Der Kampf gegen das Weihnachtsfest 1930. 273
Dieser Artikel ist für die Methoden des antireligiösen Kampfes cha-
Takteristisch. Es wird die wirtschaftliche und politische Tätigkeit von
vornherein mit dem Kampfe gegen die Religion verknüpft. Als Spekula-
tion auf die Unwissenheit und das geringe kulturelle Niveau der Massen
ist die Behauptung anzusehen, die als selbstverständlich vorausgesetzt
Wird, daß Religion und Wissen einander ausschließen. Man beachte auch
die Anwendung der bolschewistischen Formeln, die als einzig-sinnvolle
Deutung des Lebens hingestellt werden. Es gilt, den Fünfiahresplan zu
erfüllen, die Landesverteidigung zu Sichern und die Verteidigung der
Generallinie der Partei durch Anklagen gegen Rechts- und Links-
abweichung zu führen.
Der Kampf gegen das Weihnachtsfest 1930.
Im gleichen Hefte findet sich ein Bericht über die Art und Weise, wie
lie gegen religiöse Feiertage gerichteten Feldzüge durchgeführt werden.
Es wird das Ergebnis des weihnachtsfeindlichen Feldzuges 1930 aus
Neunundzwanzig Schulen Leningrads mitgeteilt. Einige Stellen aus diesem
Berichte seien zitiert:
Der weihnachtsfeindliche Feldzug in den Schulen war eng ver-
bunden mit der Rechenschaftsablegung und Wahlkampagne der
Räte für den Leningrader Kreis und die Rayons, mit der Vor-
bereitung für das dritte, entscheidende Jahr des Fünfiahresplanes,
mit der Verstärkung der Verteidigungsfähigkeiten des Landes, mit
dem Kampfe für die polytechnische Schule, für eine neue Lebens-
Ordnung. (Man beachte in dieser Formulierung die Herrschaft ganz
bestimmter Ausdrücke, die jeweils durch Parteiresolutionen vor-
geschrieben werden. W.G.) Die entfaltete massenorganisatorische
Tätigkeit brachte eine große Bewegung und steigerte das Interesse
der Schüler, insbesondere der Gruppen der jungen Gottlosen, für
die antireligiöse Arbeit. Eine Reihe von Vorträgen, von Unter-
haltungen, kulturelle Feldzüge unter den Schülern erhöhten die
Qualität der antireligiösen Arbeit.

Fine besondere Belebung brachte der Abschluß von Soziali-
stischen Verträgen zwischen Gruppen und den Belegschaften der
Unternehmungen für ein hundertprozentiges Erscheinen in den
Rechenschafts- und Wahlversammlungen. In den jüngeren Klassen
wurde der Plan durchgearbeitet: „Wir wollen den Räten helfen,
die Wahlkampagne durchzuführen“; auf diese Weise nahm der
aktive Kreis der Gottlosen unmittelbar an dem sozialistischen
Aufbau teil.

In einer ganzen Reihe von Schulen wurden antireligiöse Vor-
schläge gemacht: die Einrichtung von Planetarien, der Bau eines
Krematoriums, das Aufhören des Verkaufes aller möglichen reli-
Qurian, Der Bolschewismus. 18