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Einleitung.

der Wirtschaft werden. Der bolschewistische Staat behauptet, seine
Gewalt ausschließlich im Interesse der werktätigen Massen zu
verwenden.

Es scheint, daß dieses Programm mit aller Energie verwirklicht
wird; immer wieder wird von neuen Projekten, neuen gesellschaft-
lichen Umwandlungen und Umwälzungen berichtet. Man hört von
der Nationalisierung der Banken, vom Außenhandelsmonopol, von
der Sozialisierung der Großindustrie, der Kollektivierung der Land-
wirtschaft, dem Fünfijahresplan, der bestimmt ist, das gesamte
gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben eines großen Landes,
das den sechsten Teil der Erdoberfläche umfaßt, neu zu gestalten.
All das ist verbunden mit einer ungeheuren Propaganda, mit einer
Polemik, in der sich Anhänger und Gegner des Bolschewismus
erbittert gegenüberstehen. Diese Polemik bleibt aber nicht eine
literarische Angelegenheit; es geht in ihr um die wirkliche Ge-
staltung des Lebens und Geschickes der Menschheit.

Nicht nur in Westeuropa gibt es Massenparteien, die ihre Wei-
sungen und Antriebskräfte von der Dritten Internationale, dem in
Moskau sitzenden, von den Bolschewisten gegründeten General-
stab der Weltrevolution, empfangen. Die nationalen Bewegungen
in Asien, in China und Indien, in allen Kolonien, bei den Negern
und bei den Malaien, haben neue Kräfte und neuen Mut gewonnen
durch die bloße Tatsache des Daseins eines der Weltrevolution
dienenden Staates. Denn dieser Staat kämpft gegen alle Unter-
drückung und damit auch gegen die Unterdrückung der Kolonien
und der asiatischen Länder durch die Staaten des Kapitalismus.
Der proletarische Staat will nicht nur Träger der wirtschaftlichen
Revolution sein; er tritt auch als Vorkämpfer der politischen
Weltrevolution auf,

Durch ihn scheint also das, was bisher als unmöglich erschien,
möglich geworden zu sein. Die sozialistischen Revolutionäre,
welche wirtschaftliche und politische Gerechtigkeit versprechen,
haben die Herrschaft über ein großes Land errungen und halten
sich an der Macht, ohne irgend welche grundsätzlichen Konzes-
sionen zu machen. Sie vertreten weiter ihr ursprüngliches Pro-
gramm. Sie behaupten, das zu können, weil dieses Programm im
Grunde genommen nur Ausdruck einer notwendigen Entwicklung
der Welt sei. Daher besitzen sie die Kraft, eine elastische, biegsame
Taktik anzuwenden, ohne das endgültige Ziel aus dem Auge zu
verlieren. Ihre Gegner sehen ihre taktischen Rückzüge immer wieder
als Aufgeben des Weltrevolutionsprogramms an und merken gar
nicht, daß diese Rückzüge nur geschickte Umgehungsmanöver sind.