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Das Deutsche Zollgebiet und Deutsch⸗sterreich nach den Friedensverträgen.

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Am nachhaltigsten wirkten auf die Ent—
wickelung der Eisenwirtschaft die drei ver—
schiedenen Phasen der ZSoll- und
Handelspolitit des Zollvereins.
Denn diese gaben den Ausschlag in der Frage,
ob die Anwendung kostspieliger technischer Neue—
rungen und die Standortsverlegung eine Förde—
rung erfuhren oder ob diese Umstellungs-
naßnahmen erschwert wurden. Für unsere
Betrachtung ergeben sich zunächst folgende drei
Zeiträume:

1. die ersten 20 Jahre 1834 bis 1854 mit ziel⸗
bewußter Schutzzollpolitik,

2. die folgenden 25 Jahre bis 1879 mit der
Neigung zu freihändlerischen Experimenten,

3. die letzten 40 Jahre bis 1918 mit der Wieder⸗
umkehr vom Freihandel zum Schutzzoll.

Längst war man vor hundert Jahren in
England beim Hochofen- und Frischbetrieb von
der Holzkohlen- zur Koksverwendung über—
»egangen und aus den entlegenen Wäldern zur
Steinkohle und Wasserstraße abgewandert,
während in Deutschland Kokshochöfen und

Puddelöfen noch eine Seltenheit waren. Nicht
ninder groß war der Vorsprung der
Engländer in der Verwendung des Eisens,
in der Entwickelung der Dampfmaschine, des
kisenbahn- und des Schiffbaus. Die englische
xisenerzeugung war zur Zeit der Zollpereins-
zründung etwa acht- bis neunmal so groß wie
ie zollvereinsländische und erfreute sich eines
iesigen Selbstkostenvorsprungs dank günstigerer
üttenstandorte und dank mustergültiger Technik.

Hätte damals eine Enquete über die Lage
»er deutschen Industrie und ihre Zukunfts—
iussichten stattgefunden, so hätten wohl die
intischwerindustriell eingestellten Wochenblättchen
nit einem Schein von Recht vor dem wahn—
vitzigen Abenteuer gewarnt, in Deutschland
doksroheisen erblasen und Maschinen bauen zu
vollen, da es England ja so viel billiger konnte.

Trotz der Überlegenheit hat England
einer Eisenindustrie lange Zeit einen hohen
Zchuntz angedeihen lassen. Ein völliges Ein—
uhrverbot für Roheisen begünstigte die Hoch—
»fenwerke bis 1823. In derselben Zeit stand der
Ztabeisenzoll auf der erstaunlichen Höhe von