
50—60
60—65
55—70 „
Deber 70 Jahre.

14%
24
3,8 ”
142
11,6
186 „
21,4
16,8 „
5,6 ”
2,8 ”
14
Zusammen. ..| 1855 | 100.0 % | 1191 | 100.0 % | 3046| 100.0 %

2,4 %
4,0
6,3 »„
21,8
15,0
17,6
15,5
11,7
3,8 59
14
05

44
74
116
432
352
565
653
513
170
5

Gesellen mit nur 12,7 % der Gesamtzahl verhältnismäßig gering ist.
Die Alterspyramide der über 20jährigen Gesellen würde das Bild
einer regelmäßigen Pyramide ergeben, in der nur der Teil der
30- bis 40jährigen Gesellen wie in allen Berufen unter den Einwirkungen
 der Kriegsverluste etwas zusammengeschrumpft wäre.
        <pb n="163" />
        '6.

Die Zahl der Brunnenbauerlehrlinge ist von der Betriebszählung
mit 171 Personen festgestellt worden.

Die Lehrlinge im Brunnenbauergewerbe

Betriebsgröße -
(Beschäftigte Personen)

Betriebe

Beschäftigte
Personen

Lehrlinge

Bis 5 Personen ....
6—10 2 2...
11— 50 „ —_—
51—200

599
98

80,4%
1.

828
mon

43,2 %
2%
17,0 |
20.5
10,0

29

52,0 %
16,4,
19,9 ,,
11,7,

”

Zusammen. . .|| 869 | 100,0 %| 4224 | 100.0% | 171 | 100.0% ı

Auf 100
beschäftigte
Personen entfallenLehrlinge


5,1%
4,0
2,8 ”
47,
42%

Mehr als die Hälfte aller Lehrlinge ist auch hier in den kleinsten
Betrieben beschäftigt. Im Verhältnis zur Anzahl des überhaupt vorhandenen
 Personals sind auch die Brunnenbauerlehrlinge am stärksten
 in den Kleinbetrieben vertreten. Der Anteil sinkt mit zunehmender
 Betriebsgröße; er liegt bei den Betrieben mit 51 bis
200 Personen allerdings wieder etwas höher, ohne daß man in Anbetracht
 der sehr kleinen Grundzahlen hieraus weitergehende
Schlüsse ziehen könnte.

) Die Kunststein- und Terrazzoarbeiter.
Für die Kunststein- und Terrazzoarbeiter lauten die Zahlen über
die Altersgliederung, die aus dem amtlichen Berufszählungsmaterial
zusammengestellt werden können, folgendermaßen:
Altersklasse Kunststein- und Terrazzoarbeiter
Unter 16 Jahren ..... 230 2,3%
16—18 Jahre 443 4,7
18—20 659 6,9
20—25 2080 21,8 ,,
25—830 1507 15,8 ,,
30—40 1762 18,6 ,,
40—50 1450 15,2,
50—60 985 10,4 ,,
50—65 265. .. 2,8,
55—70 108 . 1,1,
über 70 33 0,4 ,,
Zusammen. ... 9522 100.0 %
        <pb n="164" />
        “67

Auf den Nachwuchs der unter 20jährigen Berufsangehörigen
entfallen 13,9,% der Gesamtzahl, und auch der Anteil der älteren,
über 50 Jahre alten Berufsangehörigen ist mit 14,7 % annähernd
zleich groß. Die Hauptmasse der Kunststein- und Terrazzoarbeiter,
nämlich 71,4 %, steht im Alter von 20 bis 50 Jahren; bei der Gesamt-„ahl
 aller Bauarbeiter entfielen nur 65 % auf diese Altersgruppen.

k) Die Asphaltierer.
Die Zahl der Asphaltierer konnte nur mit Hilfe von Schätzungen
aus den Ergebnissen der Berufszählung herausgeschält werden. Die
Zahlen über die Altersgliederung können, da die in der gleichen
Position. enthaltenen Steinsetzer nicht abgesetzt werden können,
keinen Anspruch auf unbedingte Zuverlässigkeit erheben.. Trotzdem
seien die gewonnenen Zahlen hier mitgeteilt:
Altersklasse
Unter 16 Jahren ..
L6—18 Jahre
18—20
20—25
25—30
30—40
10—50
50—60
50—65
65—70
über 70 ‚,,

Asphaltierer
219 3,0%
264 30
334 4,6 ,,
1132 15,6 ,,
969 13,3
1600 22,0 „,
1323 18,2
992 13,7.
81 3,9 ,,
7 1,5 ”
+2 0,6 ,,
Zusammen .... 7266 100,0 %

Asphaltierer im jugendlichen Alter unter 20 Jahren sind — was
bei der Schwere der Arbeit erklärlich ist — verhältnismäßig selten;
sie stellen nur 11,2 % der Gesamtzahl. Am stärksten besetzt sind die
zehn Jahrgänge von 20 bis 30 Jahren, auf die fast 29 % entfallen; die
30- bis 40jährigen umfassen noch 22.% der Gesamtzahl. Ueber die
Hälfte der Asphaltierer steht also im Alter von 20 bis 40 Jahren. *

])) Die Bauhilfsarbeiter.
Die Zahlen über die Altersgliederung der Bauhilfsarbeiter
konnten nur in der begrifflichen Abgrenzung der amtlichen Berufs-
        <pb n="165" />
        168

statistik aus dieser entnommen werden. Da jedoch angenommen
werden kann, daß die Hilfsarbeiter der Maler, Dachdecker usw. keine
wesentlich andere Altersstruktur aufweisen werden als die zum
Deutschen Baugewerksbund gehörenden Hilfsarbeitergruppen, wird
man die amtlichen Ergebnisse auch auf die Zahl von 348 800 Hilfsarbeitern
 anwenden können.
Altersklasse
Unter 16 Jahren ,
16—18 Jahre
18—20
20—25
253—30
30—40 ”
40—50
50—60 „
60—65
65—70
über 70 .

