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Anmerkungen,

sen, Dekabristy pered sudom istorii, Leningrad 1926. (Leider mußten die
Kapitel über die Dekabristen in der nichtrussischen Geschichtsschreibung
wegfallen. Das Werk Hessens ist natürlich scharf gegen das alte Regime
eingestellt.)

3 Eine umfassende, ideengeschichtliche und soziologisch befriedigende
Darstellung der russischen Intelligenz fehlt trotz aller wertvollen Ma-
terlalsammlungen und Monographien. Nur die besonders wichtigen und
charakteristischen Werke können genannt werden.

Allgemeine Darstellungen: Th. G. Masaryk, Zur russischen Ge-
schichts- und Religionsphilosophie, 2 Bde., Jena 1913; Nötzel, Die
soziale Bewegung in Rußland, Stuttgart 1923; v. Eckardt, Rußland,
Leipzig 1930; I/wanow-Rasumnik, Istorija russkoi obschestwennoi mysli,
Petersburg 1914 (sozialrevolutionär); Martow-Maslow-Potressow, Ob-
schestwennoe dwischenie Rossii v natschale XX. Weka, 4 Bde., Petersburg
1909 (menschewistisch) ; Plechanow, Istorija russkoi obschestwennoi mysll
russ. Werke, XX——XXIV, vor allem XXIII und XXIV, Moskau 1926;
P. Sakulin, Russkaja literatura 1 sozialism, 1. Teil, Moskau 1924. All-
gemeine Kritik: Sammelwerk Wecht, Moskau 1909; Gerschenson, Istori-
tscheskija sapiski, Moskau 1910 (besonders 118f. über den typischen
Gegensatz Gogol, des Vertreters der Innerlichkeit, der moralischen Bes-
serung des einzelnen, zu Belinski, dem Repräsentanten des Glaubens an
politisch-sozialen Umsturz), Vorgeschichte und Geschichte: Pypin,
Russkoe massonstwo XVII. i perwoi tschetwerti XIX. weka, Petrograd
1916; Pypin, Charakterestiki literaturnych mnenii ot dvadzatych do
platidesjatych godow, Petersburg 1909; Pypin, Isledowanja i statli po
gpoche Aleksandra I, 3 Bde., 1916/18; Miliukow, Nacionalism i obschest-
wennoe mnenie, 2 Teile, Petersburg 1901/03 (Dritter Band der Kultur-
geschichte); Miliukow, Is istorii russkol intelligencil, Petersburg 1903;
Gerschenson, Istorija molodoi Rossli, Moskau 1923; A. Kornilow, Ob-
schestwennoe dwischenie pri Aleksandre Il, Moskau 1909; Nestor Kotlia-
rewski, Kanun oswoboschdenia, Petrograd 1916 (S. 46 Psychologie des
Radikalismus als einer Reaktion der gebildeten Jugend gegen Regierungs-
druck). Literatur über revolutionäre Bewegungen in den Anmerkungen
zu S. 34f. Von den Monographien sei nur genannt: Gerschenson, Tscha-
adalew, Petersburg 1908. Unentbehrlich für das Verständnis der Intelli-
genz ist die Lektüre der Werke von Herzen (vor allem „Erinnerungen“)
und Dostojewski (vor allem „Dämonen“). Die Auffassung der Sozial-
revolutionäre, daß die Intelligenz eine selbständige Rolle als Führerin
und Anregerin der revolutionären Bewegungen spiele, lehnten die Mar-
xisten ab. Aber die Bolschewisten betrachten doch ihre Revolution als
Erbin und Erfüllerin aller Bewegungen der revolutionären Intelligenz.

* Herzen kann als russischer Vater dieser Anschauungen angesehen
werden, nach denen die russische Dorfgemeinde (obschina) als Grundlage
des Sozialismus anzusehen sei. Ihre Vertreter — früher die sog. Narod-
niki, heute die Sozialrevolutionäre — glauben infolge der Existenz der
Obschina an eine „wirtschaftliche und soziale Entwicklung Rußlands unter