Der bolschewistische Umsturz,

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Putsches ausrichten. Sie besaß keinen zuverlässigen Machtapparat,
auf den sie sich stützen konnte. Die Führung der Heeresteile, die
noch zu ihr hielten, war ihr keineswegs ergeben. Sie wollte eine
Abkehr von der schwächlichen Scheindiktatur Kerenskis und
glaubte, daß sein Sturz durch den Bolschewismus nur die Wen-
dung zu einem autoritären Regime vorbereiten würde. Dafür
Sprach auch die Tatsache, daß sich in den Massen eine reaktionäre
antisemitische Strömung ausbreitete. So wuchs die Anarchie immer
mehr und mehr. Nur verhältnismäßig kleiner organisierter Gruppen
bedurfte es, um den Sturz Kerenskis und seiner Regierung herbei-
zuführen. Das Heer löste sich immer mehr und mehr auf, die
Mehrzahl der Bevölkerung verhielt sich durchaus passiv, lebte
nur dem Moment.

Als Legitimationsbasis für den Umsturz und die Bildung der
ersten bolschewistischen Regierung sollten die Räte dienen. Diese
Regierung wollte als Regierung der Bauern, Arbeiter, Soldaten-
massen auftreten; daher wurde für die Durchführung des Putsches
die Zeit des zweiten russischen Rätekongresses gewählt. Die von
Trotzkis revolutionärem Kriegskomitee vorbereiteten Truppen
marschierten zum vorgesehenen Zeitpunkt, die bolschewistischen
Matrosen von Kronstadt griffen wie vorgesehen ein. Am 7. No-
vember 1917 fiel das Winterpalais ohne größere Kämpfe in die
Hand der Aufrührer; Die provisorische Regierung war von fast
allen ihren Soldaten verlassen worden; das zeigte sich mit aller
Deutlichkeit, als Kerenski, dem es gelungen war, zu entfliehen, den
Versuch machte, Petersburg wieder zu erobern. Die Kosaken
Krasnows verließen ihn Schmählich, ihr monarchistischer Führer
hatte keine große Lust, sich für den demokratischen Diktator
einzusetzen 1,

Petersburg war ein Signal für das ganze Land, überall bemäch-
tigten sich die Räte mit bolschewistischer Maiorität der Ver.
waltungsgebäude und der Verkehrszentralen, gelegentlich, wie etwa
in Moskau, nach Straßenkämpfen. Man darf den Sieg des bolsche-
wistischen Aufstandes nicht als Ausdruck einer von Massenheeren
getragenen Bewegung ansehen; die bolschewistischen Kämpfer
waren weder zahlenmäßig sehr bedeutsam noch in ihrem militä-
rischen Wert sehr ernst zu nehmen, aber sie waren die aktiven
Elemente in der allgemeinen Anarchie. So setzten sie sich durch,
Während die Massen sowohl des Heeres sowie des Volkes beiseite
standen, jedenfalls nicht gewillt waren, für die provisorische Re-
zierung zu kämpfen.

Die äußere Machteroberung durch den Petersburger Rat (Sowiet)