Der Kriegskommunismus.

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Bürokratie, die papierne Arbeit unproduktiver Art feierte phan-
tastische Triumphe. Sie wuchs schon darum in gigantischem
Maße, weil jeder suchte, als Staatsangestellter zu dem Kreise der
Versorgungsberechtigten zu gehören. Alle Tätigkeit erstickte unter
einer ungeheuren Papierflut, welche die Beschaffung aller Waren,
die schon an sich knapp waren, auf das äußerste erschwerte.
Gleichzeitig sank die Produktion noch mehr, da die verschiedenen
zur Führung der einzelnen Zweige bestimmten Zentren infolge des
Fehlens eines Gesamtplanes gegeneinander arbeiteten. Wo sie
schon fast zum Erliegen gekommen war, erlag sie nun vollständig
oder wurde in einer Weise geführt, die nichts mit den Weisungen
der Zentralen zu tun hatte. Die vorgesehenen Rationen konnten
nicht zugeteilt werden, Lenin hatte seinerzeit die Organisierung
der deutschen Kriegswirtschaft, ihr Kartensystem usw. als vor-
bildlich gepriesen*, Dieses Kartensystem funktionierte in Rußland
noch weniger als in Deutschland. Neben dem offiziellen, staat-
lichen und von staatlich-gesellschaftlichen Organen (Genossen-
schaften) beherrschten Warenverkehr entstand ein Schleichhandel,
der zahlreiche Kräfte von der Arbeit fernhielt. Er behauptete sich
trotz aller Vorschriften. Alle staatlichen Mittel bis zur Todesstrafe
versagten ihm gegenüber. Nach Krizman ist für die Volkswirt-
schaft Rußlands in der Zeit des Bürgerkrieges 1918—1920 charakte-
ristisch die stets fortschreitende Zerteilung der Wirtschaft in eine
legale (proletarisch-naturalwirtschaftliche) und eine illegale (händ-
lerische und kapitalistische) Ökonomik.
Welchen Umfang der Schleichhandel annahm, geht daraus hervor, daß
im September 1918 die Schleichhändler, die sog. Sackträger, in die beiden
Hauptstädte doppelt so viel Getreide eingeführt haben als es nach dem
staatlichen Versorgungsplan vorgesehen war. Dabei wurde dieser Ver-
sorgungsplan nur zur Hälfte ausgeführt! Nach Schirmunski betrug die
Belieferung der städtischen Bevölkerung in den Jahren 1918/19 in den
Produktionsgouvernements durch den Schleichhandel 52,7% und in den
Konsumtionsgouvernements 62,3°/o. Und Krizman, der dem Kriegskommu-
nismus sehr freundlich gegenübersteht, gibt an, daß vom September 1919
bis zum Januar 1920 in drei Gouvernements die Bauern 54° der Waren
mit Hilfe von Geld kauften, 35°/2 ohne Geld eintauschten und nur 11°%
von den Staatsorganen erhielten 1%
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