Bauhilfsarbeiter
4 041 1,2 %
10513 3,0 ,,
20 592 5,9,
76 681 22,0 ,,
52 801 15,1
64922 18,6 ,,
53 923 15,5
43 649 12,5,
13378 3,8,
5 738 1,7,
2562 0,7
348 000 100,0 %

Zusammen ...

JAHRE
Pe

| 13378 ]

JAHRE

D

8

MA

43649

a

er

43923

af

A

G5SI22

19

52807

BA

76687
u

nn

g4}

Schaubild 43, Der Altersaufbau der Bauhilfsarbeiter.
        <pb n="166" />
        BO

Die Beschäftigung jugendlicher Kräfte im Alter von weniger als
20 Jahren findet sich, wie die Alterspyramide zeigt, nur in verhältnismäßig
 geringen Fällen. Nur rund der zehnte Teil der Bauhilfsarbeiter
 steht in diesem Alter. Bei den 20- bis 25jährigen ladet die
Alterspyramide breit aus; diese 5 Jahrgänge umfassen allein ein
reichliches Fünftel der Bauhilfsarbeiterschaft. Die Besetzung der
nächsten Altersklasse, die ebenfalls 5 Jahre umfaßt, ist mit 15 %
schon erheblich geringer. Die Abnahme des Anteils der einzelnen
Altersjahre setzt sich dann in langsamem Tempo fort. Erst nach dem
65. Lebensjahre erfolgt ein rascheres Ausscheiden. Die Zahl der
über 65 Jahre alten Bauhilfsarbeiter erreicht zwar immer noch
8300 Personen oder 2.4 % der Gesamtzahl.

Die Altersgliederung der Bauhilfsarbeiter in den
einzelnen Bezirksverbänden.

Bezirkaverbände

Bauhilfs-



Von je 100 waren — Jahre alt
unter | 18 bis ' 20 bis | 30 bis ’ 40 bis ! 5 bis | über
18 20 30 40 50 60 60

Königsberg .....
Stettin. ..... ..
Breslau ...... .
Berlin.........
‘Magdeburg und)
Erfurt. .... ..)
Frankfurt.......
8 Köln und )
{Dortmund .....;
vol ‚Hannover und j 36,0 1 19,5 „116,2 „18,9 „| 74
Hamburg ...... 30,9 „19,8 „119,5 „115,7 „| 8,5 ,,
Rostock ....... 29,6 „| 22,0 7 17,5 „|17,1 „| 9,4
Dresden........! 36,9 „| 20,1 „.'16,1 „|13,2 „| 7,1
Nürnberg.......' 35,5 „| 18,6 ‘17,8 „| 13,7 „1 5,0 ,,
München ...... 34,1 „, 19,9 „ 17.7 „| 15,1 „| 6,1
Stuttgart. ..... . 29,2 .°6, 48 .°LO 45,
Karlsruhe ...... 10,7 168 187. ..04 42,
Im ganzen Reich . . . .848 800! 4,2% | 5.9 % 137,3 %| 18,5 %! 15,4 %| 12,5 %! 6,2 %
Davon .
in den ——— 75.000 4,3 .| 5,9 „35 17,5 4 16,7 ; 14,2 6,2 „
{m übrigen Reich . . .1273 zoo 41 „| 59 „137.9 „|19,0 „!14,8 „112,1 „| 6.2

26,5 %| 24,8 %| 20,0 % 12,5%! 9,6 %
32,6 ” 22,6 ” 18,1 „' 12,1 »” 8,3 ”„
40,0 „17,8 „|12,3 „| 12,9 „| 5,2 „
31,0 „119,7 „118,9 „15,4 „| 8,3
38,2 „| 20,5 „115,8 „111,9 „| 6,9
89,0 | 16,5 „115,5 „112,4 „| 4,8
8,6 „144.0 „15,9 „|11.3 „| 9.0 „41,

—-
        <pb n="167" />
        L70

Die Unterschiede in der Altersgliederung der Bauhilfsarbeiter
innerhalb der einzelnen Bezirksverbände sind aus der Tabelle auf
Seite 169 ersichtlich; sie sinn bei weitem nicht so groß wie bei den gelernten
 Berufen. Auch die Aufteilung nach Großstädten und kleineren
Gemeinden ergibt in beiden Teilen keine erheblichen Unterschiede
in der Alterszusammensetzung. Der Grund hierfür dürfte darin zu
suchen sein, daß die erhöhte Lehrlingsbeschäftigung in den auf dem
Lande vorherrschenden Kleinbetrieben, die bei den gelernten Berufen
 im allgemeinen zu einem jüngeren Durchschnittsalter der
Arbeiter in den vorwiegend ländlichen Bezirksverbänden führt, bei
den angelernten und ungelernten Bauhilfsarbeitern nicht in Betracht
kommt.

