Die Entwicklung der bolschewistischen Partei. 133 kraft seiner persönlichen Autorität durchzusetzen vermochte, von dem Kampfe gegen seine grundlegenden Aprilthesen bis zur Opposition gegen den Oktoberaufstand und den Verzicht auf eine Koalitionsregierung aus allen sozialistischen Parteien. Die Machtergreifung und der mit ihr verbundene Zwang zur Führung des Staatsapparates trieb zu einer festen Disziplinierung. Gerade die Diskussionen um den Frieden von Brest-Litowsk und das mit ihnen verbundene Auftreten der sog. Linkskommunisten, die mit der vorsichtigen Taktik Lenins unzufrieden waren, zeigten, wie gefährlich das Zurücktreten der straffen Disziplin in der Partei war“, Nur dann, wenn die Bolschewisten als Einheit handelten und wenn es ihnen gelang, alle Machtzentren (die Armee, die Verwaltung usw.) durch ihre Vertreter zu kontrollieren, konnten sie sich behaupten. Der Bürgerkrieg und der mit ihm verbundene Aufbau eines militärischen Kampfapparates förderte weiter die Parteidisziplin. Die Parteimitglieder wurden mobilisiert, an die jeweils bedrohten Punkte zur Verteidigung des Regimes gesandt, Hier zeigte sich die entscheidende Bedeutung der Tatsache, daß die Zentralinstanzen der Partei über einen Stamm an Gehorsam gewöhnter Mitglieder verfügten. Der Besitz und die Festigung der Staatsmacht veranlaßte daher dazu, immer mehr zu betonen, wie wichtig eine straffe Parteidisziplin sei. Parteidiskussionen führten ja nicht mehr wie früher zu weiter nicht bedeutenden Absplitterungen von der Partei, sondern sie erschütterten das gesamte Regime. Nach Beendigung des Bürgerkrieges konnte mit der Parteidisziplin nicht gebrochen werden, sie mußte zu einer innern Eroberung des Staats- und Wirtschaftsapparates verwandt werden. Daß durch die Eroberung und erfolgreiche Verteidigung der Staatsmacht das Sendungsbewußtsein der Partei stieg, ist selbstverständlich. Die Parteiansprüche schienen sich in der Praxis zu bewähren. Die Partei arbeitete aktiv an der Massenerziehung und Massenlenkung. Mit den wachsenden Aufgaben trat die organisatorische Arbeit in den Vordergrund. Dafür ist eine Schrift aus dem Jahre 1924, dem Beginne der NEP, sehr bezeichnend, in der Rechenschaft abgelegt wird über die Menschenverteilungspolitik der Partei ®. Die Einsicht in den entscheidenden Charakter dieser organisatorischen Aufgabe hat den Generalsekretär Stalin zur Macht getragen. Fr vernachlässigte zunächst die hohe Politik, er widmete sich dem innern Parteiaufbau und Parteiausbau. Die Parteimaschine wurde von ihm genau kontrolliert, und so konnte er zum Herrn jenes