Ein Bekenntnis zum Materialismus. 243
fähigkeit mit allerlei höheren Erwägungen zu rechtfertigen ge-
Sucht; so sei die alte atheistische Literatur des 18. Jahrhunderts
veraltet, unwissenschaftlich, naiv usw. Es gibt aber nichts Schlim-
Meres als solche angeblich wissenschaftliche Sophismen, hinter
denen sich in Wirklichkeit nur Pedantentum oder vollkommenes
Mißverstehen des ‚Marxismus verbirgt. Gewiß findet sich vieles
Unwissenschaftliche und Naive in den atheistischen Schriften der
Revolutionäre des 18. Jahrhunderts, aber niemand verbietet es den
Herausgebern dieser Schriften, sie zu kürzen oder mit kurzen
Vorworten zu versehen, in denen auf den Fortschritt der wissen-
schaftlichen Kritik an der Religion hingewiesen wird, den die
Menschheit seit dem Ende des 18. Jahrhunderts erlebt hat, mit
Hinweisen auf die entsprechenden neuesten Werke usw. Es wäre
der größte und der schlimmste Fehler, den ein
Marxist begehen könnte, wenn er glauben würde,
daß zahlreiche, Millionen umfassende Volksmas-
Sen insbesondere der Handwerker und der Bauern),
die durch die gegenwärtige Gesellschaft zur
Dunkelheit, Unwissenheit und Vorurteilen ver-
ürteiltsind, aus dieser Dunkelheit sich nur aufder
Linie der rein marxistischen Aufklärung befreien
können. Man muß diesen Massen das verschiedenste
Materialderatheistischen Propaganda geben; man
muß sie mit Tatsachen aus den verschiedensten Gebieten des
Lebens bekannt machen, man muß an sie auf alle Weise heran-
Zehen, um sie zu interessieren, um sie aus dem religiösen Schlaf
aufzuwecken, um sie aufzurütteln von den verschiedensten Seiten.
auf die verschiedensten Weisen usw.

Die flotte, lebendige, talentierte, scharf und offen das herr-
schende Pfaffentum bekämpfende Publizistik der alten Atheisten
des 18. Jahrhunderts ist durchweg tausendmal geeigneter, die
Leute aus dem religiösen Schlafe zu wecken als die langweiligen,
trockenen, fast nie durch geschickt gewählte Tatsachen ver-
anschaulichten Nacherzählungen des Marxismus, die in unserer
Literatur vorherrschen und die, offen gesagt, auch den Marxismus
verfälschen. Alle wichtigen Werke von Marx und Engels sind
bei uns übersetzt. Es besteht wirklich kein Grund dafür, daß der
alte Atheismus und der alte Materialismus nicht jene Verbesse-
tungen erhalten, die Marx und Engels angebracht haben. Das
Allerwichtigste besteht darin — das vergessen sehr häufig unsere
angeblich marxistischen, in Wirklichkeit aber den Marxismus nur
verstümmelnden Kommunisten —, die noch völlig unentwickelte

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