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Anmerkungen.
Standpunkt der sozialistischen Konferenz von Zimmerwald standen, also
für einen demokratischen Frieden ohne Annexionen usw. eintraten. Aber
diese Internationalisten waren unter sich uneinig. Zu ihnen gehörten SO-
wohl Männer, die für eine Koalition mit den Bürgerlichen sich einsetzten,
wie linkseingestellte Sozialisten, die sich zumeist um den alten Mensche-
wistenführer Martow gruppierten. Ein wichtiges Organ dieser linkS-
eingestellten Sozialisten war Gorkis Zeitung „Nowaja Schisn‘“, an der
Suchanow tätig war. Die Erinnerungen Suchanows geben einen lehr-
reichen Einblick in das herrschende Durcheinander, die Streitigkeiten um
den Charakter der Revolution, die Koalitionsregierungen usw. Alle Krank-
heiten des Parlamentarismus waren vorhanden, mochte auch ein ge-
wähltes Parlament fehlen. Weder die Männer der provisorischen Re-
gierung noch die verschiedenen Fraktionen der Sowiets merkten, daß ihr
taktisches Spiel sie immer mehr zu bloßen Begleitern der sich scheinbar
mit objektiver Zwangsläufigkeit voliziehenden Entwicklungen, der Wirt-
schaftskrise und des Steigens der Anarchie machte.
® Über die Bauernbewegung von 1917 siehe vor allem Kotelnikow-
Meller, Krestlanskoje dwischenije w 1917 godu, Moskau 1927, (Be-
merkenswert die Vorrede Jakowlews, in der die verschiedenen Formen
des Vorgehens der Bauern gegen die Gutsbesitzer geschildert und der
unpolitische Charakter dieser Agrarrevolte nachgewiesen wird.) Du-
browski, Die Bauernbewegung 1917, Berlin 1929,
* Siehe Suchanow Bd. 5. Vgl. auch die Sammlung „weißer“ Me-
moiren; Mjatesch Kornilowa, ‚Leningrad 1928,
5 Interessant ist die Feststellung Suchanows, daß diese Presse gelegent-
lich unter der Flagge des Sozialismus auftrat.
® Siehe Suchanow Bd. 4. Die Projekte Tschernows sind zu ersehen
aus seinen Berichten an den Bauernrat Semelnyi wopros, Petrograd 1917.
7 Auch Trotzki verwertet a. a. O. den Bericht Suchanows. Die ent-
scheidende Rolle Lenins geht auch aus den Erinnerungen des bolsche-
wistischen Marineoffiziers Raskolnikow (Kronstadt i Piter w 1917 godu,
Moskau 1925) hervor: „Die Ankunft Lenins bedeutete überhaupt einen
Rubikon in der Taktik unserer Partei.... Man muß gestehen, daß vor
seiner Ankunft in der Partei ein ziemlich großes Durcheinander herrschte.
Es gab keine bestimmte durchgehaltene Linie. Die Aufgabe, sich der
Staatsgewalt zu bemächtigen, erschien der Mehrheit als ein fernes Ideal
und wurde von ihr gewöhnlich nicht als nächste unmittelbare Tages-
aufgabe gestellt.“ In der Partei machte sich Uneinigkeit bemerkbar: Es
fehlte der „Führer mit großer Autorität, der sie zu einer Einheit zu-
sammenschweißen konnte. In Lenin bekam die Partei diesen Führer.“
$ Vgl. das Buch von Radin, Perwyi sowjet rabotschich deputatow,
Petersburg 1906, Die Menschewisten betonten die Bedeutung des Sowjets
als einer Verbindungsstelle der Partei mit dem Proletariat, die Bolsche-
wisten betonen die Bedeutung der Räte als Keime für die Organe der
revolutionären Macht. Sie schrieben ihnen auch die Aufgabe zu, das
Proletariat zu bewaffnen.