Anmerkungen,

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der Auswirkung der Tatarenherrschaft — vgl. Hoetzsch 33 — geht
Pawlow-Silwanski nicht ein.

Der marxistisch eingestellte Historiker N. Roschkow betont in seinem
Werke Proischoschdenie samoderschawija v Rossij, Moskau 1906, daß
der entscheidende Grund für das Aufkommen des Selbstherrschertums
die Entstehung und Entwicklung der Geldwirtschaft mit einem umfassen-
den Markte war. — Vgl. auch M. Aleksandrow, Gosudarstwo, Biurokra-
fism i absoliutism, Petersburg 1910, S. 16f. (Hinweis, daß der Begriff
„Selbstherrscher“ [samoderschez] amtlich zuerst 1625 verwandt wird).

Einen Überblick über die verschiedenen Theorien gibt Pokrowskis
Vortrag: Die Entstehung des russischen Absolutismus (abgedruckt in dem
von Hoetzsch herausgegebenen Sammelbande: Aus der historischen
Wissenschaft der Sowjetunion, Berlin 1928). Der Marxist Pokrowski
lehnt natürlich alle staatlichen und geopolitischen Theorien ab, welche
vom Kolonialcharakter, von der Lage in Steppen, von der militärischen
Organisation usw. ausgehen. Für ihn ist — wie für Roschkow — der
Absolutismus verbunden mit der Zersetzung der Naturalwirtschaft und
dem Übergang zur Geldwirtschaft. Wie der westeuropäische Absolutis-
Mus des 14.—17. Jahrhunderts ist auch der russische ein Werkzeug der
kapitalistischen Akkumulation.

Die marxistische Theorie setzt das Bestehen des Feudalismus im
mittelalterlichen Rußland voraus, — das betont Pokrowski ausdrücklich.
Die Vorstellung, daß vor Peter dem Großen keine Verbindung mit Europa
bestanden habe, entspricht nicht den geschichtlichen Tatsachen. Vgl.
Platonow, Moskwa i sapad, Berlin 1926. Platonow schließt sich S. 141 f.
der These S. Solowiews über Peter den Großen an: „Die Notwendigkeit,
einen neuen Weg zu beschreiten, War erkannt ..., das Volk bereitete sich
vor, den neuen Weg zu beschreiten... man wartete auf den Führer, und
der Führer erschien.“

? Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen über die Dekabristen; vgl. die
Bibliographien Tschenzow-Piksanow, Vostanie Dekabristow, Moskau
1926, und SeliwanoW, Dekabristy, 1825—1925, Sistematscheski] ukasatel
russkol literatury, Moskau 1926. Das Jubiläumsiahr 1925 brachte eine
Fülle neuer Publikationen; von ihnen seien nur genannt das von der
Akademie veröffentlichte Sammelwerk Pamjati dekabristow, 3 Bde.,
Leningrad 18926, und Oksman-Tschegolew, Bunt dekabristow, Leningrad
1926. Auch zur antireligiösen Propaganda wird die Erinnerung an die
Dekabristen benützt: Voronicin, Dekabristy i religija, Moskau 1928.

Von den Werken, die Schilderungen der äußern Vorgänge beim Deka-
bristenputsch geben, seien genannt Schiemann, Geschichte Rußlands
unter Kaiser Nikolaus [L., Bd. Il, Berlin 1908, und Schilder, Imperator
Nikolai pervyi, 2 Bde., Petersburg 1903. Für die Psychologie der Deka-
bristen aufschlußreich sind die Bemerkungen bei Gerschenson, Dekabrist
Kriwzow, Moskau-Berlin 1923, S, 189£. Vgl. auch Pypin, Obschestwennoe
dwischenie v Rossi pri Alexsandre I, Bd. 11, Petrograd 1918. — Hervor-
gehoben sei noch als gute Finführung in die Dekabristenliteratur S, Hes-