V. Der Uebergang zur Selbständigkeit.
Unser heutiges Wirtschaftsleben ist durch das Nebeneinander
der Wirtschaftsformen gekennzeichnet, Neben großen industriellen
Unternehmungen, die Zehntausende von Arbeitern beschäftigen und
die vielfach noch mit allen Mitteln kapitalistischer Finanztechnik
untereinander verbunden sind, stehen kleine und kleinste Betriebe
handwerklichen Charakters, in denen die Züge des Mittelalters noch
deutlich erkennbar sind. Das Mittelalter hatte eine Art Produzentenmonopol
 für die Handwerksmeister geschaffen. Meister konnte man
im allgemeinen nur werden, wenn — wie wir uns heute ausdrücken
würden — eine Stelle frei war. Es lag aber anderseits im Wesen des
alten Handwerkssystems, daß jeder die Stufen der Hierarchie vom
Lehrling zum Gesellen und weiter zum Meister emporstieg. Das
Schicksal eines dauernden Gesellendaseins war so gut wie unbekannt:
In der Konkurrenz mit den kapitalistisch organisierten Großbetrieben
haben sich allerdings auch die Aufgaben des Handwerks geändert.
Wenn der Handwerker gegen die billigere Massenproduktion nicht
aufkommen konnte, so boten sich doch in Reparaturarbeiten neue Betätigungsmöglichkeiten.
 So ist zum Beispiel der Schuhmacher heute
last ganz zum Reparaturhandwerker geworden, und manche Schlosserei
 hat sich in eine Autoreparaturwerkstatt verwandelt. Daneben
läuft die Entwicklung zum Händler. Der Klempner, der Uhrmacher,
auch der Schlachter wird heute mehr und mehr zum Händler mit
Fachkenntnis. i
        <pb n="168" />
        171 —

In dieser Entwicklung bildet das Baugewerbe eine gewisse Ausnahme.
 Massenproduktion verlangt eine räumliche Vergrößerung
des Marktes, zu der wieder leichte und billige Transportmöglichkeiten
der Fabrikate die Voraussetzung bilden. Man kann in wenigen
Fabriken alle Schuhe herstellen und diese über das ganze Reichsgebiet
 verteilen, weil Schuhe leicht transportierbar sind und im Verhältnis
 zur Größe sehr hochwertiges Fabrikat darstellen, so daß die
Frachtkosten nicht ins Gewicht fallen. Dieser Weg kann im Bauwesen
 nicht beschritten werden.. Der Großbetrieb hat zwar auch
hier die Möglichkeit einer erhöhten Anwendung von Maschinen,
speziellen Transporteinrichtungen und dergleichen, sein Aktionsradius
 wird aber stets dadurch beschränkt, daß ihm bei Arbeiten
außerhalb seines Standortes durch den Transport von Geräten, durch
die Unterbringung seiner Arbeiter usw. höhere Kosten entstehen, mit
denen das heimische Bauhandwerk nicht zu rechnen braucht. So hat
sich besonders auf dem Lande auch heute noch die Handwerksform
im Baugewerbe zu erhalten vermocht, und damit ist — hauptsächlich
in den Baunebengewerben — auch heute noch für eine Anzahl von
Gesellen der Uebergang zur Tätigkeit als selbständiger Meister vorhanden.

Einer zahlenmäßigen Untersuchung dieser Verhältnisse, vor allen
Dingen einer Beobachtung der Uebergangsmöglichkeiten, stellen sich
insofern Schwierigkeiten entgegen, als man nicht den ganzen Kreis
der Personen erfassen kann, die für den Uebergang in Frage kommen.
 Besonders die Söhne der selbständigen Handwerksmeister
werden nicht voll in den Gesellenzahlen erscheinen; sie haben sich
möglicherweise als Aufsichtspersonal oder auch als mithelfende
Familienangehörige bei der Berufszählung bezeichnet, ohne daß es
möglich wäre, diese Personen den einzelnen Berufen zuzuteilen. Auch
die Anzahl der Selbständigen ist nicht ganz leicht festzustellen, da ja
die Bauunternehmer, die sich wohl kaum aus den Kreisen der Bauarbeiter
 rekrutieren, ausgeschaltet werden müssen. Bei den folgenden
 Berechnungen sind daher nur diejenigen Selbständigen berücksichtigt
 worden, die sich in den Haushaltungslisten als Maurermeister
oder ähnlich bezeichnet haben. Da nicht alle Berufe für den Uebergang
 zur Selbständigkeit in Betracht kommen, kann die Untersuchung
nur für die Maurer, die Putzer und Stukkateure, die Glaser, die
Töpfer und die Brunnenbauer durchgeführt werden.
        <pb n="169" />
        172

Das Verhältnis der Zahl der selbständigen Meister zur Zahl der
Gesellen und Lehrlinge ist in den genannten Berufen sehr verschieden.
 Setzt man die Gesamtzahl der Berufsangehörigen gleich
100, so entfallen auf die Meister Gesellen und Lehrlinge
bei den Maurern ..... ....,....... 7,9% 92,1 %
„ Putzern und Stukkateuren .. 15,5 84,5 ,,
Töpfern......... 33,0 ,, 67,0 ,,
Glas az rm BB 61,9 ,,
„ Brunnenbauern............ 39,1, 60,9 ,,
Die Aussicht des Uebergangs in eine selbständige Tätigkeit war
auf Grund der Ergebnisse für das Jahr 1925 für die Maurer am
geringsten. Hier hatte nur etwa jeder zwölfte Maurergeselle oder
Lehrling diese Aussicht, bei den Stukkateuren bereits jeder fünfte,
bei den Töpfern, Glasern und Brunnenbauern etwa jeder zweite.
Das zahlenmäßige Verhältnis der Meister zu den Gesellen und Lehrlingen
 ist, wie die Tabelle und die graphische Darstellung zeigen, in
den einzelnen Altersgruppen sehr verschieden; mit höherem Alter
nimmt der Anteil der Selbständigen dauernd zu.
Die entsprechenden Zahlen für einen vor dem Kriege liegenden
Zeitpunkt können wegen der für die Berufsstatistik vorhandenen
Vergleichsschwierigkeiten nicht gegeben werden, doch ist es bei dem
Vordringen des Großbetriebes auch im Baugewerbe, das an anderer
Stelle dargelegt worden ist, nicht zweifelhaft, daß der Anteil der
Selbständigen an der Gesamtzahl früher größer war. Je mehr die
Großbetriebe das Feld beherrschen, desto kleiner wird natürlich
die Möglichkeit eines Uebergangs zur Selbständigkeit.
Die großen Bauunternehmungen und das Bestreben der großen
Industriebetriebe, Bauarbeiten in eigener Regie durchzuführen, untergraben
 mehr und mehr die Möglichkeit einer selbständigen Betätigung.
 Dieses Aussterben der selbständigen Handwerksmeister
macht sich zunächst in einer Ueberalterung geltend. Die schon vorhandenen
 Meister werden älter und älter und die jüngeren Kräfte
ziehen es in Anbetracht der Konkurrenz und des Risikos vor oder
müssen es aus Mangel an Kapital vorziehen, in abhängiger Stellung
zu bleiben. Eine einigermaßen bezahlte und gesicherte Werkmeisterstellung
 erscheint vielen Menschen vorteilhafter als das Dasein eines
kleinen Handwerksmeisters. Diese Ueberalterung kann zahlenmäßig
nur für die Maurer und Glaser nachgewiesen werden, da vergleichbares
 Zahlenmaterial nur für diese beiden Berufe vorliegt.
        <pb n="170" />
        m

