Wie die Stadt Magnitogorsk gebaut wird. 261
wendig anzusehen, den Bau der Stadt Magnitogorsk auf dem
rechten Ufer des Ural zu verwirklichen.“ Mit dieser Anordnung
lehnte der Sownarkom das Projekt des Architekten May ab und
nahm als Grundlage des Baues der Stadt Mazgnitogorsk das Projekt
der Musterarbeiterbrigaden des Uralsowjets an.

Die natürliche Form der Körperkultur.
Was schlug der deutsche Spezialist May und was schlugen die
Musterarbeiterbrigaden des Uralsowiets vor? Nach dem Projekte
des Architekten May befand sich die Stadt Magnitogorsk fern vom
Wasser (vom Fluß und vom See) im Sattel der Berge und im
Rauch, der den Bewohnern des Ortes einige Unannehmlichkeiten
bereiten wird. Bei einer Lage der Stadt in den Bergen, 2—4 km
von der Fabrik entfernt, ist für das Jahr 1931 kein kommunales
Verkehrsmittel vorgesehen. Der Architekt May schlug den Ar-
beitern von Magnitogorsk vor, täglich Spaziergänge zum und
vom Werke zu machen (4—8 km), sie sollten zur Fabrik herunter-
steigen und in die Stadt heraufsteigen, im Regen, im Schmutz
und bei Glatteis. Nach einem Briefe vom 2. Februar 1931 an die
Uralplanbehörde hält der Architekt May das für eine natürliche
Form der Körperkultur.

Die Arbeiter von Magnitogorsk hätten viel zu leiden gehabt,
wenn man die Stadt auf dem linken Ufer gebaut hätte. Bei dem
Bau der Stadt auf dem linken Ufer wäre die Anlage einer be-
sondern Eisenbahn in einer Länge von 20,5 km für die Stadt not-
wendig geworden. Sie hätte 5 Millionen Rubel gekostet und
1500 Tonnen Stahl verbraucht. Man hätte weiter 15—20 km über-
Hüssige Wasserleitungsrohre legen und an Stelle einer drei bis
vier Kanalisationsstationen bauen müssen. Außerdem hätte sich
die Stadt bei einer Anlage auf dem linken Ufer nicht an der Transit-

eisenbahnstrecke Kartala-—-Magnitogorsk—Ufa befunden, und die
Eisenbahnstrecke Swerdlowsk—Magnitogorsk—Mittelasien wäre
nicht an der Stadt Magnitogorsk vorbeigegangen. Endlich wäre
es möglich gewesen, daß die Stadt bei einer Anlage auf dem linken
Ufer auf bergbaulichen Lagerungen gelegen hätte, und so hätte
man nach dem Beispiele von Alapajewsk die Stadt überhaupt
abtragen müssen.
Die objektiven Gründe sind gefunden, die Nachkommen
werden nicht verurteilen.
Die Verteidiger des Links-Ufer-Planes schlagen vor, die Stadt
zu bauen, ohne ihre künftige Entwicklung in Rechnung zu stellen.