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4. Teil. Die bolschewistische Partei.
Die „bedeutenden“ Führer dringen nicht mehr in die Öffentlich-
keit — der Apparat ist ihnen überlegen. Nach ihrer Erledigung
durch Parteiausschluß und Verbannung setzt Stalin die Isolierung
Trotzkis fort. Nach Kamenew-Sinowiew verlassen ihn allmählich
fast alle andern wichtigen Vertreter der Opposition. Denn Stalin
führt tatsächlich durch die Industrialisierung und Kollektivierung
bedeutende Teile des Trotzkischen Programms durch. Der ins
Ausland verschickte Trotzki ist seitdem nur noch eine Größe aus
der Vergangenheit, in der Gegenwart ohne Macht, mindestens so
lange, als es Stalin gelingt, sich in der Organisation zu behaupten.
Aber ob selbst ein Sturz Stalins für Trotzki günstig wäre, ist zu
bezweifeln — denn er hat zu viele persönliche Gegner und kein
zuverlässiges Gefolge.

Es hat Trotzki sehr geschadet, daß er, im Unterschiede zu
Stalin, kein alter Bolschewist ist, sondern erst im Juli 1917 Partei-
mitglied wurde. Bis dahin nahm er eine Stellung zwischen den
Bolschewisten und Menschewisten ein. Dem revolutionären Marxis-
mus näherte er sich durch die Theorie der sog. permanenten
Revolution, die verlangte, daß das Proletariat die diktatorische
Erziehung des Bauernlandes zum Sozialismus übernehme. Den
Menschewisten stand er nahe durch seine Ablehnung der bolsche-
wistischen Organisationsprinzipien. Lenin führte gegen ihn die
egrbittertsten Polemiken; Stalin hat diese Polemiken gegen seinen
Rivalen ausgenützt, mochte dieser sich auch jetzt als orthodoxer
Leninjünger bekennen. Es ist unstreitig, daß seine Forderungen
nach einer innern Parteidemokratie bei konsequenter Durchfüh-
rung zum Sturze des Bolschewismus geführt hätten. Die Einheit
der Partei wäre gesprengt worden — und es war praktisch un-
möglich, wie Trotzki es verlangte, zuerst offen zu diskutieren, und
dann die Entscheidung mit eiserner Disziplin durchzuführen. Aber
man kann annehmen, daß Trotzki diese offene Diskussion nur
verlangte, weil nicht er die Macht in der Organisation besaß. Denn
er hat sich vielfach gerade als Mann des Terrors erwiesen. Im
Unterschiede zu Lenin und Stalin ist Trotzki eine sog. „interes-
sante Individualität“ — aber gerade das hindert ihn, als Vorbild
für einen zur Alltagsarbeit bestimmten Typ zu wirken.
Die andern Führer.

Neben Lenin, Stalin und Trotzki verdient Dscherschinski, der
erste langjährige Leiter der Tscheka und GPU, eine besondere
Charakteristik. Er ist der idealistische und darum um so rück-