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        <title>Der Einfluß des Deutschen Zollvereins 1834 bis 1918 auf die deutsche Eisenwirtschaft</title>
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            <forname>Jakob W.</forname>
            <surname>Reichert</surname>
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assungssünde, sondern als einen Unterlassungs- 
egen. 
In dem vorrevolutionären Deutschland gab 
es ferner Selbstzucht, Unter- und ÄÜüberordnung, 
die von keinem Parlament und von keiner Partei 
angetastet worden ist. Es herrschte weitgehende 
Bewegungsfreiheit für die Unternehmer, und 
zwar nicht nur in technischer und finanzieller, 
sondern auch in organisatorischer Beziehung. 
kẽs gab keine Sondergesetze, die sich gegen das 
Koalitionsrecht der Unternehmer in Kartell- 
achen gerichtet hätten. Man kannte früher auch 
teine politisch diktierte Zwangsregelung der Löhne 
nit ihren unhaltbaren Übertreibungen und dem 
Übermaß der Sozialversicherung. Schließlich, 
aber nicht zuletzt, kannte man keine verzehrenden 
Steuerlasten und vor allem keine Tribute, eben⸗ 
owenig eine Mißwirtschaft in der öffentlichen 
Finanzgebarung. 
Heutzutage hört man oft das Lippen- 
bekenntnis, daß die Rohstoffindustrie schonend 
zu behandeln sei. Aber leider ist es eine Tat⸗ 
ache, daß die eine Hand des Staates unserer 
Industrie mehr nimmt, als ihr die andere Hand 
gegeben hat. Daher ist die Stellung der deutschen 
kisenindustrie heute schwerer denn früher. Sie 
ührt einen Kampf gegen zwei Fronten. Die 
eine Front liegt im Ausland; es ist namentlich 
die von Natur aus und durch die Politik be— 
zünstigte Eisenindustrie in Frankreich, Belgien 
und Luxembuͤrg. Die innere Front, die gegen 
ie deutsche Eisenindustrie ankämpft, läßt sich 
nicht so leicht bezeichnen; sie besteht jedenfalls 
ius einer gewissen Presse und gewissen Parteien. 
A 
edingungen der Eisenindustrie kein Verständnis 
»aben und alles Erdenkliche tun, die Lage der 
*iisenindustrie zu erschweren. 
Daher ergibt sich die schwere Aufgabe, die 
rregeleitete öffentliche Meinung immer wieder 
»on neuem aufzuklären und den Regierungen 
n Reich und Ländern immer wieder die not— 
vendigen zweckdienlichen Ratschläge zu geben. 
Entscheidend aber für den Fort— 
bestand und für den Wiederauf— 
stieg der deutschen ESisenindustrie 
ist der unbeugsame Wille, die 
schwierigen Schicksalsfragen trotz 
alledem zu meistern.</div>
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