Die Altersgliederung der Meister und der
Gesellen und Lehrlinge.
Von je 100 Berufsangehörigen waren im Alter
von Jahren

unter | 25 bis | 30 bis  40bis | 50 bis | 60 bis | 65%bis [70 und
25 | 30 ! 40 | 50 | 60 | 65 | 70 meh

Meister ..........
Gesellen und
Lehrlinge......

Maurer
0.4| 45! 9,2 | 13,3 | 14.0 | 14,7 | 15.4 | 18,3

99,6 | 95,5 | 90,8 | 86,7 | 86,0 | 85,8 | 84.6 | 81,7
Putzer und Stukkateure
0,9 | 8,4 | 18,5 | 24,9 | 28,5 | 23,7 | 24,6 | 29,6
99,1 | 91,6 | 81,5 | 75,1 | 765 | 76,3 | 75,4 | 70,4
Töpfer
123,0 | 40,1 | 48,2 | 49,0 | 58,8 | 55,8 | 63,0
51,8 ] 51,0 | 46,2 | 44.2 | 37,0

Meister .........."
Gesellen und
Lehrlinge... .

Meister ...... ..
Gesellen und
Lehrlinge ......

97,9 77,0 | 59,9
Glaser
1,8 | 22,8 | 42,7 | 58,1 | 65,7 | 71,3 | 81,7 | 87,7
98,2 | 77,7 | 57,3 | 41,9 | 34,3 28,7 | 18,3 | 12,8
Brunnenbauer
121,0 | 42.1 | 56,0 * 57,7 | 58,8 | 69.4 | 73.8

Meister .........."
Gesellen und
Lehrlinge .. .

Meister ..........
Gesellen und
Lehrlinge ......

95.9 | 79.0 | 57.9 | 44.0 | 42,3 | 41.2 | 30.6 | 26.2

Von je 100 der selbständigen Maurer- oder Glasermeister standen
. Maurer Glaser
im. Alter von 1907 1925 1907 1925
18% 1,7% 2,8 % 14%
9,7 ” Pa # 12,7 »” 4,9 ”
28,9 „ 47,6, 26,8 „ 20,2 ,,
24,5 ,„„ 38,5 283,9 ,„ 29,3
21,8 ” 24,5 »” 18, ; ”„ 24,8 ”„
11,3 „ 10,9 , 11,3 „ 148 ,
WER. „W6 awce ZU. 2,2 3,8 4,6 ,,
Zusammen... 100,0 % 100,0 % 100,0 % 100.0 %

unter 25 Jahren
25 bis 30
30 „ 40
40 „ 50
50 „ 60
60 „ 70
über 70
        <pb n="171" />
        — 174

In den Altersklassen unter 40 Jahren ist der Anteil heute kleiner
als früher. Bei den Maurermeistern waren vor dem Kriege 40,4 %
unter 40 Jahre alt, im Jahre 1925 sind es nur noch 28,9 %, Bei den
Glasern ist der Rückgang der Jüngeren noch stärker, nämlich von
12,3 % auf 26,5 %. Man darf allerdings nicht übersehen, daß durch
die Kriegsverluste auch in der Alterszusammensetzung der Gesamtzahl
 aller Erwerbstätigen Verschiebungen eingetreten sind. Vor dem
Kriege waren 66,3 % aller erwerbstätigen Männer jünger als 40 Jahre,
heute dagegen nur noch 61,8 %, Die Spanne ist bei den Maurer- und
Glasermeistern aber größer als bei den übrigen Erwerbstätigen, so
daß auch über die Wirkungen der Kriegsverluste hinaus eine Ueberalterung
 festzustellen ist.
Der Uebergang zur Selbständigkeit wird also auch für die Bauarbeiter
 immer seltener werden, da diese wohl unabänderliche Tatsache
 im Zuge der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung Kiegt.

