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        <title>Der Bolschewismus</title>
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            <surname>Gurian</surname>
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      <div>DRITTER TEIL.

Die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik des
Bolschewismus.

Das Ziel.

„Aufbau des Sozialismus, d. h. einer klassenlosen Gesellschaft
mit marktloser, gesellschaftlich planmäßiger Regelung der Produktion
 nach den Bedürfnissen der Gesamtheit und jedes einzelnen
(Engels) mit fortgeschrittenster Technik und Gemeineigentum an
den Produktionsmitteln, das ist das proklamierte Endziel, um
dessentwillen die bolschewistische Partei Rußlands im November
1917 die politische Macht an sich riß.‘““ Diese knappe Formulierung
Friedrich Pollocks in seiner Arbeit „Die planwirtschaftlichen Versuche
 in der Sowjetunion 1917—1927‘“ (Frankiurt 1929) umreißt
mit aller Klarheit die Ziele der bolschewistischen Gesellschaftsind
 Wirtschaftspolitik. Der Gewaltapparat des von der proletarischen
 Partei beherrschten Staates dient nur dazu, dieses Ziel
zu erreichen. Man kann nicht leugnen, daß die Bolschewisten bisher
mit eiserner Konsequenz an der Erreichung ihres Zieles gearbeitet
haben. Trotz aller Mißerfolge und der dadurch bedingten taktischen
 Angleichungen (Atempause, Rückzüge, um Lenins Ausdrücke
 zu gebrauchen) haben sie an ihnen festgehalten. Bisher
erwiesen sich binnen mehr oder minder kurzer Zeit alle Behauptungen
 als falsch, daß die bolschewistische Partei an ihrem Ziele
nur noch aus praktischen Propagandaerwägungen heraus festhalte.
Mit Recht hat Maurice Dobb in seinem Werke „Russian Economic
Development since the Revolution“ (London 1928) betont, daß es
völlig falsch sei, etwa über den Konzessionen der sog. neuen ökonomischen
 Politik seit 1921 ihren taktischen Charakter als einer
Methode für die Erreichung des Zieles zu vergessen. Es ist völlig
falsch, wenn Michael Farbmann in seiner Schrift über die „Piatiletka“
 (Berlin 1931) meint, daß Lenin die neue ökonomische
Politik als eine dauernde Angelegenheit betrachtet hätte. Die
Methoden haben sich geändert, aber nicht das Ziel. Hoffnungen
auf einen schnellen Enderfolg sind aufgegeben worden, aber die
politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen
bleiben weiter von der Vorstellung des sozialistischen Aufbaues
bestimmt.
Damit wird natürlich nicht bestritten, daß die objektiven Wir-</div>
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