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Jahresverdienste auf den Hüttenwerken.
Jahres⸗Durchschnittsverdienst der berufsgenossenschaftlich
Versicherten (einschl. Angestellter) in der Rheinisch⸗West⸗
älischen Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft.

Mark / Jahr Mark / Jahr
3000 3000

—

2800

2800

2600

2600

2400

2400

2200

2200

2000

2000

1800

1800

1600

1600

1400

400

1200

200

1000

10000

800

300

300

300

100

100

200

200

36 0
1885 1890 1900 1913 1924 1929

Minette und auf den Fernbezug ausländischer
Erze aus Nord- und Südeuropa, aus Afrika,
Asien und Amerika bedacht sein. Man rückte
deshalb immer näher an die Wasserstraßen des
Rheins und der Kanäle heran, um für die über
die Rheinseehäfen und Emden bezogenen Erze die
Eisenbahnfrachten zu sparen.

Die seit Jahrzehnten zu beobachtende Ratio—
nalisierung in der Standortwahl, in der tech—
nischen Ausrüstung der Werke, in der Ver—
besserung des Rohstoffbezugs und der Heran—
—
arbeiter hat allein nicht genügt, um den Be—
stand der deutschen Hüttenwerke zu sichern und
die fremde Konkurrenz einzuholen. Denn es
wuchsen infolge der Konzentration von Hütten
und Zechen sowie von Verarbeitungsbetrieben
Kapitalbedarf und Risiken. Es wuchsen ferner
die Ansprüche der Arbeitnehmer und die gesetz-
lichen Lasten. Das Streben nach Sicherung des
Errungenen und nach stetiger Entwickelung führte

u lebhafterer Pflege der Zusammenschlüsse.
hatte doch auch die deutsche Eisenindustrie
iatürlich viel länger gebraucht, die Krise der
iebziger Jahre zu überwinden, als es in Wirt—
chaftsländern alten und großen Wohlstands der
Fall war. In den Geschäftsergebnissen der
neisten Hütten läßt sich die furchtbare Krise bis
um Ende der achtziger Jahre verfolgen. Lange
zeit kam man aus Verlusten, Aktienzusammen—
egungen und Kapitalneuaufnahmen nicht heraus.

Verkaufsvperbände (Syndikate und
dartelle), wie sie seit 18940 und in stärkerem Maße
eit 1885 geschaffen wurden, versagten. Erst die
vründung des Kohlensyndikats im Jahre 1803,
dann des Roheisenverbandes 1807 und schließlich
des Stahlwerksverbandes im Jahre 1904 zeigten
endlich den richtigen Weg.

Der Zusammenschlußgedanke, der auch frei—
»ändlerischen Ländern keineswegs fremd war,
hat in ODeutschland tiefere Wurzeln geschlagen
als anderswo. Die Tatsache, daß die Selbst—
kostenunterschiede zwischen den Werken im Nord—
vesten, Südwesten, in Mittel-, Ost- und Süd—
deutschland sehr groß waren, zeigte die Not—
vendigkeit, die Verständigungen im Berbands-
vesen über den ganzen Bereich des Zollvereins-
zebiets auszudehnen. Die Ausdehnung des
zollgebiets von Luxemburg bis nach Ober—
chlesien führte zu großräumigem Denken und zu
zroßzügigen Eisenverständigungen, die vielfach
inderen Wirtschaftszweigen als Vorbild gedient
»aben. Es spricht für die Größe der Leistung,
»aß die stärksten Führerpersönlichkeiten zur
Milderung des Wettbewerbs, zum Abschluß eines
Beruffriedens, einander die Hände gereicht haben.
Als die alten Kraftpole der deutschen Eisen—
ndustrie könnte man nennen: Zollverein und
deutsches Reich, zielbewußte Schutzpolitik,
donzern- und Kartellbildung, Eisenbahnen und
echnischen Fortschritt und nicht zuletzt weit—
lickende Unternehmer und tüchtige Arbeitnehmer.

Wären uns Krieg und Friedensdiktate erspart
zeblieben, dann hätten Deutschlands Eisen-
ndustrielle trotz ungünstigerer natürlicher Ver—
»ältnisse mit kunstvoller Technik und großzügiger
Irganisation eine in jeder Beziehung muster—
zültige Industrie aufbauen können. Hatten wir
»och schon zu Beginn dieses Jahrhunderts
nanchem englischen Industriezweig unsere Über—
egenheit bewiesen und dazu den Vorsprung vor
inderen europäischen Eisenindustrien gewonnen.

Wer die Ergebnifse der Soll—
»ereinspolitik in wenigen Zahlen zu—
ammenfassen will, wird feststellen müssen, daß
die Roheisenerzeugung vom FJahre 1834 bis 1918
ↄon 110 000 Tonnen auf 19,3 Millionen Tonnen,
die Rohstahlgewinnung aus kleinen Anfängen