VI. Bauarbeiter und Nebenberulfe.
Die Abhängigkeit der Bauarbeit von der Witterung hat die Bauarbeiterschaft
 seit jeher stärker als andere Berufe der Gefahr der
Arbeitslosigkeit ausgesetzt, die sich besonders in einem saisonmäßigen
 Ansteigen der Arbeitslosenzahlen im Winter auswirkte. Alle
organisatorischen Maßnahmen im Bauwesen haben bisher die unliebsamen
 Einflüsse der Natur nicht ausschalten können. Es ist daher
erklärlich, daß die Bauarbeiterschaft bestrebt sein muß, sich diesen
Gefahren nach Möglichkeit zu entziehen. Es stehen hier verschiedene
Wege offen; das Streben nach einem möglichst hohen Lohn, der Ersparnisse
 für die Zeit der Arbeitslosigkeit ermöglicht, das Streben
nach dem Ausbau der behördlichen oder der gewerkschaftlichen
Arbeitslosenversicherung und nicht zuletzt die Ausübung eines
zweiten Berufes, um so durch eine andersgeartete Arbeit den Lohnausfall
 in den Zeiten der Arbeitslosigkeit zu überwinden. Als zweite
Erwerbsquelle kommt in erster Linie eine Betätigung in der Landwirtschaft,
 und zwar die selbständige Bewirtschaftung eines kleinen
Besitztums oder eines Pachtgrundstücks in Frage. Es liegt hierin
zwar keine zeitliche Arbeitsteilung; denn die Landwirtschaft erfordert
 ebenfalls im Sommer die größte Arbeitsleistung, und mancher
Maurer, der tagsüber in der Stadt gearbeitet hat und mit der Bahn
oder dem Rade abends zurückkehrt, muß dann noch die Sense zur
Hand nehmen. Die Bewirtschaftung des Besitzes ruht daher zum
        <pb n="172" />
        75

größten Teil auf den Schultern der Frauen, und auch die Mithilfe der
Kinder ist nicht zu entbehren. Immerhin bietet ein landwirtschaftlicher
 Betrieb, auch wenn er noch so klein ist, einen wertvollen wirtschaftlichen
 Rückhalt, der allerdings, das darf nicht übersehen werden,
 mit einer zusätzlichen Arbeitsleistung erkauft ist.
Als andere Nebenberufe kommen sicherlich besonders Arbeiten
in Betracht, die zeitlich in den Winter fallen, wie zum Beispiel die
Arbeit in Zuckerfabriken, als Hausschlachter usw. Leider kann man
mit Hilfe der amtlichen Statistik nicht genau feststellen, um welche
Berufe es sich hierbei handelt, da nur eine Zweiteilung der Nebenberufe
 nach landwirtschaftlichem Nebenerwerb und andern Erwerbszweigen
 vorgenommen werden kann. Ihre Kenntnis wäre besonders
im Hinblick auf die Sonderregelung für die sogenannte berufsübliche
Arbeitslosigkeit, von der die Bauarbeiterschaft mit in erster Linie
betroffen wird, äußerst erwünscht.
Die Berufszählung hat, wie schon an anderer Stelle erwähnt
wurde, einen Unterschied zwischen Haupt- und Nebenberuf gemacht.
Sie hat einmal alle Personen gezählt, die im Hauptberuf Bauarbeiter
sind und nebenher einen andern Beruf ausüben, und zweitens alle
Personen, die sich nebenberuflich als Bauarbeiter betätigen und
ihrem Hauptberuf nach einem andern Berufe angehören. Bei den
nachstehenden Berechnungen ist die Unterscheidung, was Haupt- und
was Nebenberuf ist, fallen gelassen worden. Alle Personen, die sich
als Bauarbeiter betätigen, sind daraufhin untersucht worden, ob sie
noch einen andern Beruf ausüben, gleichgültig, ob hauptberuflich oder
nebenher. Die Zahlen für die Bauarbeiter sind daher etwas größer
als die in den andern Kapiteln zugrunde gelegten Zahlen. Die
Zahlen für die Asphaltierer mußten durch Schätzung gewonnen
werden, da für sie das Zahlenmaterial nicht zusammengestellt werden
kann. In diesem Beruf handelt es sich vielfach um großstädtische
Arbeiter; die Zahl der nebenberuflich tätigen Arbeiter dürfte deshalb
bei den Asphaltierern nur sehr gering sein.
Die beigegebene Uebersicht und die graphische Darstellung
zeigen, daß bei fast allen Bauarbeiterberufen der Umfang der nebenberuflichen
 Tätigkeit weit größer ist als in den andern Industriearbeiterberufen.
 Von je 100 Bauarbeitern sind etwa 22 noch in einem
andern Berufe tätig, und zwar 20 als Landwirte, von 100 andern
Industriearbeitern sind es jeweils nur knapp 12, davon sind 11 Landwirte.
        <pb n="173" />
        70

Bauarbeiter und Nebenberufstätigkeit. ;
Von je 100 Bauarbeitern
sind nebenberuflich
tätig

Berufe

Zahl der
Bauarbeiter]
_ (Hauptund
 Neben- |
beruß)

Landwirte


‚Nichtland-



über- '
haupt

als als Nicht-Land-
 | landwirte
 wirte

Maurer ohne Werksmaurer
Bau-Werkmeister ..... ..
Kunststein- und Terrazzoarbeiter
 ....0...000.2000
Putzer und Stukkateure..
Bauhilfsarbeiter. .........
Töpfer ....0....0.0000000
Werksmaurer............
Brunnenbauer . . .......
Betonbaufacharbeiter.....
Öfensetzer ........... ...
Glaser .........0.. 0.0.00.
Asphaltierer... ..... ..

387 721
23 400

112 207
4774

6 648
351

30,6 %
21.9 ,

28,9 %
20,4

1,7%
15.

9 600
22021 |
354 100 }
7718|
48 782
1891
3955 |
9 605 3
18 548
7266

1540
3.225
50 185
1.027
83812
204
789
574
670|
150

101
447
4 700
85
412
40
69'
99!
198
15

17,2
16,6
15,5
144 „
13,7
12,9
9,6 ”
7,0
6,3. |
a8”

6,1
14,6
14,2
18,8
12,9
10,8
8,8
6,0
4,9 ”
21.

LL,
2,0
L3
11 ”
0,8
2,1
0,8
LO
14
0.2

Bauarbeiter zusammen...
Industriearbeiter überhaupt.....
 ........
[ndustriearbeiter ohne
Bauarbeiter ..

