2 109 assungssünde, sondern als einen Unterlassungs- egen. In dem vorrevolutionären Deutschland gab es ferner Selbstzucht, Unter- und ÄÜüberordnung, die von keinem Parlament und von keiner Partei angetastet worden ist. Es herrschte weitgehende Bewegungsfreiheit für die Unternehmer, und zwar nicht nur in technischer und finanzieller, sondern auch in organisatorischer Beziehung. kẽs gab keine Sondergesetze, die sich gegen das Koalitionsrecht der Unternehmer in Kartell- achen gerichtet hätten. Man kannte früher auch teine politisch diktierte Zwangsregelung der Löhne nit ihren unhaltbaren Übertreibungen und dem Übermaß der Sozialversicherung. Schließlich, aber nicht zuletzt, kannte man keine verzehrenden Steuerlasten und vor allem keine Tribute, eben⸗ owenig eine Mißwirtschaft in der öffentlichen Finanzgebarung. Heutzutage hört man oft das Lippen- bekenntnis, daß die Rohstoffindustrie schonend zu behandeln sei. Aber leider ist es eine Tat⸗ ache, daß die eine Hand des Staates unserer Industrie mehr nimmt, als ihr die andere Hand gegeben hat. Daher ist die Stellung der deutschen kisenindustrie heute schwerer denn früher. Sie ührt einen Kampf gegen zwei Fronten. Die eine Front liegt im Ausland; es ist namentlich die von Natur aus und durch die Politik be— zünstigte Eisenindustrie in Frankreich, Belgien und Luxembuͤrg. Die innere Front, die gegen ie deutsche Eisenindustrie ankämpft, läßt sich nicht so leicht bezeichnen; sie besteht jedenfalls ius einer gewissen Presse und gewissen Parteien. A edingungen der Eisenindustrie kein Verständnis »aben und alles Erdenkliche tun, die Lage der *iisenindustrie zu erschweren. Daher ergibt sich die schwere Aufgabe, die rregeleitete öffentliche Meinung immer wieder »on neuem aufzuklären und den Regierungen n Reich und Ländern immer wieder die not— vendigen zweckdienlichen Ratschläge zu geben. Entscheidend aber für den Fort— bestand und für den Wiederauf— stieg der deutschen ESisenindustrie ist der unbeugsame Wille, die schwierigen Schicksalsfragen trotz alledem zu meistern.