Anmerkungen. 305
der Parteisatzung, in der seine Parteiauffassung sich deutlich zeigte, aber
das war insofern nebensächlich, als die Mehrheit sich für Lenin bei der
Wahl des Zentralkomitees entschied. So konnte Lenin mit seinem Ge-
folge die Grundlage für eine eigene Partei schaffen. Der dritte Parteitag
War ein rein bolschewistischer; alle späteren FEinigungsversuche zwischen
Menschewisten und Bolschewisten führten zu keinem dauernden Erfolg.
Trotzki war in allen organisatorischen Fragen ein scharfer Gegner
Lenins, dessen Verteidigung des revolutionären Marxismus gegen den
Sog. Ökonomismus er zunächst publizistisch unterstützt hat. Die sich aus
dieser Stellung ergebenden Polemiken, die mit größter Schärfe geführt
Wurden, nützte Stalin später im Kampie gegen Trotzki aus,

17 Siehe die von Stalin zur Diskreditierung seiner damaligen Gegner
veranlaßte Dokumentensammlung Partija protiw streikkbrecherstwa
Sinowjewa i Kamenewa, Moskau 1927.

8 Ve]. die bezeichnenden Schilderungen über die Umwälzungen In der
Justiz bei P. Stutschka, 13 Let borby sa rewoliuzionnoin marxistskulu
teorliu prawa, Moskau 1931, besonders S. 34.

1 Bine eingehende Schilderung der Frmordung Duchonins gibt Lydia
Bach, La revolution russe I, Paris 1930; über die Vorbereitung des
Vorgehens gegen das Hauptquartier Antonow-Owseenko, Sapiski 0
Kraschdanskoi woine, Bd. I, Moskau 1924.

2% Vgl]. die Charakteristik des Kulaken und die Gründe seines Aufstiegs
Nach der Revolution, Otto Schiller, Die Kollektivbewegung in der
Sowjetunion, Berlin 1931, 29f. Über die Dorfdifferenzierung siehe Kriz-
man, Klassowole rassloenie sowjetskoi derewni, Moskau 1926, und Gaister,
Rassloenie sowjetskol derewni, Moskau 1928,

21 (Jber die Entwicklung in der Stellungnahme zur Gesetzgebung des
alten Regimes vgl. Stutschka a. a. O0. Seite 229 ist das berühmte Dekret
Vom 24. November 1917 abgedruckt, das die alten Gerichte und die alte
Justizorganisation abschaffte, Hier wird festgestellt, daß die Gesetze der
gestürzten Regierung nur so weit befolgt werden dürfen, als sie von der
Revolution nicht abgeschafft sind und nicht dem revolutionären Rechts-
bewußtsein widersprechen. Bereits 1918 wurde aber überhaupt ijede
Bezugnahme auf vorrevolutionäre Gesetze verboten.

22 Zahlreiche Beispiele in Sistematitscheskit sbornik waschnelschich
dekretow, Moskau 1920.

28 Die Zahlen sind dem Werke von Lydia Bach a. a. 0. entnommen.
Einen eindrucksvollen Bericht über die einzige Sitzung der National-
versammlung und’ ihr Ende geben die Erinnerungen des linken Sozial-
revolutionärs Mstislawski, Pjat] dnei, Berlin 1922.

% Bine Geschichte der Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk gibt
D. Lewin, Okt]abrskaja rewoliucija i Brestski] Mir, Moskau 1930. Vgl.
Trotzki, Ot oktjabrskoi rewoliueii do Brestskogo Mira, Charkow 1924.
Lenins Kämpfe um den Frieden von Brest-Litowsk sind in den Artikeln und
Dokumenten in Bd. XXII der russischen Ausgabe seiner Werke, Moskau

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Qurian. Dear Bolschewismus