Das Ziel des Fünfjahresplanes.

Am 5. Februar 1931 hielt Stalin vor den Führern der sozialisierten
russischen Industrie eine programmatische Rede, die für die gesamte
bolschewistische Wirtschaftspolitik und die Zielsetzung des Fünfiahres-
Dlanes bezeichnend ist.

Zunächst kündigte er an, daß man im Jahre 1931 die Produktion um
45% steigern müsse. Dann warnte er davor, in der Durchführung des
Planes ebenso zurückzubleiben wie im vorigen Jahr, in dem man statt
31° Zuwachs nur 25° erzielt hatte. Nach dieser Einleitung begann er
mit seiner grundsätzlichen Darlegung.
Die natürlichen, wirtschaftlichen und politischen Vorbedingungen,
Welche Garantie gibt es dafür, daß dieses Jahr der Fall des
vorigen Jahres sich nicht wiederholen wird, daß der Plan voll-
ständig erfüllt werden wird, daß wir alle vorhandenen Möglich-
keiten, soweit es notwendig ist, ausnützen werden, daß unser Ver-
Sprechen zu einem gewissen Teile nicht auf dem Papiere bleibt?
In der Geschichte der Staaten, der Länder, der Heere gab es
Fälle, wo alle Möglichkeiten für den Erfolg, für den Sieg vor-
handen waren, aber diese Möglichkeiten blieben unausgenützt,
denn die Führer bemerkten sie nicht, verstanden es nicht, sie
auszunützen, und so erlitten die ‘Heere Niederlagen.

Besitzen wir die Möglichkeiten, die notwendig sind, um die
Kontrollziffern für das Jahr 1931 zu erfüllen? Wir besitzen diese
Möglichkeiten. Worin bestehen, diese Möglichkeiten? Was ist not-
wendig, um diese Möglichkeiten zu erfüllen?

Vor allem sind notwendig ausreichende Naturschätze: Eisenerz,
Kohle, Öl, Brot, Baumwolle. Besitzen wir sie? Ja, wir besitzen
sie. Sie sind bei uns reichlicher vorhanden als in irgend einem
andern Land. Man nehme nur als Beispiel den Ural, der eine
solche Verbindung von Reichtümern darstellt, wie man sie in
keinem andern Lande finden kann. Erz, Kohle, Kupfer, Öl, Ge-
treide — was gibt es nicht auf dem Ural? Bei uns gibt es alles,
vielleicht außer Kautschuk, aber in ein bis zwei Jahren werden
wir auch Kautschuk zu unserer Verfügung haben. Was Natur-
schätze anlangt, sind wir vollständig versorgt. Wir besitzen sie
sogar reichlicher als es notwendig ist.

Was ist noch erforderlich?

Es ist erforderlich das Vorhandensein einer solchen Macht,
welche den Willen und das Vermögen besitzt, die Ausnützung
dieser ungeheuren Naturschätze zu Gunsten des Volkes zu ver-