Anmerkungen.

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gehoben, daß jetzt die Zeit gekommen sei zu einer richtigen Organisation
des Mitgliederbestandes der Partei.
. S Diese Kontrollkommission ist mit der sog. ‚Arbeiter- und Bauern-
Inspektion, dem Rabkrin, zu einer Arbeitseinheit vereinigt. Lenin hoffte
in der allerletzten Zeit seiner Tätigkeit, daß der Rabkrin eine Muster-
Organisation zur Beobachtung des gesamten Staats- und Parteiapparates
werden würde. In seinen letzten Arbeiten (Band XXVII seiner Werke)
beschäftigt er sich immer wieder mit dem Rabkrin (siehe Band XXVIL,
402f, der russischen Werke). Bezeichnend ist seine Feststellung in dem
Entwurfe einer nicht gehaltenen Rede vom Dezember 1922: „Der Staats-
apparat — überhaupt außerordentlich schlecht; niedriger als alle bürger-
liche Kultur.“ — Über die Bedeutung der letzten Maßnahmen und Vor-
schläge Lenins, die das Zentralkomitee in eine sich regelmäßig versam-
melnde höchste Parteikonferenz verwandeln und die Kontrollkommission
durch 75 bis 100 neue Mitglieder erweitern wollten, gehen die Deutungen
Stalins und der Opposition sehr auseinander. Trotzki behauptet, daß
Lenin in der letzten Zeit seines Lebens schon die Gefahr eines Regimes
Stalin erkannt habe. Er sei sogar SO weit gegangen, die persönlichen Be-
ziehungen mit Stalin abzubrechen.

Fine Geschichte der innern Parteikämpfe geben die verschiedenen Do-
kumentenbände, die von der Parteileitung herausgegeben worden sind.
Über die Arbeiteropposition vgl. den Band Rabotschaja opposizi]a; über
den Gewerkschaftsstreit den Band Diskussija 0 profsoiusach; über den
ersten Konflikt der Parteileitung Stalin-Sinowiew mit Trotzki (Trotzkis
Forderung der innerparteilichen Demokratie, sein Appell, den Aufstieg
der Generationen in der Partei zu erleichtern) den Band Diskussija 1923 g.
Über den Konflikt Stalins mit der sog. Leningrader Opposition Snewjes-
Kamenew, die ihm vorwarf, den Kulaken zu sehr zu begünstigen, den
Band Diskussija 1925 goda. Fine Aufzählung der verschiedenen gegen
den oppositionellen Block Trotzki-Sinowiew der Jahre 1926/27 und die
Rechtsopposition Rykow-Bucharin-Tomski gerichteten Schriften erübrigt
sich hier, da in ihnen immer wieder die gleichen Argumente wiederholt
werden. Es seien Nur erwähnt Stalins gesammelte Artikel und Reden
Protiw opposicii, Moskau 1928; das Sammelwerk Protiw opposicionnogo
bloka, Moskau 1927. Neben diesem literarischen Kampfe gegen die Oppo-
sition ging eine Reihe historischer Enthüllungen über die Streitigkeiten
Trotzkis mit Lenin, das Versagen Sinowjews und Kamenews im Jahre

1917, das Trotzki als erster in seiner Vorrede „Die Lehren.des Oktober“

zu seinem Werke 1917 (Moskau 1924) unter schärister Mißbilligung der

Parteileitung weiten Kreisen enthüllt hatte, über die vernichtende Kritik

Lenins an Bucharins Theorien USW. Die Opposition war diesen Angriffen

gegenüber zum Schweigen verurteilt; ihre Publikationen mußten im Aus-

land oder illegal gedruckt werden.

7 Lenin hatte stets die Anschauung abgelehnt, daß die Partei, wie es
bei den Menschewisten der Fall war, gleichsam ’eine Summe aus ver-
schiedenen Fraktionen sein soll. Daher wird man den Vertretern der
Gurian. Der Bolschewismus. 21