894 605

18, *

.n-35

 9 0,
290,2 ©

1,5%

Tr
7883 241.931 7
003.639 | 760.000 | 70.498111.7 _ 146.7 146.

Die nebenberufliche Tätigkeit ist weitaus am häufigsten bei den
Maurern, bei denen über 30.%, also fast jeder dritte, noch einem
andern Erwerb nachgeht; sie ist mit 13,7 % wesentlich geringer bei
len Werksmaurern, die meist in den Betrieben städtischer Industriezweige
 tätig sind und im allgemeinen über eine gesichertere Stellung
verfügen, da die Ausbesserungsarbeiten und dergleichen sich regelmäßiger
 über das Jahr verteilen. An zweiter Stelle stehen die Werkmeister
 und Poliere, von denen nahezu 22 % noch nebenberuflich
tätig sind. Es folgen die Kunststein- und Terrazzoarbeiter mit 17,2 %,
die Putzer und Stukkateure mit 16,6 % und die Bauhilfsarbeiter mit
15,5%. Am wenigsten verbreitet ist die Nebenerwerbstätigkeit bei
den Glasern, Ofensetzern und Ofenformern. Die Erklärung hierfür
dürfte darin zu suchen sein, daß die Beschäftigung in diesen Berufen
nicht den gleichen Saisoncharakter trägt wie die der übrigen Bauarbeiter.
 Die Betonbaufacharbeiter, bei denen ebenfalls nur ein
        <pb n="174" />
        177

in DER LANDWIRTSCHAFT IN ANDEREN BERUFEN
an 90 20 40 50 / BROZENT

5

MAURER OMNE
WERKIMAUREG:
PDOLIERE U. 3.W.
KUNSTEIN- U.TERRAZO
ARBEITER
DUTZER- U. JTUKKA -
TEURE
BAUHILFIARBEITER
JCHEIBENTÖPFER
WERKIMAURER
BRUNNENBAUER
BETONKACHARSEITER
OPENJETZER
GLASER
INDUSTRIEARBEITER
DURCHSCHNITT

az

Ca

=

3
3
I
I

n DURCHSCHNITT FÜR
MÄNNLICHE INDUSTRIEARSEITER
Schaubild 44. Von der Gesamtzahl der Bauarbeiter nebenberuflich Tätige.

verhältnismäßig geringer Teil, nämlich knapp 10 %, nebenberuflich
jätig sind, konzentrieren sich hauptsächlich in den Großstädten. Ihnen
ist es daher nicht so leicht möglich, nebenberuflich in der Landwirtschaft
 tätig zu sein. In der überragenden Zahl aller Fälle handelt
es sich um einen landwirtschaftlichen Nebenerwerb; in andern Erwerbszweigen
 sind nur 1 bis 2% der Bauarbeiter nebenberuflich
tätig. ©

Daß die großstädtische Bauarbeiterschaft in geringerem Maße
noch nebenberuflich erwerbstätig ist als die übrigen Bauarbeiter,
liegt auf der Hand. Den Beweis hierfür bringen die folgenden
Zahlen für die Maurer. einschließlich Werksmaurer.. Von den großstädtischen
 Maurern, das heißt von den in Großstädten wohnenden
 Maurer hatten nur 1,8 %, von den Maurern im übrigen Reichsgebiet
 dagegen 33,9 % einen Nebenerwerb, und zwar 1,1 % bzw. 32,1 %
einen landwirtschaftlichen Nebenberuf.. . Die Betätigung in andern

Das Baugewerbe.
        <pb n="175" />
        se

Nebenberufen ist bei den großstädtischen Maurezrn in größerem Umfang
 anzutreffen als bei ihren Berufsgenossen auf dem Lande und
in den Klein- und Mittelstädten. "In den Großstädten sind nur wenig
mehr als 60% aller Nebenberufsfälle landwirtschaftliche Nebenberufe,
 im übrigen Gebiet dagegen fast 95.%.

VII. Die familiären Verhältnisse der
Bauarbeiterschait.
a) Die Zahl der ledigen, verheirateten, verwitweten und
geschiedenen Bauarbeiter. ;
Die Ergebnisse der amtlichen Berufsstatistik über den Familienstand
 der Erwerbstätigen gestatten einen gewissen Einblick in die
Lebensverhältnisse der verschiedenen Berufe. Da sich die Berufszählung
 an das leicht erfaßbare Merkmal des Familienstandes halten
mußte, können die Zahlen nur eine Andeutung des wirklichen
Lebensstandes bieten, da alle Fragen, die eine genauere Erforschung
der Lebenshaltung der Bauarbeiter ermöglichen könnten, wie zum
Beispiel die Frage des Einkommens der Bauarbeiter und ihrer
Familienmitglieder, das Problem der Arbeitslosigkeit, die Wohnungsfrage,
 die Arbeitszeit usw., weit über den Rahmen einer Berufsstatistik
 hinausgreifen. Aber auch die Nachweisungen über den
Familienstand bieten eine Reihe interessanter Erkenntnisse. .
Die Gliederung nach dem Familienstand ist bis zu einem gewissen
 Grade ein Spiegelbild der Alterszusammensetzung. In einem
Berufe, in dem der Anteil der Aelteren verhältnismäßig groß ist,
liegt.auch der Anteil der Verheirateten gewöhnlich über dem Durchschnitt.
 So sind..auch die Bauarbeiter in größerer Zahl verheiratet
als die. übrigen Industriearbeiter. Nahezu drei Fünftel aller. Bauarbeiter
 sind verheiratet; einschließlich der Verwitweten: und Geschiedenen
 steigt der Anteil auf 62 % gegen 51,4.% bei den übrigen
Industriearbeitern. Vergleicht man diese Zahlen mit dem Anteil
der Verheirateten in den übrigen sozialen Schichten, so zeigt sich, daß
86,5 % aller Selbständigen, 7 We «u
50,8 „. „ Angestellten und Beamten, ....
50,2 „. „ : Arbeiter .'.
verheiratet sind. Der Anteil ‚der: Verheirateten..unter : den Bauarbeitern.
 kommt also dem Durchschnitt für. die‘ Angestellten. und
Beamten außerordentlich nahe... .: De
        <pb n="176" />
        mr“
(4

