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Anmerkungen.

2 Die verschiedenen Äußerungen Lenins über Religion und Kirche
Ändet man im Sammelbändchen: Lenin über die Religion, Berlin-Wien
1927, zusammengestellt,

1 Jaroslawski sondert die aufklärerisch-atheistische Propaganda des
bürgerlichen Radikalismus von der antikirchlich-klassenkämpferischen
des Bolschewismus.

1 Alle bolschewistischen Antworten auf Fragen wie der nach der Un-
sterblichkeit erheben sich nicht über das Niveau der Antwort Jaro-
slawskis a. a. O0. 55: „Wir Werktätigen haben eine solche Unsterblichkeit
(des Jenseits) nicht nötig. Wir können hier auf Erden ein Leben schaffen,
das voll wäre von Freuden. Für den Kommunisten besteht der Lohn in
seinem Kampfe in dem Umbau der menschlichen Beziehungen, die er
durch seinen Kampf bewirkt.“ Pokrowski leitet die Religion einfach ab
aus der Angst vor dem Tode. Lunatscharski spielt mit den Vorstellungen
einer Selbstvergöttlichung der Menschheit. Augenblicklich werden alle
religiösen Fragen zurückgedrängt durch den Hinweis auf die Praxis, auf
die sich vollziehenden sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen usw.

Sechster Teil. Kritik des Bolschewismus.

* Jaroslawski, O0 partethike, Leningrad 1925; er stellt fest, daß das
ethisch ist, was mit den proletarischen Interessen zusammenfällt.

*? Groethuysen, Die Entstehung der bürgerlichen Welt- und Lebens-
anschauung in Frankreich, 2 Bde., Halle 1927/28.

®* Zu beachten ist Bolschakow a. a. O., der S. 413 ff. feststellt,
daß die antireligiöse Propaganda im Dorfe — er beschreibt die Verhält-
nisse in einem Bezirke Sowjetrußlands — gerade zu einer Belebung des
religiösen Interesses geführt habe, Da führen etwa die Bauern gegen die
Vorträge, die mit Hilfe der Mythentheorie, der Naturwissenschaften, des
Hinweises auf die Überflüssigkeit der Priester usw. die Religion zu er-
ledigen suchen, Folgendes an: „Aber die Sektierer haben doch keine
Priester, Auch gibt es ja Mediziner und Mathematiker, die das doch
alles ebenso wissen wie unser Komsomolmann. Aber sie glauben dabei an
Gott.“ Bolschakow rät daher, bei der antireligiösen Propaganda unter
den Bauern von den sozialen Alltagsverhältnissen auszugehen. Wenn die
Beschreibungen Bolschakows, der übrigens selber bäuerlicher Abstam-
mung ist, richtig sind, so herrscht bei den Bauernmassen ein traditiona-
listisches Verhältnis zur Religion vor. So wird etwa gegen den Plan,
eine Kirche abzureißen, die Tatsache angeführt, daß doch die Großväter
sie gebaut haben und daß es also doch nicht angängig sel, die Kirche
aufzugeben,

* Vgl. Trotzki, Die wirkliche Lage in Rußland, Dresden 1928.

® Diese Argumente wurden ebenso gegen Trotzki wie gegen Sinowjew-
Kamenew und die Rechtsopposition verwandt.

® Vgl. die aufschlußreichen Berichte über Gerichtsverhandlungen bei
Liebermann, Im Namen der Sowiets, Berlin 1931.