Anmerkungen.

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der politische Druck gegen die Bourgeoisie, die technische Intelligenz usW.
Zu stark war, um es ihr zu gestatten, sich freiwillig in den Dienst des
Neuen Systems zu stellen, wie Lenin es gehofft hatte. Lenin hatte also,
Wie auch Magerowski a. a. O. zugibt, trotz allem die Notwendigkeit der
völligen Umstellung des Staats- und Gesellschaftsapparates unterschätzt.
5 Eine Übersicht über Geschichte und Entwicklung der russischen
Gewerkschaften gibt die Chrestomatie Hessen-Gerschenson, Chrestomatija
DO istorii rabotschego klassa | profdwischenija, 2 Bde., Leningrad 1925.
Überblick über die Entwicklung seit 1917 bei Essen a, a. 0. 231 f. — Die
Gewerkschaften gelten wie die Genossenschaften als Verbindungsstellen
der Partei zu den partellosen Massen. Daher lehnt Lenin ihre von Trotzki
geforderte Verwandlung in Staatsorgane ab. Die Führung der Wirtschafts-
Politik ist in Händen der Partei, nicht der Gewerkschaften. Sie sollen nur
die Arbeiterinteressen vertreten. Als erster Überblick geeignet Tom ski
Der gegenwärtige Stand der Gewerkschaftsbewegung in Rußland, Berlin
1923; Gewerkschaften während der NEP siehe Tomski, Statji 1 retschl
VI, Moskau 1928. Neueste Entwicklung: Tomski, Wsegda s massami,
Moskau 1929. Tomski ist als Mann der „Rechten“ von Stalin aus der
Gewerkschaftsführung verdrängt worden. — Vgl. auch die Gewerk-
schaftsbewegzung in Rußland, Intern. Arbeitsamt, Genf 1927.

8 Dieses Projekt wurde am 7./10. Januar 1918 entworfen (Russische
Werke Bd. XXI, S. 168 {.). Lenin gab diese Projekte allerdings bald auf.
Er machte den Versuch, die Wirtschaft mit Hilfe der von der Diktatur
des Proletariats kontrollierten Bourgeolsie und ihrer Spezialisten wieder
in Gang zu setzen — ein Versuch, der infolge der Unmöglichkeit für die
Bourgeoisie, weiter an ihren Betrieben und Unternehmungen unter den
herrschenden Verhältnissen festzuhalten und an der dadurch bedingten
Verschärfung des politischen Widerstandes (Organisation der Bürger-
kriege) scheiterte. Die Linkskommunisten hielten an den ursprünglichen
radikalen Plänen fest, ohne wie Lenin aus den konkreten politischen und
Sozialen Verhältnissen lernen zu wollen. Das Vorliegen der radikalen
Projekte beweist. daß die Frage, ob Lenin an eine Einführung des Sozia-
lismus binnen kurzer Zeit gedacht habe, oder ob er mit der Sozialisierung
noch lange hätte warten wollen, nicht eindeutig zu beantworten ist.

7 Schon damals setzte sich Lenin für Akkordlöhne USW. ein. Die popu-
läre Vorstellung von der holschewistischen Lohngleichheit ist völlig falsch.
So wird der Lohn nach Leistung (sdelnaja plata, heute sdelschina)
und ein Prämiensystem bereits auf dem Gewerkschaftskongreß von 1919
verlangt. (Vgl. Essen a. 3. O. 224.) Allerdings macht sich aus politischen
Gründen immer wieder die Nelgung bemerkbar, die Arbeiterlöhne im
Verhältnis zu den Ingenieurverhältnissen stark zu steigern.

s So führt Dobb a. a. 0. die bolschewistische Behauptung an, daß die
Sozialisierung dekretiert worden sei, um deutschen Eingriffen zuvorzu-
kommen. Ebenso natürlich der auf dem Standpunkt der Generallinie
stehende Kwiring a. a. O0. 23.

® Vgl. auch den inhaltreichen Artikel von H. Großmann über Bol-