Anmerkuugen,

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Gesetzgebung für die Übergangszeit machen. Aber auch er stellt eine
gesellschaftliche Entwicklung für die Zukunft in Aussicht, in der der
Staat die Sorge für die Kinder und das heranwachsende Geschlecht auf
Sich nehmen werde, In der jüngsten Zeit haben sich allerdings bolsche-
wistische Stimmen erhoben, die unter Berufung auf natürliche, psycholo-
gische Gesetze sich für die Erziehung durch die Mutter aussprachen und
damit das Ideal der familienlosen Kindererziehung durch gesellschaftliche
Einrichtungen als unwirklich ablehnten.

41 Bine Sammlung der verschiedenen Gesetze, Erlasse usw. über die
Trennung der Kirche vom Staat, die Behandlung der Priester USW. ent-
hält Giduljanow, Otdelenie zerkwi ot gosudarstwa w S.S.S. R., Lenin-
Krad 1926.

42 Über die verschiedenen Methoden des antireligiösen Kampfes vgl.
das Werk von Jaroslawski, Na antireligiosnom fronte, Moskau 1925.
Jaroslawski ist auch unter Stalin der Führer der amtlichen antireligiösen
Propaganda geblieben. Unter den „wissenschaftlichen‘“ Bekämpfern der
Religion ist es häufig zu Meinungsverschiedenheiten über die richtigen
antireligiösen Argumente gekommen. Gegen die zeitweise sehr moderne
sog. Mythenschule, welche die Religion, das Christentum, dem Beispiele
von Drews folgend, als Übertragungen von Sternenmythen in die Ge-
schichte hinzustellen und zu erledigen sucht, die also die Existenz Christi

leugnet, wurde von den Vertretern der Generallinie der Vorwurf erhoben,

daß sie sich zu sehr von den sozialen Gegebenheiten der Gegenwart ent-
ferne, die Aufdeckung. der S08. sozialen Wurzeln der Religion, ihres
klassenbedingten Charakters USW. vernachlässige. Zahlreiche antireligiöse

Schriften werden publiziert, von umfangreichen Werken gegen die Existenz

Christi bis zu populären Broschüren, die Anweisungen für die anti-

religiöse Propaganda unter bestimmten sozialen und nationalen Schichten

geben. Nur ein Beispiel für das Niveau dieser Literatur: In der für die
antireligiöse Propaganda unter den Mohammedanerinnen bestimmten

Schrift von Gali Ibragimow, Moskau 1928, heißt es auf S. 62, daß die

Religion gegen die Medizin eingestellt ist. Als Beweis werden mohamme-

danische Gebräuche wie die Beschneidung, Sandabreibungen USW. aN-

geführt. Die antireligiöse Literatur sucht nachzuweisen, daß wirtschaft-
licher Fortschritt, Aufklärung, Wissensvermehrung und Religion einander
ausschließen, daß die Religion wissenschaftlich widerlegt ist, daß sie nur
ein Werkzeug Zur Erhaltung der Massenausbeutung darstelle usw. Diese

Argumente wiederholen sich in monotoner Eintönigkeit. Beispiele wer-

den auf S. 265—281 angeführt. Es gibt auch eigene antireligiöse Zeit-

schriften; außer dem ZUr Massenverbreitung bestimmten Besboschnik

(Gottlosen) seien die beiden sich als wissenschaftlich bezeichnenden

Organe des Zentralrates det Gottlosen genannt: Antireligiosnik und

Woinstwuiuschi] Ateism. In diesen Publikationen findet man Übersichten
über die antireligiöse Arbeit und die antireligiöse Literatur, Der. „Anti-
religiosnik“ ist mehr organisatorisch interessiert.

Ursprünglich wurden die Sekten von den Bolschewisten in gewisser