.Die Zahlen für die einzelnen Bauarbeiterberufe zeigt die folgende
Uebersicht: ;
Die Bauarbeiter nach ihrem Familienstand. 4

ledixz

A ——

” Davon sind
verheiratet

verwitwet und
s geschieden.
Mr
|derGesamt-



.Berufe

Zahl

Zahl

%
TerGesamt-



- Zahl

Mi
‚derGe-|
samtzahl


Maurer........0.0.)
Werkmeister“ ......
Betonbau- 0
facharbeiter .....
Putzer und .
Stukkateure .....
Glaser ......0..00.
Töpfer u. Ofenformer'
Kunststein- und
Terrazzoarbeiter ;
Asphaltierer.......
Brunnenbauer .....
Bauhilfsarbeiter, ...
Bauarbeiter .
zusammen...
Uebrige Industriearbeiter
 ...., 6948 251 [8 373 782 | 48,6 | 3 428 048 | 49,3 | 146 421 | 2.1

2,6
3.9

2,8

2,7
2,1
39

2,5
8,8
2,0
31

2,8

Der Anteil der. Verheirateten und ebenso der Verwitweten und
Geschiedenen an der Gesamtzahl ist am größten bei den Bau-Werkmeistern;
 für die Ledigen verbleibt hier nur ein Anteil von 7,6 %,
Da es sich bei den Werkmeistern meist um. Männer im gereiften
Alter handelt, sind diese Zahlen verständlich. An zweiter Stelle
stehen die Betonfacharbeiter, von denen etwa zwei Drittel verheiratet
sind. Die Lehrlingszahl ist in diesem Beruf nur gering, so daß sich
auch hier die große Zahl der Verheirateten aus dem Altersaufbau
erklärt. Etwa die gleichen Zahlen ergeben sich für die Asphaltierer;
diese Zahlen sind allerdings aus den schon wiederholt angedeuteten
Gründen nicht als unbedingt zuverlässig anzusehen. Auch bei den
Küunststein- und Terrazzoarbeitern und bei den Putzern und Stukkateuren
 beträgt der Anteil. der Verheirateten noch über 60%. Bei
        <pb n="177" />
        180

den Maurern spielt die Zahl der Lehrlinge und damit die der jugendlichen
 Ledigen bereits eine größere Rolle; der Anteil der Verheirateten
 erreicht jedoch immer noch den Satz von 59,2 %. Etwas
darunter liegen die Zahlen für die Bauhilfsarbeiter und für die
Brunnenbauer. Erheblich niedriger ist der Anteil der verheirateten
Gesellen an der Gesamtzahl bei den Glasern und bei den Töpfern,
da hier die Lehrlingszahl sehr groß ist und die der älteren Gesellen
infolge .des noch häufigeren Uebergangs zur Selbständigkeit verhältnismäßig
 gering.

Die verheirateten Bauarbeiter nach dem Alter.
Verheiratet sind von der Gesamtzahl der Bauarbeiter

Berufe

insgesamt

"im Alter 7on a

Zahl |

unter 25 25 bis30 |. 30bis40 | 40 Jahren
Jahren Jahren . Jahren und darüber
Zahl | % ! Zahl | % I Zahl | % ! Zahl -{ %%

Maurer.....
Werkmeister
Betonbaufacharbeiter

Putzer und
Stukkateure
Glaser .....
Töpfer und
Ofenformer
Kunststeinund
 Terrazzoarbeiter
 .
Asphaltierer
Brunnenbauer
 .....
Bauhilfsarbeiter
 ...
Bauarbeiter ; . |
zusammen 517 aka 21 759] 7,8 68 un 143 339[88,3| 283 176/87,6
Übrige Industriearbeiter
 |3 428 048]49,3|166 464| 5,6/541 382 60,81 004 983/86,9)1 715 un

143 On
14371928

9 499[86.7

7 655/92,1
2 821|86,0

5 67486,5

2 = 91,8
2 450/87,6

536l87,7

Die in der vorstehenden Tabelle wiedergegebene Aufgliederung
 der verheirateten Bauarbeiter nach dem Alter läßt das ver.
        <pb n="178" />
        181

