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Anmerkungen.
seiner aufsehenerregenden Rede vom 23, Juni 1931 (Prawda vom 5. Juli

1931) hervorhebt. Unstreitig haben die Kolchosen wenigstens für die erste

Zeit die Lage der sog. Dorfarmut gebessert, die nun über ein gewisses

Lebensminimum verfügt, das sie früher infolge der Winzigkeit ihres

Ackerbodens, ihrer mangelnden Ausrüstung usw. nicht besaß. Um die

hotwendigen Arbeitskräfte zu sichern, will Stalin die Werbung der

Arbeiter bei den Kolchosen organisieren. Genau wie die Kolchosen Kon-

trakte (sog. kontraktacija) über die landwirtschaftlichen Lieferungen

abschließen, genau so sollen sie Verträge über die Stellung von Arbeits-
kräften schließen.

Die Landwirtschaftskollektivierung soll also die stets drohende Ge-
Jahr des Auseinanderbrechens der staatlichen Industrie und Landwirt-
schaft beseitigen. Es ist zu beachten, daß sie zu einer starken Vermeh-
rung des bürokratischen Apparates führt, insbesondere wenn die Ent-
lohnung der Kolchosenmitglieder nicht gleich sein soll, d. h. wenn sie je
nach ihrer Leistung entschädigt werden sollen. Welche Bürokratisierung
würde etwa die tatsächliche Durchführung der Vorschrift erzeugen, in
allen Kolchosen Arbeitsbücher zu verteilen!

1 Auch in der Rede vom 23. Juni 1931, in der er sich für eine stärkere
Heranziehung bürgerlicher Spezialisten einsetzte, erhebt Stalin die For-
derung, eine eigene technische Intelligenz aus der Arbeiterklasse heran-
zubilden. Dabei ist zu beachten, daß die kommunistische Partei als
Vertreterin der gesamten, also auch der Darteilosen, Arbeiter auftritt.
Es soll sich wenigstens der Theorie nach kein Gegensatz zwischen der
Partei und den aktiven Elementen der Arbeiterschaft entwickeln.

2% Vgl. Elgers a. a. O. 53: „Jetzt geht die Schule der Sowjetunion
dazu über, ein Hort der gottlosen Erziehung zu sein.“ Vgl. auch Panfilow,
Kulturnye pjatiletki, Moskau 1930, 36: „Die Sowjetschule lehrt, daß es
keinen Gott gibt.“ Das Werk Panfilows über die kulturellen Fünfiahres-
pläne ist eine Kritik an der mangelnden Zentralisation der Kulturpolitik
der Sowjetunion. Es verlangt eine zentrale Kulturplanbehörde für die
gesamte Union. Panfilows materialreiche Arbeit gibt einen lehrreichen
Einblick in die technisch-wirtschaiftliche Bildungsauffassung der bolsche-
wistischen Kulturpolitik. Es gilt die notwendigen Ingenieure zu schaffen,
die Übernahme westeuropäischer Produktionsmethoden zu ermöglichen.

Noch 1926 gab es im Bundesstaat Rußland 49,2°/, Analphabeten. Panfilow
ist ein Anhänger der staatlichen Kindererziehung (sog. Vorschulerziehung),
damit die Frau für die Arbeit freigemacht wird.

21 Bereits der 9, Parteitag stellte ausdrücklich in einer Resolution fest,
daß „die Organisation der Arbeitenden im Interesse der arbeitenden Mehr-
heit keineswegs das Element des Zwanges vernichtet, Der Zwang spielt
und wird noch im Laufe einer großen historischen Periode eine große
Rolle spielen.“ Die ganze Gesellschaftsorganisation verbindet Zwang und
Aktivität miteinander. Im Namen der aktiven Massen werden bestimmte
Forderungen aufgestellt und Leistungen verlangt. Man kann sich nicht
gegen sie wenden, ohne in die Gefahr zu kommen, als Feind des Res