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        <title>Der Einfluß des Deutschen Zollvereins 1834 bis 1918 auf die deutsche Eisenwirtschaft</title>
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            <forname>Jakob W.</forname>
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Der Einfluß des Deutschen Zollvereins (1834 bis 1918)3 
auf die deutsche Eisenwirtschaft. 
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Wie im Leben der Menschen und der Bölker, 
so taucht auch für die Wirtschaft von Zeit zu 
Zeit die Schicksalsfrage auf, welchen Entwicklungs- 
zang sie einschlagen soll. Als vor über hundert 
Jahren die Befreiungskriege und die Kontinental⸗ 
sperre zu Ende waren, da lautete die Schick— 
salsfrage nicht nur, welche Form des poli— 
ischen Zusammenschlusses, sondern auch, welche 
Richtung der Wirtschaftspolitik die deutschen 
Länder wählen sollten. Sollte man den Dingen 
hren Lauf lassen, auf die Gefahr hin, den 
heimischen Gewerbefleiß der Auslandskonkurrenz 
zu opfern und als Ackerbaupolk auf magerem 
Boden ein dürftiges Dasein zu fristen? 
Für Deutschland, inmitten Europas gelegen 
und oft zum Kriegsschauplatz gemacht, war diese 
Frage zum mindesten für die Eisenwirtschaft 
leicht zu entscheiden. Sie durfte nicht geopfert 
werden. In Deutschland mag es damals 2500 
bis 3000 Sütten- und Hammerwerke gegeben 
haben. Die Eisenhütten waren über alle Ge— 
»irge und über das Flachland zerstreute Klein— 
etriebe, weitab von den großen Strömen und 
Landstraßen. Diese Hütten waren durch sechzig 
berschiedene Zollsysteme und durch zahlreiche 
Ein-, Durch- und Ausfuhrverbote voneinander 
zetrennt. Unter der Obhut der Landesfürsten 
und der Kontinentalsperre hatten sie lange Zeit 
eine gefährliche Konkurrenz kennengelernt. 
In diese heute fast wie ein Joͤyll anmutenden 
Berhältnisse griff mit rauher Hand der aus— 
ändische Wettbewerb, sobald Kriegsbedarf und 
Einfuhrsperre zu Ende waren. Englisches Eisen 
drang damals wohl erstmals in größeren Mengen 
ins Inland und machte den Hüttenleuten das 
deben sauer. 
Das Königreich Preußen, seit 1815 
um gewerbereiche Gebiete Westfalens und der 
Rheinlande vergrößert, hatte unter dem aus— 
ändischen Wettbewerb besonders schwer zu leiden. 
Es proklamierte 1818 den „Schutz des inländischen 
Gewerbefleißes“, und zwar mit Errichtung einer 
gemeinsamen Außenzollinie von Oberschlesien 
bis zur Saar bei gleichzeitiger Abschaffung der 
Binnenzölle und der Akzisen. Durch die inneren 
Verkehrsschranken und lasten waren lange Zeit 
nicht nur die einzelnen Landesteile voneinander 
zetrennt gewesen, sondern auch der Waren— 
rustausch, selbst zwischen den in nächster Nach- 
arschaft lebenden Stadt- und Landleuten, ver— 
euert worden. Die Beseitigung der Schlag- 
äume und Zwischenzölle befreite Erzeuger und 
gerbraucher von manchen Lasten und von der 
»erkömmlichen Marktenge und verschaffte ihnen 
ine größere Unternehmungsfreiheit. Land— 
traßen und Binnengewässer blieben zwar vorerst 
zie einzigen Berkehrswege. Später aber er— 
eichterte der Zusammenschluß der Kßollgebiete 
m Sinne Friedrich Lists die zweckmäßige Linien- 
ührung der Eisenbahnen, wie diese umgekehrt 
»en Wert des größeren gemeinsamen Markt— 
zebiets erhöht haben. 
Die großen Vorteile der inneren Verkehrs— 
reiheit und der Markterweiterung veranlaßten 
nach und nach die deutschen Staaten, ihre poli— 
ischen Hemmungen zu überwinden und den 
Zollanschluß an Preußen zu suchen. Bom Stand⸗ 
»unkt der Eisenwirtschaft aus betrachtet, bilden 
ür die Entwickelung des preußischen Zollgebiets 
um Deutschen Zollverein folgende Jahre wich— 
ige Marksteine: Zuerst trat 1828 das Groß— 
»erzogtum BHessen dem preußischen gSollgebiet 
»ei und 1831 folgte das Kurfürstentum Hessen. 
Damit war genau vor 100 Jahren erstmals ein 
Zollverein geschaffen. 
Die eigentliche Gründung des „geutschen 
Zollvereins“ fällt in das FJahr 1833 
nit dem Gewinn von Bayern, Württemberg, 
Zachsen und Thüringen. Das war zwar zunächst 
uur eine Teillösung. Aber wie heute namentlich 
Frankreich und die Tschechossowakei gegen den 
Zollunionsgedanken mit Osterreich toben, so 
zeigten sich damals Frankreich, Engkand und 
Isterreich für die Unabhängigkeit der deutschen 
Länder liebevoll besorgt. Durch solche Ein— 
nischungsmanöver ließ man sich jedoch damals 
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