schieden hohe Heiratsalter in den einzelnen Berufen erkennen. Die
Bauarbeiter heiraten, wenn man :die Gesamtzahl betrachtet, nicht
unerheblich früher.als: die übrigen Industriearbeiter. Von 1000 Bauarbeitern
 im Alter von unter 25 Jahren sind bereits 78 verheiratet,
bei den übrigen Industriearbeitern dagegen erst 56. Auch bei der
nächsthöheren Altersgruppe der 25- bis 30jährigen stellt sich das
Verhältnis auf 637 gegen. 608 je 1000 Personen. Das Heiratsalter
liegt am niedrigsten bei den Bau-Werkmeistern. Hier sind schon
19.% der unter 25jährigen verheiratet; — die absolute Zahl dieser
Werkmeister ist mit 102 allerdings sehr klein. Fast ebenso hoch
ist der Anteil bei den Betonbaufacharbeitern. Von den Bauhilfsarbeitern,
 den Kunststein- und Terrazzoarbeitern, den Asphaltierern
und Brunnenbauern sind rund 11 bis 12 % der unter 25 Jahre alten
Berufsangehörigen verheiratet. Erheblich niedriger liegt der Prozentsatz
 bei den Putzern und Stukkateuren mit 6%, den Maurern mit
5.% und bei den Glasern und Töpfern mit 2 bis 3% %, Bei den
Altersgruppen der 25- bis 30jährigen sind die Unterschiede wesentlich
 geringer; in diesem Alter sind in allen Berufen nahezu zwei
Drittel der Berufsangehörigen verheiratet. Unter dieser Grenze
bleiben die Glaser dieses Alters, bei denen nur rund 50% verheiratet
 sind, sowie die Töpfer und die Brunnenbauer mit 57 %.,
Diese niedrigeren Ziffern dürften auf die größere Möglichkeit einer
Verselbständigung in den genannten Berufen zurückzuführen sein,
da die Heirat häufig bis zur Gründung oder Uebernahme eines
eigenen. Geschäfts hinausgeschoben wird. Aehnliche Tendenzen
zeigen sich auch außerhalb der Bauarbeiterschaft. Es ergibt sich
daraus, daß das Heiratsalter offenbar davon abhängig ist, ob. sich
die wirtschaftliche Stellung in Zukunft noch ändern kann. In den
Berufen, in denen noch größere Möglichkeiten eines Uebergangs
zur Selbständigkeit bestehen. und in denen sich deshalb auch die
ehemals patriarchalische Einbeziehung der Gesellen in den Haushalt
des Meisters noch am stärksten erhalten hat, ist das Heiratsalter am
höchsten. Je geringer die Aufstiegsmöglichkeiten sind, je weniger
also mit einer nachhaltigen Besserung der wirtschaftlichen Lage und
der Einkommensverhältnisse gerechnet werden kann, desto größer
ist die Neigung, früh zu heiraten. Kommt hierzu noch eine gewisse
Sicherung des Arbeitsverhältnisses, wie dies zum Beispiel für große
Teile der Beamtenschaft der Reichsbahn und Reichspost gilt, so sinkt
das Heiratsalter noch weiter.
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        — 1892

b) Die Angehörigen der Bauarbeiter, : 0
In der nachstehenden Uebersicht ist der‘ Versuch unternommen,
aus den Angaben über den Familienstand und aus den übrigen, von
der Berufsstatistik gelieferten Daten über die Zahl der Ehefrauen und
der übrigen Angehörigen ohne Haupterwerb die Belastung 'der-Bauarbeiter
 mit Familienangehörigen — wenn maän-sö sagen darf — zu
berechnen. Es mußte hierbei die nicht vollständig zutreffende Voraussetzung
 gemacht werden, daß die‘Kinder und übrigen Angehörigen
(Eltern, Schwiegereltern)‘ den verheirateten Bauarbeitern‘ zuzu-Die

 Angehörigender Bauarbeiter.
"Zahl der Angehörigen”

Zahl
der ver- '
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Bauarbeiter


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517 249|1 273 546

380 648/136 601

756 297|

73.6 | 26.4 | 146.89

) 428 04818 220 461/2 708 290/724 7584 792 418 ‚78,0 a] 21,1. | ‚139,8
        <pb n="180" />
        A

rechnen sind, während ein Teil der übrigen Angehörigen zweifellos
auch von den ledigen und den verwitweten und geschiedenen Bauarbeitern
 erhalten wird. Die Vergleichbarkeit von Beruf zu Beruf
wird hierdurch jedoch nicht berührt.
Auf rund eine halbe Million verheirateter Bauarbeiter entfallen
rund 1,3 Millionen Angehörige (einschließlich Ehefrauen), auf 100 Bauarbeiter
 also 146 Angehörige. Für die übrigen Industriearbeiter ergibt
sich ein Verhältnis von 100 :140; die „Belastung“ ist hier also etwas
niedriger. Die Aufgliederung der Ehefrauen unter dem Gesichtspunkt,
 ob sie neben ihrer Hausfrauentätigkeit noch einer hauptberuflichen
 Beschäftigung nachgehen oder nicht, zeigt, daß die hauptberufliche
 Erwerbstätigkeit unter den Bauarbeiterfrauen häufiger ist als
bei den übrigen Industriearbeitern. Mehr als ein Viertel aller Bauarbeiterfrauen
 ist hauptberuflich tätig. Diese Tatsache dürfte vorwiegend
 daraus zu erklären sein, daß die Bauarbeiter häufiger einen
kleinen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften (vergleiche den
Abschnitt Bauarbeiter und Nebenberuf), der die volle Arbeitskraft
der Frau in Anspruch nimmt. Die sicherlich noch weit häufigere
nebenberufliche Tätigkeit der Frauen kommt in diesen Zahlen nicht
zum Ausdruck, Zwischen den einzelnen Bauärbeiterberufen zeigen
sich auch auf diesem Gebiet größere Unterschiede. Die hauptberufliche
 Erwerbstätigkeit ist mit 29% am häufigsten bei den Ehe-Irauen
 der Maurer, am seltensten bei den Werkmeistern, den Glaserund
 Töpfergesellen mit rund 20 %, also bei den Berufen, bei denen
auch die landwirtschaftliche Nebenberufstätigkeit der Männer
seltener ist als bei den Maurern.
Die Kinderzahl ist mit 150 pro 100 Verheiratete ebenfalls bei
den Maurern am größten; dicht darauf folgen die Bauhilfsarbeiter
mit 147, in etwas größerem Abstande die Putzer und Stukkateure mit
141 auf 100 verheiratete Berufsangehörige. Am niedrigsten sind auch
hier die Zahlen bei den Glaser- und Töpfergesellen, bei denen nur
115 Kinder auf 100 Verheiratete entfallen.
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        AUERDRUCK, HAMBURG 36
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        an A
206807548834

1
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