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De Aufgaben will dieses Buch erfüllen. Der Bolschewismus
soll prinzipiell-systematisch dargestellt werden — der Bol-
schewismus als eine politische Idee, die auf einer bestimmten Auf-
fassung vom Menschen und vom Verlaufe der Geschichte beruht,
ist das erste Thema. Dafür ist es notwendig, die geschichtlichen
und gesellschaftlichen Voraussetzungen zu zeigen, die das Ent-
Stehen, die Wirksamkeit und die Entfaltung des Bolschewismus
getragen haben und noch tragen — der Bolschewismus als Be-
herrscher der Sowjetunion ist das zweite Thema. Die Verbindung
dieser beiden Themen, der abstrakten und konkreten Betrachtung
also, soll die Grundlage des dritten Themas sein, des Versuches,
sine Einführung in Geschichte und Lehre des Bolschewismus zu
geben.

Nicht auf Vollständigkeit konnte es dabei ankommen, sondern
darauf, das Typische klar und scharf herauszustellen. Denn es
Kalt nicht, Beschreibungen des vom Bolschewismus gewandelten
russischen Lebens und der von ihm geschaffenen Institutionen zu
geben, sondern die Eigentümlichkeiten seiner Herrschaft, die Zu-
Ssammenhänge seiner Ideologie und Praxis sichtbar zu machen.
Ob die Hoffnung berechtigt ist, daß dieses Buch wegen seiner
Fragestellung etwas Eigenes nach den so zahlreichen Reise-
beschreibungen aus dem bolschewistischen Reiche und den vielfach
ebenso gründlichen wie aufschlußreichen Spezialuntersuchungen
(etwa über die Planwirtschaft von Pollock, die Presse von Just,
die Finanzpolitik von Dobbert) zu sagen hat, mögen die Leser
entscheiden,

Für alle sachlichen Hinweise, von welcher Seite sie auch kommen
Sollten, wird im voraus gedankt. Manches konnte nur angedeutet,
vieles Wichtige mußte übergangen werden. Entscheidende Fragen
— wie etwa das Problem der Finanzierung des Fünfiahresplanes —
wurden zurückgestellt. In diesem Buche wird versucht, den Bol-
Sschewismus als politisch-sozial wirkende Erscheinung in seiner
Gesamtstruktur zu zeigen, aber nicht die faktische Entwicklung
seiner Herrschaft mit ihren Ergebnissen zu beschreiben,

Daß in den Anmerkungen keine vollständigen Literaturverzeich-
Nisse gegeben werden konnten, ist selbstverständlich. Bei der
Literaturauswahl kam es auf die Nennung von Arbeiten an, die
für einen Standpunkt oder ein Problem besonders bezeichnend sind.

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